Island-Fan Kochbuch – Traditionelle isländische Rezepte & isländische Essenskultur  

Sonntag, 22. Februar 2026

Í sex ár

Seit sechs Jahren


Das obere Foto hier ist heute vor genau 6 Jahren entstanden, am 22. Februar 2020. Das erste Foto von meinem Mann und mir und unserem Island-Haus. Das untere Foto von uns dreien ist relativ aktuell, von Silvester 2025. 

Schon 6 Jahre Island-Haus für uns..!

Der 22. Februar 2020 war ein Samstag. Nachdem wir mehrere Häuser besichtigt hatten und uns viele Gedanken gemacht hatten, welches davon "das Richtige" für uns wäre, waren wir am Freitagabend bei der Maklerin und gaben ein Gebot für "unser Haus" ab. Das Gebot war bindend bis Samstagmittag um 14 Uhr. 

Um kurz vor 12 kam dann der Anruf der Maklerin - die Verkäufer waren einverstanden, sie hatten unterschrieben! Wir hatten den Zuschlag!

Am Samstag waren wir danach, nach Rücksprache mit der Maklerin und den Vorbesitzern, noch einmal in "unserem Haus". Haben es noch mal im Detail ausgemessen, für anstehende Anschaffungen, und waren einfach nur restlos glücklich, dass unser Traum vom eigenen Häuschen auf Island in Erfüllung gegangen ist! 


Heute ist dieser Tag genau 6 Jahre her und unser Traum vom eigenen Häuschen auf Island ist immer noch Realität. Ein wichtiger Teil unseres Lebens. Ob es uns leid tut, dass wir unser Haus gekauft haben..? Nein, kein bisschen!!! 

Ob wir es gekauft hätten, wenn wir damals gewusst hätten, was alles auf uns zu kommen würde und was so ein Häuschen auf Island bedeutet..? Ehrlich gesagt, ich bin nicht ganz sicher. Aber ich glaube schon!

Am 22.02.2020, an dem Tag, als wir die Zusage für unser Haus bekamen, wurden in Italien die ersten beiden Corona-Toten in Europa gemeldet. Mitte März 2020 kam dann der Lockdown. Auch in Island. Reisen war nicht mehr möglich. Es gab keine Flugverbindungen mehr. Die Post nach Island, um Dokumente für den Hauskauf vorzulegen, dauerte 3 Wochen. Alles dauerte. 

Am 20. Juni 2020 flog dann mein Mann mit einem der ersten Flieger, die wieder nach Island gingen, nach Keflavík, um unser Haus zu übernehmen - den endgültigen Übergabevertrag unterschreiben, die Kaufpreiszahlung überweisen, einziehen. Auch das wurde noch mal aufregend, aber letztlich ging doch alles gut - seit Dienstag, den 23. Juni 2020, sind wir überglückliche Besitzer eines Sommerhauses auf Island. Unser Stückchen Island, unser Paradies!


In der ersten Zeit war regelmäßig der Klempner da, bis schließlich alles heil war und richtig funktionierte, kaltes Wasser, Heißwasser, Leitungen, Armaturen, Hot Pot... Aber dank unseres engagierten Klempners ließ sich das alles lösen! 


Eine unserer ersten "Amtshandlungen" im neuen Haus war ein kleines Make-Over für die Küche. Die Unterschränke waren teilweise nicht mehr so ganz fit, da haben wir dann gespachtelt und schwarz gestrichen. An den Oberschränken haben wir einheitlich neue Knöpfe angebracht, Holzknöpfe, die wir ebenfalls schwarz angemalt haben - die Auswahl an Knöpfen und Griffen bei Ikea oder im Baumarkt war überschaubar. 


Und natürlich steht ständig etwas an, was zu tun ist, Arbeiten am Haus.

Normalerweise streichen wir jedes Jahr im Sommer entweder das Haus oder die Terrassendielen. Es stehen immer wieder irgendwelche Reparatur-Arbeiten an. Auf Empfehlung mehrerer Nachbarn haben wir auch eine Wärmepumpe einbauen lassen - und dadurch schon ordentlich Strom gespart. 


Letzten Sommer hatten wir auch eine größere Renovierungs-Aktion - wir haben im Wohnzimmer neun Fenster ausgetauscht. Mann und Sohn haben das Projekt souverän gestemmt und jetzt haben wir wieder wunderschönen Ausblick! 


Im ersten Sommer hatte mein Mann, für unseren ersten größeren Familien-Besuch, schon das "svefnloft" überarbeitet, also den "Schlafboden" oben im Haus. Jetzt können wir dort auch schöne Schlafplätze bieten - ideal besonders für kleine Besucher. 


Im Herbst 2022 hatten wir unvermutet einen Fenstersturz. Eines Abends, als mein Mann das Fenster im Arbeitszimmer öffnete, um das Nordlicht draußen besser fotografieren zu können, verabschiedete sich plötzlich das Fenster. Es schwang nach draußen auf - und verschwand lautlos in der Dunkelheit. Das Scharnier war ausgebrochen. Wir sind dann mit der Taschenlampe rausgestürmt - und fanden das Fenster, verkehrt herum an die Hauswand gelehnt, als ob es einer da hingestellt hätte. Sogar die Scheibe hatte den Sturz überstanden! 

Mein Mann konnte dann das Fenster nehmen, es wieder in den Rahmen klemmen und 
es provisorisch sichern. Ein Glück - bei -15° Außentemperatur. Am nächsten Tag war dann mal wieder ein Besuch im Baumarkt fällig. 


Auch sonst stellt der Winter in Island uns immer wieder vor Herausforderungen.


So mussten wir uns bei der Ankunft bei unserem Häuschen schon durch meterhohen Schnee bis zur Haustür durchgraben. 

Und wir haben es auch regelmäßig, dass wir im Haus eingeschneit sind und mit dem Auto nicht wegfahren konnten. Manchmal konnten wir uns durchschaufeln, manchmal nicht, blieben wir eben ein, zwei Tage zu Hause. Was nicht geht, geht halt nicht. 


Bei großem Frost friert uns auch öfter mal die Wasserleitung zum Haus ein (obwohl wir eigentlich einen Heizdraht um die Leitung haben, aber auch der kommt offenbar an Grenzen). Ich habe schon Schnee gekocht, damit wir zumindest unsere Toilette nutzen konnten. Aber mittlerweile sind wir routiniert und haben immer mehrere große Wasserflaschen im Haus stehen. Und wir wissen auch, wie wir das vereiste Schloss an der Schuppentür mit Fön und Verlängerungsschnur auftauen können und die Wasserleistung mit umgewickelten Wärmekissen langsam wieder auftauen - zumindest bisher hat das zum Glück immer wieder geklappt und spätestens bei 8 - 10 Stunden hatten wir dann wieder Wasser. 

Wir hatten es auch schon mal, dass es im Haus so kalt war, dass sich die Wasserleitungen gelöst hatten und das Wasser überall spritzte, als wir das Wasser angestellt haben. Aber die Leitungen ließen sich zum Glück problemlos wieder ineinander stecken und halten seitdem dicht.

Und natürlich haben wir es auch schon geschafft, im Winter auf dem Weg zum Haus mit dem Auto im Graben zu landen. Und wieder hatten wir riesiges Glück, wir hatten sofort Helfer, weitere Nachbarn kamen auch noch zu Hilfe - und letztlich hat uns der Bauer von nebenan souverän wieder rausgezogen. 


Auch mit Reifenpannen haben wir im letzten Jahr Erfahrungen gesammelt... aber bisher ist alles gut ausgegangen!


Mit Strom-Problemen haben wir mittlerweile auch Erfahrung. Bei Tauwetter und starkem Wind aus der falschen Richtung ist regelmäßig die Sicherung rausgeflogen. Aber zum Glück ist der Freund von unserem Freund gelernter Elektriker und konnte erste Hilfe leisten. Die meisten Probleme haben sich lösen oder zumindest umgehen lassen. Manchmal ist unser Haus immer noch plötzlich "offline", da ist dann immer die Frage - ist nur der Router ausgefallen oder der Strom im Haus..? (Heute war es zum Glück nur der Router, nicht der Strom - Heizung und Kühl- und Gefrierschrank liefen weiter.)

Und dankenswerter Weise haben wir liebe Menschen in Island gefunden, die einspringen und helfen, wenn es mal wieder Schwierigkeiten gibt! 

Bei meinem Terrassensturz letzten Sommer hatte ich letztlich auch sehr viel Glück im Unglück. 

Ich wollte mit dem Einkauf schwer beladen schnell ins Haus, dabei brach ein Brett unter mir durch und ich fiel. Ich steckte dann mit einem Bein in der Terrasse fest, war mit dem Kopf vornüber gekippt, hatte mir die Brille zerbrochen, blutete kräftig über dem Auge und hatte mir beim Aufprall auch noch die Schulter ausgekugelt. Es hat ein bisschen gedauert, bis Mann und Kind mich zumindest erst einmal in eine sitzende Position bringen konnten. Und irgendwann haben wir es mit vereinten Kräften auch noch geschafft, mein Bein wieder frei zu bekommen. 

Aber auch hier hatte ich Glück: Die große, blutende Stelle an der Stirn war letztlich nur eine kleine Verletzung. Der Optiker in Selfoss konnte meine zerbrochene Brille wieder kleben. Mein Bein macht keinerlei Probleme mehr. Nur mit der Schulter habe ich immer noch Probleme. Das könnte durchaus bis zu 1,5 Jahren dauern, bis sich das wieder normalisiert, meint der Therapeut. Na ja, ein halbes Jahr habe ich ja schon geschafft... 


Natürlich gibt es auch immer wieder restlos schöne Momente in unserem geliebten Island-Haus!



Von rausgefallenen Fenstern, eingefrorenen Wasserleitungen, herumspritzendem Wasser, gebrochenen Terrassendielen, immer wieder Stromausfällen, anstehenden Renovierungsarbeiten ... - unser Haus auf Island stellt uns immer wieder vor Herausforderungen. 


Und so blicken wir heute auf 6 wundervolle, spannende, aufregende Jahre in unserem Haus auf Island zurück und können im Brustton der Überzeugung sagen: Es tut uns kein bisschen leid, dass wir unser Haus gekauft haben und mittlerweile ein Teilzeit-Leben auf Island haben! Danke! 



Dienstag, 17. Februar 2026

Touristen-Programm im Winter

Tagesausflug am Golden Circle


Habt Ihr Lust auf ein paar Schnappschüsse von Island im Winter..?

Im Januar hatten wir tagelang wirklich richtig gutes Wetter. Zwar ordentlich kalt, kein Schnee, aber dafür strahlend blauer Himmel, traumhaftes Licht und wunderschöne Sonnenuntergänge und nachts tanzten die Nordlichter am Himmel über uns.

Einen Tag haben wir uns dann einfach mal frei genommen und sind mit dem Auto los, Touristen-Programm. 

Der große Touristen-Ansturm vor und nach Silvester war schon durch und so konnten wir ohne Menschenmassen unsere Lieblings-Hot-Spots rund um den Golden Circle besuchen. 

Früh aufstehen mussten wir auch nicht, Sonnenaufgang war schließlich erst gegen 11 Uhr. So konnten wir in Ruhe aufstehen und frühstücken, bevor wir aufgebrochen sind. Schon beim Losfahren hatten wir traumhaftes Licht - und der Vollmond kullerte als große, leuchtende Kugel die Berge hinunter. 


Den ersten Stopp haben wir beim Geysir im Haukadalur gemacht. 

Keine Ahnung, wie oft wir schon beim Geysir waren, vor allem seit wir im Februar 2020 das Gebot für unser Island-Haus abgegeben und im Juni 2020 das Haus tatsächlich übernehmen konnten. Jetzt wohnen wir gar nicht so weit weg vom Geysir. Aber ich fahre wirklich immer noch jedes Mal so gerne wieder hin und stehe glücklich am Geysir Strokkur und bestaune die Ausbrüche. 

Und es sieht doch jedes Mal wieder anders aus, die Aktivität wechselt... 

Immer wieder schön - und bei so traumhaften Wetter und herrlichem Licht ganz besonders!  


Ich finde es auch immer wieder so schön, wenn die Sonne im isländischen Winter so tief steht, dass das Licht Schatten unter dem Auto hindurch wirft und man sogar die Räder richtig gut erkennen kann, wenn der Schatten unseres Autos neben uns herfährt. 


Der nächsten Stopp war bei der Úthlíðarkirkja, nahe an der Straße 37 auf dem Weg vom Geysir nach Laugarvatn. 

Wir sind schon oft hier vorbeigefahren und haben uns über die Architektur der kleinen Kirche gewundert, jetzt haben wir endlich einmal angehalten, als das Kirchlein uns so herrlich im rotgoldenen Sonnenlicht anstrahlte.  


Den letzten Stopp haben wir am Brúarfoss gemacht. 

Für mich ist dieser Wasserfall definitiv einer meiner Lieblings-Wasserfälle auf ganz Island. Ich finde das türkis-weiße Wasser, das sich hier in Kaskaden strudelnd in die Tiefe stürzt, einfach nur wunder-, wunderschön! 


Nachmittags konnten wir dann immer wieder traumhafte Sonnenuntergänge genießen. Das Foto hier von der Kirche in Selfoss habe ich gegen 16.30 Uhr beim Vorbeifahren von der Brücke gemacht (natürlich als Beifahrer!). 


Und nachts tanzten immer wieder die Nordlichter über uns. Auch davon werde ich nie genug bekommen können!



Sonntag, 15. Februar 2026

Bollapartý

Karnevalskrapfen auf Isländisch



Karneval ist auf Island eigentlich keine große Sache, aber am Rosenmontag (und überhaupt am Karnevalswochenende) gehört es auf Island dazu, bollur zu essen. 

Ein "vatnsdeigsbolla" (Plural: bollur) ist ein Ballen aus Brandteig. 

Dabei ist das Wort "bolla" ein Lehnwort, es stammt nicht aus dem Isländischen und wird deshalb auch "bolla" gesprochen, mit Doppel-L. 
Nicht zu verwechseln mit dem männlichen Wort "bolli" (= "Tasse"), im Plural "bollar". Das ist ein isländisches Wort und deshalb wird das Doppel-L hier als "tl" gesprochen. Allerdings ist die Form im Genitiv Plural bei beiden Worten "bolla", einmal gesprochen "bolla" (bei Ballen) und das andere Mal gesprochen "botla" (bei Tassen). Eine "bollapartý" könnte also sowohl eine Ballen-Party als auch eine Tassen-Party sein.

Rosenmontag ist auf Island "bolludagur", also "Ballen-Tag". Falls Ihr für morgen noch typisch isländische Ballen backen wollt, schön üppig mit Sahne, Früchten und Schokolade gefüllt und verziert, und dann mit lieben Leuten eine "bollapartý" feiern wollt, findet Ihr hier auf dem Blog verschiedene Rezepte, von Hefe-Bällchen mit Himbeer-Sahne bis zu Brandteig-Ballen mit Karamell-Füllung

Guten Appetit!