Montag, 22. Mai 2017

Lebensmittelpreise in Island - Stand Mitte Mai 2017

Island-Fan im Supermarkt

Einkaufen im Supermarkt


Mittlerweile hat sich unsere große Island-Liebe im Freundes-, Bekannten- und Kollegenkreis rumgesprochen und wenn jemand eine Island-Reise plant und noch Fragen hat, kommt er oft auf uns zu. In letzter Zeit kam ein paar Mal die Frage nach den aktuellen Lebensmittelpreisen in Island auf - man hört ja so oft, wie teuer Island ist - was kann ich mir denn da überhaupt leisten? Ich habe dann mal kurzentschlossen bei meinem letzten Island-Aufenthalt Anfang Mai 2017 den nächsten Supermarkt im Viertel besucht (vorwiegend isländische Laufkundschaft - kein "Vorzeigeladen", eher "alltagsbewährt") und wirklich ganz bewusst auf die Lebensmittelpreise geachtet.

Die Preise hier sind also reine Momentaufnahme aus einem Geschäft, ich habe dann zwar auch noch in einem zweiten Geschäft geschaut, um ein bisschen abzugleichen und einen besseren Überblick geben zu können - allerdings unterscheiden sich die Preise schon von Supermarktkette zu Supermarktkette und auch die verschiedenen Filialen derselben Kette haben z.T. unterschiedliche Preise. In diesem Sinne - alle Angaben ohne Gewähr!

Großeinkauf im Supermarkt

Man muss außerdem noch die Entwicklung der Isländischen Krone beachtet - allein im letzten Jahr ist der Wert der Krone im Vergleich zum Euro um gut 20% gestiegen, die Lebensmittelpreise sind allein dadurch für Touristen wieder massiv angestiegen.


Milchprodukte

In Island wird Milch meist in 1 Liter oder 1,5 Liter-Packungen verkauft, der Preis für 1,5 Liter liegt (je nach Sorte und Fettgehalt) etwa bei 220 ISK, also bei knapp 1,95 €, 1 Liter kostet etwa 150 ISK (ca. 1,30 €).

Sehr beliebt ist auch Sauermilch / Dickmilch ("Súrmjólk"), da kostet ein Liter rund 240 ISK, also etwa 2,10 €.  Sauermilch gibt es übrigens auch oft in verschiedenen Sorten bzw. Geschmacksrichtungen.

Jede Menge Skyr in der Kühl-Abteilung

Skyr gibt es praktisch in jedem Supermarkt in rauen Mengen und wirklich großer Auswahl - und entsprechend breit gefächert ist auch der Preis. Für 200 g reinen Skyr bezahlt man etwa 135 ISK (= 1,19 €), für 500 g Fruchtskyr zahlt man bis zu 400 ISK (= 3,53 €). Skyrdrink in der 250-ml-Packung kostet meist um die 200 ISK (= 1,77 €). Für meinen geliebten Lakritz-Skyr (200 g) habe ich 209 ISK bezahlt, also rd. 1,85 €.


Für 250 g Butter zahlt man im Durchschnitt etwa 250 ISK (= 2,20 €), Margarine ist tendenziell etwas teurer und liegt bei etwa 300 ISK (= 2,65 €) für 250 g.


Fleischprodukte

Hähnchenschenkel kosten etwa 400 ISK pro Kilo, also gut 3,50 €.

Der Preis für eine Lammkeule liegt bei etwa 1.250 ISK pro Kilo, ist also mit gut 11 € / Kilo deutlich teurer als Geflügel - aber immer noch halb so teuer wie Lammfleisch in Deutschland, wobei man hier für Bio-Lamm durchaus auch um die 40 € / Kilo zahlt. Insoweit ist Lammfleisch in Island deutlich weniger teuer als in Deutschland. Schafskopf ist übrigens deutlich billiger als anderes Lammfleisch, kostet überschlägig etwa die Hälfte.

Svið - Schafsköpfe im Tiefkühl-Fach

Dafür zahlt man für Rinderhack in Island durchaus 5.000 ISK pro Kilo, also gut 44 €.

Die Würstchen für das isländische "Nationalgericht" Hot Dog gibt es auch in verschiedenen Sorten und Größen, für 100 g Pylsur (Würstchen) zahlt man im Schnitt ca. 150 ISK (= 1,32 €).

Für 100 g Wurst, Schinken oder Salami zahlt man in der Regel zwischen 400 und 700 ISK, also zwischen 3,53 € und 6,18 €.


Fischprodukte

Für frischen Fisch zahlt man (je nach Sorte) etwa ab 2.800 ISK / Kilo aufwärts, d.h. ab 24,75 €.

Der tiefgekühlte Salzfisch kostet knapp 990 ISK das Kilo, also rund 8,75 €.

Trockenfisch kostet etwa 9.000 ISK / Kilo, also knapp 80 €. Verkauft wird der Trockenfisch allerdings in kleinen Packungen ab 50 g.



Obst und Gemüse

Bananen-Ständer
Äpfel kosteten je nach Sorten und Verpackung zwischen 260 ISK und 800 ISK das Kilo, also zwischen 2,30 € und 7,05 €.

Die hier in Island in den Supermärkten allgegenwärtigen Bananen kosteten 229 ISK pro Kilo, also gut 2 €.

Rucola und Spinat kosteten jeweils 1.980 ISK pro Kilo, also gut 17,50 €.

Kilopreis Gurken waren 483 ISK (Stückpreis etwa 169 ISK), also etwa 4,27 € / kg bzw. 1,49 € die einzelne Gurke. Zucchini ("kúrbitur spánn") kostete 198 ISK pro Kilo, also etwa 1,75 €. Tomaten kosten knapp 800 ISK das Kilo (= 7,05 €).

Karotten kosteten ca. 660 ISK pro Kilo, also 5,80 €. Tomaten 798 ISK das Kilo (= 7,05 €). Zwiebeln gibt es meist ab 200 ISK / Kilo, also 1,76 €. Für Kartoffeln zahlt man pro Kilo ca. 300 ISK (= 2,65 €).

Obst- und Gemüseabteilung


Brot

Bei Flatbrauð zahlt man knapp 1.000 ISK für ein Kilogramm, also rund 8,80 € - für eine durchschnittliche Packungsgröße von 180 g zahlt man etwa 160 ISK (ca. 1,40 €).

Wegzehrung - Flatbrauð mit Hangikjöt für unterwegs

Für Toastbrot zahlt man je nach Packungsgröße zwischen 500 und 650 ISK / kg, also rund 4,40 € bis 5,75 €.

Mein heißgeliebtes Rúgbrauð, also isländisches Roggenbrot, wird oft in 400-g-Packungen verkauft, der Kilopreis liegt bei rund 830 ISK (rd. 7,33 €).


Sonstiges

Für eine Fertig-Packung Tiefkühl-Pizza zahlt man he nach Sorte / Firma im Schnitt zwischen 210 und 800 ISK, also rund 1,85 € bis 7,00 €.

Für 6 "konventionelle" Eier zahlt man etwa 350 ISK (= 3,10 €), für 6 "Bio-Eier" etwa 470 ISK (= 4,15 €).


Sonntag, 21. Mai 2017

Sætur berjagljái með hangikjöti

Süßer Beerenglanz mit geräuchertem Lammfleisch


Traditionell verwendet man für dieses Rezept Krähenbeeren (Krækiberja). Krähenbeeren gehören zur Gattung der Heidekrautgewächse, ein flaches Gewächs, bei dem man ganz genau hinschauen muss - und dann auf einmal ganz viele Beeren entdeckt.

Krähenbeeren enthalten doppelt so viel Vitamin C wie Blaubeeren und ist somit ein sehr gute Vitaminlieferant. Genau genommen enthalten sie auch Grayanotoxine - ein Pflanzengift, das aber in den Krähenbeeren nur in so geringen Mengen enthalten ist, das keinerlei Fälle mit Vergiftungserscheinungen bekannt sind. Insbesondere in Island und anderen skandinavischen Ländern werden Krähenbeeren traditionell als Nahrungsmittel verwendet.

Wenn gerade keine Krähenbeeren greifbar sind, kann man sich für diese Beerensauce aber auch gut mit anderen Beerensorten oder Beerenmischungen behelfen.

Hangikjöt mit Flatbrauð

Ach ja, das Hangikjöt - Hangikjöt ist über Schafsdung geräuchertes, schön lange abgehangenes Lammfleisch, dadurch bekommt das Fleisch seinen ganz eigenen und sehr speziellen Geschmack. In die EU darf Hangikjöt nicht exportiert werden, hier ist das Räuchern mit Schafsdung nicht erlaubt. Also muss man sich in Deutschland für dieses Gericht mit kaltem geräuchertem Lammfleisch behelfen.


Zutaten

200 g Beeren
100 g Honig
50 ml Balsamico
1 Prise Salz
1 Prise Pfeffer

geräuchertes Lammfleisch


Zubereitung

Alle Zutaten für die Beerensauce in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze unter gelegentlichem Rühren so lange kochen lassen, bis sich die Masse etwa um die Hälfte reduziert hat.



Gut auskühlen lassen...


...und dann mit kaltem, in dünne Scheiben geschnittenem Hangikjöt servieren. Mit frischem Salat dazu eine sehr schöne Mahlzeit, die sich gut vorbereiten lässt!




Freitag, 19. Mai 2017

Rabarbarabaka með smjörbökuðu rúgbrauði

Rhabarberauflauf mit geröstetem Roggenbrot


Rhabarber mit Rúgbrauð ist in Island eine ziemlich beliebte Kombination.

Letztens hatte ich ja schon den Rabarbarakaka með rifnu rúgbrauði, den "Rhabarberkuchen mit gerupftem Roggenbrot", hier im Blog vorgestellt. Dieses Rezept hier ist jetzt weniger ein Kuchen, eher ein Dessert - ich würde sagen: Isländischer Rhubarb Crumble. Und ich fand es wirklich ausgesprochen lecker!

Isländisches Roggenbrot ("Rúgbrauð") ist eine ganz besondere Spezialität, die man so in Deutschland nicht bekommt (ich hatte mir für dieses Rezept extra noch eine Portion Rúgbrauð aus Island mitgebracht!). Normalerweise bleibt hier in Deutschland entweder selberbacken - oder man ersetzt das Rúgbrauð durch Pumpernickel. Pumpernickel ist zwar fester und trockener und von der Struktur her etwas körniger, vom Ergebnis her passt es aber schon, wenn Selbstbacken keine Option ist.


Zutaten

500 g Pumpernickel
50 g Butter
200 g brauner Zucker
500 g Rhabarber


Zubereitung

Den Backofen auf 100° Ober-Unter-Hitze vorheizen.

Das Roggenbrot/Pumpernickel vorsichtig mit einer Reibe zerkleinern.


In einer großen Pfanne die Butter schmelzen lassen, die Brotbrösel hinzugeben.


Unter ständigem Rühren noch den Zucker hinzufügen und so lange rühren, bis er sich aufgelöst hat.


Anschließend die Masse auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech geben, vorsichtig verteilen und im vorgeheizten Backofen bei 100° Ober-Unter-Hitze ca. 15 Minuten lang backen lassen.


Das Blech aus dem Ofen nehmen und die Brotmasse ein bisschen auskühlen lassen.

Etwa die Hälfte der Roggenbrotbrösel in einer feuerfeste flache Auflaufform geben und vorsichtig festdrücken.


Den Rhabarber waschen, schälen und in ca. 2 cm lange Stücke schneiden.


Die Rhabarberstücke dann auf der Brotmasse verteilen.


Die restlichen Roggenbrotstreusel dann über dem Rhabarber verteilen.


Den Backofen auf 150° Ober-Unter-Hitze einstellen und den Rabarbarabaka ca. 30 Minuten lang backen lassen, bis der Rhabarber schön weich geworden ist.

Das Ganze dann mit Vanilleeis oder Schlagsahne servieren.