Freitag, 12. September 2014

Geysire in Island

Für mich unbedingt eine der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten in Island - die Geysire im Geothermalgebiet Haukadalur.
 
Geysire sind geothermale Springquellen, heiße Quellen, die ihr Wasser in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen mit einer Eruption in einer Wasserfontäne ausstoßen. Sie entstehen bei einem relativ engen Eruptionskanal - Magma in der Erde heizt das Sickerwasser auf über 100° auf, einzelne Blasen steigen auf und pressen dann einen Teil des Wasser heraus und durch den Druckabfall verwandelt sich das heiße Wasser schlagartig in Wasserdampf, die Wassersäule kann über 170 m in die Höhe spritzen.

Geysir Strokkur, 2013

Namensgeber der Geysire ist der isländische Geysir "Stóri Geysir", der "Große Geysir" im Haukadalur, der älteste bekannte und noch (zumindest gelegentlich) aktive Geysir. Die Bezeichnung Geysir kommt von dem isländischen Wort "gjósa" (= hervorsprudeln, hochsprudeln).

Der Überlieferung nach brach der "Große Geysir" erstmals Ende des 13. Jahrhunderts nach einem starken Erdbeben in der Region aus, veränderte allerdings immer wieder seine Aktivität. So stellte er z.B. von 1915 bis 1935 seine Aktivität ein, wurde dann für einige Jahre wieder aktiv - und spuckte dann wieder nicht mehr. In den 70er Jahren wurde er für die Touristen zum Ausbrechen gebracht, indem man reichlichst Schmierseife hinein kippte, auf Druck von Umweltschutzverbänden wurde diese Praxis aber Anfang der 80er Jahre wieder eingestellt.Seit einem Erdbeben im Jahr 2000 bricht der Geysir gelegentlich wieder aus, allerdings sehr selten und die Wassersäule ist mit rd. 10 Meter wohl auch relativ niedrig, dafür sollen die Ausbrüche vergleichsweise lang sein - wenn sie denn mal stattfinden.

Ich selbst habe bisher, wenn ich dort war, noch nie einen Ausbruch vom Geysir Geysir miterlebt - leider!

Alte Postkarte vom Geysir Geysir


Wenige Schritte vom "Stóri Geysir" entfernt befindet sich der Geysir Strokkur, auf deutsch "Butterfass" - heute der bekannteste und meistfotografierte Geysir Islands. Der Strokkur bricht in der Regel alle 3 bis 8 Minuten aus, teilweise spuckt er aber auch mehrmals hintereinander, um sich dann wieder eine längere Pause zu lassen - oder auch nicht. Die Wassersäule des Strokkur ist durchschnittlich 15 - 20 Meter hoch, teilweise aber auch bis zu 40 Meter, je nach Aktivität des Geysirs und den Wetterbedingungen vor Ort.

Ich könnte ihm wirklich stundenlang zuschauen, wenn es brodelt und blubbert, wenn die blaue Blase aufsteigt, man denkt, gleich bricht sie aus - nein, doch nicht - jetzt - nein, immer noch nicht - jetzt - nein - jetzt - jetzt nicht - jetzt!!!!


Ab Frühjahr 2014 wollte die Landbesitzervereinigung von Geysir, die Grundeigentümer des Geothermalgebiets, eigentlich von den Touristen Eintritt für die Besichtung des Haukadalur nehmen, ab dem 10.03.2014 sollte jeder Besucher über 17 Jahren 600 ISK Eintritt zahlen, umgerechnet ungefähr 3,80 €. Die Zugangswege zum Geysir und zum Strokkur befinde sich in privater Hand, während sich der Große Geysir und der Strokkur selbst in Staatsbesitz sind.

Ab dem 15.03.2014 wurden die Eintrittsgelder kassiert - allerdings nur für wenige Tage: Der Finanzminister hatte, dem Vernehmen nach, eine einstweilige Verfügung an den Landrat von Selfoss geschickt, da der isländische Staat Eigentümer eines Großteil des Landes am Geysir ist, sei es ungesetzlich, wenn andere Landbesitzer dort einseitig entscheiden, zu ihren Gunsten ein Eintrittsgeld zu erheben - und damit den Bürgern des Staates den Zutritt zu ihrem Land verwehren würden. Die Landbesitzervereinigung hatte das Eintrittsgeld daraufhin wieder ausgesetzt, angesichts der ungeklärten Rechtslage. Strittig ist außerdem noch, ob und wie vom Eintrittsgeld Mehrwertsteuer abzuführen ist - hierüber laufen wohl auch noch Gespräche zwischen den Steuerbehörden und der Landbesitzervereinigung.








Kommentare:

  1. Die verdienen wirklich genug Geld von dem Besucherzentrum -- da läßt doch jeder Tourist etwas Geld, wenn auch nicht jeder so viel wie ich mit meinen T-Shirts wegen unerwartetem Sommerwetter.

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  2. Ich schätze, diejenigen, die das Geld vom Besucherzentrum verdienen, sind nicht dieselben Landbesitzer, die das Eintrittsgeld kassieren woll(t)en.

    Irgendwo hatte ich gelesen, die Leute vom Besucherzentrum hätten sich geweigert, die Eintrittsgelder zu kassieren, solange die rechtliche Lage so ungeklärt wäre...

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