Sonntag, 29. März 2026

Crime Cruise - Tag 6

7. November 2025


Am Freitag hatten wir zuerst wieder einen Tag auf See. 

Allerdings war die Überfahrt zuerst recht stürmisch. Bei Gästen mit Außenkabinen hatten die Wellen in der Nacht wohl ordentlich gegen die Fenster geklatscht und beim Frühstück war auffallend wenig Betrieb im Restaurant. 

Ich habe mich ganz gut gehalten, allerdings habe ich mich vorsichtshalber lieber nur friedlich in die Bar oben gesetzt und einen alkoholfreien Cocktail (Mocktail) getrunken, statt mir den Vortrag des pensionierten Kriminalisten anzuhören. Technische Details über Leichen vertrage ich bei starkem Seegang einfach nicht, habe ich auf dieser Reise gemerkt. 

Und noch etwas habe ich gelernt - es hilft, wenn ich beim ersten Anflug von Seekrankheit etwas esse. An dem Tag haben wir uns zu zweit eine Kartoffel-Pizza im Schnellrestaurant an Bord geteilt. War interessant, gut sättigend - und tatsächlich ausgesprochen lecker!


Um 16 Uhr landeten wir wieder in Tórshavn.

Dieses Mal konnten wir am regulären Landeplatz ankern und durch die Gangway in das Fähr-Terminal und den Ort laufen.


Hier hatten wir noch einen kurzen geführten Spaziergang durch Tórshavn bei zunehmender Dämmerung. 

Zuerst sind wir durch den Ort gelaufen, mit kleinen gepflasterten Gassen und engen Häuschen. Wir haben sogar einen Stopp in einer Buchhandlung gemacht und man konnte bei paar Erinnerungsstücke oder Mitbringsel für die Lieben daheim kaufen - oder sich in Kochbuchabteilung durch die färöischen Kochbücher schmökern. Ich habe ganz entzückt festgestellt, dass ich Rezepte auf Färöisch dank 8 Jahren Isländisch-Unterricht sogar halbwegs lesen kann..!


Zum Abschluss hatten wir in einem Hotel eine kleine Verkostung mit traditionellem Essen und lokalem Bier - es gab Trockenfisch auf Kartoffel, Lachs mit eingelegten Zwiebeln und ein kleines Stück Skerpikjøt auf Brot.  Geschmacklich toll - geruchlich teilweise schon intensiv.  

Mich hat das färingische Skerpikjøt, das über fünf bis neun Monate in speziellen winddurchlässigen Holzschuppen in der salzigen Meerluft komplett durchgetrocknete Lammfleisch, geschmacklich sehr an isländisches Hangikjöt erinnert, auch wenn Hangikjöt geräuchert wird, sogar zweifach mit Schafsdung, bevor es dann im Rauchfang gut abhängt. Im "Nachgeschmack" fand ich das färöische Trockenfleisch eher harmloser als das isländische Hangikjöt, auch wenn der Geschmack hinterher noch ein paar Mal vorbei kam.


Das Essen ging auf jeden Fall gut weg! 


Kurz vor 18 Uhr waren wir wieder auf dem Schiff. 


Gegen 19.30 Uhr legten wir ab. 

Irgendwo sah man ein Blaulicht-Fahrzeug, das in Serpentinen den Berg hinunter fuhr. Ich fand es schon beeindruckend, wie viel Ort man da im Dunkeln sah! So eine große Stadt - bin ich so aus Island nicht gewohnt. Aber obwohl Tórshavn tatsächlich eine der kleinsten Hauptstädte Europas ist, wenn man so will, leben hier immerhin gut 14.000 Menschen, während Seyðisfjörður gerade mal 648 Einwohner hat. Schon ein Unterschied!


Der Autor des Abends war Thorsten Schleif, ein Amtsrichter aus Nordrhein-Westfalen, außerdem hat er drei Bücher über den Zustand der deutschen Strafjustiz geschrieben und veröffentlicht seit 2022 auch Kriminalromane - in der Hauptrolle natürlich ein Amtsrichter.


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