Sonntag, 4. September 2016

My Reykjavík Food Walk

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Eine kulinarische Stadtführung durch Reykjavík - absolut perfekt für mich!

Ein ganz besonderes Highlight meiner diesjährigen Island-Reise war meine Teilnahme am Reykjavík Food Walk letzte Woche. Dieses Angebot von Egill und Dan gibt es seit Ende 2015. Ich habe mich sehr gefreut, als ich im Internet darauf gestoßen bin - und habe mich im Anschluss an meine Reise durch die Westfjorde jetzt Ende August sofort dort angemeldet. Das konnte ich mir doch nicht entgehen lassen!

Der Food Walk findet auf Englisch statt. Wir waren elf Gäste und Dan, unser Führer, und außer mir stammten alle Gäste aus englischsprachigen Ländern - ein Ire, eine Australierin und der Rest Amerikaner, soweit ich es mitbekommen habe. Ich hatte, ehrlich gesagt, sprachlich ein wenig Probleme, und spätestens wenn sich die Amerikaner miteinander unterhalten haben, habe ich wirklich fast gar nichts mehr verstanden. Aber was hilft es - und der Food Walk war auch auf Englisch toll!

Treffpunkt unserer Tour war vor dem Konzerthaus Harpa, das 2011 fertig gestellt wurde. "Das schönste Glashaus der Welt", wie jemand mal darüber sagte - völlig zu Recht, wie ich finde.


Unser Food Walk dauerte gut 3,5 Stunden.

Die erste Station unseres Food Walks war Íslenski barinn, eine Bar, in der wir Kjötsúpa (Traditional Icelandic meat soup) serviert bekamen.


Es war Kjötsúpa nach einem alten Familienrezept, mit Lammfleisch und Rüben und ohne Kartoffeln. Schön deftig und würzig und definitiv lecker. Dazu gab es noch Weißbrot und würzige Tomatenbutter. In dem Lokal war es leider recht dunkel, so dass das Foto der Suppe wirklich nicht gerecht wird...


Die nächste Station war Ostabúðin, ein - tja, was eigentlich? Es bezeichnet sich selbst als "kleines Geschäft für Gourmets" und ist sowohl Restaurant als auch Delikatessengeschäft.


Wir haben hier eine ausgezeichnete Auswahl an Käse- und Fleischspezialitäten serviert bekommen, die wir im herrlichsten Sonnenschein auf der Skólavörðustígur verzehren konnten.


Zunächst bekamen wir drei verschiedene Sorten Käse zum Probieren.

Wir bekamen "svört gouda", sogenannten "Schwarzen Gouda", "gullosta", also "Goldenen Käse", eine Art Camembert, hätte ich gesagt, und eine Art Gorgonzola-Käse. Alle Käsesorten waren übrigens aus Kuhmilch hergestellt, erzählte uns Dan, unser Führer.


Danach kamen die Fleischspezialitäten - zuerst eine wirklich sehr leckere und würzige Pferdesalami. Unser Führer wies ausdrücklich daraufhin, dass die Salami aus Pferdefleisch hergestellt wird und ob jemand vielleicht kein Pferdefleisch essen wolle..? Doch, alle wollten. Danach kam eine dünne Scheibe Lammfleisch mit Rosmarin, Thymian und ein bisschen Fenchel, zum Abschluss noch geräucherte Gans mit einem Klecks Himbeer-Champagner-Vinaigrette. Zu der Vinaigrette kann ich nichts sagen, aber die Gans war ausgesprochen lecker!

Pferdesalami

Gewürztes Lammfleisch

Geräucherte Gans mit Himbeer-Champagner-Vinaigrette

Unser nächstes Ziel war dann eines meiner Lieblingscafes - Café Loki direkt vor der Hallgrímskirkja. Wir bekamen mein heißgeliebtes Rúgbrauðsís, Roggenbroteis mit Schlagsahne und Rhabarbersirup. Habe ich hier schon öfter gegessen - und könnte mich immer noch reinlegen!


Anschließend ging es bei einer traditionellen Bäckerei in der Bergstaðarstræti vorbei. Das Geschäft schließt in den nächsten Tagen an diesem Standort und zieht innerhalb der Stadt um, erzählte uns unser Führer Dan. Und da wollte er doch die Gelegenheit nutzen, uns sein Lieblingsgebäck vorzuführen: Hjónabandssæla. Eheglück - eine Art Dauergebäck mit Streuseln und Marmelade.  

Hjónabandssæla

Weiter ging es dann zum Tjörnin und zum Ráðhús. Unser Führer hat dann seinen grauen Rucksack ausgepackt - es gab Erdbeerskyr für alle und ein Pöttchen reinen Skyr zum Probieren. Wir haben auch gelernt, dass Skyr (gesprochen: "Skir" nicht "Skür") KEIN Joghurt ist, sondern Frischkäse. Und den isst man am besten nicht pur, da doch recht säuerlich, sondern schön angemacht und mit Beeren / frischen Früchten. Typisch isländisch, definitiv!


Wir blieben dann noch beim "Essen auf die Hand" und es ging weiter zu "Bæjarins Beztu Pylsur". Es gab "eina með öllu!" für alle, wer wollte, konnte seinen Hot Dog aber auch "Clinton Style" haben, also nur Brötchen und Würstchen und Ketchup. Unser Führer fand das allerdings etwas stillos und vor allem viel zu trocken für einen ordentlichen Hot Dog.


Gut, diese Version "mit allem" inklusive dem süßen Senf, der Mayonnaise und dem Ketchup samt frischen Zwiebeln und Röstzwiebeln war jedenfalls definitiv nicht trocken!


Danach ging es weiter zum Hafenrestaurant Sægreifinn – dem bekannten "Seebaron".


Hier gab es für uns eine kleine Portion humarsúpa. Und - nein, humarsúpa ist keine Hummersuppe! Das, was der Isländer humar nennt, nennt man in Deutschland "Kaisergranat". Die humarsúpa vom "Seebaron" wurde übrigens von der "New York Times" 2006 zur “world’s greatest lobster soup" gekürt, erzählte uns unser Führer ganz stolz.


Ehrlich gesagt - so ganz meines ist der "Seebaron" und seine "humarsúpa" irgendwie nicht... aber jetzt habe ich sie auch mal gegessen und kann mitreden!

Unsere "final cuisine" war dann das Apótek, sehr trendig und zentral in der Austurstræti nahe dem Austurvollur gelegen. Das Lokal ist sehr stilvoll in einer ehemaligen Apotheke eingereicht. Auf der Homepage bezeichnet das Restaurant selbst seine Küche als eine "lustige Mischung aus isländischer und europäischer Küche mit einem rauchenden heißen argentinischen Grill". Chefkoch ist der Argentinier Carlos Gimenez.

Wir bekamen hier unser Dessert - genau kann ich gar nicht sagen, was es war, aber lecker war es auch jeden Fall! Das orangene Törtchen war innen mit Schokomousse gefüllt und hatte einen Biskuitboden und eine Schicht Passionsfruchtgelee, glaube ich zumindest. Dazu gab es ein wirklich wunderbares, ganz sanft säuerliches und dabei unglaublich leckeres Mangosorbet. Die Mischung des süßen Törtchens mit dem säuerlichen Sorbet hatte etwas. Ich wäre allerdings auch nur mit dem Mangosorbet schon glücklich gewesen.



Zum Abschluss unserer kulinarischen Stadtführung gab uns Dan dann noch einen typisch isländischen Schoko-Riegel mit auf den Weg - Vollmilchschokolade von der traditionellen, fast 100 Jahre alten isländischen Schokoladenfirma Nói Síríus. An dem Tag habe ich die Schokolade aber nicht mehr geschafft.


Alles in allem war der Reykjavík Food Walk für mich ein wunderbares Erlebnis, das ich mit gutem Gewissen nur empfehlen kann!



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