Island-Fan Kochbuch – Traditionelle isländische Rezepte & isländische Essenskultur  

Montag, 22. Juni 2026

Mjólkurhristingur með kaffi og súkkulaði

Milchshake mit Kaffee und Schokolade


Das Thermometer von unserem Island-Haus meldet aktuell sonnige 15°, nur leider sind wir derzeit noch in Deutschland - und ich zerfließe hier bei über 30° tagsüber. Und die ganz große Hitze mit an die 40° tagsüber und mindestens 28° nachts kommt erst noch am Wochenende... 

Eindeutig die falschen Temperaturen für mich, ich fühl mich bei so einer Hitze nicht wohl, ich will dringend nach Island!

Um mich wenigstens ein bisschen runter zu kühlen, habe ich mir nachmittags einen Kaffee-Milchshake gemacht, gewissermaßen einen Kaffee-Shake - oder auf Isländisch: einen kaffisjeik.  


Zutaten für 1 Portion

150 ml Vanille-Eis
100 ml kalter Kaffee
1 - 2 EL frische Milch
1 EL Schokoladensauce

Schlagsahne
Schokoladensauce
ggf. Kaffeegewürz


Zubereitung

Das Vanille-Eis, den kalten Kaffee, die Milch und 1 EL Schokoladensauce zusammen in einen kleinen Mixer geben... 


.... und kräftig mixen.


Zu Deko-Zwecken etwas Schokoladensauce an die Seitenwände vom Glas geben.


Die Eiskaffee-Milch-Mischung ins Glas gießen, mit der Schlagsahne und noch ein bisschen Schokoladensauce anrichten, ggf. noch ein bisschen Kaffeegewürz o.ä. darauf geben und dann direkt genießen.


Guten Appetit!



Sonntag, 21. Juni 2026

Sommerfest bei unserem Isländisch-Lehrer

Wir waren dieses Wochenende unterwegs - unser Isländisch-Lehrer hatte zum Isländischen Sommerfest für seine Schüler eingeladen und wir wollten doch unbedingt mal dabei sein!   

Wir lernen jetzt seit September 2017 bei ihm online Isländisch, waren aber tatsächlich noch nie bei einem Schüler-Fest bei ihm dabei, schließlich wohnen wir doch ein gutes Stück entfernt. Aber dieses Mal hat es gepasst und wir konnten kommen!

Am Freitagvormittag habe ich zum Mitbringen dann noch vegane Zimtschnecken gebacken, zum einen sind die wirklich lecker, zum anderen vertragen sie Hitze im Auto ganz gut. 


Mein Mann konnte am Freitag einigermaßen früh Feierabend machen, danach haben wir zusammengepackt und sind gestartet - und haben uns bei brütender Hitze auf die Autobahn gestellt. Zuerst zeigte das Autothermometer 43° an, auf der Fahrt pendelte die Temperatur sich dann bei "nur" 38° ein. Für mich eindeutig zu viel! Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass unser Auto schon älter ist und die Klimaanlage nicht mehr wirklich funktioniert..?


Weil wir nicht wussten, wann wir am Freitag loskommen würden, und über 500 km dann nicht mehr an einem Stück durchfahren wollten, hatten wir eine Zwischenübernachtung bei Weimar gebucht, nach gut der Hälfte der Strecke (ca. 265 km). 

Den Abend haben wir zu zweit in Weimar verbracht, sind gemütlich durch die Stadt geschlendert und haben schließlich sehr lecker draußen bei einem Thai-Restaurant gegessen. Richtig schön!


Übernachtet haben wir in einem Hotel in der Nähe - ein klassisches Autofahrer-Hotel, würde ich sagen. Für die Buchung war der Preis ausschlaggebend, aber die Leute waren nett. Das Zimmer selber war sehr zweckmäßig. Aber wir wollten ja auch nur eine günstige Zwischen-Übernachtung, keine romantische Nacht zu zweit, da hat es schon gepasst.


Nach dem Frühstück sind wir wieder auf die Autobahn. Am Morgen hatte es etwas geregnet und gewittert und es war zumindest nicht mehr ganz so heiß, als wir uns für die zweite Etappe mit rund 250 km auf den Weg gemacht haben. 

Gegen Mittag kamen wir an. Erst waren wir am Ortseingang noch im Supermarkt (herrlich klimatisiert!), um uns noch mit mehr Getränken zu versorgen, dann haben wir unser Zimmer in einer Pension vor Ort bezogen. Kein Hotel, wie die Pensionswirtin betonte, aber ein schön großes Zimmer im Untergeschoss, angenehm kühl, und auch im Badezimmer war alles da, was man braucht.


Gegen 13 Uhr waren wir dann glücklich bei unserem Isländisch-Lehrer zum Sommerfest. 

@islaendisch-lernen

Es hat wirklich Spaß gemacht, ein richtig schönes Fest mit so vielen anderen Menschen, die alle begeistert die isländische Sprache lernen. So ein gemeines Interesse, eine gemeinsame Liebe ist eine herrliche Verbindung! Da hat man wirklich mit jedem herrlich viel zu erzählen.

Außerdem gab es beim Sommerfest viel und leckeres Essen - vom Küchenbüffet bis zum Abendbüffet zum Grillen. Ein perfektes Sommerfest - sogar mit großem Pool zum Abkühlen! 

Wir haben viele nette neue Leute kennengelernt, Online-Bekannte endlich mal persönlich kennengelernt und liebe Leute wieder getroffen. 


Für mich persönlich war es ein bisschen herausfordernd - unser Isländisch-Lehrer hat einen Hund und ich habe leider Angst vor Hunden (völlig irrational, ja, ich weiß). Trotzdem tut es mir kein bisschen leid, dass wir gekommen sind!


Am Sonntagmorgen haben wir noch mit lieben Menschen in unserer Pension gemütlich gefrühstückt, anschließend standen uns dann gut 500 km heiße Autobahn bevor. Gegen 16 Uhr waren wir dann, reichlich platt, wieder zu Hause. 

Ist es verrückt, an einem Wochenende über 1.000 km auf der Autobahn bei 30° - 38° zu fahren, um mit anderen Isländisch-Schülern am Sommerfest unseres Isländisch-Lehrers teilzunehmen..? Ja, vermutlich. 

Hat es sich gelohnt..? Ja, unbedingt!!!



Montag, 15. Juni 2026

Rotþrær

Klärgruben


Hier mal wieder etwas aus der Kategorie "Mehr Realität im Island-Traum" - wisst Ihr, was Ihr hier auf dem Bild seht..? 

Oder wisst Ihr, was "rotþró" (im Plural: "rótþrær") auf Deutsch heißt..?

Das Foto hier ist von Anfang Juni 2026 und zeigt einen Tanklastwagen, der bei uns vor unserem Island-Haus steht und mit einem Schlauch abpumpt. Und, was wird da wohl abgepumpt..?

Toiletten auf Island 

Die Toilette heißt auf Isländisch "klósettið" oder auch "salernið", früher sprach man auch vom "náðhús" (wörtlich übersetzt das "Gnadenhaus"). 

Das Wort "klósett" ist wohl ein Lehnwort aus dem Dänischen ("kloset") und kommt ursprünglich aus dem Englischen ("water closet"). Woher das Wort "salerni" kommt, ist offenbar umstritten, vielfach wird es auf das Wort "salur" (= Haus, großer Raum) und das altnordische Suffix "-erni" (das sich vielleicht mit "-schaft" oder "-heit" übersetzen lässt) zurückgeführt, also wäre das "salerni" möglicherweise die "Räumlichkeit" - die eben für einen speziellen Zweck bestimmt ist. 

Selbst auf Island haben nicht alle Toiletten eine so herrliche Aussicht wie hier auf dem Foto von den Westfjorden, sondern sind eher in kleinen, dunklen Räumen untergebracht.  


Und vor allem ist nicht jede Toilette auf Island an die Kanalisation angeschlossen - hier kommt dann wieder das Wort "rotþró" ins Spiel. Im Wörterbuch wird "rotþró" mit "Sickergrube" oder eigentlich eher mit "Fäkalientank" übersetzt. 

Das hier ist ein Bild der Umhverfisstofnun, der isländischen Umwelt- und Naturschutzbehörde, auf der man sehr schön den Aufbau einer Klärgrube erkennen kann:

Quelle: www.ust.is

Eine Klärgrube besteht hier aus einem Tank (oft auch aus drei Tanks). Von der einen Seite fließt der Inhalt der Toilette in den Tank (inntak frá húsi), dann setzen sich die "Feststoffe" unten im Tank ab (botnlag), man spricht hier von seyra (= Klärschlamm). Fett und andere leichte Stoffe bilden eine Schicht oben, die auf dem Abwasser schwimmt (flotlag), während das Abwasser (skólpvatn) abfließt (durch den "útrás"). 

Oben auf dem Bild seht Ihr auch das Belüftungsrohr, durch das die bei der Zersetzung entstehenden Gase (wie Methan, Ammoniak und Schwefelwasserstofft) aufsteigen und entweichen. 

In kalten Klimazonen, wie in Island, braucht der Zersetzungsprozess mehr Zeit, die organischen Materialien zerfallen langsamer und die Schlammansammlung ist deshalb größer. Daher sind auf Island Dreikammer-Klärgruben notwendig. Die schwersten Partikel fallen auf den Boden der ersten Kamer, die feineren und leichteren Partikel setzten sich dann in der zweiten und dritten Kammer ab und aus der dritten Kammer fließt dann das weitgehend geklärte Wasser ab.

Eine Klärgrube darf nicht zu oft geleert werden, weil die organischen Stoffe am Boden der Klärgrube von Mikroorganismen unter anaeroben Bedingungen zersetzt und abgebaut werden und das benötigt eine gewisse Zeit. Im Schnitt dauert es wohl drei bis fünf Jahre, bis die Abfallstoffe in einer Klärgrube vollständig zersetzt sind. 

Der Klärschlamm muss dann in regelmäßigen Abständen von einem Fachbetrieb abgesaugt werden. 

Wie groß ist so ein Tank?

Die Größe eines solchen "Fäkalientanks" richtet sich nach der Größe und der Nutzung des Hauses, bei Häusern, die dauerhaft bewohnt werden, sollte der Tank lt. der isländischen Umweltbehörde ein Fassungsvermögen von mindestens 3.000 Litern haben - dabei geht die Behörde bei ihren Berechnungen von 5 Personen aus, die dort ganzjährig leben und eine Waschmaschine nutzen. In Häusern, die nicht ganzjährig bewohnt werden, beträgt die Mindestgröße für den Tank demnach 2.200 Liter

Dieses Foto hier habe ich bei unserer ersten Hausbesichtigung im Februar 2020 aufgenommen, unter diesen drei grünen Rohren befindet sich unsere Klärgrube. Unser Haus ist nämlich nicht an ein Abwassersystem angeschlossen, wie viele Häuser in Island, insbesondere auf dem Land. 



Entsorgung des Klärschlamms

Für das Abpumpen und Entleeren des Klärschlamms ist bei uns die Gemeinde zuständig. Für die reguläre Leerung muss man auch nicht extra zahlen, das ist in der Gebühr bei der Grundsteuer inklusive. 


Allerdings gibt es bei uns Ärger - unsere Gemeinde hat bisher alle 3 Jahre die Klärgruben geleert, seit einer Satzungsänderung werden die Gruben jetzt aber nur noch alle 5 Jahre geleert. 

Das gefällt den Anwohnern natürlich nicht. Zumal die Grundsteuer, d.h. die Zahlung an die Gemeinde, jedes Jahr steigt (in Abhängigkeit zu den Verkehrswerten und den Immobilienpreisen). In den 6 Jahren, die wir unser Haus jetzt haben, hat sich der Verkehrswert unseres Hauses durch die Preissteigerungen auf dem Immobilienmarkt bereits verdoppelt! Entsprechend müssen wir auch deutlich mehr an die Gemeinde zahlen. Aber trotz höherer Zahlung wird die Leistung reduziert... das sorgt eben doch immer wieder für Unmut. 

Wenn die Grube voll ist...

Wenn eine Klärgrube voll ist, macht sich das wohl meist durch Rückstau, schlechte Gerüche und schlecht ablaufendes Wasser im Haus bemerkbar, dann muss die Grube umgehend durch einen Fachbetrieb geleert werden.

Es soll übrigens ein typisches erstes Warnsignal sein, dass die Grube voll ist (oder ggf. einen Riss oder eine Beschädigung hat), wenn das Gras über der Klärgrube plötzlich besonders grün und kräftig wird... 

Hoffen wir mal, dass wir diese Erfahrung bitte nicht machen müssen!