Island-Fan Kochbuch – Traditionelle isländische Rezepte & isländische Essenskultur  

Montag, 9. Februar 2026

Vetrargosi

Schneeglöckchen


Wisst Ihr eigentlich, dass "Schneeglöckchen" auf Isländisch "vetrargosi" heißen? 

"Vetur" (im Genitiv: "vetrar") ist das isländische Wort für "Winter". 

Das Wort "gosi" bedeutet so viel wie "Bube", auch beim Kartenspiel, bezeichnet aber auch einen Mann, der verantwortungslos handelt. Auf Deutsch könnte man das vielleicht mit "Spitzbube" oder "Wicht" übersetzen. Die Kinderbuch-Figur Pinocchio heißt übrigens auf Isländisch "gosi". 

Das isländische Wort "vetrargosi" könnte man also wörtlich mit "Winterwicht" übersetzen. Ich finde, das ist eine sehr knuffige Bezeichnung! 

Wetter im Januar 2026 - zu warm und zu trocken

Normalerweise ist der Januar oft der kälteste Monat auf Island, oft auch sehr nass mit Regen, Schnee und Wind. 

Dieses Jahr war der Januar aber ungewöhnlich gut. Es war ruhig, klar und ungewöhnlich trocken. Besonders trocken war es im Süden und Westen des Landes. Der Januar 2026 zählte zu den trockensten Januar-Monaten seit Beginn der Messungen. 

Schneefreier Januar im Hauptstadtgebiet

Dieses Jahr wurde im ganzen Monat Januar in Reykjavík vom meteorologischen Amt keinerlei Schnee gemessen, der Monat war somit im Hauptstadtgebiet komplett schneefrei

Das ist sehr selten. Der letzte Januar komplett ohne Schnee war in Reykjavík zuletzt 1940 und davor 1929. Auch der Januar 2002 und 1961 war ungewöhnlich schneearm, aber es gab zumindest jeweils einen "weißen Tag" mit Schnee in der Stadt. 

Januar-Temperaturen etwas über dem Durchschnitt

Die ersten Januarhälfte war kalt, die zweite Monatshälfte dann (vergleichsweise) warm. 

In Reykjavík lag die Durchschnittstemperatur im Januar 2026 bei 0,8°. Dies entspricht + 0,1° mehr als im Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020 bzw. + 0,7° mehr als im Durchschnitt der letzten 10 Jahre. 

Vetrargosi - Schneeglöckchen

Entsprechend ist dieses Jahr die Vegetation bereits relativ weit und die ersten Frühlingsgefühle und Frühlingsgefühle liegen schon in der Luft. 

Winterwichte in Reykjavík
(Foto vom April 2021)


Kaffiskyr með múslí og eplum

Kaffee-Skyr mit Müsli und Äpfeln


Ich hatte von meinem Mann im Adventskalender verschiedene Kakao- und Kaffeespezialitäten geschenkt bekommen, darunter zwei kleine Fläschchen Kaffee-Extrakt. Also muss ich mir eine gute Verwendung dafür einfallen lassen - und so ist ein bisschen Kaffee-Extrakt in meinen Kaffee-Skyr hier zum Frühstück gewandert. 

Alternativ kann man dieses Rezept natürlich auch mit normalem Kaffee zubereiten, dafür einfach die Hälfte der Milch im Rezept durch kalten Kaffee ersetzen.

Diesen Kaffee-Skyr mit Müsli und Apfel hier gab es die Tage für mich zum Frühstück. Da ich alleine gefrühstückt habe, habe ich nur die halbe Menge zubereitet. Da ich dann einen halben Apfel übrig hatte, habe ich mir die verbliebenen Apfelschnitze als Beilage serviert. 


Zutaten für 2 Portionen

450 g Vanille-Skyr
180 ml Milch
2 - 3 EL Kaffee-Extrakt
1 Apfel
6 EL Müsli
2 TL Zucker-Zimt


Zubereitung

Den Vanille-Skyr mit der Milch und dem Kaffee-Extrakt verrühren.


Dann 4 EL Müsli unterrühren.


Den Apfel waschen, schälen und halbieren. Beide Hälften kleinschneiden.


Die eine Hälfte in kleinen Stücken unter den Kaffee-Skyr rühren.


Die Skyr-Masse in zwei Gläser / Schälchen o.ä. geben.

Von dem halben kleingeschnittenen Apfel jeweils die Hälfte über jede Portion Kaffee-Skyr geben, 1 EL Müsli darüber verteilen und noch im 1 TL Zuckerzimt bestreuen. Anschließend direkt servieren.


Guten Appetit!



Sonntag, 8. Februar 2026

Was ist was - Erste Begegnung mit Island

Was ist Was - Vulkane


Letztes Jahr hatte meine Schwiegermutter ihren 90. Geburtstag gefeiert und wir waren zur Feier ins Sauerland gefahren. Mein Mann Markus ist dort aufgewachsen und seine Mutter und seine Geschwister leben weiterhin dort. 

Bei dem Aufenthalt hat Markus dann das Buch herausgesucht, in dem er das erste Mal in seinem Leben bewusst Island begegnet ist: 

Das "Was ist Was"-Buch zum Thema "Vulkane" von 1975.

Markus meint, er muss etwa 8 oder 9 Jahre alt gewesen sein, vielleicht sogar schon 10 Jahre, als er damals in diesem Buch den Abschnitt über die Vulkanausbrüche auf Surtsey (1963 - 65) und auf Heimaey (1973) gelesen hat. 

Der kleine Markus

Dem kleinen Markus imponierte es damals sehr, von einem Berg zu lesen, der jünger war als er selbst. Und so war es für den großen Markus nur wenige Jahrzehnte später ein besonderes Erlebnis, selbst auf genau diesen Berg zu steigen.

Foto vom Sommer 2010

Vom Ort Heimaey aus hat man hier einen schönen Blick auf die beiden Berge. 


Der rechte Berg ist der Helgafell, ein rund 220 Meter hoher Berg bzw. Krater. Man nimmt an, dass der Helgafell etwa 5.000 bis 6.000 Jahre alt ist.

Der Name "Helgafell" (= "Berg des Helgi") erinnert an den irischen Sklaven Helgi, der mit Ingólfur Arnarsons Schwager Hjörleifur Hróðmarsson um 870 n.Chr. nach Island gekommen sein soll. Es heißt, Helgi habe, zusammen mit einem weiteren irischen Sklaven, Hjörleifur und seine Männer ermordet und sei dann mit den Frauen des Hofes mit dem Boot auf die Insel vor der Küste geflohen. Ingólfur verfolgte die Sklaven, brachte die Frauen zurück - und tötete auf dem Berg Helgi. Da die Bewohner der Britischen Inseln von den Nordmännern damals meist als "Westmänner" bezeichnet hatten wurden, geht der Name "Westmänner-Inseln" auf diese entflohenen und hier getöteten irischen Sklaven zurück. 

Links, keinen Kilometer vom Berg Helgafell entfernt, steht der Berg Eldfell. Der Eldfell (= "Feuerberg") ist etwa 200 Meter hoch, der Schlackenkegel ist im Jahr 1973 entstanden - mittlerweile gut 50 Jahre alt. Also drei Jahre jünger als mein Mann, aber knapp zwei Jahre älter als ich. 


Also gut 20 Meter Höhenunterschied, aber knapp 6.000 Jahre Altersunterschied - irgendwie schon krass, finde ich!

Aber es gab noch mehr in dem "Was-ist-Was"-Buch, was wir später auf Heimaey gesehen haben: Auch eine der Wasserpumpen, von denen der kleine Markus damals in seinem Vulkane-Buch gelesen hatte, konnte der große Markus übrigens rund 40 Jahre später auf der Insel besichtigen.


Bereits Anfang Februar 1973, gerade mal 2 Wochen nach Beginn des Ausbruchs, hatte die Feuerwehr damals begonnen, den Lavastrom aufzuhalten, um den Hafen der Insel zu retten, in dem sie mit Pumpen kaltes Meerwasser auf die fließende Lava spritzten. Bis zu 75 Menschen waren dabei im Einsatz, teilweise unter Lebensgefahr, wenn die Leitungen nahe an der glühend heißen Lava verlegen mussten. Der Einsatz war ein großer Erfolg - am 26. März 1972 kam der Lavastrom zum Halten, nur rund 200 Meter von der Felswand auf der anderen Seite des Hafens entfernt. 

Überreste dieser Pumpen kann man noch heute am Berg oberhalb des Ortes sehen.

Der letzte Satz des Artikels in dem Buch von 1975 lautet: "Heute ist fast nichts mehr von den Folgen des Ausbruchs zu sehen." 


Ich persönlich bezweifele das allerdings. Ich finde, selbst heute, über 50 Jahre nach dem Ausbruch, sind die Spuren auf Heimaey noch an vielen Stellen gegenwärtig und das nicht nur - aber auch - im Museum Eldheimar (Feuerwelten). Ein Besuch auf der Insel lohnt sich auf jeden Fall - nicht nur für den kleinen Markus!