Freitag, 9. Januar 2026

Norðurljós - Nordlichter

Wir hatten jetzt 10 Tage wirklich traumhaftes Wetter hier. Es war kalt, teilweise bis zu -15°, aber klar. Tagsüber strahlend blauer Himmel, nachts sternenklar. 

Erst die letzten zwei Nächte sind abends dann Wolken aufgezogen, gestern war es den ganzen Tag über grau und verdeckt und die Temperaturen näherten sich dem Gefrierpunkt. Mittlerweile wird es aber schon wieder kälter.

Auf jeden Fall hatten wir richtig Glück mit Nordlichtern - bei sternenklarem Himmel hatten wir gefühlt jede zweite Nacht Nordlichter. Teilweise waren die Nordlichter zwar kaum zu erkennen, aber schon eindeutig.


Und in zwei Nächten haben sie wirklich traumhaft schön über uns getanzt. 


Wenn man dann im warmen Haus aus dem Fenster schaut oder sogar gemütlich im 40° heißen Hot Pot auf der Terrasse sitzt und über einem tanzen die Nordlichter - das finde ich auch nach über 5 Jahren hier immer noch einfach nur toll!


Und wenn einen Abend mal keine Nordlichter zu sehen waren, hatten wir zumindest einen wunderbaren Sternenhimmel! 


Von der richtigen Position aus konnte man mit bloßem Auge ein Stück der Milchstraße sehen. 

Wir haben sogar Sternschnuppen gesehen. 

Mein Mann meint, laut Internet müssten es wohl Quadrantiden gewesen sein. Dieser Meteorstrom wurde erstmals 1825 in Italien bzw. 1835 in der Schweiz beobachtet. Nach neueren Forschungen ist der "Mutterkörper" der Quadrantiden wohl der Asteroid 2003 EH1, der inaktive Rest eines Kometenkerns, der auseinandergefallen ist.

Die Sternschnuppen waren auf jeden Fall gut zu sehen, sogar für mich - und ich bin bei sowas eigentlich nicht besonders gut. 

Auf jeden Fall haben wir es so genossen..! 
 


Donnerstag, 8. Januar 2026

Rjúpusúpa

Schneehuhn-Suppe


Schneehuhn (auf Isländisch: "rjúpa") ist ein fester Bestandteil der isländischen Weihnachtsküche. Allerdings ist die Schneehuhn-Jagd hier auf Island aus Naturschutzgründen streng reglementiert und der Verkauf von isländischen Schneehühnern ist nicht erlaubt. Im Laden kann man nur schottische Schneehühner kaufen. 

Schneehuhn auf unserer Terrasse - nicht zum Essen!

Als wir vor Silvester im Supermarkt einkaufen waren, hatten sie dort in der Tiefkühl-Truhe noch genau eine Packung mit Schneehuhn-Brüsten (4 Brüste mit insgesamt knapp 300 Gramm). Also habe ich beschlossen, für Silvester Schneehuhn-Suppe für uns zu kochen.

Das hier ist eines der Rezepte, das sich beim Kochen sehr "dynamisch" verhalten hat:. 

Ich hatte mir verschiedene isländische Rezepte für Rjúpusúpa herausgesucht, von sehr exakten Rezepten bis zu Beiträgen in isländischen Koch-Gruppen auf FB, wo es dann nur heißt, meine Großmutter hat es immer gekocht mit den und den Zutaten, ohne Mengenangaben, ohne Zubereitungsschritte etc. Daraus hatte ich dann ein Rezept "gebastelt", das ich umsetzen wollte. Beim Kochen habe ich aber gemerkt, dass ich manches doch lieber anders machen wollte. 

So ist es keine klare Brühe geworden, die ich dann mit Mehl abgebunden habe, sondern ich habe mich dafür entschieden, dass gekochte Gemüse zu pürieren und dadurch eine gewisse Sämigkeit zu bekommen. Dazu dann noch Sahne und Blauschimmel-Käse - das hat so für mich perfekt gepasst! 


Zutaten für 2 Portionen

3 Karotten
1 rote Zwiebel
1/2 TL Kreuzkümmel
4 Schneehuhn-Brüste (insg. ca. 300 g) 
1 - 2 EL Butter
1 TL Gemüse-Brühe (Pulver)
500 ml Wasser
150 g Blauschimmel-Käse
100 ml Kochsahne
2 - 4 EL frische Blaubeeren


Zubereitung

Die Karotten und die Zwiebel putzen und kleinschneiden.



In einem großen Topf die Butter erhitzen, das kleingeschnittene Gemüse hinzugeben und mit dem Kreuzkümmel kurz anbraten.


Die Schneehuhn-Brüste mit in den Topf geben und ebenfalls noch kurz anbraten. 


Danach 500 ml Wasser hinzugießen, das Suppen-Pulver dazu geben und das Ganze mindestens eine Stunde köcheln lassen. 


Danach die gekochten Schneehuhn-Brüste aus der Suppe heben und das Gemüse sorgfältig pürieren, so dass eine etwas dickflüssige Suppe entsteht. 

Den Blauschimmel-Käse kleinschneiden und zusammen mit der Sahne in die Suppe geben und gut verrühren. 


Das Fleisch auf den Tellern vorschneiden, mit der heißen Suppen übergießen und die frischen Blaubeeren hinzufügen. Nach Geschmack noch mit Salz und Pfeffer würzen.




Mittwoch, 7. Januar 2026

Þrettándigleði á Selfossi

Freude am Dreikönigstag in Selfoss


Gestern war der 6. Januar, Dreikönigstag - oder auf Isländisch: Þrettándinn. Der 13., der 13. Tag nach Weihnachten. Der Tag, an dem auch der letzte der 13 Weihnachtsmänner wieder zurück in die Berge geht. Der Tag, an dem den Menschen Weihnachten verabschieden. 

In Selfoss findet an diesem Tag zum Abschied von der Weihnachtszeit traditionell die Þrettándigleði statt - die "Freude zum 13. Tag". Es gibt einen großen Fackelumzug, bei dem alle 13 Weihnachtsgesellen noch einmal durch den Ort ziehen, jeder mit einer großen Fackel in der Hand, und begleitet von einem Wagen mit Trollen und lauter Musik. Der Umzug startet um 20 Uhr beim Kreisverkehr an der Tryggvaskáli und zieht dann zum Campingplatz am Gesthús, wo dann das große Þrettándabrenna entzündet wird, das große Feuer zum 6. Januar, und anschließend findet auf dem Hügel hinter dem Sportplatz noch das große Feuerwerk der Rettungskräfte statt. 

Der Umzug wird von der Ungmennafélag Selfoss (UMF Selfoss, der lokale Sportverein) in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Árborg veranstaltet, das Feuerwerk ist von der Björgunarfélag Árborgar, also den hiesigen Rettungsmannschaften

Es war zwar gestern einigermaßen windig (laut Schild am Ingólfsfjall 13m/s, in Böen 16 m/s (umgerechnet 47 km/h, in Böen 58 km/h, also Windstärke 6 bis 7). Aber in Selfoss war es nicht so schlimm, das Brenna musste also dieses Jahr nicht verschoben oder abgesagt werden. 

Mein Mann Markus und ich waren schon etwas früher nach Selfoss gefahren und haben noch gemütlich Pizza gegessen. 

Gegen halb 8 wollten wir schon mal zum Sportplatz fahren, um unser Auto dort zu parken, damit wir nach dem Þrettándigleði schnell wieder am Auto wären, uns auftauen könnten und nach Hause fahren. Es war schließlich einigermaßen frisch gestern, vielleicht -10°

Auf dem Weg zum Sportplatz, wir waren noch gar nicht weit gekommen, keine 500 Meter, da machte unser Auto plötzlich so ein komisches Geräusch. Oh nein, nicht schon wieder..?!? Nicht der dritte platte Reifen in nicht mal 365 Tagen..?!? Unser Jahr 2025 hatten doch auch schon mit einem platten Reifen angefangen - oder genau genommen: Mit einem geplatzten Reifen bei 80 km/h bei schlechtem Wetter auf der Reykjanesbraut auf dem Weg zum Flughafen. Im Vergleich waren wir dankbar...

Markus konnte gestern zum Glück direkt gleich von der Hauptstraße abbiegen und dann dort halten. Da war die Luft noch nicht komplett raus, aber natürlich hatten wir wieder einen platten Reifen. Es war wieder der Reifen vorne auf der Fahrerseite, den es erwischt hatte (wie schon letztes Mal im Oktober). Darüber, dass wir dann erst einmal noch verzweifelt den Autoschlüssel gesucht haben, der vor lauter Hektik minutenlang absolut nicht zu finden war und dann doch in irgendeiner Hosentasche steckte, schreibe ich jetzt nicht. 


Markus hat zumindest noch getestet, dass wir dieses Mal den richtigen Steckschlüsseleinsatz für unsere 22er Stecknüsse am Reifen beim Werkzeug dabei hatten - doch, hatten wir! Also haben wir beschlossen, wir gehen jetzt zum Umzug und zum Brenna, schließlich waren wir dafür doch hergekommen, und danach muss Markus dann den kaputten Reifen gegen das Reserverad aus dem Kofferraum austauschen. 

Allerdings waren wir wegen der Reifenpanne etwas spät dran - meine Uhr zeigte 3 Minuten nach 20 Uhr, als wir beim Kreisverkehr an der Tryggvaskáli ankamen. Vom Umzug war nichts zu sehen, keine Straßensperrung, der Verkehr rollte, auch keine Menschen, die auf den Zug warteten, und der Wagen mit den Trollen und den Weihnachtsmännern stand auch nicht auf dem Parkplatz beim Krónan. Wir waren verwirrt - hatte ich mir die falsche Uhrzeit gemerkt..? 

Aber dann merkten wir doch den leichten Rauchgeruch in der Luft und hörten aus der Ferne leise stampfende Musik - und dann sahen wir den Fackelumzug auch, schon ein ganzes Stück weit weg. Mist! So viel zu spät waren wir doch eigentlich gar nicht?!?

Wir sind dann mit hängender Zunge hinter dem Zug her und kurz nach dem Abbiegen in die Seitenstraße Reynirvellir konnten wir uns dem Umzug dann anschließen. 

Man merkte aber schon, dass es einigermaßen windig war - die Fackeln der Weihnachtsmänner sprühten teilweise ordentlich Funken und brannten schnell herunter. Man musste einigermaßen Abstand halten. Vor mir schüttelte eine Frau ihren Handschuh aus und die Funken stoben. Schließlich strömten die Menschenmassen, begleitet von der isländischen Musik, auf den Zeltplatz. 

Dieses Jahr wurden die Fackeln der Weihnachtsmänner nicht auf einem Gestell neben dem Brenna aufgesteckt, sondern die Fackeln wurden direkt in den großen Holzstapel gesteckt, um das Þrettándabrenna zu entzünden. Keine Ahnung, ob das an dem Wind lag, dass es ihnen zu gefährlich war, die Fackeln auf der trockenen Wiese aufzustellen, oder ob sie nach den Erfahrungen beim Silvesterfeuer letztens einfach nur sicherstellen wollten, dass das Brenna gut entzündet wurde. 

Gestern Nachmittag hatte es in Selfoss schon einen Flächenbrand in trockenem Gras gegeben. Anscheinend hatte die Glut von einem kleinen privates Feuerwerk zu dem Brand geführt, bei dem - vom Wind verstärkt - dann eine Fläche von ca. 2.000 m² brannte. 

Quelle: sunnlenska.is / Jóhanna Petersen

Die Feuerwehr hatte die Menschen aufgefordert, bei der trockenen Witterung und dem Wind der letzten Tage, der die Böden noch mehr ausgetrocknet habe, am Abend mit Feuerwerk und Feuern besonders vorsichtig zu sein. 

Soweit ich es gelesen habe, gab es gestern Abend noch 4 Einsätze für die Feuerwehr von Selfoss, u.a. haben sie wohl auch die Reste vom Þrettándabrenna gelöscht, weil das Risiko sonst zu hoch war, dass die Glut vom Feuer die umliegende Vegetation in Brand setzen könnte. Normalerweise lassen sie das Brenna unter Aufsicht kontrolliert runterbrennen, gestern wäre das aber wegen dem starken Wind und dem trockenen Boden zu riskant gewesen.


Nachdem das Brenna ordentlich brannte, verteilten sich die Weihnachtsmänner, mischten sich unter die Leute, die rund um das Brenna herum standen, und unterhielten sich mit den Kindern und trieben teilweise lautstark kleine Scherze.  


Ich finde es ja jedes Jahr wieder schön, wie liebevoll die 13 Weihnachtsgesellen ausgestattet sind, mit ihrem roten Outfit, dem wilden, wuschigen Haar und den weißen Bärten - und dazu die gestrickten Beinwärmer über den dicken Schuhen und vor allem die passenden Wollhandschuhe, extra mit zwei Daumen, damit man sie umdrehen kann, wenn z.B. die Innenseite durchnässt ist und dann zu rutschig wird. Eigentlich ganz praktisch! Und einfach so ein schönes Detail!


Es waren wirklich viele Menschen da, der Platz war ordentlich voll!


Und während des Brennas wurde auf dem Hügel dahinter dann von den Rettungsmannschaften das große Feuerwerk gezündet. 


Schon richtig schön - sogar mit Herz! 


Schließlich fand das Feuerwerk seinen krönenden Abschluss. Die Leute auf dem Platz rund um das Brenna klatschten laut und begeistert Beifall.


Als das Feuerwerk zu Ende war, sind wir direkt wieder los - wir mussten ja noch zu unserem Auto, das gut 1 km weit weg stand und traurig mit plattem Reifen auf uns wartete. Ach ja, bei -10° wünscht man sich doch, gemütlich im Dunkeln den Reifen zu wechseln... Bloß gut, dass Markus dabei schon Routine hat! 


Und Reifenwechsel mit Feuerwerk im Hintergrund - das hat doch eigentlich auch schon wieder was!


Leider hatte unser Reserve-Rad nicht mehr so richtig viel Luft. Also wollten wir auf dem Heimweg kurz an der Tankstelle hinter der Brücke anhalten, um den Reifen noch etwas aufzupumpen. Aber leider waren beide Kompressoren, mit denen man den Luftdruck im Reifen prüfen und anpassen kann, hier außer Betrieb, an beiden Maschinen klebte nur ein großes Schild: Lokuð. Geschlossen

Also zurück in den Ort, an der N1 haben sie auch so ein Gerät für Luftdruck. Eigentlich. Auch das war nur leider mit Klebeband verschnürt und auch hier hing ein Schild: Biluð. Kaputt. Shit! Was machen wir denn jetzt?!?

Nach Hause fahren und hoffen, dass der Reifen hält für die Strecke, hin und dann wieder zurück nach Selfoss zum Reifendienst..? Oder doch lieber die 10 km nach Hveragerði zur Tankstelle fahren und hoffen, dass das Luftdruck-Gerät dort an der N1 in Betrieb ist..? Aber unser Reserve-Reifen machte wirklich keinen richtig vollen Eindruck und die Geräusche beim Fahren klangen nur bedingt ermutigend. Markus traute dem Reifen definitiv nicht. 

Schließlich sind wir über die alte Straße langsam nach Hveragerði gefahren und hatten Glück. An der Tankstelle am Ortseingang war der Luftdruck-Kompressor in Betrieb und wir konnten unseren wirklich etwas luftleeren Reifen aufpumpen. Nicht perfekt, aber deutlich besser! Gegen halb 11 waren wir dann glücklich wieder zu Hause. 

Und für heute Nachmittag haben wir also wieder einen Termin beim Reifendienst in Selfoss, da waren wir ja schon mal...

3 Reifenpannen in nicht mal 365 Tagen

Update vom 08.01.2026

Unser Auto ist wieder einsatzbereit. Wir waren beim Reifendienst in Selfoss, dort konnten sie wieder keinen Schaden am Reifen selbst finden. Offenbar hatte er "einfach" nur wieder den Kontakt zur Felge verloren. Die Männer in der Werkstatt haben sich den Reifen gründlich angesehen und geprüft, sie haben die Felge gründlich geprüft und alles geschmiert, außerdem haben sie dieses Mal noch das Ventil gewechselt. Vielleicht war das ja nicht ganz dicht, deshalb könnte der Reifen dann Luft verloren haben und sich dadurch dann von der Felge gelöst. 

Und weil wir genau dieses Problem mit genau diesem Reifen vor knapp 3 Monaten schon mal hatten und sie es offensichtlich damals nicht langfristig gelöst hatten, war die Reparatur dieses Mal sogar kostenlos. Wir mussten nichts zahlen! Damit hatten wir nicht gerechnet und haben uns sehr darüber gefreut. 

Und jetzt hoffen wir mal, dass unser Reifen dieses Mal hält. 



Dienstag, 6. Januar 2026

Kílómetragjald

Kilometergeld ab 01.01.2026


In Island wurde zum 01.01.2026 das Kilometergeld für alle Fahrzeuge eingeführt, für einen Pkw sind jetzt 6,95 ISK pro gefahrenen Kilometer fällig. Dafür wurde die bisherige Kraftstoffsteuer von zuletzt 77,30 ISK pro Liter auf Benzin und Diesel abgeschafft. 

Fahrzeughalter müssen bis 20.01. ihren Kilometerstand melden, dann wird monatlich das Kilometergeld entsprechend der bisherigen Fahrleistung fällig.

Die kurzfristige Einführung der Neuregelung hat zu Irritationen geführt, insbesondere bei Mietwagen. Bisher haben die Tankstellen aber die gesunkenen Preise an die Kunden weitergegeben. 

Ich habe die Preise bei uns an der nächsten Tankstelle verglichen, vom 30.12.2025 bis zum 04.01.2026 (als ich dort vorbeigekommen bin) ist der Preis für Benzin dort tatsächlich um 96,5 ISK pro Liter gesunken, der Preis für Diesel um 87,3 ISK.


Gesetzliche Neuregelung ab Jan. 2026

Das isländische Parlament hat am 18. Dezember 2025 ein Gesetz über die Einführung einer Kilometer-Gebühr für alle Fahrzeuge verabschiedet, das am 1. Januar 2026 in Kraft getreten ist. Bisher galt das Kilometergeld nur für Elektroautos und Plug-in-Hybride. Das Kilometergeld soll für die Straßennutzung gezahlt werden, unabhängig vom Kraftstoffverbrauch. 

Die Kraftstoffsteuern auf Benzin und Diesel wurden im Gegenzug ab 01.01.2026 erlassen. 

Fahrzeuge an einer Tankstelle in Selfoss (Jan. 2024)

Offiziell geht man davon aus, dass es für die meisten Fahrzeughalter im Schnitt ein Nullsummenspiel wird:

Die Kraftstoffsteuern (bensíngjald) werden abgeschafft, dafür wird das Kilometergeld (kílómetragjald) eingeführt. Die CO2-Steuer auf fossile Energien bleibt gleich. Im Grunde nimmt sich das nicht rechnerisch viel. Aber die Mehrwertsteuer (virðisaukaskattur) sinkt, da bisher der Benzinpreis inklusive der darin enthaltenen Kraftstoffsteuer umsatzsteuerpflichtig war und durch den Wegfall der Kraftstoffsteuer der steuerpflichtige Verkaufspreis sinkt - und damit auch die Umsatzsteuer. (Bei 77,30 ISK Kraftstoffsteuer pro Liter in 2025 und einem Steuersatz bei der Mehrwertsteuer von 24% spart man jetzt durch den Wegfall der Kraftstoffsteuer pro Liter 95,85 ISK.)

Alle Autos derselben Gewichtsklasse (Autos und Geländefahrzeuge bis 3,5 Tonnen: 6,95 ISK//km) zahlen jetzt für jeden gefahrenen Kilometer dasselbe Kilometergeld. Dadurch werden die Kosten für einige sinken, vor allem für die Fahrer großer Fahrzeuge mit einem hohen Benzinverbrauch, während die Kosten für andere steigen, vor allem für die Fahrer kleiner, energiesparender Autos. Im Durchschnitt bleiben die Kosten gleich, so die Erwartung der Regierung. 

Offizielle Stellen, wie hier die Informationsplattform "Vegir okkar allra" der Regierung, gehen für ein durchschnittliches Benzin-Fahrzeug mit einem Verbrauch von 7,5 Litern auf 100 km und einer Gesamtfahrleistung im Jahr von 14.000 km unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuer (VSK) von einer leichten Entlastung für den Autofahrer aus.  

Quelle: vegirokkarallra.is

Diskussionen um fallende Benzinpreise im Vorfeld

Die Regierung geht davon aus, dass die Abschaffung der Öl- und Benzinsteuer von den Ölfirmen über die Preise an die Kunden weitergegeben werden. Das Finanzministerium ging bei seinen Berechnungen von einer Reduzierung des Benzinpreises von 95 - 105 ISK pro Liter aus und von einer Reduzierung des Dieselpreises um 80 - 88 ISK. 

Der FÍB (Félag íslenskra bifreiðaeigenda), der Verband isländischer Automobilbesitzer, erwartete nach eigenen Berechnungen (nicht ganz so optimistisch), dass mit Einführung des Kilometergelds zum 01.01.2026 die Preise von Benzin um 93 ISK pro Liter und für Diesel um 80 ISK pro Liter fallen würden. 

Von Vertretern von Mineralölkonzernen gab es zuerst Stellungnahmen, dass der Preis für Benzin und Diesel zum 1. Januar weniger stark fallen werde, als öffentlich erwartet. Es sei mit einem Preisrückgang pro Liter bei Benzin um rund 80 ISK bzw. bei Diesel um rund 70 ISK zu rechnen. Aufgrund der Erhöhung der CO2-Steuer im letzten Jahr um 59%, die so nicht an die Kunden weitergegeben worden sei, und wegen der steigenden Kosten sei eine vollständige Reduktion der Preise um die wegfallende Kradtstoffsteuern nicht möglich. Außerdem müsse man bedenken, dass bei Benzin 5% Ethanol beigemischt sind, d.h. für diese 5% bleibe die Kraftstoffsteuer erhalten und falle eben nicht weg. 

Tatsächliche Preisänderungen zum 1. Januar 2026

Ich habe hier mal die Preise an der AO-Tankstelle in Selfoss fotografiert, um für mich selber einen Eindruck zu bekommen. Die Fotos sind von derselben Tankstelle, das erste Bild ist mittags vom 30. Dezember 2025, als wir zum Einkaufen in Selfoss waren, das andere ist vom 4. Januar 2026 beim nächsten Einkauf. 

Am 30.12. kostete ein Liter Benzin demnach hier 279,7 ISK (umgerechnet 1,90 €); ein Liter Diesel kostete 292,7 ISK (umgerechnet 1,99 €).

Am 4. Januar kostete der Liter Benzin hier dann nur noch 183,2 ISK (also rund 1,24 €) und der Liter Diesel 205,4 ISK (rund 1,39 €). 

Damit ist der Preis für Benzin um 96,5 ISK gesunken, der Preis für Diesel um 87,3 ISK. Damit lag der Preisrückgang hier sogar über den Erwartungen des FÍB. 

Tatsächlich haben alle Ölgesellschaften ihre Preise zum 01.01.2026 reduziert, teilweise sanken die Preise schon am 31.12. Laut Medienberichten ist der Preis für einen Liter Benzin im Hauptstadtgebiet im Schnitt von 279,7 ISK auf 183,8 ISK gesunken, d.h. um 95,9 ISK

Damit liegt der Rückgang tatsächlich etwas höher als die Berechnungen vom isländischen Automobilbesitzer-Verband, an der unteren Grenze der Erwartungen des Finanzministeriums, aber deutlich höher, als die Tankstellen-Ketten zunächst in Aussicht gestellt hatten.

Kilometergeld: 6,95 ISK pro gefahrenen Kilometer für Autos

Für die Nutzung der Straßen wird jetzt ab 1. Januar 2026 für allen Fahrzeugen (unabhängig von der Energiequelle und dem Kraftstoffverbrauch) eine Kilometergebühr erhöhen. Die Höhe der Gebühr hängt vom Gewicht des Fahrzeugs ab und steigt mit zunehmendem Gewicht.

Für Pkw und Geländefahrzeuge bis 3,5 Tonnen zahlt man 6,95 ISK pro gefahrenen Kilometer

Ab 3,501 Tonnen beträgt das Kilometergeld dann z.B. 9,85 ISK pro gefahrenen Kilometer, bei Fahrzeugen über 9 Tonnen dann 13,18 ISK. 

Reisebusse in Ostisland 
(Foto vom November 2025)
Für Fahrzeuge über 10 Tonnen (Lastkraftwagen und Busse) steigt die Kilometergebühr von 13,98 ISK auf maximal 45,17 ISK (bei mehr als 31 Tonnen). 

In den ersten Jahren wird hier allerdings ein Rabatt gewährt, und zwar für Reisebusse (gestaffelt für 2026 und 2027 mit Reduzierung um 50% ab 2027) und um 80% bis 2029 für Lastwagen über 10 Tonnen, die mit umweltfreundlichen Energien betrieben werden (Methan, Methanol, Strom oder Wasserstoff). 

Wichtige Termine

Der Kilometerstand der Fahrzeuge zum 1. Januar muss spätestens am 20.01.2026 online bei den entsprechenden staatlichen Stellen eingetragen werden (letzter Anmeldetag). 

Ich habe aber auch schon Werbung angezeigt bekommen (wie hier z.B. von der Tankstelle N1), dass man dort in der App seinen Kilometerstand laufend eintragen kann und das dann automatisch an die staatlichen Stellen gemeldet wird.

Außerdem wird eine Registrierung bei den regelmäßigen Inspektionen durch akkreditierte Inspektionsstellen durchgeführt, oder man kann auch quasi beim isländischen TÜV (Aðalskoðun oder Frumherji) ein gesonderten Termin für die Feststellung des Kilometerstandes machen. 

Zum 1. Februar 2026 wird dann das Kilometergeld für Januar 2026 fällig. Dabei wird entsprechend der gemeldeten Kilometerstände vom bisherigen Verbrauch des Fahrzeugs ausgegangen. Pkw müssen den Kilometerstand mindestens ein Mal pro Jahr melden, man kann den Kilometerstand aber auch maximal alle 30 Tage erneut melden. 

Bei Fahrzeugen von über 10 Tonnen muss der Kilometerstand mindestens alle 6 Monate gemeldet werden, mindestens einmal im Jahr muss die Registrierung durch eine anerkannte Stelle durchgeführt werden (z.B. bei der Inspektion), die zweite Registrierung kann auch vom Eigentümer oder Halter selbst vorgenommen werden.

Wenn man seinen Kilometerstand nicht ordnungsgemäß registriert, wird grundsätzlich ab 1. April 2026 eine Gebühr von 20.000 ISK erhoben (umgerechnet gut 135 €). Man muss den Kilometerstand dann bei einer akkreditierten Inspektionsstelle registrieren lassen. 

Außerdem wird in diesem Fall bei den monatlichen Abrechnungen pauschal von einer Fahrleistung von 60 km/Tag bei Privatfahrzeugen ausgegangen, also 1.800 km im Monat (und 21.900 km im Jahr). Das entspricht dann einem fälligen Kilometergeld von gut 12.500 ISK pro Monat (knapp 85 €). 

Die durchschnittliche Fahrleistung lag bei privaten Pkw nach den statistischen Angaben der isländischen Verkehrsbehörde bei knapp 11.000 km (was einem Kilometergeld von rund 6.300 ISK im Monat entspricht). Man hat also normalerweise durchaus einen guten finanziellen Grund, die tatsächlich gefahrenen Kilometer auch ordnungsgemäß zu melden. (Ich gebe zu, wenn man z.B. in Hveragerði wohnt und zum Arbeiten 4 - 5 Tage pro Arbeitswoche nach Reykjavík pendelt, käme man bei einer einfachen Entfernung von rund 45 km und ca. 190 Arbeitstagen schon auf gut 17.000 km pro Jahr nur für Fahrten Wohnung - Arbeitsstätte. Da könnte die unterstellte Fahrleistung von 21.900 km im Jahr durchaus realistisch sein.) 

Befreiung vom Kilometergeld

Bestimmte Fahrzeuge sind vom Kilometergeld befreit, z.B. Fahrzeuge von Rettungsteams, entsprechend gekennzeichnete Fahrzeuge ausländischer Botschaften oder Oldtimer, die vor dem 1965 zugelassen wurden und die nachweislich keinen Kilometerzähler haben, bei denen kein Kilometerzähler eingebaut werden ober bei denen der Kilometerzähler nicht mehr repariert werden kann. 

Mietwagen

Für Mietwagen-Firmen stellt die kurzfristige Einführung des Kilometergelds zum 01.01.2026 mit Beschluss vom 18.12.2025 eine besondere Herausforderung dar. Soweit ich es mitbekommen habe, informieren die Firmen jetzt ihre Kunden per Mail über die Einführung des Kilometergeldes, die Kosten hierfür werden den Kunden gesondert in Rechnung gestellt. Die dadurch gestiegenen Mietkosten treffen wohl nicht immer auf Verständnis bei den Mietern. Ich habe allerdings auch schon gehört, dass manche Mietwagen-Firmen zusätzlich zum Kilometergeld noch eine Bearbeitungsgebühr von 1,81 ISK pro Kilometer erheben (= 0,012 €). 

Bei Mietwagen muss der Kilometerstand mindestens alle 6 Monate an die entsprechenden stattlichen Stellen gemeldet werden, die Registrierung ist aber jederzeit erlaubt. 

Bei Langzeit-Vermietungen obliegt es dem Mieter, der im Fahrzeugregister registriert ist, den Kilometerstand an die offiziellen Stellen zu melden. 

Ausländische Reisende mit eigenem Fahrzeug

Autos auf dem Weg in die Norröna (Nov. 2025)
Bei Reisenden, die ihr ausländisches privates Fahrzeug z.B. mit der Norröna für ihren Urlaub mit nach Island bringen oder hierher verschiffen lassen, wird in jedem Fall bei der Einreise der Kilometerstand erfasst. Wieviel gezahlt werden muss, hängt dann von der Dauer des Aufenthalts und dem Gewicht des Fahrzeugs ab, die Einzelheiten sind in Art. 11 des neuen Gesetzes geregelt:

Für Aufenthalte bis zu 30 Tagen zahlt man für Kraftwagen eine Pauschale entsprechend der angehängten Tabelle. 

Quell: althingi.is

Für Motorräder mit einem Gewicht von max. 400 kg zahlt mal für bis zu 10 Tage eine Pauschale von 8.300 ISK (gut 56 €), für 11 bis 20 Tage von 12.450 ISK (knapp 85 €) und für 21 Tage und mehr dann 14.525 ISK (knapp 99 €).

Wenn das Fahrzeug mehr als 30 Tage am Stück in Island verbleibt, zahlt man Kilometergeld entsprechend den allgemeinen Regeln und dem bei der Ausreise erfassten km-Stand. Die vorher gezahlten Pauschalen werden angerechnet. Wenn man wenig gefahren ist, muss man aber mindestens die Pauschale für mehr als 20 Tage zahlen. 

Wenn man mit dem privaten Pkw oder einem Wohnmobil mit max. 3,5 Tonnen mit der Norröna nach Island kommt und hier drei Wochen bleibt, zahlt man also 24.325 ISK (umgerechnet rund 165 €). Bei einem Wohnmobil mehr max. 5 Tonnen zahlt man für drei Wochen 34.475 ISK (gut 234 €). 

Wenn man z.B. sechs Wochen bleibt, zahlt man das reguläre Kilometergeld, aber mindestens die o.g. Pauschalen. 

Vergleichsberechnungen

Das Olíugjald (Kraftstoffsteuer) lag 2025 pro Liter bei 77,30 ISK. Der Mehrwertsteuersatz auf Benzin beträgt grundsätzlich 24%. Pro Liter Benzin wurden hier also bisher 95,85 ISK fällig. Dieser Betrag fällt jetzt weg.

Bei einem sparsamen Kleinwagen, der vielleicht 4,8 Liter pro 100 km verbraucht, wären das bei einer durchschnittlichen Fahrleistung von 900 km pro Monat also 43,2 Liter Benzin. Hierfür waren 2025 dann 4.140 ISK Benzinsteuer inkl. MwSt fällig. In 2026 zahlt man jetzt für 900 km im Monat ein Kilometergeld von 6.225 ISK. Das ist also deutlich teurer.

Bei einem größeren SUV, der vielleicht im Schnitt 11 Liter auf 100 km verbraucht, war bei einer monatlichen Fahrleistung von 900 km in 2025 für 99 Liter Benzin eine Benzinsteuer inkl. MwSt von 9.490 ISK zu zahlen, da ist das neue Kilometer von 6.225 ISK für solche Fahrzeuge deutlich günstiger. 

Ein durchschnittlicher Mittelklassewagen, der vielleicht im Schnitt einen Verbrauch von 8 Litern auf 100 km hat, hätte dann bei einer Island-Umrundung mit rund 1.400 km letztes Jahr bei 112 Litern Benzin Kraftfahrzeugsteuer inkl. MwSt von rund 10.735 ISK zahlen müssen (gut 72,80 €). Jetzt muss man für 1.400 km ein Kilometergeld von 9.730 ISK zahlen (gut 66 €). 

So gesehen spart ein Durchschnitts-Tourist, der mit einem Mittelklassewagen einmal die Insel umrundet und dabei 1.400 km fährt, durch die Neuregelung ab 2026 knapp 7 €.



Sonntag, 4. Januar 2026

Gamlárskvöld og nýársdagur

Silvesterabend und Neujahrstag


Ich hoffe, Ihr seid auch so gut ins neue Jahr 2026 gestartet wie wir. 

Den Silvester-Abend haben wir gemütlich zu zweit zu Hause verbracht, nachdem wir nachmittags zum Silvesterfeuer und dem Feuerwerk in Selfoss waren. Am Neujahrstag hatten wir lieben Besuch und haben gemeinsam gekocht und ein sehr leckeres, typisch isländisches Weihnachtsessen nachgeholt. 

Also definitiv ein guter Start in das neue Jahr!

Gamlárskvöld - Silvesterabend

Am Silvesterabend sind wir wieder, wie die letzten Jahre auch schon, nach Selfoss gefahren. Das Wetter hier war die letzten Tage perfekt, kalt, aber herrlich klar und sonnig.

Auf dem Weg nach Selfoss leuchtete der Himmel beim Sonnenuntergang in traumhaften Farben. Kann sich ein Jahr schöner verabschieden?!?


Das Foto hier habe ich unterwegs aus dem Auto gemacht, während mein Mann über die Brücke am Kreisverkehr gefahren ist - Ihr sehr die Kirche von Selfoss (Selfosskirkja), davor den Fluss, die Ölfusá, und neben der Kirche kann man (mit etwas gutem Willen) auch noch die weihnachtliche Friedhofsbeleuchtung erkennen. Ich liebe diese Beleuchtung!


In Selfoss gibt es traditionell um 17 Uhr das Áramótabrenna, das große Silvesterfeuer am der Feuerstelle beim Gesthús Selfoss (Engjavegur 56), am Campingplatz neben dem Sportstadion. 

Dieses Mal waren wir ziemlich früh dran, der Holzstapel aus alten Euro-Paletten (vörubretti) war ordentlich aufgebaut, aber noch war kaum ein Mensch zu sehen. 


Kurz vor 17 Uhr wurde es dann voller, und pünktlich um 5 Uhr schritten auch die Feuerwerkmänner zur Tat und entzündeten das Áramótabrenna, das Silvesterfeuer. 


Allerdings wollte das Brenna dieses Jahr irgendwie nicht so, wie es sollte - es fing nicht richtig Feuer, es brannte nicht richtig. 

Die Feuerwehrleute mussten immer wieder Benzin o.ä. ins Feuer gießen und es dauerte mehr als eine Viertelstunde, bis der Holzstapel schließlich richtig in Brand geriet. 


Irgendwie machte man sich da ja schon ein bisschen Sorgen um die Feuerwehrleute, die so dicht am Feuer standen und Benzin ins Feuer gossen. Manchmal zuckten sie schon ziemlich zurück - und einmal tropfte es aus dem Gefäß, mit dem der Feuerwehrmann ums Feuer herumging, und plötzlich fuhren die Flammen an dieser Tropf-Spur entlang hinter dem Feuerwehrmann hinterher. 


Letztlich ist aber alles gut gegangen und irgendwann brannte das Brenna dann auch richtig. 


Das Feuerwerk auf dem Hügel am Sportplatz begann pünktlich um 17.15 Uhr, auch wenn die Feuerwehrleute zu der Zeit noch damit beschäftigt waren, das Brenna richtig in Gang zu bringen.


Wir waren trotzdem in Partystimmung!

Wir haben mehrere Freunde und Bekannte getroffen und standen schließlich mit etlichen Leuten gemeinsam am Feuer und haben es einfach nur genossen. 


Das Feuerwerk, das die Rettungsmannschaften veranstaltet haben, war aber auch richtig schön und professionell, es hat sich unbedingt gelohnt, auch wenn es nur 10 Minuten gedauert hat. 




Nachdem das Feuerwerk vorbei war und das Brenna langsam herunter brannte, standen wir erst noch ein bisschen am heißen Feuer, wärmten uns die Gesichter im Schein der Flammen und unterhielten uns, bevor wir schließlich wieder nach Hause aufbrachen.


Den Rest des Abends haben wir dann nur zu zweit verbracht. Zu Hause haben wir gemütlich Abendbrot gegessen. Ich hatte tagsüber schon Schneehuhn-Suppe (rjúpusúpa) gekocht, die haben wir dann nur noch mal warm gemacht, als wir nach dem Brenna wieder nach Hause kamen.  


Hinterher waren wir noch im Hot Pot, einmal so richtig schön im 40° warmen Wasser auf unserer Terrasse durchwärmen. Eigentlich hatten wir auf Nordlichter gehofft, die Vorhersage war gut, aber tatsächlich hat sich bei uns in dieser Nacht nur ein ganz schwacher Schimmer sehen lassen. Manchmal hat man eben Glück und manchmal nicht und ein hoher Wert bei der Aurora-Vorhersage heißt eben nicht, dass man auch wirklich Nordlichter sieht.


Um 22.30 Uhr haben wir den Áramótaskaup angeschaut, den alljährlichen satirischen Jahres-Rückblick im Fernsehen, bei dem die Ereignisse des Jahres auf die Schippe genommen werden oder satirisch kommentiert. 

Wir lernen zwar seit über 8 Jahren Isländisch, aber im Fernsehen verstehen wir immer noch traurig wenig. Aber wir hatten trotzdem unseren Spaß und ein paar Sachen haben wir auch mitbekommen, z.B. das Lied zur Situation am Wohnungsmarkt, dass junge Leute es sich nicht mehr leisten können, bei den Eltern auszuziehen, weil die Kosten für Unterkunft für viele unbezahlbar geworden sind, während gleichzeitig (zumindest gefühlt) am Bedarf vorbei gebaut wird, Wohnungen, die dann keine Käufer finden. Auch den Spot über die neuen Bedingungen am Flughafen in Keflavík haben wir verstanden, auch aus eigener Erfahrung - am Flughafen wurden dieses Jahr die Parkgebühren mal wieder geändert, auf der Schnell-Spur, wo man Leute aussteigen lassen kann, ist es kostenpflichtig geworden, wenn man mit dem Auto 5 Minuten oder länger in dem Bereich bleibt. An sich ist es gut zu machen, nicht länger zu brauchen, finde ich, aber wenn viel Betrieb ist, so dass man zwischen anderen Autos feststeckt und nicht halten oder nicht zügig wieder wegfahren kann, ist es ungünstig. Oder wenn man vielleicht etwas umständliche Passagiere hat, die nicht verstehen, dass sie sich beeilen müssen, oder ältere Leute oder Leute mit kleinen Kindern, die sich nicht so beeilen können. Ich habe jetzt schon öfter in den sozialen Medien gelesen, dass Leute diesen Spot so sehr gefühlt haben. Außerdem ging es u.a. um Online-Bestellungen, um Artikel von Temu, die gefährlich werden, um Ozempic, um die isländische Ministerpräsidentin und ihren Mann. Außerdem kam auch der Bildungsminister vor, der scheinbar manchmal Schwierigkeiten hat, die richtigen Worte zu finden, oder die Sozialministerin, die versucht haben soll, auf den Schulleiter der Schule eines ihrer Enkelkinder Einfluss zu nehmen. Und etliche Anspielungen aus der Serie "IceGuys", die ich gerade noch auf dem Flug nach Island im Bord-Programm von Icelandair angeschaut hatte, haben wir im Áramótaskaup auch erkannt! 

Um 23.30 Uhr endete der Áramótaskaup. 

Hier bei uns auf dem Land wurde um Mitternacht nicht groß geböllert. Ja, man hat es schon gehört, wenn wir auf die Terrasse gingen, dass es Mitternacht und Jahreswechsel war, aber viel Feuerwerk war hier nicht zu sehen. Und wenn ich dann zur Kamera gegriffen habe, war das Spektakel eigentlich immer schon wieder vorbei. Na ja, egal - wir hatten ja schon ein richtig schönes Feuerwerk von den Rettungskräften in Selfoss gehabt! 


Wir sind dann zufrieden ins Bett gegangen - gute Nacht, auf geht's in neue Jahr 2026.


Nýársdagur 

Am Neujahrstag haben wir erst einmal in Ruhe ausgeschlafen - und mittags haben wir dann lieben Besuch bekommen. 

Mit einer Freundin haben wir unser geplante opulentes Weihnachtsessen am Neujahrstag nachgeholt, sie hat eine köstliche Lammkeule mitgebracht, die sie im Ofen gegart hatte, perfekt auf den Punkt!, und es gab noch Kartoffelgratin, Erbsen in weißer Sauce und Rotkohl, dazu haben wir noch gemeinsam karamellisierte Kartoffeln gemacht. Das Rezept für die brúnaðar kartöflur findet Ihr natürlich auch hier auf dem Blog! 

Zum Nachtisch hatte ich schon am Vortag mein absolutes Lieblings-Skyr-Dessert vorbereitet, mit reinem Skyr, geschlagener Sahne, weißer Schokolade, Zitrone und frischen Erdbeeren. 

Und für einen kurzen Spaziergang bei dem traumhaften Wetter hat die helle Zeit auch noch gereicht. 

Hinterher waren wir sehr satt und sehr zufrieden und ein bisschen müde.


In diesem Sinne:

Gleðilegt nýtt ár og takk fyrir það gamla. Alles Gute für das neue Jahr und Danke für das vergangene Jahr 2025 - wünschen Euch

Markus & Ursula