Island-Fan Kochbuch – Traditionelle isländische Rezepte & isländische Essenskultur  

Dienstag, 14. Juli 2026

Sumarveður á Íslandi

Sommerwetter auf Island 


Letztes Wochenende hatten wir richtig tolles Wetter, sonnig, an die 20° und strahlend blauen Himmel. Herrlich! 

Aber seitdem sitzen wir die letzten 10 Tage gefühlt im Dauerregen und das bei maximal 13°. 

Okay, tatsächlich regnet es mal mehr und mal weniger, richtig "Wolkenguss" ist selten, es gibt sogar kurze Pausen, wo es tatsächlich mal fast nicht oder sogar gar nicht regnet. Aber alles in allem haben wir penetranten Dauerregen, gerne auch mal waagerecht durch den Wind, und der Regen durchfeuchtet alles so richtig schön gründlich... Ach so, "durchnässt" heißt auf Isländisch "gegnvott" oder "gegnblautt". ("Klitschnass" wäre dann "hundvott" oder "rennblautt".)

Gestern Nachmittag waren wir für ein paar Besorgungen in Reykjavík. Die Fahrt über die Hellisheiði war nicht so richtig schön. Hier bei uns war die Sicht noch okay, aber hinter Hveragerði hüllten sich die Berge schlagartig in dichten Nebel. In Reykjavík war das Wetter dann wieder besser oder zumindest weniger neblig, aber zurück dasselbe - kaum Sicht und dichter Nebel, teilweise keine 50 Meter Sicht und wenn man die Scheinwerfer seines Vordermanns verlor, war das schon unpraktisch beim Fahren... Bei Kambar war kaum der Aussichtsplatz zu sehen, geschweige denn die Aussicht. 

Kambar ist der Name des steilen Hangs, der sich von der Hellisheiði bis nach Ölfus, westlich von Hveragerði, erstreckt. Die Ringstraße führt hier entlang und runter von der Hellisheiði nach Hveragerði. Es gibt hier einen kleinen Parkplatz, von dem aus man - bei gutem Wetter - eine fantastische Aussicht hat, bis zum Seljalandsfoss und den Westmänner-Inseln. 

Wir sind gestern vielleicht gegen 18 Uhr hier lang gekommen, waren dann noch in Hveragerði einkaufen. Als wir schließlich nach Hause kamen, sah ich online beim Morgunblaðið eine Meldung von 19.49 Uhr, dass gestern Nachmittag hier bei Kambar ein Auto von der Ringstraße abgekommen war und sich überschlagen hatte. Wahrscheinlich führte die schlechte Sicht vor Ort zu dem Unfall. Laut Polizei wurde der Fahrer zur medizinischen Versorgung gebracht, soll aber wohl zumindest nicht schwer verletzt sein. 

Die Ringstraße musste wegen des Unfalls gestern auch nicht gesperrt werden. Es reichte, kurzzeitig die Fahrbahn zu sperren, während das Fahrzeug entfernt wurde. Um 19.49 Uhr, als die Meldung online erschien, war der Fahrer versorgt und das Auto bereits geborgen. Der Unfall muss also passiert sein wirklich kurz nachdem wir hier im Nebel langgefahren waren. 

Foto: mbl.is/ Sigur Bogi

Bereits am Sonntag hatte es eine Wetterwarnung gegeben, vor starken Winden und Windböen. Und da hatte es mehrere witterungsbedingte Unfälle gegeben. So hatte der Wind am Sonntag mehrere Anhänger von der Straße geweht und umgekippt. Die Ringstraße musste kurzzeitig gesperrt werden, sowohl über die Hellisheiði nach Süden als auch nach Norden über die Holtavörðuheiði (Hochebene ca. 40 km nördlich von Bifröst).  

Foto: mbl.is

Foto: Heiðrún Hauksdóttir / Hið raunverulega Bakland Ferðaþjónustunnar

Auf der Webcam der isländischen Straßenverwaltung kann man gut erkennen, dass der umgestürzte Anhänger auf der Höltavörðuheiði aktuell dort immer noch neben der Straße liegt. 

Quelle: umferdin.is

Gutes Wetter nur im Osten

Und derweil sehe ich in den isländischen Nachrichten die Meldungen, dass am Wochenende im Osten der Insel Temperaturen über 25° gemessen wurden, herrlichstes Wetter, Sonnenschein, die Campingplätze sind überfüllt, die Inlandsflüge in den Osten ausgebucht - aber hier bei uns zeigt sich der isländische Sommer von seiner kühlen, feuchten Seite. 

Laut Wettervorhersage wird rund um Reykjavík in den nächsten 10 Tagen sogar das Neunfache der üblichen Regenmenge für diese Zeit erwartet. 


Na ja, aber mit 13° und Dauerregen bin ich persönlich sehr viel glücklicher als mit den +30° im deutschen Sommer derzeit... und schaue halt weiter aus dem Fenster in die graue Regensuppe und den Nebel. Irgendwann werden die Berge, die hier eigentlich im Hintergrund sind, schon wieder auftauchen..! 




Montag, 13. Juli 2026

Grillsósa

Grillsauce


Wir hatten am Wochenende lieben Besuch hier und wir haben abends zusammen gegrillt, jeder hatte etwas mitgebracht und mein Beitrag war u.a. diese Grillsauce hier, mit Paprika und Zwiebel.

Ich habe die Grillsauce allerdings für eine Freundin mit Kuhmilchunverträglichkeit ohne Milchprodukte zubereitet, dafür habe ich die Crème fraîche durch 200 g "veganen Frischkäse" und ca. 50 ml "vegane Kochsahne" ersetzen, die ich miteinander verrührt habe. Manchmal gar nicht so einfach, solche Ersatz-Produkte hier in Island im Supermarkt zu bekommen - im Bónus haben wir nur "Milch-Alternativen" gefunden, erst im Krónan gab es dann auch Sachen wie "vegane Butter" und "veganen Frischkäse". 

Das Ergebnis war richtig lecker!


Zutaten

200 g Crème fraîche
1 gelbe Paprika
1/4 rote Zwiebel
1 EL Tomaten-Ketchup
1 Prise grobes Meersalz
1/2 TL Chili-Pfeffer


Zubereitung

Die Paprika waschen und putzen, die Zwiebel schälen. Beides in kleine Stückchen schneiden.



In einer Schüssel die Crème fraîche mit Ketchup, Salz und Pfeffer verrühren und das kleingeschnittene Gemüse unterrühren.

Die Grillsauce als Beilage zu gegrilltem Fleisch oder Würsten servieren.



Die Sauce macht sich aber auch gut als Dipp für kleingeschnittene Gemüse-Streifen. Haben wir für Euch extra ausprobiert, im späteren Verlauf des Abends..! 


Guten Appetit!




Sonntag, 12. Juli 2026

Perlubygg með arfasósu

Perlgraupen mit Mieren-Sauce


Dieses Gericht wird traditionell mit frischer Vogel-Miere zubereitet. 

Wenn man - so wie ich - gerade keine frische Vogel-Miere bekommt, kann man sich auch mit Rucola/Rauke, Feldsalat oder jungem Spinat behelfen. Ich habe mich hier für Rauke (auf Isländisch: klettasalat) entschieden, das habe ich im Supermarkt im Ort bekommen.

Graupen bzw. Perlgraupen (bankabygg bzw. perlubygg) waren bis etwa 1940 fester Bestandteil der isländischen Küche, bevor sie in der Alltagsküche von importierten Produkten wie Reis und Nudeln weitgehend verdrängt wurden. Ich verwende sie mittlerweile sehr gerne beim Essen. 

Gerste auf dem Feld in Vallanes

Der Gerstengraupen-Salat ist übrigens ein Rezept aus der Kategorie "immer schon vegan". Also nicht "veganisiert", sondern wirklich traditionell ohne tierische Produkte. Auch perfekt, wenn der Besuch z.B. keine Kuhmilch-Produkte essen kann.  


Zutaten

300 g Perlgraupen
750 ml Wasser
1 Apfel
1/2 rote Zwiebel
300 g frische Miere
200 ml Apfelsaft
100 ml Rapsöl
grobes Meersalz und frisch gemahlener Pfeffer


Zubereitung

In einem Topf das Wasser zum Kochen bringen, die Perlgraupen hinzugeben und ca. 20 Minuten lang weichkochen. Anschließend das Wasser abgießen und Graupen zum Abkühlen beiseite stellen.


Die halbe Zwiebel schälen und kleinschneiden.

Die Hälfte der Zwiebelstücke mit der Miere bzw. der Rauke o.ä. waschen und beides zusammen mit dem Apfelsaft und dem Rapsöl in den Mixer geben und pürieren. 


Den gewachsenen und geschälten Apfel vierteln und in kleine Stückchen schneiden.


Die restlichen Zwiebelstücke und die Apfelstückchen mit den ausgekühlten Graupen vermischen und mit der grünen Sauce übergießen. Alles gründlich vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den fertigen Salat abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.


Bei uns gab es den grünen Graupensalat am Wochenenden als Beilage zum Grillen mit Freunden.