Island-Fan Kochbuch – Traditionelle isländische Rezepte & isländische Essenskultur  

Samstag, 11. April 2026

Skyrterta með jarðarberjum

Skyr-Torte mit Erdbeeren


Das hier war die Skyr-Torte, die ich für uns für Ostern zubereitet habe. 

Das ist allerdings keine klassische "Torte", sondern eher ein sehr cremiger, fluffiger Dessert-Kuchen. Die "Torte" wird ohne Backen zubereitet, muss über Nacht im Kühlschrank einigermaßen fest werden und wird anschließend gut gekühlt serviert. (Und nein, wir haben den Kuchen nicht draußen im Schnee gegessen. Ich fand nur die noch halbverschneite Terrasse einen netten Untergrund fürs Foto..!)


Zutaten

200 g Haferkekse o.ä.
50 g geschmolzene Butter

450 g Vanille-Skyr
1 TL Kardamom
1 Prise gemahlene Vanille
100 g weiße Schokolade
500 ml Schlagsahne

4 - 5 EL Erdbeermarmelade


Zubereitung

Die Kekse gründlich zerbröseln - am besten in einen Beutel geben und so lange mit dem Nudelholz darüber rollen, bis wirklich feine Kekskrümel entstanden sind. 


Die Krümel dann in eine mit Backpapier ausgelegte Springform geben, mit der geschmolzenen Butter vermischen und die Masse auf dem Boden andrücken. 



Den Vanille-Skyr mit dem Kardamom und der gemahlenen Vanille verrühren.


Die weiße Schokolade schmelzen, ...


...etwas abkühlen lassen und unter ständigem Rühren mit der Skyr-Masse vermischen.


Die Schlagsahne steifschlagen und unter die Skyr-Schoko-Mischung ziehen.

Die Creme dann auf dem Keks-Boden vorsichtig verteilen und glatt streichen.



Mindestens 4 Stunden im Kühlschrank fest werden lassen.

Die Erdbeer-Marmelade vorsichtig etwas erwärmen, damit sie schön flüssig wird, und dann auf dem Kuchen verstreichen.


Anschließend über Nacht im Kühlschrank fest werden lassen und gut gekühlt servieren.


Ich wünsche Euch guten Appetit! 
Verði ykkur að góðu!



Donnerstag, 9. April 2026

Ný lopapeysa tilbúin

Wieder ein neuer Island-Pullover fertig


Wir hatten am Ostermontag (mal wieder) eine Wetterwarnung, dieses Mal sogar eine orangene Wetterwarnung. Schneefall, starke Winde, Windgeschwindigkeiten hier in der Ecke von bis zu 36 m/s, d.h. knapp 130 km/h (ab 120 km/h spricht man von "Orkan"). 

Also absolut kein Reisewetter, die Polizei rief alle auf, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben und unnötige Fahrten unbedingt zu vermeiden.

Das haben wir auch getan - wir haben "Traumschiff: Island" geschaut (nein, nicht wirklich ein Fernseh-Tipp von mir, auch wenn schöne Landschaftsaufnahmen dabei waren und wir teilweise sehr gelacht haben, ein paar gute Momente gab es auch) und ich habe endlich den pinken Lopapeysa (Island-Pullover) fertiggestrickt, den ich hier im letzten Sommer angefangen hatte, dann aber nach meinem Terrassen-Sturz mit der angeschlagenen Schulter nicht mehr weiterstricken konnte. Aber das geht jetzt wieder - und jetzt ist der Lopapeysa endlich fertig geworden!

Der Pullover ist aus isländischer Léttlopi-Wolle, also die "mittel-dicke" Island-Wolle.


Die Hauptfarbe ist "1412 - Bleik", also Rosa / Pink, die Musterfarbe ist "1414 - Fjölublá", also Lila.


Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis! 


Der März war dieses Jahr hier auf Island ein kalter, nasse Monat:

Die Durchschnittstemperatur in Reykjavík lag mit 0,2° um 1,5° unter dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre. Dazu betrug der monatliche Niederschlag gut 126 mm, das liegt 56% über dem Durschnitt der letzten 30 Jahre. Andererseits wurden in der Hauptstadt 128 Sonnenstunden gemessen - gut 17 Stunden über dem Durchschnitt

Die letzten Tage war das Wetter dann sehr wechselhaft, typisches "April-Wetter", ständiger Wechsel zwischen Regen und Sonnenschein, dazu relativ windig. Den einen Moment strecke ich den Kopf aus der Tür, weil es so herrlich sonnig ist - da kommt mir direkt der nächste Regen- und Hagelschauer ins Gesicht! 

Aber zumindest ist der Schnee in den letzten Tagen fast komplett weggeschmolzen. Wir haben gestern in Reykjavík sogar schon Krokusse gesehen im Garten hinter dem Parlament! Ein Hauch von Frühling liegt in der Luft - vor í lofti, wie es derzeit immer im Radio heißt. 


Und es wird jetzt auch wieder lauter draußen. Wenn ich morgens im Bett liege, höre ich schon wieder Vögel. Die Gänse sind wieder da, Ostern wurden auch die ersten Strandläufer und Schwarzschwanz-Schnepfen gesichtet. Auch die Küstenseeschwalbe (kría) ist schon wieder hier - 11 Tage früher als üblich, haben sie heute im Fernsehen gemeldet. 

Nachbarn haben auch schon den ersten Goldregenpfeifer (lóa) auf ihrer Wiese gesichtet. Der Goldregenpfeifer ist ein Zugvogel und überwintert auf den Britischen Inseln oder weiter südlich entlang der Küsten von Westeuropa. Normalerweise kommt er Ende März oder Anfang April wieder nach Island. Die Ankunft des Lóa gilt hier auf Island als "Ankunft des Frühlings". 

Auch wenn der Frühling derzeit noch ein bisschen nass und windig ist!


P.S. vom 10.04.2026: 

Ich hätte mich gestern wohl besser nicht so über die erste Ahnung von "Frühling in der Luft" freuen sollen. Heute morgen um halb 6 sah es dann wieder so aus bei uns - uns es schneit weiter! 



Dienstag, 7. April 2026

Rafmagnsleysi

Stromausfall


Manchmal erlebt man etwas, ohne etwas zu erleben. 

Wir hatten jetzt im Winter so eine Situation: 

Ich war friedlich am Samstagnachmittag auf der Toilette, als ich schlagartig im Dunkeln stand. Das war ziemlich unpraktisch, denn unser WC hat nur ein winziges Fenster und es ist selbst im Sommer eigentlich immer dunkel. Und nachmittags im Winter ist es dann wirklich stockfinster. 

Toilette auf Island - Symbolbild

Mein Mann dachte zuerst, die Neonröhre auf der Toilette wäre kaputt. Wir hatten aber natürlich keinen Ersatz mehr im Schuppen und es war schon zu spät, als dass wir noch zum Baumarkt nach Selfoss hätten fahren konnten. 

Dann merkten wir - es war nicht nur das Licht auf der Toilette, auch im Arbeitszimmer und im Zimmer von unserem Jüngsten war der Strom ausgefallen, ebenso im Flur, wo unser großer Kühlschrank mit Tiefkühlfächern steht (Vorratshaltung ist schließlich wichtig hier auf dem isländischen Land!). Ein kompletter Stromausfall war es aber nicht, in den anderen Räumen hatten wir noch Strom. Mein Mann stellte dann am Sicherungskasten bzw. beim Stromkasten fest, dass tatsächlich eine von drei Leitungen zum Haus ausgefallen war. 

Auf der Seite vom Stromanbieter war noch keine Meldung zu Stromausfällen o.ä. hier in der Region. Wir haben dann dem Stromanbieter gemailt. Und mein Mann hat den Kühlschrank mit einer Verlängerungsschnur an eine andere Sicherung gehängt, die Strom hatte, so dass die Lebensmittel weiterhin gut gekühlt wurden. (Zumindest dieses Problem war also erstmal gelöst.)

Etwa 20 Minuten später kam die Meldung eines teilweisen Stromausfalls hier in der Gegend - sehr konkret begrenzt auf unser Wohngebiet und das Nachbargebiet, ca. 1 km weiter. Seit 16.30 Uhr gebe es hier wegen einem Defekt Stromausfälle, die Reparaturarbeiten seien aber im Gange, spätestens bis 18.50 Uhr sollte der Schaden hoffentlich wieder behoben sein. Die Information kam auch noch per E-Mail. 

Wir hatten dann wieder Strom auf allen Leitungen, so dass ich gegen 19 Uhr problemlos das Abendessen kochen konnte. 

Um 20.30 Uhr kann dann noch eine Mail, dass die Stromversorgung grundsätzlich wiederhergestellt sei, sie seien aber noch auf Fehlersuche und es könne währenddessen immer wieder zu kurzfristigen Stromausfällen kommen. Was es dann auch tat - ich war froh, dass ich da schon fertig gekocht hatte. 

Aber wir saßen auch immer nur kurz im Dunkeln. Dafür konnten wir den Abend über beobachten, wie die Techniker des Stromanbieters hier die Straßen entlangfuhren und die Stromkästen kontrollierten - erst alle Stromkästen, dann weniger, dann nur noch zwei, immer abwechselnd, aber immer wieder. Da es stockdunkel war, konnten wir die Hin- und Herfahrten des Autos gut erkennen... 

Am nächsten Werktag kam morgens um 8.20 Uhr wieder eine Mail, wegen weiterer Arbeiten könne es an dem Tag zwischen 10 und 15 Uhr immer wieder zu kurzfristigen Stromausfällen kommen. Gegen 11 Uhr waren die Techniker dann wieder an den besagten zwei Stromkästen im Einsatz. 

Offenbar waren die Arbeiten aber erfolgreich - wir sind seitdem wieder stabil mit Strom versorgt. 


Tatsächlich sind Stromausfälle auf Island gar nicht so selten, wenn auch wohl seltener als früher, wie unsere Nachbarn erzählt haben. 

Die Überland-Stromleitungen verlaufen hier normalerweise oberirdisch, bei schlechtem Wetter wie z.B. starkem Sturm oder Schneefall können die Oberleitungen beschädigt werden oder zusammenbrechen. Es gibt aber effiziente Notfallpläne, so dass die Versorgung meist innerhalb weniger Stunden selbst am Wochenende wiederhergestellt werden kann.

Erst gestern kam es wieder, wohl wegen einem Blitzeinschlag, zu Stromausfällen auf der Búrfellslína 1, einer der drei Stromleitungen vom Kraftwerk Írafoss am Fluss Sog, was weitreichende Folgen hatte. So war z.B. der Flughafen Keflavík ohne Stromversorgung, wurde aber mit "Reservestrom" versorgt, so dass es hier nicht zu Flugausfällen etc. kam. Nördlich von Reykjavík kam es zu Ausfällen der Mobilfunknetze, in Mosfellsbær fiel der Strom aus, und auch die Westmänner-Inseln waren von dem Stromausfall auf der Linie betroffen und hatten zeitweise keinen Strom bzw. kein Heißwasser. Der Stromausfall dauerte rund 2 Stunden, bis die meisten Haushalte wieder versorgt werden konnten.