Donnerstag, 22. Juli 2021

Nýr miðbær á Selfossi

Selfoss' neue Stadtmitte ist eröffnet


Im Jahr 2018 wurde beschlossen, am Kreisverkehr an der Brücke über die Ölfusá eine "neue Altstadt" zu errichten. Das Gelände war überwiegend Freifläche, aber drei Häuser auf dem Areal sollten abgerissen werden (auch eines, das beim Erdbeben 2008 nachhaltig beschädigt wurde) und der alte Stadtpark kann in der bisherigen Form nicht erhalten bleiben. Auch dieses kleine blaue Haus hier auf dem Gelände soll wohl noch abgerissen werden. Dafür werden alte Gebäude aus Selfoss, Reykjavík und anderen Teilen des Landes hier rekonstruiert und zu neuem Leben erweckt.


Die Gebäude der "neuen Stadtmitte" stehen in Selfoss direkt neben dem Rathaus der Gemeinde Árborg, gegenüber der Brücke über die Ölfusá und dem alten Gebäude der Tryggvakáli.


Nach gut 2 Jahren Bauzeit erfolgte die offizielle Eröffnung der neuen Stadtmitte mit Abschluss der ersten Bauphase jetzt im Juli 2021. Es ist zwar noch nicht alles so ganz fertig, aber etliche Geschäfte und Lokale haben bereits geöffnet, auch wenn man im Moment noch um diverse Baustellen herumlaufen muss. Auch das geplante Parkhaus gibt es noch nicht. Aber das wird schon noch!



Auf dem Areal hier sollen insgesamt 35 historische Gebäude, die entweder durch Feuer zerstört oder anderweitig verfallen waren, im Rahmen eines neuen Stadt- und Kulturzentrums rekonstruiert werden. Die Gebäude stammen dabei aus Selfoss und Reykjavík, aber auch aus anderen Ecken Islands. Im Rahmen der ersten Bauphase wurden bisher 13 Wohn- und Geschäftshäuser mit einer Fläche von rd. 5.000 m² fertiggestellt. Wenn alle 35 Gebäude fertig sind, soll die Fläche bei etwa 30.000 m² liegen.


Das neue Stadtzentrum soll sich vor allem an die Einwohner der Umgebung richten und an isländische Touristen. Ganz ohne die allgegenwärtigen Plüsch-Puffins u.ä. kommt man zwar auch hier nicht aus, aber es hält sich doch sehr in überschaubarem Rahmen. In dem kleinen Buchladen habe ich z.B. eigentlich fast nur Bücher auf Isländisch getroffen und auch ein Regal voller Schreibwaren.


Neben Restaurants und Bars habe ich bisher außer dem Buchladen einen Blumenladen gesehen, ein Geschäft mit Hauhalts- und Deko-Artikeln (hach ja, ich liebe Weihnachtsdeko, auch im Sommer!), ... 



...außerdem eine Kunstgalerie, einen "Flying Tiger"... und weitere Geschäfte z.B. mit Bekleidung, isländischem Kunsthandwerk, aber auch ein Eisladen etc. öffnen demnächst. 


Das Zentrum ist die alte "Mjólkurbú Flóamanna".

Es heißt, dass Jón Þorláksson (1877 - 1935), der 1926/27 auch Premierminister Islands war, die treibende Kraft hinter der Errichtung eines Molkereibetriebs in Selfoss gewesen sei. Ende 1927 schlossen sich 52 Bauern aus der Umgebung zwischen Ölfusá und Þjórsa (mit insgesamt 334 Kühen) zu der Molkerei im Rahmen einer Art Genossenschaft zusammen. 

Das ursprüngliche Gebäude der "Mjólkurbú", also der "Milchhof", wurde von dem isländischen Architekten Guðjón Samúelsson (1887 - 1950) errichtet, der ab 1920 als "húsameistari ríksins" (Staatsarchitekt) viele der bekanntesten Gebäude Islands entwarf, u.a. das Hotel Borg in Reykjavík, das Nationaltheater, die alte Apotheke in der Austurstræti, wo sich heute das Restaurant Apótek befindet, die Schwimmhalle in der Barónsstígur, aber auch die Kirche von Akureyri und die wohl bekannteste Kirche Islands, die Hallgrímskirja in Reykjavík. Er hat aber z.B. auch die Molkerei in Hveragerði (Skyrgerðin) oder die Héraðsskólinn, also die ehemalige Schule in Laugarvatn entworfen. 



Ein junger dänischer Molkereiwissenschaftler übernahm den Aufbau und die Leitung der Molkerei und im Dezember 1929 nahm die Firma ihren Betrieb auf. Am ersten Tag wurden 1.284 Liter Milch von den angeschlossenen Bauernhöfen der Umgebung verarbeitet. Im ersten Jahr lag die Produktion bei 1,2 Millionen Litern. Später verarbeitete der Betrieb als industrielle Molkerei über 40 Millionen Liter Milch im Jahr.

Aufgrund der Expansion des Betriebs wurde die alte "Mjólkurbú" schon bald zu klein und wurde nach gerade einmal 25 Jahren wieder abgerissen, der Neubau von Skarphéðinn Jóhannesson wurde 1955 eingeweiht. 




Mathöll - Food Hall in der alten Molkerei 

In der nachgebauten "Mjólkurbú" von 1929 ist jetzt eine Mathöll untergebracht, also eine "Food Hall". 

Im Erdgeschoss befinden sich diverse Restaurants, von Pizza über Burger, einen China-Imbiss, eine Bar etc., und man kann sich sein Essen holen und dann gemeinsam an den großen Tisch in der Halle oder auch draußen auf dem Platz sitzen und essen. 

Im Untergeschoss befindet sich eine "Ísey Skyr Bar", hier gibt es verschiedene Skyr-Schalen mit frischem Obst und anderen Toppings. 


Das Museum im Untergeschoss über die Geschichte der Mjólkurbú Flóamanna" und über die Herstellung von Skyr ist allerdings noch nicht ganz fertig. 


Auch das Obergeschoss der Mathöll ist derzeit noch nicht eröffnet. 


Die Preise in der Gastronomie sind natürlich ordentlich, wie eigentlich überall in Island: 

So kostet ein großer Burger mit Pommes hier in der Mathöll beispielsweise umgerechnet knapp 20 €, ein "Kinder-Burger" fast 7,40 €, ein Taco 11,40 € oder ein Glas Einstök-Bier gut 7 € und ein Softdrink etwa 2,40 € (Stand Juli 2021). 

Aber alles in allem sieht es bisher hier schon sehr vielversprechend aus!


Weitere historische Nachbauten 

An den Repliken der alten Häuser aus ganz Island, deren Originale zwischen 1750 und 1930 gebaut worden waren, hängen für den interessierten Besucher auch immer Informationstafeln, die die Geschichte des jeweiligen Hauses erzählen - sehr ausführlich und mit vielen Details auf Isländisch und dann, kurz in einem Satz zusammengefasst, auch auf Englisch.

Zu Gebäude, die hier in Selfoss nachgebaut wurden, gehört z.B. auch das alte Butterhaus (Smjörhúsið), das große gelbe Gebäude hier im Hintergrund. Das Original-Haus war ein Wohn- und Geschäftshaus, das 1797 von einem Kaufmann in Reykjavík erbaut wurde und in dem sich ab 1909 die isländische Filiale einer dänischen Handelskette ("smjörhúsið") befand, was dem Haus dann seinen Namen gab. Das Haus in der Hafnarstræti in Reykjavík war 1977 abgerissen worden. (Das kleine Haus daneben mit dem auffälligen Fries oben ist einer alten Apotheke von Reykavík von 1881 nachempfunden, die 1960 abgerissen wurde.) 


Das kleine Haus hier mit den schönen Verzierungen über den Fenstern und der Tür ist nach dem Vorbild des sogenannten Konungshús gebaut - das "Königshaus" wurde 1907 für den Besuch des dänischen Königs Friedrich VIII. (1843 - 1912) in Þingvellir gebaut. Später wurde es als Sommerresidenz der isländischen Regierung genutzt. Als das alte Holzhaus am 10. Juli 1970 niederbrannte, kamen bei dem Feuer der damalige isländische Premierminister Bjarni Benediktsson mit seiner Frau und ihrem 2-jähriger Enkel ums Leben. 


Das Haus hier im Hintergrund mit dem Türmchen und den Zinnen ist ein Nachbau des Edinborgarhús, das in der Hafnarstræti 10 - 12 in Reykjavík stand. Von dem Kaufmann und britischen Konsul Ásgeir Sigurðsson 1895 auf dem Grundstück eines alten Holzhauses errichtet, hatte das Haus seinen Namen nach dem Geschäft, das sich damals in dem Haus befand: Edinborg. Das ursprüngliche Gebäude wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut und schließlich bei dem Großen Brand von Reykjavík im April 1915 vollständig zerstört.


Das Gebäude hier, in dem man heute im "Mistelzweig" Weihnachtsdekoration kaufen kann, wurde den alten Plänen der "Fjalakötturinn" nachempfunden. Dieses Haus wurde ursprünglich 1751 in der Aðalstræti in Reykjavík errichtet. Ab 1906 befand sich in der "Bretterkatze" das erste Kino Islands, später betrieb die Universität von Island ab 1975 bis in die 80er Jahren in dem Gebäude ihren Film-Club. Das alte Haus in Reykjavík wurde trotz Protesten 1983 abgerissen. 


Das große grüne Haus, in dem sich hier eine Kunstgalerie und der schöne Blumenladen befindet, entstand nach Plänen des alten Gullfosshús in Akureyri. Dieses Haus war 1905 von zwei Schreinermeistern erbaut und kurz darauf von einem deutschen Kaufmann erworben, der dort seine fünfte Filiale in Island betrieb. Mitte 1927 kaufte dann Rannveig Bjarnadóttir das Haus und eröffnete das Hótel Gullfoss, mit mehr als 20 Gästezimmern und einem Speisesaal für 100 Personen. Das Hotel wurde zum Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens von Akureyri. Es brannte in der Nacht vom 14. März 1945 nieder. Von der Einrichtung konnte fast nichts gerettet werden, aber alle 40 Personen, die sich im Haus befanden, konnten sich in Sicherheit bringen, vielen von ihnen nur mit ihren Nachtgewändern bekleidet. Rannveig selbst starb 1956 im Alter von 77 Jahren nach einem sehr arbeitsreichen Leben im Krankenhaus von Akureyri. 


Das Haus hier mit dem hübschen Türmchen ist ein Nachbau vom Hótel Björninn aus Hafnarfjörður.


Das Haus wurde 1906 von einem Ehepaar errichtet, der Vorbau mit dem Türmchen war damals das Markenzeichen des Hauses. Im oberen Stockwerk lebte die Familie, im Erdgeschoss befand sich das Geschäft. Damals hieß das Haus nach dem ersten Besitzer, Ágúst Flygenring, noch das Flygenringshús. Hier habe ich online ein alte Zeitung gefunden, Dagblaðið vom 05.12.1978, mit einem Bild, wie das Haus ursprünglich einmal aussah:

Quelle: Tímarit.is

1930 wurde das Haus verkauft und in dem Gebäude das Hótel Björninn eröffnet. Im Krieg war das Hotel besonders bei den britischen und dann auch den amerikanischen Soldaten sehr beliebt. Im Jahr 1950 endete der Hotelbetrieb. Es wurden verschiedene Läden im Erdgeschoss eingerichtet und Büros im Obergeschoss. Der Vorbau mit dem Türmchen wurde abgerissen. Zuletzt gehörte das Haus der Kaupfélag Hafnarfjarðar, der Genossenschaft des Ortes. Das Foto hier stammt etwa von 1960, ich hätte das Haus beinahe nicht erkannt, ohne das schöne Türmchen. 

Quelle: Fjardarfrettir.is

Für die Verbreiterung der Straße von Hafnarfjörður nach Reykjavík wurde 1966 das östliche Drittel des Hauses abgerissen, der Rest wurde dann abgetragen und das Haus im Herbst 1970 endgültig abgerissen.


Noch etliche Baustellen

An vielen Ecken sind sie noch nicht so ganz fertig, hier ist z.B. das Geländer am Treppenaufgang bzw. an der Rampe noch aus Holzlatten improvisiert.


Und auf der Baustelle hier legen sie gerade noch die Leitungen für die "Fußbodenheizung". Der nächste Winter kommt bestimmt...



Alles in allem finde ich die "neue Stadtmitte" hier in Selfoss wirklich sehr schön - ich werde bestimmt da noch oft in der neuen Fußgängerzone unterwegs sein und auch noch die Mathöll ausprobieren! 








Mittwoch, 21. Juli 2021

Die Corona-Zahlen auf Island steigen wieder

Stand 21. Juli 2021


Nachdem die Infektionszahlen hier sehr lange sehr niedrig waren, wurden am 26.06.2021 im Inland alle Beschränkungen aufgehoben - keine Maskenpflicht mehr, keine soziale Distanzierung, keine Begrenzung für Versammlungen. 

Ab dem 01.07. wurde außerdem die Einreise für Geimpfte und Genese erleichtert, die Gruppe musste keinen negativen Test vor Einreise vorlegen und wurde bei der Einreise auf Island auch nicht mehr getestet. 

Impfquote von über 85%

Auf Island sind mittlerweile über 85% der Bevölkerung über 16 Jahren vollständig geimpft.

Seit Mitte Juli steigen die Zahlen wieder drastisch an.

Allein gestern am 20.07.2021 wurde im Inland 56 neue Corona-Infektionen festgestellt, davon 43 vollständig geimpfte Personen. Vorgestern waren es 38 Infektionen im Inland (davon 24 vollständig geimpft) 

Die Infektionen gehören alle zur Delta-Variante des Virus. Sie lassen sich im Wesentlichen mit zwei Gruppen-Infektionen in Verbindung bringen: Einmal mit Gästen, die sich in einem Club in der Bankastræti in Reykjavík infiziert haben, und zum anderen mit einer Gruppe, die aus dem Ausland zurückkam, nachdem die Reisenden in London bei der EM zum Fußball im Stadion waren. Betroffen sind derzeit wohl noch überwiegend jüngere Menschen zwischen 18 und 29 Jahren. 

Quelle: covid.is

Die 14-Tage-Inzidenz liegt damit aktuell bei 59,4.

Quelle: covid.is

Die Regierung reagiert - verschärfte Einreiseregelungen ab 27.07.

Die Einreise-Regelungen werden ab dem 27.07. (0 Uhr) wieder verschärft, so müssen auch Geimpfte und Genesene dann wieder vor Einreise einen negativen PCR-Test vorlegen, alternativ können diese Gruppen aber auch einen negativen Antigen-Schnelltest vorlegen. 

Alle anderen (ab Jahrgang 2004 und älter) müssen weiter einen negativen PCR-Test vorlegen, werden bei Einreise im Land getestet und dann nach 5 Tagen Quarantäne erneut getestet - hier hat sich insoweit nichts geändert.

Geimpfte und Genesene, die in Island leben oder hier ein Netzwerk haben, werden aufgefordert, sich innerhalb von 24 Stunden nach Einreise mit PCR-Test testen zu lassen. 

Regelungen im Inland

Im Hinblick auf das anstehende Volksfest am Kaufmannswochenende Anfang August, die Schwulen-Parade in Reykjavík vom 03. bis 08.08. und die Kulturnacht mit Marathon am 21.08. wird mit einer erneuten Verschärfung der Regeln auch im Inland gerechnet. 

Hierzu ist für morgen eine Pressekonferenz angekündigt.



Dienstag, 20. Juli 2021

Snúðar með súrmjólk og súkkulaði

Sauermilch-Schoko-Schnecken


Wir hatten die Tage Besuch - also habe ich mich gefreut und gleich losgebacken. 

So ein ähnliche Rezept für schnelle Zimtschnecken mit Sauermilch hatte ich letzten Sommer schon mal gebacken, dieses Mal habe ich es dann noch ein bisschen mehr variiert, so dass ich statt Zimt- schließlich Schokoladenschnecken gebacken habe. Aber definitiv auch lecker!

Für eine zusätzliche Geschmacksnote habe ich übrigens Súrmjólk mit Karamellgeschmack genommen, die liebe ich hier auf Island so - aber mit normaler Dickmilch funktioniert es natürlich auch und schmeckt schön frisch!


Zutaten 

280 g Mehl
2 TL Backpulver
50 g Zucker
40 g Butter
180 g Dickmilch
3 EL geraspelte dunkle Schokolade

2 EL Zucker
1 Prise gemahlene Vanille
1 EL geraspelte dunkle Schokolade


Zubereitung

Den Backofen auf 180° Ober-Unter-Hitze vorheizen.

In einer Schüssel das Mehl mit dem Backpulver, dem Zucker, der Butter, der Dickmilch und der geraspelten Schokolade zu einem Rührteig verkneten. 

Den Teig dann zwischen zwei Blättern Backpapier rechteckig ca. 1 cm dick ausrollen.

In einer kleinen Schüssel noch den Zucker mit der gemahlenen Vanille und der dunklen Schokolade vermischen und auf dem ausgerollten Teig verteilen. 

Den Teig dann vorsichtig über die lange Seite aufrollen.

Die Rolle in etwa 1,5 cm dicke Scheiben schneiden und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. 


Die Schnecken dann im vorgeheizten Backofen bei 180° Ober-Unter-Hitze ca. 15 - 20 Minuten lang backen, bis die Schnecken schön goldbraun geworden sind. 


Noch warm schmecken mir die Schnecken am besten!






Montag, 19. Juli 2021

Sunnudagsgöngutúr

Sonntagsspaziergang - wieder auf unserem Hausberg 


Wir hatten am Sonntag Besuch, eine Mitschülerin unserer Isländisch-Lehrers kam vorbei. Und wir haben dann mit ihr noch einen Spaziergang auf unseren "Hausberg" gemacht.

Es ist ein gut 200 m hoher Schlackenkegel, der "erst" etwa 4.000 bis 6.000 Jahre alt ist. Das Gestein hier ist wunderschön leuchtend rot, teilweise auch gestreift, und die Farben finde ich jedes Mal wieder beeindruckend. 

Sonst hat man von hier oben oft einen tollen Rundumblick - aber dieses Mal war es doch ziemlich diesig in der Ferne. 


Hier auf dem roten Bergvorsprung im Vordergrund lebt übrigens eine Gruppe Schafe - die kleinen weißen Flecken hier auf dem roten Hügel. 


Hier auf dem Ausschnitt sieht man die Tiere etwas besser. Ich frage mich ja, was die Schafe da machen. Beim Spaziergang hatten wir ernstlich überlegt, ob sie sich da vielleicht sonnen wollten, aber wenn ich jetzt aus dem Fenster schaue, sehe ich die Schafe immer noch auf diesem Felsvorsprung herumlaufen, auch völlig ohne Sonne. Und falls da je Gras war, haben sie es schon gründlich abgeweidet, würde ich sagen. Ich sehe da jedenfalls nur rotes Gestein und einigermaßen steil ist es auch. 


Auf der obersten Bergkuppe befinden sich mehrere Sendemasten - zumindest haben wir also guten Fernseh- und Handyempfang. Auch was wert! (Tatsächlich ist das Internet in unserem Island-Haus sogar deutlich schneller als in unserem Haus in Deutschland.) Aber das sagen viele Touristen hier auf Island.


Im Moment ist da oben allerdings gerade Baustelle...


Solche Steinmännchen wie dieses hier (ein aufgeschichteter Haufen Steine oben auf einem Berg) wurden auch auf Island früher zur Orientierung der Fußgänger angelegt, schön auf dem Kamm, damit sie gut zu sehen waren, möglichst auch noch bei einigermaßen schlechten Wetterbedingungen. Ich finde es so schön - auf der einen Spitze das alte Steinmännchen, auf der anderen die neuen Sendemasten. Zur Orientierung eignen sich die Sendemasten übrigens auch ganz ausgezeichnet - wir sehen immer schon von weitem, dass wir bald zu Hause sind!


Dieses Bild hier hat unser Besuch von uns gemacht, wir stehen beide neben dem Steinmännchen und schauen andächtig zu den Funkmasten auf der südlichen Bergspitze hinüber. Ich habe gar nicht gemerkt, dass sie dieses Foto von uns gemacht hat - aber ich finde ich richtig schön! Vielen lieben Dank dafür! 


Unser "Hausberg" wird übrigens als Steinbruch oder eher als Kiesgrube genutzt. Wir haben auch schon erlebt, dass der Zugang abgesperrt und sogar bewacht war, wohl wegen laufender Sprengungen, aber derzeit ist alles für Fußgänger wieder frei zugänglich.


Die ganze Umgegend hier ist mit diesem rotem Schotter bedeckt, der hier abgebaut wird, auch die Straßen in den Sommerhausgebieten rund um den Berg herum sind schön leuchtend rot geschottert.


Wenn man dann vom Berg wieder runtersteigt, wird es aber schnell wieder deutlich grüner.


Die Lupinen sind allerdings schon fast durch, für dieses Jahr...


Es war auf jeden Fall ein schöner Spaziergang! Und vielen Dank, liebe A., auch für dieses schöne Foto hier von Markus!