Island-Fan Kochbuch – Traditionelle isländische Rezepte & isländische Essenskultur  

Montag, 23. März 2026

Føroyskt grønmeti úr pannuni

Gemüse aus der Pfanne


Aufgrund des unwirtlichen Klimas mitten im Nordatlantik wächst nicht viel auf den Färöern. Wichtiger Bestandteil der Küche sind traditionell verschiedene Wurzelgemüse, insbesondere Rüben und Karotten. Kartoffeln gehören seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln auf den Inseln. 

Daher habe ich hier als Beilage zu Fleisch- oder Fischgerichten ein Rezept mit Karotten und Kartoffeln für Euch - interessanterweise heißt das Rezept "grønmeti úr pannuni", also "Gemüse aus der Pfanne". Wenn man jetzt noch Rüben dazu geben würde, wären damit die wichtigsten klassischen "Gemüsesorten" der Färöer abgedeckt. Es wächst halt nicht viel - und wenn der Sommer mal wieder kurz und verregnet ist, kann die Ernte auch schon sehr überschaubar ausfallen... 


Zutaten

600 g Karotten
600 g gekochte Kartoffeln
2 EL gesalzene Butter
2 - 3 TL getrocknetes Liebstöckel (Maggikraut)


Zubereitung

Die Karotten waschen, putzen und schälen, dann schräg in etwa 1,5 cm dicke Scheiben schneiden.


In einer großen Pfanne die Butter schmelzen lassen.

Die Karottenstücke in der Butter weichdünsten.


Die gekochten Kartoffeln etwas zerkleinern und zum Erwärmen mit in die Pfanne geben.



Den getrockneten Liebstöckel über das Gemüse in der Pfanne geben.


Das Ganze warm servieren.


Guten Appetit! 


Oder auf Färingisch / Färöisch (færøsk): Væl gagnist! 



Sonntag, 22. März 2026

Føroysk makrónukaka

Färingischer Makronen-Kuchen


Für die Färinger ist dieser traditionelle Makronen-Kuchen (in diversen Varianten) fester Bestandteil einer klassischen Kaffeetafel auf den Färöern, insbesondere bei festlichen Anlässen, aber auch im Alltag mit Familie und Freunden oder im Café. 

Der Kuchen besteht aus einem Rührteig mit einer Schicht Eischnee-Mandel-Masse mit Mandelaroma - lässt sich zwar nicht schön schneiden, da die Makronen-Schicht oben beim Schneiden schnell bröselt, schmeckt aber definitiv lecker! 


Zutaten

375 g Margarine
300 g Zucker
5 Eigelb
450 g Mehl
5 TL Backpulver

375 g Puderzucker
200 g gemahlene Mandeln
5 Eiweiß
2,5 TL Mandelaroma


Zubereitung

In einer großen Schüssel die Margarine und den Zucker schaumig rühren. 



Nacheinander die einzelnen Eigelb hinzufügen und gut verrühren.


Mehl und Backpulver hinzugeben und gründlich verrühren.



Ein Backblech (ca. 35 x 30 cm) einfetten oder mit Backpapier auslegen und den Teig darauf verstreichen.


In einem hohen Gefäß das Eiweiß steifschlagen. 


Den Eischnee in ein geeignetes Gefäß geben, den Puderzucker hinzufügen und unter den Eischnee ziehen.


Die gemahlenen Mandeln und das Bittermandel-Aroma hinzugeben und verrühren.


Die Mandel-Masse auf dem Teig verstreichen.


Im vorgeheizten Backofen bei 180° Ober-Unter-Hitze im mittleren Einschub ca. 50 Minuten lang backen (Stäbchenprobe!).

Den fertigen Kuchen dann auskühlen lassen und behutsam aus der Form lösen. Vorsicht, die oberste Eischnee-Schicht bricht sehr schnell beim Schneiden!


Guten Appetit! 


Oder auf Färingisch / Färöisch (færøsk): Væl gagnist! 



Donnerstag, 19. März 2026

Føroyskur kalvafiskur í majones

Färöischer Heilbutt in Mayonnaise


Das hier ist wohl ein ziemlich typisches Gericht von den Färöern - eine sehr leckere Resteverwertung von gekochtem Fisch, üblicherweise von gekochtem Heilbutt (kalvi).

Wenn man keinen Heilbutt bekommt (so wie ich hier), kann man sich auch sehr gut mit Kabeljau oder Schellfisch behelfen, habe ich mir sagen lassen. 

Traditionell wird dieses Gericht spätestens seit den 1970er Jahren zum Nationalfest der Färöer am 28./29. Juli zubereitet, zu Ólavsøka, dem zweitägigen Fest zu Ehren vom norwegischen König Olav II. Haraldsson, der am 29. Juli 1030 bei der Schlacht von Stiklestad gestorben ist. Der König wurde nach seinem Tod als Märtyrer verehrt und zeitnah heilig gesprochen. Er gilt als Schlüsselfigur für die Christianisierung in den nordischen Ländern. Olav der Heilige ist der Schutzpatron der Färöer. 

Der kalvasalat wird am Vorabend der Ólavsøka zubereitet, zieht über Nacht gut durch und wird dann am nächsten Tag zum Frühstück, als Mittagessen oder als Snack zwischendurch gegessen. Am 30. Juli bekommen die Gäste die Reste in Plastikboxen mit nach Hause. 

Ich habe verschiedene Rezepte für "kalvafiskur í majones" gefunden - alle etwas unterschiedlich, wichtig ist aber, dass unbedingt reichliche Mayonnaise verwendet wird.

Traditionell wird dieses Gericht kalt als Salat oder mit dunklem Roggenbrot mit Sauerteig (rugbreyð) gegessen.


Zutaten 

400 g gekochten Heilbutt 
200 g Krabben

300 g Mayonnaise 
200 g Schmand
1 EL Senf
1 - 2 EL Zitronensaft
1 - 2 TL Currypulver

1 Bio-Gurke 
1 rote Zwiebel
1 kleines Glas Kapern


Zubereitung

Der Fisch ist in Salzwasser gekocht und anschließend gut ausgekühlt. 

In einer Schüssel die Mayonnaise mit dem Schmand, dem Senf, dem Zitronensaft und dem Currypulver verrühren.


Die Zwiebel schälen und klein schneiden. 


Die kleingeschnittene Zwiebel und die abgetropften Kapern zum Dressing hinzugeben. 


Die Gurke waschen, knapp die halbe Gurke für die Deko in dünne Scheiben schneiden, die andere halbe Gurke vierteln und in dünne Stücke schneiden. Die Gurkenstückchen ebenfalls zur Mayonnaise geben und verrühren. 


Den gekochten, kalten Fisch in kleine Stückchen zerrupfen...


... und mit der Mayonnaise verrühren.


Die Krabben nach Bedarf waschen. Einige der Krabben zur Deko beiseite stellen und den Rest mit der Fisch-Mayonnaise verrühren.


Den Fisch, die Gurkenstückchen und die Krabben zu der Mayonnaise geben und alles gründlich verrühren. 


Mit den restlichen Gurkenscheiben und den beiseite gestellten Krabben anrichten und im Kühlschrank mind. 2 Stunden (oder am besten über Nacht) durchziehen lassen. Anschließend gut gekühlt servieren. 


Guten Appetit! Oder auf Färingisch / Färöisch (færøsk): Væl gagnist!