Sonntag, 29. März 2026

Crime Cruise - Tag 2

3. November 2025


Tag 2 der Crime Cruise haben wir komplett auf See verbracht.

Ein Tag auf See

Die erste Nacht auf See war nicht so richtig ruhig. 

Im Wetterbericht hieß es, das wären die letzten Ausläufer vom Hurrikan "Melissa" über der Nordsee. Nachts um zwei war ich wach geworden, da schwankte die Welt schon ziemlich. Ich hatte dann vorsichtshalber eine Tablette gegen Seekrankheit genommen, die mir eine Freundin in Island nach ihren Erfahrungen mit der Norröna empfohlen hatte und die wir noch in Selfoss in der Apotheke besorgt hatten - ich dachte, falls ich davon müde werde, stört es mich mitten in der Nacht nicht, und lieber rechtzeitig vorher eine Tablette nehmen, bevor es mich doch noch umhaut und ich dann nur noch in der Ecke liege. Anschließend habe ich wunderbar weiter geschlafen. 

Morgens schwankte die Welt immer noch, mir ging es aber soweit gut. Keine Ahnung, ob das jetzt an der Tablette lag, an meinen Akupressur-Armbändern oder den Kräuter-Pflastern gegen Seekrankheit, die ich mir hinter die Ohren geklebt hatte und die immer so gut rochen, wenn ich die Stellen massiert habe. Mir war nur ein bisschen flau im Magen, aber nach einem reichlichen - und wirklich sehr guten! - Frühstück war ich einsatzfähig.

Mein ganz besonderes Highlight als Abschluss des Frühstücks waren übrigens diese Pancakes, frisch gebacken und herrlich fluffig. Dazu Ahornsirup oder Zuckerzimt - perfekt! 


Beim Frühstück gab es allerdings schon die ersten Ausfälle, angesichts der 5 Meter hohen Wellen und dem schwankenden Schiff. Die ersten lagen schon in der Kabine oder liefen vorsichtshalber mit Sektkübel im Arm herum. 

Nach dem Frühstück begann der Tag dann unprogrammgemäß früh schon um 9.45 Uhr mit einem Live-Tatort

Ein armer Finanzbeamter lag mit durchschnittener Kehle (oder vielleicht doch nur erstochen, ich bin mir nicht mehr ganz sicher) im Undirhús der Norröna. 

Ein pensionierter Kriminalist, der viele Jahre lang eine Morduntersuchungskommission geleitet hatte, führte die Ermittlungen, sehr süß eingepackt in Schutzkleidung über Schuhüberzieher etc., hatte alle Beweismittel, die dokumentiert und abfotografiert werden mussten, schon mit Nummern-Schildern markiert, inklusive dem Zollstock als Größenvergleich. Er erklärte ausführlich, was er tat und warum er es tat. Er war vollauf in seinem Element und wirklich mit Leidenschaft bei der Sache!

Nach dem Live-Tatort gab es um 11 Uhr noch Film-Ausschnitte von Mare TV über die Färöer und danach hatten wir Freizeit bis zur nächsten Lesung um 15 Uhr. 

Da las dann Carola Christiansen aus ihrem Kriminalroman "Mord auf den Färöern - Der Kommissar und die Robbenfrau". Das Buch hatte mir mein Mann schon zu Weihnachten geschenkt, zur Einstimmung auf meine Krimi-Kreuzfahrt, und ich hatte es auch schon gelesen, als ich mit heftiger Erkältung krank im Bett lag. 

Gegen Viertel vor 5 Uhr fuhren wir dann nördlich an der Nordspitze von Shetland vorbei, so zumindest die Ansage, also bin ich rausgelaufen, als Land in Sicht kam, und habe Fotos gemacht. 

Land in Sicht! 

Es war herrlich draußen an Deck, ich habe die frische Luft und den Wind genossen - und dabei auch jede Menge Selfies gemacht mit Wind in meinen Haaren. 


Um Viertel vor 6 Uhr gab es dann wieder Abendessen im Buffet-Restaurant. Das Essen hier war bei uns im Reisepreis enthalten, inklusive der Getränke zum Abendessen, einschließlich Wein und Bier. Das Essen war wirklich, die ganze Woche über, sehr gut und immer wieder etwas anders, auch die süßen Desserts variierten jeden Tag. Kulinarisch kann ich die Reise wirklich empfehlen, vor allem wenn man auch gerne Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte isst. Und süßes Gebäck!


Nach dem Abendessen gab es dann noch eine Lesung - Ivar Leon Menger erzählte sehr anschaulich von seinem teilweise doch ziemlich holprigem Weg von Diplom-Designer und Werbetexter über preisgekrönte Kurzfilme und Hörspiele bis zum Spiegel-Bestseller-Autor. Er las auch aus seinem vierten, in 2025 veröffentlichen Roman "Der Tower", ein Thriller über eine Galeristin in Berlin. Definitiv ein lohnender Abend!


Nach der Lesung hatte ich dann "Feierabend" - schnell ins Bett, denn am nächsten Morgen gab es schon ab 6 Uhr Frühstück. Schließlich sollte am Dienstagmorgen um 7.30 Uhr unser Bus-Ausflug in Tórshavn starten. 


Hier noch mal ein paar Eindrücke vom Innern des Schiffes und von meiner Innen-Kabine:

Die Kabinen hatten alle nicht nur Nummern, sondern auch noch Tiere, in manchen Bereichen waren es Fische, in anderen Vögel. Bei mir auf dem Gang waren es Vögel und mein Zimmer-Vogel war die Himalaya-Erddrossel (Zoothera dauma), ein Vogel aus der Gattung der Erddrosseln. Der Vogel ist allerdings kein regelmäßiger Besucher im Nortatlantik oder rund um die Färöer. 

Meine Kabine wäre für bis zu 4 Personen vorgesehen, ich konnte sie allerdings alleine nutzen. Die beiden Hochbetten waren daher hochgeklappt und fest an der Wand verschraubt. Ein Bett habe ich zum Schlafen genutzt, auf dem anderen lag mein Koffer. 

Ich habe mein Gepäck auch immer wieder direkt in den Koffer gepackt, vorsichtshalber. Andere Mitreisende hatten das nicht - ich habe schöne Fotos gesehen, nach heftigen Seegang sahen die Kabinen teilweise fast aus wie nach einem Erdbeben.

Dazu hatte ich in der Kabine noch mein eigenes, kleines Badezimmer. Mit Haltegriffen in der Dusch, neben der Toilette und neben dem Waschbecken - aus Gründen, bei potentiell starkem Seegang. 

Für mich alleine hatte die Kabine eine gute Größe, ich möchte mir allerdings nicht vorstellen, wie eng es hier wird, wenn wirklich 4 Leute inklusive Gepäck hier untergebracht sind. 



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