Sonntag, 31. Januar 2021

Hnallþóra

Verzierte Creme-Torte


Wir lernen ja schon eine Weile Isländisch. Auf den Begriff "Hallþóra" ist mein Mann beim Vokabel-Lernen gestoßen, und weil der Ausdruck mir spontan noch nichts sagte, bin ich dann mal auf die Suche gegangen. 

Jetzt habe ich gelernt, dass "Hallþóra" im Isländischen ein Oberbegriff ist für große, opulente, reichlich verzierte (Sahne-)Torten. Der Begriff geht auf "Hnallþóra", eine Figur im Halldór-Laxness-Roman "Kristnihald undir Jökli" ("Unter dem Gletscher") zurück, die beim Pfarrer lebt und Kuchen backt und Kaffee kocht. 

Fürs Wochenende habe ich uns jetzt auch mal eine "Hallþóra" gebacken, nach einem Rezept mit zwei verschiedenen Böden, reichlich Sahnecreme und einer Deko mit Beeren, Nüssen und Schokolade. 


Zutaten

Zutaten für den unteren Boden

4 Eiweiß
130 g brauner Rohrzucker
200 g Kokosmehl
100 g geraspelte dunkle Schokolade

Zutaten für den oberen Boden 

4 Eier
100 g braunen Zucker
50 g Kartoffelmehl
50 g Mehl

Zutaten für die Creme

500 ml Schlagsahne
2 EL Puderzucker 
200 g gemischte TK-Beeren

2 EL gehackte Nüsse, Karamell und Nüsse o.ä. zur Deko 


Zubereitung

Zuerst den unteren Boden vorbereiten:

Den Backofen auf 160° Ober-Unter-Hitze vorheizen. 

Das Eiweiß mit dem Zucker steifschlagen. 


Die Kokosflocken und die geraspelte Schokolade hinzufügen und alles zu einem glatten Teig verrühren. 



Eine Springform (ca. 24 cm) mit Backpapier auslegen und im vorgeheizten Backofen bei 160° Ober-Unter-Hitze ca. 35- 40 Minuten lang backen, bis der Tortenboden schön durchgebacken ist (Stäbchenprobe!).


Dann den oberen Boden vorbereiten:

Die Eier mit dem Zucker schaumig schlagen. 


Anschließend noch Mehl und Kartoffelmehl vorsichtig unterziehen.


Den Teig dann in eine mit Backpapier ausgelegte Springform (ca. 24 cm) gießen.


Die Hitze im Ofen auf 200° Ober-Unter-Hitze erhöhen.

Den Boden dann zuerst 5 Minuten bei 200° Ober-Unter-Hitze backen, anschließend die Hitze auf 180° reduzieren und noch weitere 10 Minuten backen.

Beide Böden dann gut auskühlen lassen.
(Derweil die tiefgekühlten Beeren bei Raumtemperatur antauen lassen.) 



Jetzt noch die Creme-Füllung vorbereiten:

Die Sahne mit 2 EL Puderzucker steifschlagen. Etwa 3 EL der geschlagenen Sahne für die Deko in einer kleinen Schüssel beiseite stellen.

Etwa 2 - 3 EL der angetauten Beeren unter die restliche Sahne rühren.


Den unteren Boden auf eine Tortenplatte setzen und mit der Hälfte der Sahne-Mischung bestreichen. 


Den oberen Boden vorsichtig darauf setzen und mit der restlichen Sahne-Mischung bestreichen. 


Den Kuchen dann noch mit den restlichen Beeren dekorieren und außen herum mit der aufbewahrten geschlagenen Sahne verzieren. 


Dann noch nach Geschmack mit gehackten Nüssen, Karamell und Schoko-Stückchen etc. bestreuen.


Den Kuchen dann mind. 2 Stunden im Kühlschrank festwerden und durchziehen lassen und dann gut gekühlt servieren. 



 

Sonntag, 24. Januar 2021

Hrísgrjónagrautur með lifrapylsu

Milchreis mit Leberwurst


Ende Januar beginnt im alt-isländischen Kalender der Wintermonat Þorrri. Früher fand hier ein Opferfest ("Þorrablót") statt, bei dem die letzten Tiere geschlachtet wurden, die man nicht mehr über den Winter bringen konnte. Die vorchristliche Tradition des Þorrablót wurde dann im 19. Jahrhundert auf Island wiederbelebt und ist heute fester Bestandteil der Volkskultur geworden. Das Fest wird feierlich und mit viel deftigem Essen sehr üppig begangen, oft in Form von reichhaltigen Büffets. 

Mein diesjähriger Beiträge zum Þorrablót ist dieses Rezept für Milchreis mit Leberwurst, das ich in einem isländichen Kochbuch getroffen habe und das so schön seltsam klang, Dabei schmeckt es aber sehr harmlos!
 

Zutaten


2 Becher Milchreis
4 Becher Wasser
1 Prise Salz
1,5 Becher Milch

Leberwurst

2 EL Zucker
1 TL Zimt


Zubereitung

Den Milchreis, ...


...das Wasser und das Salz in einen großen Topf geben und ca. 20 Minuten lang kochen lassen, bis das Wasser soweit aufgesogen ist. 


Die Milch hinzugeben und weiter bei niedriger Hitze köcheln lassen, bis der Milchreis eine schön cremige Konsistenz erreicht. 


Die Leberwurst aus der Pelle nehmen, in Scheiben und dann in mundgerechte Stücke schneiden. 



Die Wurststücke kurz mit in den Topf geben, um sie anzuwärmen.


In einem Glas, einem Schüsselchen o.ä. den Zucker mit dem Zimt vermischen. 

Den Milchreis mit den Leberwurst-Stücken auf den Teller geben und das Ganze schön mit Zucker-Zimt bestreuen. 


Das Gericht dann direkt servieren.






Samstag, 23. Januar 2021

Sunnudagsbíltúr okkar

Unser Sonntagsausflug mit dem Auto 


Na, habt Ihr einfach mal Lust auf eine geballte Ladung Island-Bilder..? 
 
Manchmal (oder eigentlich eher ganz oft) liegt für mich das Glück nicht in den großen, aufregenden Erlebnissen, sondern in den kleinen Begebenheiten im Alltag. Wir waren z.B. letztens am Sonntag einfach mal mit dem Auto rumgefahren. Es war strahlend schönes Wetter, aber knackig kalt, und wir haben nichts Großes gemacht - einfach nur rumgefahren und ein bisschen die Gegend bestaunt. 


Gluggaveður - Fensterwetter

Wir hatten an dem Tag typisch isländisches "Gluggaveður" - also Wetter, das vom Fenster aus total toll aussieht, aber viel zu kalt und zu windig ist, als dass man unbedingt raus möchte.

Also haben wir uns gedacht - fahren wir eben mit dem Auto ein bisschen herum und bestaunen das gute Wetter und das traumhafte Licht bei der tiefstehenden Sonne hier im isländischen Winter eben aus dem Autofenster heraus. Und ein bisschen aussteigen und herumlaufen kann man ja trotzdem, wenn man sich danach schnell wieder im Auto auftauen kann! 


Erster Stopp - Island-Pferde

Den ersten Stopp legten wir dann gleich schon hier an der Straße ein - bei ein paar Island-Pferden, die auf der Weide standen und sofort ankamen, als wir auf der gegenüberliegenden Straßenseite anhielten. 


Es war einfach ein schönes Bild - diese Pferde, die hier in der kalten, klaren Landschaft standen, mit ihrem dicken, fast struppigen Winterfell. Ich habe ja gelernt - das Winterfall ermöglicht es den Pferden, auch den isländischen Winter über draußen zu bleiben. Ihr dichten, wolliges Winterfell isoliert richtig gut - von außen fühlt sich das Fell kalt an und auch der Schnee bleibt liegen und schmilzt nicht so schnell, während die innere Körpertemperatur der Tiere auch im Winter bei gut 37° liegt. 


Ich fand die Island-Pferde einfach so schön, gerade auch durch das tiefstehende Licht der aufgehende Sonne (morgens gegen 11 oder halb 12), was das Fell der Pferde regelrecht zum Leuchten brachte! 



Fahrt entlang der 360 

In Syðri-Brú sind wir dann vom Þingvallavegur abgebogen auf die Straße 360, ... 


... entlang des teilweise vereisten Flusses Sog...


... weiter zum Úlfljótsvatn mit Blick auf die Úlfljótsvatnskirka. Zur Kirche runtergefahren sind wir dieses Mal aber nicht, die 360 war ja schon weiß, überfroren und teilweise rutschig und die Straße hinunter zu Kirche war eindeutlich nicht besser! 


So richtig perfekt ließ es sich nicht fahren, auch auf der 360, aber alles in allem war es - auch dank der Spikes an den Reifen - deutlich weniger schlecht als befürchtet. 



Zweiter Stopp - Nesjavellir

Hier in der Umgebug des Hengill gibt es viele beliebte Wanderwege. Tatsächlich habe selbst ic mich schon mal von meinem Mann zu einer Wanderung hier überreden lassen... Lang, lang ist's her - und am Ende der Tour war ich übrigens so fertig, dass ich auf dem Hintern den letzten Abhang runter gerutscht bin. Aber ein Erlebnis war es trotzdem! Damals sind wir auch hier an dieser Stelle beim Kraftwerk Nesjavellir vorbei gekommen...


Ich finde ja, in Island sehen selbst die Kraftwerke schön aus - ganz besonders, wenn sie - wie hier das Geothermalkraftwerk Nesjavellir - in malerischer, verschneiter Landschaft liegen und die flachen Sonnenstrahlen den Dampf zum Leuchten bringen und helle Flecken auf die Berge malt. 


Es lag teilweise ein dichter Nebel über der Landschaft, dank des heißen Wassers, das hier reichlich fließt und dampft und brodelt. 


Faszinierend fand ich auch die kleinen Details, wie hier die gefrorenen Gräser am Flussufer...


... oder die Steine am Ufer, die alle hohe "Eismützen" trugen. 


Die Gräser waren von der Flussseite her ordentlich dick vereist! 


Gerade bei dem Licht ein absolut wunderschöner, fast verwunschener Ort! 


Hier am heißen Fluss liegt übrigens auch ein "Adrenalíngarður", ein ca. 2005 eröffneter Kletter- oder Hochseilgarten (hier links im Bild zu sehen). Jetzt im Winter ist hier allerdings alles zu, auch wenn der Klettergarten normalerweise zumindest für Gruppen mit Voranmeldung geöffnet wäre, dafür wirbt zumindest das große Schild am Weg. Aber Corona ist halt nicht gut für Gruppenveranstaltungen... 


Mit einem letzten Blick auf das Hotel Ion haben wir uns dann von hier verabschiedet und sind weitergefahren.


So schön, das Licht oben auf den Bergen!


Auf der Weiterfahrt wurde es dann übrigens kälter und kälter, je weiter wir fuhren. Unser persönlicher Temperatur-Rekord bei dieser Fahrt lag bei - 15°.


Aber wunderschön fand ich die Landschaft und die Beleuchtung auf jeden Fall!  


Das Bild hier vom Ufer habe ich ungefähr gegen 13 Uhr aufgenommen.


Und weiter ging es...



... Richtung Þingvellir.



Dritte Stopp - Parkplatz am Öxarárfoss

Mann und Kind 4 liefen hier los, vom Parkplatz runter in die Schlucht und zum Wasserfall Öxarárfoss. 


Andere würden ja vielleicht in Begeisterungsrufe ausbrechen, einfach weil es so schön war hier - mein Mann freute sich, dass er seine langen Unterhosen angezogen hatte. Na ja - recht hatte er ja, so kalt, wie es war! 


Der Wasserfall Öxarárfoss ist vermutlich ein künstlicher Wasser. Bereits die ersten Siedler, die hier in Þingvellir ihre Thing-Versammlungen abhielten, sollen den kleinen Fluss Öxará in dieses Tal hier umgeleitet, um all die Menschen bei den großen Versammlungen mit ausreichend frischem Wasser versorgen zu können.


Rückweg zum Auto...


Es war so kalt, dass mein Mann lauter kleine Eiskügelchen wie winzige Diamanten aufgereiht an einer Kette im Bart hatte, als er wieder beim Auto ankam. Nur sein eigener, gefrorener Atem... 



Vierter Stopp - Parkplatz mit Blick über den Þingvallavatn 

Hier hatten wir noch einmal gehalten und die wunderschöne Aussicht über den See genossen. 


Eigentlich ein verlockender Platz für ein Picknick - nur jetzt gerade doch etwas frisch...



Fünfter und letzter Stopp - Krater Kerið 

Wir waren schön öfter am Kerið, deshalb hatten wir dieses Mal nur noch ganz kurz hier gehalten, weil Kind3 sich nicht mehr erinnert konnten - und eigentlich auch nur deshalb, weil das Kassenhäuschen am Parkplatz (vermutlich mangels Besuchermassen) geschlossen war und wir deshalb ohne Eintrittsgelder wenigstens einmal kurz zum Krater konnten. 


Danach wollten wir dann aber doch nach Hause - und uns mit einer Tasse heißer Schokolade wieder auftauen!