Sommerwetter auf Island
Aber seitdem sitzen wir die letzten 10 Tage gefühlt im Dauerregen und das bei maximal 13°.
Okay, tatsächlich regnet es mal mehr und mal weniger, richtig "Wolkenguss" ist selten, es gibt sogar kurze Pausen, wo es tatsächlich mal fast nicht oder sogar gar nicht regnet. Aber alles in allem haben wir penetranten Dauerregen, gerne auch mal waagerecht durch den Wind, und der Regen durchfeuchtet alles so richtig schön gründlich... Ach so, "durchnässt" heißt auf Isländisch "gegnvott" oder "gegnblautt". ("Klitschnass" wäre dann "hundvott" oder "rennblautt".)
Gestern Nachmittag waren wir für ein paar Besorgungen in Reykjavík. Die Fahrt über die Hellisheiði war nicht so richtig schön. Hier bei uns war die Sicht noch okay, aber hinter Hveragerði hüllten sich die Berge schlagartig in dichten Nebel. In Reykjavík war das Wetter dann wieder besser oder zumindest weniger neblig, aber zurück dasselbe - kaum Sicht und dichter Nebel, teilweise keine 50 Meter Sicht und wenn man die Scheinwerfer seines Vordermanns verlor, war das schon unpraktisch beim Fahren... Bei Kambar war kaum der Aussichtsplatz zu sehen, geschweige denn die Aussicht.
Kambar ist der Name des steilen Hangs, der sich von der Hellisheiði bis nach Ölfus, westlich von Hveragerði, erstreckt. Die Ringstraße führt hier entlang und runter von der Hellisheiði nach Hveragerði. Es gibt hier einen kleinen Parkplatz, von dem aus man - bei gutem Wetter - eine fantastische Aussicht hat, bis zum Seljalandsfoss und den Westmänner-Inseln.
Wir sind gestern vielleicht gegen 18 Uhr hier lang gekommen, waren dann noch in Hveragerði einkaufen. Als wir schließlich nach Hause kamen, sah ich online beim Morgunblaðið eine Meldung von 19.49 Uhr, dass gestern Nachmittag hier bei Kambar ein Auto von der Ringstraße abgekommen war und sich überschlagen hatte. Wahrscheinlich führte die schlechte Sicht vor Ort zu dem Unfall. Laut Polizei wurde der Fahrer zur medizinischen Versorgung gebracht, soll aber wohl zumindest nicht schwer verletzt sein.
Die Ringstraße musste wegen des Unfalls gestern auch nicht gesperrt werden. Es reichte, kurzzeitig die Fahrbahn zu sperren, während das Fahrzeug entfernt wurde. Um 19.49 Uhr, als die Meldung online erschien, war der Fahrer versorgt und das Auto bereits geborgen. Der Unfall muss also passiert sein wirklich kurz nachdem wir hier im Nebel langgefahren waren.
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| Foto: mbl.is/ Sigur Bogi |
Bereits am Sonntag hatte es eine Wetterwarnung gegeben, vor starken Winden und Windböen. Und da hatte es mehrere witterungsbedingte Unfälle gegeben. So hatte der Wind am Sonntag mehrere Anhänger von der Straße geweht und umgekippt. Die Ringstraße musste kurzzeitig gesperrt werden, sowohl über die Hellisheiði nach Süden als auch nach Norden über die Holtavörðuheiði (Hochebene ca. 40 km nördlich von Bifröst).
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| Foto: mbl.is |
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| Foto: Heiðrún Hauksdóttir / Hið raunverulega Bakland Ferðaþjónustunnar |
Auf der Webcam der isländischen Straßenverwaltung kann man gut erkennen, dass der umgestürzte Anhänger auf der Höltavörðuheiði aktuell dort immer noch neben der Straße liegt.
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| Quelle: umferdin.is |
Gutes Wetter nur im Osten
Und derweil sehe ich in den isländischen Nachrichten die Meldungen, dass am Wochenende im Osten der Insel Temperaturen über 25° gemessen wurden, herrlichstes Wetter, Sonnenschein, die Campingplätze sind überfüllt, die Inlandsflüge in den Osten ausgebucht - aber hier bei uns zeigt sich der isländische Sommer von seiner kühlen, feuchten Seite.
Laut Wettervorhersage wird rund um Reykjavík in den nächsten 10 Tagen sogar das Neunfache der üblichen Regenmenge für diese Zeit erwartet.
Na ja, aber mit 13° und Dauerregen bin ich persönlich sehr viel glücklicher als mit den +30° im deutschen Sommer derzeit... und schaue halt weiter aus dem Fenster in die graue Regensuppe und den Nebel. Irgendwann werden die Berge, die hier eigentlich im Hintergrund sind, schon wieder auftauchen..!

























