Island-Fan Kochbuch – Traditionelle isländische Rezepte & isländische Essenskultur  

Mittwoch, 25. März 2026

Føroysk rabarbutriffla

Färöisches Rhabarber-Triffle


Das hier ist ein Rezept für ein klassisches färöisches Schicht-Dessert, mit selbstgebackenem Baiser-Boden mit Haselnüssen, der in Stücke gebrochen wird, einer Schicht Schlagsahne und Creme Fraiche o.ä. und als Abschluss Rhabarber-Kompott. 

Vitamine finden sich in der traditionellen färöischen Küche vor allem im Rhabarber, aber auch in Beeren, Sauerampfer und teilweise auch in Engelwurz. Oft waren es dänische Regierungsbeamte und Geistliche, die als erste in ihren Gärten Rhabarber und Beerensträucher anpflanzten. 

Rhabarber war lange Zeit eines des wichtigsten Grundnahrungsmittel auf den Inseln. Die Pflanze wird in Kuchen und Desserts verwendet, aber auch in Suppen, Marmeladen oder Chutneys - oft als Beilage zu Fleischgerichten. 

Aufgrund des Klimas entwickelt der Rhabarber auf den Färöern (ebenso wie auf Island) fast keine Oxalsäure, daher ist er milder, weniger sauer und kann deutlich länger geerntet und verzehrt werden als in Deutschland, wo Rhabarber wegen dem steigenden Oxalsäure-Gehalt eigentlich nur zwischen März und Juni geerntet werden kann. Auf den Färöern beginnt die Rhabarber-Saison später, typischerweise im Mai / Juni, geht aber bis Ende des Sommers, der Rhabarber kann also noch bis weit in den September hinein geerntet werden. 


Zutaten

2 Eiweiß
200 g Zucker
100 g ganze Haselnüsse
100 g gemahlene Haselnüsse
100 g geschmolzene Butter
Orangenschale

250 g Schlagsahne
250 g Creme Fraiche

1 kg tiefgefrorener Rhabarber in kleinen Stücken
280 g Zucker
1 Prise geriebene Vanille o.ä.
400 ml Wasser 


Zubereitung

Das Eiweiß sehr steif schlagen. 


Den Zucker langsam einrieseln lassen und dabei immer gut schlagen. 


Die Nüsse, die gemahlenen Nüsse, die Butter und die Orangenschale oder das Orangen-Aroma hinzugeben und gründlich verrühren.


In eine mit Backpapier ausgelegte Backform geben, verstreichen...


... und bei 180° Ober-Unter-Hitze ca. 30 Minuten lang backen, bis der Teig schön goldbraun geworden ist. 

Gut abkühlen lassen und dann zerkrümeln.


Den aufgetauten Rhabarber mit 140 g Zucker bestreuen und mindestens 15 Minuten lang ziehen lassen.


Wasser, Vanille und den restlichen Zucker in einen Topf geben und bei geringer Hitze zu einem dicken Sirup einkochen.


Den eingelegten Rhabarber hinzugeben und erwärmen (aber nicht komplett weichkochen lassen). 



Den Rhabarber abkühlen lassen.

Die Sahne steifschlagen, dann die Creme Fraiche unterrühren.


Das Dessert in Gläsern anrichten:

Erst das zerkrümelte Haselnuss-Baiser in die Gläser füllen, ...


... dann die Sahne-Creme darauf geben ...


... und zum Schluss noch den Rhabarber darüber verteilen. 


Guten Appetit! Oder auf Färingisch / Färöisch (færøsk): Væl gagnist! 



Dienstag, 24. März 2026

Føroyskur kjøtdrýlur við grønmeti

Färingisches Fleischbrot mit Gemüse


Dieses Rezept war übrigens das erste färingische Rezept, das ich ausprobiert habe - ich hatte meinem Mann mein Kochbuch aus Tórshavn in die Hand gedrückt und ihm gesagt, er soll sich etwas aussuchen, was ich dann kochen - und seine Wahl ist dann auf diesen "Hackbraten" gefallen.

Das "Kjøtdrýlur" wird traditionell mit brauner Sauce ("javningur av hveitimjøli") und Kartoffelbrei ("eplamorl") serviert. 

Der klassische Kartoffelbrei ("eplamorl") auf den Färöern wird aus Kartoffeln, Milch, Margarine, Salz, Pfeffer und ein bisschen Zucker zubereitet.

"Drýlur" ist eigentlich ein traditionelles, ungesäuertes Brot. Ich nehme an, der Hackbraten wird als "Fleisch-Drýlur" bezeichnet, weil der fertige Braten diese klassische Brotform hat. 


Zutaten für das Fleisch

500 g Hackfleisch
1 Ei
4 - 5 EL Paniermehl
100 ml Milch
2 TL Salz
1/2 TL Pfeffer

50 g Margarine
3 Karotten
1 - 2 Stangen Lauch
2 Zwiebeln
300 ml Wasser

Zutaten für die Sauce

500 ml Gemüsebrühe
150 ml kaltes Wasser
60 g Weizenmehl
1 - 2 EL Soja-Sauce


Zubereitung

Den Backofen auf 180° Ober-Unter-Hitze vorheizen.

Das Hackfleisch mit dem Ei, dem Paniermehl, Milch, Salz und Pfeffer vermischen.
 


Die Fleischmasse mit feuchten Händen zu einem länglichen "Brot" formen und in eine eingefettete, feuerfeste Form legen.


Das Gemüse waschen, putzen und in kleine Stücke schneiden. 




Die Margarine in einer Pfanne erhitzen und das Gemüse darin anbraten.


Das Gemüse dann über das Fleisch geben und mit dem Wasser übergießen.


Die feuerfeste Form dann in den vorgeheizten Backofen stellen und bei 180° Ober-Unter-Hitze ca. 30 bis 40 Minuten backen. Ggf. die letzten 10 Minuten etwas Wasser abgießen, damit das "Fleischbrot" ein bisschen Kruste / festen Rand bekommt.



Zubereitung der Sauce

Die Flüssigkeit in einem großen Topf erhitzen.

Das kalte Wasser in eine Rührschüssel geben, das Weizenmehl darüber streuen und alles ganz gründlich verrühren.

Die Mehl-Wasser-Mischung dann unter ständigem Rühren in die heiße Flüssigkeit einrühren. 

Die Sojasauce hinzugeben und gründlich verrühren.

Das "Kjøtdrýlur" mit der braunen Sauce ("javningur av hveitimjøli") und Kartoffelbrei ("eplamorl") servieren.


Guten Appetit! Oder auf Färingisch / Färöisch (færøsk): Væl gagnist! 



Montag, 23. März 2026

Føroyskt grønmeti úr pannuni

Gemüse aus der Pfanne


Aufgrund des unwirtlichen Klimas mitten im Nordatlantik wächst nicht viel auf den Färöern. Wichtiger Bestandteil der Küche sind traditionell verschiedene Wurzelgemüse, insbesondere Rüben und Karotten. Kartoffeln gehören seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln auf den Inseln. 

Daher habe ich hier als Beilage zu Fleisch- oder Fischgerichten ein Rezept mit Karotten und Kartoffeln für Euch - interessanterweise heißt das Rezept "grønmeti úr pannuni", also "Gemüse aus der Pfanne". Wenn man jetzt noch Rüben dazu geben würde, wären damit die wichtigsten klassischen "Gemüsesorten" der Färöer abgedeckt. Es wächst halt nicht viel - und wenn der Sommer mal wieder kurz und verregnet ist, kann die Ernte auch schon sehr überschaubar ausfallen... 


Zutaten

600 g Karotten
600 g gekochte Kartoffeln
2 EL gesalzene Butter
2 - 3 TL getrocknetes Liebstöckel (Maggikraut)


Zubereitung

Die Karotten waschen, putzen und schälen, dann schräg in etwa 1,5 cm dicke Scheiben schneiden.


In einer großen Pfanne die Butter schmelzen lassen.

Die Karottenstücke in der Butter weichdünsten.


Die gekochten Kartoffeln etwas zerkleinern und zum Erwärmen mit in die Pfanne geben.



Den getrockneten Liebstöckel über das Gemüse in der Pfanne geben.


Das Ganze warm servieren.


Guten Appetit! 


Oder auf Färingisch / Färöisch (færøsk): Væl gagnist!