Island-Fan Kochbuch – Traditionelle isländische Rezepte & isländische Essenskultur  

Montag, 31. August 2026

Rækjuídýfa

Garnelen-Dipp


Falls Ihr bei Gelegenheit Besuch erwartet oder Euch selbst einmal ein bisschen verwöhnen wollt, habe ich hier ein Rezept für einen frischen Garnelen-Dipp für Euch - mit Garnelen, Frischkäse, Zitronensaft und Worcester-Sauce sowie Salz und Pfeffer und einer schönen Portionen Schnittlauch.

Bei mir gab es das heute zum Mittagessen und die Mischung aus dem weichen Dipp mit der Garnelen und den knackigen frischen Gurkensticks fand ich ausgesprochen lecker! 

Ach so - "Garnelen" heißen auf Isländisch "rækjur", damit sind große "Krabben" gemeint, nicht die kleinen "Nordseekrabben". Die Nordseekrabbe heißt auf Isländisch sandrækja. 


Zutaten

250 g gekochte Garnelen
300 g Frischkäse mit Kräutern
2 TL Zitronensaft
2 TL Worcester-Sauce
1/2 TL grobes Meersalz
1 Prise schwarzer Pfeffer
2 TL gehackte Petersilie


Zubereitung

In einer Schüssel den Frischkäse mit dem Zitronensaft, der Worcester-Sauce, Salz, Pfeffer und Petersilie verrühren.


Von den gekochten Garnelen 3/4 auf einen Teller geben und kleinschneiden.


Die kleingeschnittenen Garnelen gründlich mit der Frischkäse-Mischung vermischen.



Den Dipp in zwei Gläser füllen, mit den restlichen Garnelen und etwas Petersilie und ggf. noch schwarzem Pfeffer dekorieren und mit Crackern oder frisch geschnittenem Gemüse servieren. 



Sonntag, 30. August 2026

Mein Wort der Woche: Brúðkaup

Brúðkaup = Hochzeit


Mein Wort der vergangenen Woche war Brúðkaup. Hochzeit. Das Wort hat meine ganz private, persönliche Woche geprägt - mein ältester Sohn hat nämlich geheiratet. In Deutschland. Erst standesamtlich und am Tag danach folgte die freie Trauung.

Heiraten in Island 

In Island gibt es grundsätzlich drei verschiedene Formen, wie man rechtswirksam heiraten kann:

Kirchliche Eheschließungen werden meist von Geistlichen der evangelisch-lutherischen Nationalkirche, der katholischen Kirche oder Geistlichen der neu-heidnischen Ásatrúarfélagið durchgeführt. Auch andere in Island registrierte Glaubensgemeinschaften (wie muslimische, jüdische oder buddhistische Gemeinden) dürfen rechtsgültige Ehen schließen, wenn der jeweilige Amtsträger die staatliche Zulassen beantragt und erhalten hat. 




Standesamtliche Trauungen werden auf Island vom zuständigen Sýslumaður, dem jeweiligen Bezirksamtmann, oder dessen Vertretern durchgeführt.

Gebäudekomplex in Selfoss,
in dem Polizei und Sýslumaður untergebracht sind

Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich von speziellen staatlich zertifizierten Traurednern verheiraten zu lassen.

Nach der Hochzeitszeremonie wird die Ehe schließlich dann im nationalen Register eingetragen.

Anders als in Deutschland gibt es nur eine Eheschließung, man muss also nicht erst standesamtlich und dann in einer kirchlichen oder freien Trauung heiraten.

Hochzeitsfotos - Foto-Shooting auf Island

Island ist eine traumhafte Kulisse für Hochzeitsfotos. Viele Fotografen haben sich daher extra auf Hochzeits-Shootings auf Island spezialisiert. Und als Island-Reisender begegnet man oft Hochzeitspaaren beim Foto-Shooting, z.B. bei Wasserfällen wie dem Seljalandsfoss, dem Skógafoss oder dem Kvernufoss, oder beim schwarzen Strand von Reynisfjara.



Brúðkaup - Hochzeit

"Brúðkaup" bedeutet wörtlich übersetzt "Braut-Kauf". Wichtige Vokabel sind "Braut" (= "brúður"), "Bräutigam" (= "brúðgumi"), "Trauung" (= "gifting" oder "hjónavígsla") und "Ehe" (= "hjónaband"). Ein "Ehepaar" heißt "hjón". 

Hochzeitstorte

Ein wichtiges Wort ist natürlich auch "brúðarterta", also "Hochzeitstorte". 

Auch auf Island ist eine Hochzeitstorte wichtiger Bestandteil einer Hochzeitsfeier. Die traditionelle isländische Hochzeitstorte war oft ein "kransakaka", ein Turmkuchen aus mehreren Marzipan-Kränzen in verschiedenen Größen, die aufeinander gestaptelt werden und wunderschön dekoriert.

Mittlerweile sind auch mehrstöckige, aufwendige Sahnetorten, Schokoladentorten oder Torten mit Fondant sehr beliebt. Die Hochzeitstorte wird oft bei einer spezialisierten Konditorei bestellt, aber natürlich kann man auch selber backen.

Ich habe meinen Sohn und seine Frau mit einer mehrstöckigen Schokoladentorte überrascht. Das Hochzeitspaar, das ich auf die Torte gesetzt habe, haben wir durch einen glücklichen Zufall im Secon-Hand-Laden in Selfoss gefunden. Natürlich musste das süße Paar mit!


In diesem Sinne - viel Spaß bei unserem Video zu meinem Wort der Woche "Brúðkaup"!




Súkkulaðibomba

Schokoladenbombe


Dies hier ist ein isländisches Rezept für eine echte "Schokoladen-Bombe", eine zweistöckige reichhaltige Schoko-Torte mit einer leckeren Creme aus Frischkäse und Mascarpone. Beim Dekorieren der Torte kann man sich herrlich austoben! 

Bei mir ist z.B. eine richtige Brúðarterta (Hochzeitstorte) daraus geworden, zur Hochzeit von Kind 2 und seiner frisch gebackenen Frau.

Im isländischen Original-Rezept wird AB-Mjólk verwendet, die es in Island in ganz vielen verschiedenen Versionen gibt. Hier in Deutschland habe ich die AB-Mjólk 1:1 durch Dickmilch ersetzt. Alternativ könnte man aber auch Naturjoghurt nehmen.


Zutaten

460 g Mehl
180 g Zucker
4 Eier 
500 ml AB-Milch
250 ml Sonnenblumenöl
80 g gehackte Schokolade
60 g Kakaopulver
2 TL Backpulver
1 TL Natron
Vanille-Extrakt

400 g Frischkäse
350 g Mascarpone
250 g Puderzucker
2 - 3 EL Back-Kakao

ggf. noch geraspelte Schokolade, gehackte Nüsse o.ä.


Zubereitung

Alle Zutaten für den Teig zusammen rühren.

In zwei Backformen (24 cm Durchmesser) geben und im vorgeheizten Backofen bei 200° Ober-Unter-Hitze jeweils 20 Minuten lang backen. 

Den beiden Tortenböden aus dem Ofen holen und gründlich abkühlen lassen.

Für die Creme den Frischkäse mit dem Mascarpone und dem Puderzucker sowie dem Back-Kakao in eine große Schüssel geben und gut verrühren, dass eine einheitliche Creme entsteht.


Die Creme in zwei Portionen teilen. Jeweils eine Tortenspritze voller Creme für die Deko beiseite stellen.

Den ersten Tortenboden auf eine Tortenplatte o.ä. legen, mit der Tortenspritze ein Muster rundum aufspritzen und dann den Rest der ersten Portion Creme auf dem Tortenboden verstreichen. 

Den zweiten Tortenboden aufsetzen, mit der zweiten Portion Creme bestreichen, nach Geschmack noch mit geraspelter Schokolade, gehackten Nüssen o.ä. bestreuen und zum Schluss die Torte noch mit der Creme aus der zweiten Tortenspritze verzieren.


Zum Schluss wird dann ggf. noch die besondere Torten-Deko eingepasst.


Die fertige Torte dann mind. 4 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen und anschließend gut gekühlt servieren.


Alternativ kann man auch nur einen Tortenboden mit Kakao backen, den anderen ohne, damit sich ein farblicher Kontrast ergibt, und auch bei der Creme nur eine Hälfte mit Kakao zubereiten. Da kann man sich herrlich austoben!