Karfreitag ("föstudagurinn langi", also "der lange Freitag") ist der letzte Freitag vor Ostern. Hier gedenken Christen der Kreuzigung Jesu und seines Todes (bevor dann Ostersonntag seine Auferstehung von den Toten gefeiert wird).
Karwoche - dymbilvika oder kyrravika
Die Woche vor Ostern (auf Deutsch die "Karwoche") wird auf Isländisch meist "dymbilvika" oder "kyrravika" genannt.
"Kyrravika" bedeutet "stille Woche".
"Dymbilvika" ist nicht ganz so eindeutig zu übersetzen, vermutlich geht der Ausdruck auf den "dymbill" zurück: Früher war die Karwoche die stille Woche, man sollte also leise sein. Normales Kirchengeläut war da unpassend. Daher verwendete man in dieser Woche wohl einen "dymbill", einen hölzernen Klöppel, um "gedämpften Krach" zu machen und die Menschen zum Gottesdienst zu rufen. Eventuell wurde der häölzerne "dymbill" aber auch zum Löschen von Lichtern und Kerzen verwendet, damit diese Zeit nicht nur leise, sondern auch (halbwegs) dunkel war - so ganz sicher / einig sind sich die Fachleute da wohl nicht. Ich habe gestern eine Umfrage im Fernsehen gesehen, danach wussten auch nicht alle Isländer, wie diese Woche vor Ostern genannt wird - und wenn sie es wussten, konnten sie vielfach den Begriff "dymbill" auch nicht erklären.
Feiertage über Ostern auf Island
Über Ostern gibt es auf Island 4 Feiertage, und zwar den Gründonnerstag ("skírdagur"), den Karfreitag ("föstudagurinn langi") sowie Ostersonntag ("páskadagur") und Ostermontag, der 2. Ostertag ("annar í páskum").
Früher war auf Island auch der 3. Ostertag ein Feiertag, aber dann entschied der damalige dänische König Christian VII. dass die Isländer zu viele Feiertage hätten und schaffte 1770 den 3. Ostertag, den 3. Weihnachtsfeiertag, den 3. Pfingsfeiertag und Þrettándinn, den 6. Januar, als gesetzliche Feiertag ab.
Auf Island ist es üblich, am Karfreitag die Island-Fahne auf Halbmast (= "í hálfa stöng") zu hissen.
Im Präsidialdekret von 1991 ist geregelt, dass an 12 Tagen die Flaggen an den Masten öffentlicher Einrichtungen gehisst werden müssen, darunter der erste Sommertag, der Nationalfeiertag am 17. Juni, der Tag der Seeleute, der Geburtstag von Jónas Hallgrímsson, der Geburtstag des aktuellen Präsidenten und eben auch Weihnachten, an Karfreitag und Ostersonntag.
An allen Tagen wird die Flagge gehisst - nur am Karfreitag ist vorgeschrieben, dass sie nur auf Halbmast gehisst werden darf.
Auch Privatleute müssen sich an diese Regelungen halten - d.h. die Flagge darf nicht vor 7 Uhr morgens und nur bis Sonnenuntergang, maximal aber bis Mitternacht gehisst werden. Auch hier müssen die Flaggen an Karfreitag auf Halbmast wehen.
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