Island-Fan Kochbuch – Traditionelle isländische Rezepte & isländische Essenskultur  

Samstag, 7. März 2026

Føroysk Kardemummukaka

Färingischer Kardamom-Kuchen


Dieser Rührkuchen ist auf den Färöern unter verschiedenen Namen bekannt, als rosinkaka (= Rosinenkuchen), kardemummkaka (= Kardamom-Kuchen) oder auch als jólakaka (= Weihnachtskuchen). 

Aber wie auch immer man diesen Kuchen nennt - es gibt für viele Färinger nichts Gemütlicheres, das sie auch an vergangene Zeiten erinnert, als am Samstagnachmittag mit lieben Menschen zusammen zu sitzen, mit einer dampfenden Tasse Tee und einem Stück frisch gebackenen, herrlich duftenden Stück Kardamom-Kuchen vor sich. Nostalgie pur, sagen sie!


Zutaten

250 g Margarine
375 g Zucker
4 Eier 
500 g Weizenmehl
4 TL Backpulver 
150 ml Milch
150 g Rosinen 
3 TL gemahlener Kardamom


Zubereitung

Den Backofen auf 160° Ober-Unter-Hitze vorheizen. 

In einer großen Schüssel die Margarine mit dem Zucker schaumig rühren.


Die Eier nacheinander unterrühren.


Mehl und Backpulver hinzufügen und verrühren.


Zum Schluss Milch, Rosinen und Kardamom dazugeben und alles gründlich verrühren.



Den Teig gleichmäßig in zwei gefettete oder mit Backpapier ausgelegte Kastenformen geben und glattstreichen.


Im vorgeheizten Backofen bei 160° Ober-Unter-Hitze ca. 55 Minuten lang backen (Stäbchenprobe!).


Anschließend etwas auskühlen lassen, aus der Form lösen und in Scheiben geschnitten servieren.


Dann guten Appetit! Oder auf Färingisch / Färöisch (færøsk): Væl gagnist! 



Donnerstag, 5. März 2026

Føroyar - Färöer, die Schafs-Inseln

Schafe auf den Färöern


Der Name "Färöer" bedeutet wörtlich übersetzt wahrscheinlich "Schafs-Insel". 

Noch heute leben mehr Schafe als Menschen auf den Inseln. Allerdings können die Färöer nur rund 40% ihres Schaf-Fleisch-Verbrauchs durch einheimische Erzeugung decken. Die 50.000 Schafe, die im Schnitt jährlich geschlachtet werden, reichen nicht für die rund 56.000 menschlichen Einwohner (und ihre Besucher). 

Der Großteil des importierten Schaf-Fleisches kommt übrigens aus dem Nachbarland Island. 

Der Name "Färöer" bedeutet "Schafsinseln"

Der heutige färöische / färingische Name der Inselgruppe der Färöer ist "Føroyar". 

Der erste Teil des Namens leitet sich vermutlich von dem altnordischen Wort "fár" oder "før" ab, was "Schaf" bedeutet. 

Das heute im Färingischen gebräuchliche Wort für "Schafe" ist wohl "seyður". 

Die Wörter kann man aber auch im Isländischen sehr schön nachvollziehen: Hier bedeutet "fé" oder "sauðfé" übersetzt "Schafe", wobei "fé" auch allgemein "Vieh" und auch "Geld" oder "Kapital" bedeuten kann. (Und von "sauðfé" oder auch "sauð" käme man dann wieder zum färingischen "seyður", nehme ich an.)

Der zweite Teil des Namen ist "oyar", der alte Plural von "eyja", also "Inseln". Im modernen Färöisch heißt "Insel" heute "oyggi" (Plural: "oyggjar"), wurde mir gesagt. 

Übersetzt bedeutet "Føroyar" also vermutlich "Schafs-Inseln"

56.000 Menschen auf den Färöern 

Die Färöer sind eine Inselgruppe im Nordatlantik, etwa 300 km von den Shetland-Insel und rund 500 km von Island entfernt. Es sind insgesamt 18 Inseln. Auf den Inseln leben etwas mehr als 56.000 Menschen (Stand Oktober 2025). 

Die Hauptinsel Streymoy ist die größte der Inseln, mit einer Fläche von gut 370 km². Hier befindet sich auch die Hauptstadt Tórshavn. Die Gemeinde Tórshavn hat insgesamt etwa 23.500 Einwohner. Im Dunkeln in Tórshavn (hier von Bord der Fähre Norröna aus gesehen) ein riesiges Lichtermeer. 


Die Inseln der Färöer sind aber alle dauerhaft bewohnt, bis auf Lítla Dímun.

Lítla Dímun ist die kleinste Insel der Färöer, nur etwa 0,8 km² groß. Klein-Dímun liegt zwischen Suðuroy und Stóra-Dímun (also relativ im Süden der Inselgruppe). Als einzige der Inseln war sie dauerhaft unbewohnt

Auf Lítla Dímun gab es übrigens eine spezielle Schafrasse. Die Tiere waren schwarz und kurzhaarig und kleiner als andere färöische Schafe. Die Schafe galten als besonders widerspenstig und schwer zu treiben. Etwa um 1860 wurden diese Schafe ausgerottet - sie wurden zusammengetrieben und geschlachtet. Diejenigen, die nicht eingefangen werden konnten, wurden aus der Entfernung erschossen. Die letzten Exemplare dieser 1860 erschossenen Schafe sind ausgestopft im Museum von Hoyvík ausgestellt, im Historischen Museum der Färöer (nördlich der Hauptstadt Tórshavn).

Die Nachbarinsel Stóra Dímun (Groß-Dimun) ist etwa 2,7 km² groß, immerhin die drittkleinste Insel der Färöer. Früher lebten hier zeitweise wohl bis zu 25 Menschen. Heute gibt es auf Stóra Dímun nur noch einen Bauernhof, der von einer Familie bewirtschaftet wird. Die Insel wird regelmäßig mit dem Hubschrauber angeflogen. 

Die zweitkleinste Insel der Färöer ist die Insel Koltur, die nur 2,3 km² groß ist. Hier gab es lange 4 Bauernhöfe, mit ca. 40 bis 50 Menschen. Schließlich blieben aber nur 2 Familien übrig (die allerdings nicht miteinander sprachen, warum auch immer). Um 1990 verließen beide Familien die Insel. Eine Zeitlang war Koltur komplett unbewohnt, bei der letzten Volkszählung zum 1.1.2020 lebten aber wieder 2 Menschen auf der Insel. 

75.000 Schafe auf den Färöern

Der Kernbestand an Zuchtschafen, die über den Winter gebracht werden, liegt stabil bei etwa 75.000 Tieren. 

Diese Zahl ist relativ konstant, allein schon durch die natürliche Begrenzung - für mehr Schafe reichen die Weiden auf den Inseln schlicht nicht.

Im Frühjahr werden dann jährlich etwa 50.000 Lämmer geboren, so dass es im Sommer über 120.000 Schafe auf den Färöern gibt - bevor rund 50.000 davon dann im Herbst für die Fleischproduktion geschlachtet werden. 

Allerdings reichen die 50.000 geschlachteten Tiere nicht für die rund 56.000 Menschen (und ihre Besucher) auf den Inseln. Unsere Reiseleiterin erzählte uns auf unserer Tour, dass die färöischen Schafe nur etwa 40% des Gesamtbedarfs an Schaf- und Lammfleisch auf den Färöern decken. 

Das einheimische färöische Schaf-Fleisch wird zum Großteil für die traditionelle Trocknung (ræst) verwendet. Frisches oder tiefgefrorenes Schaf-Fleisch stammt hauptsächlich aus dem Import. Ein Großteil des importierten Schaf-Fleischs stammt übrigens vom Nachbarland Island


Das hier ist übrigens ein klassisches "Symbolbild". Ich habe auf den Färöern tatsächlich keine Schafe fotografiert. Ich habe welche gesehen, das weiß ich, aber im Regen durch die Scheiben unseres Reisesbusses habe ich kein einziges Schaf geknipst. 

Aber dafür ist das hier ein sehr knuffiger Klo-Rollen-Halter (ich liebe ihn, auch wenn er nicht unbedingt praktisch ist, aber dafür so süß!) und selbstgestrickte Schafs-Topflappen - Schafe auf Weide. Und das sogar bei schönem Wetter!


Montag, 2. März 2026

Føroyskir sniglar

Färingische Schnecken


Ich liebe Zimtschnecken, so ziemlich in jeder Lebenslage und fast jede Art Zimtschnecken, also war dieses Rezept für "Sniglar" das erste Rezept von den Färöern, das ich ausprobiert habe. 

Durch das Bestreichen mit Milch sind diese Schnecken außen herrlich knackig und innen wunderbar weich und saftig - und halten sich auch mehrere Tage sehr gut. Die Konsistenz (sowohl knackig als auch weich) war für mich erst ein bisschen ungewohnt, aber das Ergebnis hat mich absolut überzeugt! 

Ungewohnt war für mich übrigens auch die Menge an Backpulver, die in das Rezept kommt - 5 TL Backpulver auf 500 g Mehl finde ich ungewohnt viel, in isländischen Zimtschnecken-Rezepten kommt auf 500 g Mehl in der Regel nur 2 TL Backpulver. Mittlerweile habe ich aber festgestellt, dass in färingischen Back-Rezepte oft relativ viel Backpulver verwendet wird und das Ergebnis (schön leicht und fluffig und eine ganz leicht salzige Note) gefällt mir eigentlich! 

Backpulver - bakipulvur - lyftiduft

"Backpulver" heißt übrigens auf Isländisch "lyftiduft" (wörtlich so viel wie "Hebe-Pulver"), auf Färöisch ist es aber "bakipulvur". Aber wenn im Rezept steht "5 tesk. av bakipulvuri" (= 5 Teelöffel von Backpulver), dann kann ich das schon verstehen. 

Diese Rezept hat bei mir ca. 36 Zimtschnecken ergeben (= 3 Bleche mit jeweils 12 Schnecken).

Sniglar - sniglar - snúðar 

Interessant fand ich übrigens, dass es auf Färingisch "sniglar" sind, also eine "snigil", eine "Schnecke". Auf Isländisch gibt es auch das Wort "snigill" (Plural: "sniglar"), damit sind dann aber wirklich tierische Schnecken gemeint, auf Isländisch sind Gebäck-Schnecken ausschließlich "snúður", im Plural "snúðar".  



Zutaten

100 g Margarine 
150 g Zucker
2 Eier
150 ml Milch
500 g Mehl
5 TL Backpulver

Für die Füllung

1 EL Zimt
4 EL Zucker

1 - 2 EL Milch


Zubereitung

In einer großen Schüssel Margarine und Zucker schaumig rühren.


Die Eier hinzugeben und verrühren.


Mehl, Milch und Backpulver zum Teig geben und alles gründlich verrühren.


Den Teig in zwei Teilen teilen und jeweils dünn ausrollen, zu einem Rechteck von ca. 30 x 25 cm.

In einer kleinen Schüssel Zimt und Zucker verrühren. 


Von der Zucker-Zimt-Mischung jeweils 1,5 EL auf jedem Teigstück verteilen.


Den Teig jeweils aufrollen und in ca. 2 cm dicke Scheiben schneiden.


Mit genügend Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. 

Den Schnecken noch mit etwas Milch bestreichen und mit dem restlichen Zucker-Zimt bestreuen. 


Im vorgeheizten Backofen auf der mittleren Einschubleiste bei 180° Ober-Unter-Hitze ca. 20 Minuten lang backen.


Die Schnecken etwas abkühlen lassen und vorsichtig vom Blech lösen.


Guten Appetit! Oder auf Färingisch / Färöisch (færøsk): Vælgagnist!