Island-Fan Kochbuch – Traditionelle isländische Rezepte & isländische Essenskultur  

Dienstag, 10. März 2026

Føroyskt laksasalat

Färingischer Räucherlachs-Salat


Die traditionelle färöische Küche besteht hauptsächlich aus tierischen Produkten. Ob Lachs in der Vergangenheit auf den Färöern vorkamen, ist nicht sicher, vermutlich aber wohl nicht. 

Aber seit den 1970er Jahren ist die Lachszucht auf den Färöern üblich. Heute gehört sie zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen des Landes. Mittlerweile macht Zuchtlachs fast 50% der färöischen Exporte aus. Rund ein Viertel der von den färöischen Aquakulturindustrie exportierten Lachse geht übrigens in die USA.

Heute ist Lachs in der Gastronomie der Inseln allgegenwärtig und zu einer der wichtigsten Zutaten der modernen Inselküche geworden, auch wenn er nicht zu den traditionellen Grundnahrungsmitteln dort gehört.

In meinem färöischen Kochbuch aus den 1980er Jahren finden sich Rezepte mit ganzem frischen Lachs, wahlweise gebraten oder gekocht. Aber mittlerweile findet man ganz oft auch Räucherlachs in frischen Salaten - wie hier in diesem Lachssalat mit Eiern, Zwiebel, Apfel und frischem Dill, der mit Roggenbrot als Vorspeise serviert wird. 


Zutaten

200 g Räucherlachs
2 hartgekochte Eier
1 rote Zwiebel
1 Apfel

100 g Sauerrahm 
1 TL Senf
1 Bund frischer Dill
1 Prise grobes Meersalz
1 Prise frisch gemahlener Pfeffer 


Zubereitung 

In einer großen Schüssel den Sauerrahm mit dem Senf verrühren und mit dem frischen Dill, dem Meersalz und dem Pfeffer würzen.


Den Räucherlachs kleinschneiden. 
Die hartgekochten Eier schälen und würfeln.


Apfel und Zwiebel schälen und in kleine Würfel schneiden.



Den kleingeschnittenen Lachs, die gewürfelten Eier, Apfel und Zwiebel in das Dressing geben, ggf. noch etwas frischen Dill hinzufügen. Alles gründlich verrühren und mindestens 30 Minuten im Kühlschrank durchziehen lassen.


Anschließend den Lachssalat als Vorspeise auf dunklem Roggenbrot servieren.


Guten Appetit! Oder auf Färingisch / Färöisch (færøsk): Væl gagnist! 



Sonntag, 8. März 2026

Føroysk grønakaka

Färingischer grüner Kuchen


Warum dieser "Grønakaka" mit grünem Farbstoff gebacken wird, habe ich leider nicht wirklich herausgefunden. Der Kuchen ist ein heller Rührkuchen, dem grüner Farbstoff beigefügt wird, um eine fröhliche, grüne Farbe zu erzielen. Aber warum..? 

Teilweise habe ich gelesen, die Farbe werde verwendet, um einen optischen Kontrast zu den traditionellen, eher rustikalen färöischen Kuchen zu bilden, vielleicht auch, um bei festlichen Anlässen einen besonderen Hingucker zu haben.

Mich persönlich erinnerte es ja leicht an die schwedische Prinzessionentorte, eine opulent aussehende Torte mit hellgrüner bis gritzegrüner Marzipanhaube. Marzipan (oder besser: Mandalaroma) ist beim Grønakaka ja auch beteiligt. Aber ob da ein Zusammenhang besteht..? Wahrscheinlich nicht. (Der erste veröffentlichte Rezept für das, was heute in Schweden Prinzessionentorte genannt wird, erschien wohl in einem Kochbuch von 1948, allerdings wird die Torte in dem Buch noch "grön tårta" genannt, also "grüne Torte" genannt. Die KI wollte mir erzählen, Grønakaka käme auch erstmals in einem färöischen Kochbuch von 1948 vor, aber da die Autorin dieses Buches erst 1940 geboren wurde und sich in ihren Büchern eigentlich wohl eher mit Fleisch- und Fischgerichten beschäftigt hat, finde ich den Ansatz der KI insoweit gar nicht überzeugend, das lassen wir mal lieber...) 

An diesem Kuchen hier wäre ich übrigens im ersten Versuch fast gescheitert:

Ich hatte ihn letzte Woche spät abends gebacken, am Tag vor meinem Geburtstag. Die anderen drei Kuchen waren schon fertig, aber ich wollte halt auch noch unbedingt diesen Grønakaka backen. In meinem Kochbuch wurde der Kuchen in einer Kranzform gebacken, in Internet-Rezepten fand ich eher Angaben für Kastenformen. Aber als Kranz macht es natürlich optisch mehr her... 

Offenbar habe ich meine Kranzform aber nicht ausreichend gefettet, jedenfalls blieb die Oberseite vom Kuchen großzügig in der Form kleben. Mein Mann hat dann sorgfältig den restlichen Teig aus der Form gekratzt und AUF den Kuchen gelegt und ich habe reichlich Schoko-Glasur darauf verteilt. 

Optisch jetzt nicht perfekt - und ich dachte, wenn wir den anschneiden, bröselt das bestimmt furchtbar! Tatsächlich war das aber überhaupt nicht der Fall. 

Und der Kuchen war direkt der Renner bei meinen Geburtstagsgästen. 
 


Zutaten

300 g Zucker
230 g Margarine
3 Eier
1 Röhrchen Mandelaroma
1 Tube grüne Speisefarbe
230 g Mehl
2 TL Backpulver
75 ml Wasser

300 g Puderzucker
4 - 5 EL heißes Wasser
4 - 5 EL Back-Kakao


Zubereitung

Den Backofen auf 180° Ober-Unter-Hitze vorheizen.

In einer großen Schüssel den Zucker mit der Margarine schaumig rühren.


Nacheinander die Eier hinzufügen und verrühren.


Das Mandel-Aroma und die grüne Speisefarbe dazu geben und unterrühren.



Zum Schluss noch Mehl, Backpulver und Wasser zu dem Teig geben und gründlich verrühren.


Eine runde Springform (26 cm Durchmesser) gut einfetten und im vorgeheizten Backofen bei ca. 180° Ober-Unter-Hitze im unteren Drittel ca. 45 Minuten lang backen (Stäbchenprobe!).


Für die Glasur alle Zutaten verrühren und dann auf dem ausgekühlten Kuchen verstreichen. 


Ich dachte ja schon, Mist!, der Kuchen wird nichts - irgendwie hatte ich die Form offensichtlich nicht gut genug eingefettet und die Oberseite blieb großzügig in der Form kleben. Mein Mann hat aber sorgfältig den restlichen Teig aus der Form gekratzt und AUF den Kuchen gelegt und ich habe (sehr) großzügig Schoko-Glasur darauf verteilt.



Optisch jetzt nicht perfekt - und ich dachte, oh Gott, wenn wir den anschneiden, bröselt das bestimmt furchtbar! 

Tatsächlich war das aber überhaupt nicht der Fall! Alles blieb da, wo es sollte, der Geschmack war richtig gut und schön leicht und fluffig der Teig - der Kuchen war direkt der Renner bei meinen Geburtstagsgästen. Aber das nächste Mal backe ich ihn vielleicht lieber trotzdem in einer Kastenform mit Backpapier... 

Dann guten Appetit! Oder auf Färingisch / Färöisch (færøsk): Væl gagnist!



Samstag, 7. März 2026

Føroysk Kardemummukaka

Färingischer Kardamom-Kuchen


Dieser Rührkuchen ist auf den Färöern unter verschiedenen Namen bekannt, als rosinkaka (= Rosinenkuchen), kardemummkaka (= Kardamom-Kuchen) oder auch als jólakaka (= Weihnachtskuchen). 

Aber wie auch immer man diesen Kuchen nennt - es gibt für viele Färinger nichts Gemütlicheres, das sie auch an vergangene Zeiten erinnert, als am Samstagnachmittag mit lieben Menschen zusammen zu sitzen, mit einer dampfenden Tasse Tee und einem Stück frisch gebackenen, herrlich duftenden Stück Kardamom-Kuchen vor sich. Nostalgie pur, sagen sie!


Zutaten

250 g Margarine
375 g Zucker
4 Eier 
500 g Weizenmehl
4 TL Backpulver 
150 ml Milch
150 g Rosinen 
3 TL gemahlener Kardamom


Zubereitung

Den Backofen auf 160° Ober-Unter-Hitze vorheizen. 

In einer großen Schüssel die Margarine mit dem Zucker schaumig rühren.


Die Eier nacheinander unterrühren.


Mehl und Backpulver hinzufügen und verrühren.


Zum Schluss Milch, Rosinen und Kardamom dazugeben und alles gründlich verrühren.



Den Teig gleichmäßig in zwei gefettete oder mit Backpapier ausgelegte Kastenformen geben und glattstreichen.


Im vorgeheizten Backofen bei 160° Ober-Unter-Hitze ca. 55 Minuten lang backen (Stäbchenprobe!).


Anschließend etwas auskühlen lassen, aus der Form lösen und in Scheiben geschnitten servieren.


Dann guten Appetit! Oder auf Färingisch / Färöisch (færøsk): Væl gagnist!