Island-Fan Kochbuch – Traditionelle isländische Rezepte & isländische Essenskultur  

Sonntag, 8. März 2026

Føroysk grønakaka

Färingischer grüner Kuchen


Warum dieser "Grønakaka" mit grünem Farbstoff gebacken wird, habe ich leider nicht wirklich herausgefunden. Der Kuchen ist ein heller Rührkuchen, dem grüner Farbstoff beigefügt wird, um eine fröhliche, grüne Farbe zu erzielen. Aber warum..? 

Teilweise habe ich gelesen, die Farbe werde verwendet, um einen optischen Kontrast zu den traditionellen, eher rustikalen färöischen Kuchen zu bilden, vielleicht auch, um bei festlichen Anlässen einen besonderen Hingucker zu haben.

Mich persönlich erinnerte es ja leicht an die schwedische Prinzessionentorte, eine opulent aussehende Torte mit hellgrüner bis gritzegrüner Marzipanhaube. Marzipan (oder besser: Mandalaroma) ist beim Grønakaka ja auch beteiligt. Aber ob da ein Zusammenhang besteht..? Wahrscheinlich nicht. (Der erste veröffentlichte Rezept für das, was heute in Schweden Prinzessionentorte genannt wird, erschien wohl in einem Kochbuch von 1948, allerdings wird die Torte in dem Buch noch "grön tårta" genannt, also "grüne Torte" genannt. Die KI wollte mir erzählen, Grønakaka käme auch erstmals in einem färöischen Kochbuch von 1948 vor, aber da die Autorin dieses Buches erst 1940 geboren wurde und sich in ihren Büchern eigentlich wohl eher mit Fleisch- und Fischgerichten beschäftigt hat, finde ich den Ansatz der KI insoweit gar nicht überzeugend, das lassen wir mal lieber...) 

An diesem Kuchen hier wäre ich übrigens im ersten Versuch fast gescheitert:

Ich hatte ihn letzte Woche spät abends gebacken, am Tag vor meinem Geburtstag. Die anderen drei Kuchen waren schon fertig, aber ich wollte halt auch noch unbedingt diesen Grønakaka backen. In meinem Kochbuch wurde der Kuchen in einer Kranzform gebacken, in Internet-Rezepten fand ich eher Angaben für Kastenformen. Aber als Kranz macht es natürlich optisch mehr her... 

Offenbar habe ich meine Kranzform aber nicht ausreichend gefettet, jedenfalls blieb die Oberseite vom Kuchen großzügig in der Form kleben. Mein Mann hat dann sorgfältig den restlichen Teig aus der Form gekratzt und AUF den Kuchen gelegt und ich habe reichlich Schoko-Glasur darauf verteilt. 

Optisch jetzt nicht perfekt - und ich dachte, wenn wir den anschneiden, bröselt das bestimmt furchtbar! Tatsächlich war das aber überhaupt nicht der Fall. 

Und der Kuchen war direkt der Renner bei meinen Geburtstagsgästen. 
 


Zutaten

300 g Zucker
230 g Margarine
3 Eier
1 Röhrchen Mandelaroma
1 Tube grüne Speisefarbe
230 g Mehl
2 TL Backpulver
75 ml Wasser

300 g Puderzucker
4 - 5 EL heißes Wasser
4 - 5 EL Back-Kakao


Zubereitung

Den Backofen auf 180° Ober-Unter-Hitze vorheizen.

In einer großen Schüssel den Zucker mit der Margarine schaumig rühren.


Nacheinander die Eier hinzufügen und verrühren.


Das Mandel-Aroma und die grüne Speisefarbe dazu geben und unterrühren.



Zum Schluss noch Mehl, Backpulver und Wasser zu dem Teig geben und gründlich verrühren.


Eine runde Springform (26 cm Durchmesser) gut einfetten und im vorgeheizten Backofen bei ca. 180° Ober-Unter-Hitze im unteren Drittel ca. 45 Minuten lang backen (Stäbchenprobe!).


Für die Glasur alle Zutaten verrühren und dann auf dem ausgekühlten Kuchen verstreichen. 


Ich dachte ja schon, Mist!, der Kuchen wird nichts - irgendwie hatte ich die Form offensichtlich nicht gut genug eingefettet und die Oberseite blieb großzügig in der Form kleben. Mein Mann hat aber sorgfältig den restlichen Teig aus der Form gekratzt und AUF den Kuchen gelegt und ich habe (sehr) großzügig Schoko-Glasur darauf verteilt.



Optisch jetzt nicht perfekt - und ich dachte, oh Gott, wenn wir den anschneiden, bröselt das bestimmt furchtbar! 

Tatsächlich war das aber überhaupt nicht der Fall! Alles blieb da, wo es sollte, der Geschmack war richtig gut und schön leicht und fluffig der Teig - der Kuchen war direkt der Renner bei meinen Geburtstagsgästen. Aber das nächste Mal backe ich ihn vielleicht lieber trotzdem in einer Kastenform mit Backpapier... 

Dann guten Appetit! Oder auf Färingisch / Färöisch (færøsk): Væl gagnist!



Samstag, 7. März 2026

Føroysk Kardemummukaka

Färingischer Kardamom-Kuchen


Dieser Rührkuchen ist auf den Färöern unter verschiedenen Namen bekannt, als rosinkaka (= Rosinenkuchen), kardemummkaka (= Kardamom-Kuchen) oder auch als jólakaka (= Weihnachtskuchen). 

Aber wie auch immer man diesen Kuchen nennt - es gibt für viele Färinger nichts Gemütlicheres, das sie auch an vergangene Zeiten erinnert, als am Samstagnachmittag mit lieben Menschen zusammen zu sitzen, mit einer dampfenden Tasse Tee und einem Stück frisch gebackenen, herrlich duftenden Stück Kardamom-Kuchen vor sich. Nostalgie pur, sagen sie!


Zutaten

250 g Margarine
375 g Zucker
4 Eier 
500 g Weizenmehl
4 TL Backpulver 
150 ml Milch
150 g Rosinen 
3 TL gemahlener Kardamom


Zubereitung

Den Backofen auf 160° Ober-Unter-Hitze vorheizen. 

In einer großen Schüssel die Margarine mit dem Zucker schaumig rühren.


Die Eier nacheinander unterrühren.


Mehl und Backpulver hinzufügen und verrühren.


Zum Schluss Milch, Rosinen und Kardamom dazugeben und alles gründlich verrühren.



Den Teig gleichmäßig in zwei gefettete oder mit Backpapier ausgelegte Kastenformen geben und glattstreichen.


Im vorgeheizten Backofen bei 160° Ober-Unter-Hitze ca. 55 Minuten lang backen (Stäbchenprobe!).


Anschließend etwas auskühlen lassen, aus der Form lösen und in Scheiben geschnitten servieren.


Dann guten Appetit! Oder auf Färingisch / Färöisch (færøsk): Væl gagnist! 



Donnerstag, 5. März 2026

Føroyar - Färöer, die Schafs-Inseln

Schafe auf den Färöern


Der Name "Färöer" bedeutet wörtlich übersetzt wahrscheinlich "Schafs-Insel". 

Noch heute leben mehr Schafe als Menschen auf den Inseln. Allerdings können die Färöer nur rund 40% ihres Schaf-Fleisch-Verbrauchs durch einheimische Erzeugung decken. Die 50.000 Schafe, die im Schnitt jährlich geschlachtet werden, reichen nicht für die rund 56.000 menschlichen Einwohner (und ihre Besucher). 

Der Großteil des importierten Schaf-Fleisches kommt übrigens aus dem Nachbarland Island. 

Der Name "Färöer" bedeutet "Schafsinseln"

Der heutige färöische / färingische Name der Inselgruppe der Färöer ist "Føroyar". 

Der erste Teil des Namens leitet sich vermutlich von dem altnordischen Wort "fár" oder "før" ab, was "Schaf" bedeutet. 

Das heute im Färingischen gebräuchliche Wort für "Schafe" ist wohl "seyður". 

Die Wörter kann man aber auch im Isländischen sehr schön nachvollziehen: Hier bedeutet "fé" oder "sauðfé" übersetzt "Schafe", wobei "fé" auch allgemein "Vieh" und auch "Geld" oder "Kapital" bedeuten kann. (Und von "sauðfé" oder auch "sauð" käme man dann wieder zum färingischen "seyður", nehme ich an.)

Der zweite Teil des Namen ist "oyar", der alte Plural von "eyja", also "Inseln". Im modernen Färöisch heißt "Insel" heute "oyggi" (Plural: "oyggjar"), wurde mir gesagt. 

Übersetzt bedeutet "Føroyar" also vermutlich "Schafs-Inseln"

56.000 Menschen auf den Färöern 

Die Färöer sind eine Inselgruppe im Nordatlantik, etwa 300 km von den Shetland-Insel und rund 500 km von Island entfernt. Es sind insgesamt 18 Inseln. Auf den Inseln leben etwas mehr als 56.000 Menschen (Stand Oktober 2025). 

Die Hauptinsel Streymoy ist die größte der Inseln, mit einer Fläche von gut 370 km². Hier befindet sich auch die Hauptstadt Tórshavn. Die Gemeinde Tórshavn hat insgesamt etwa 23.500 Einwohner. Im Dunkeln in Tórshavn (hier von Bord der Fähre Norröna aus gesehen) ein riesiges Lichtermeer. 


Die Inseln der Färöer sind aber alle dauerhaft bewohnt, bis auf Lítla Dímun.

Lítla Dímun ist die kleinste Insel der Färöer, nur etwa 0,8 km² groß. Klein-Dímun liegt zwischen Suðuroy und Stóra-Dímun (also relativ im Süden der Inselgruppe). Als einzige der Inseln war sie dauerhaft unbewohnt

Auf Lítla Dímun gab es übrigens eine spezielle Schafrasse. Die Tiere waren schwarz und kurzhaarig und kleiner als andere färöische Schafe. Die Schafe galten als besonders widerspenstig und schwer zu treiben. Etwa um 1860 wurden diese Schafe ausgerottet - sie wurden zusammengetrieben und geschlachtet. Diejenigen, die nicht eingefangen werden konnten, wurden aus der Entfernung erschossen. Die letzten Exemplare dieser 1860 erschossenen Schafe sind ausgestopft im Museum von Hoyvík ausgestellt, im Historischen Museum der Färöer (nördlich der Hauptstadt Tórshavn).

Die Nachbarinsel Stóra Dímun (Groß-Dimun) ist etwa 2,7 km² groß, immerhin die drittkleinste Insel der Färöer. Früher lebten hier zeitweise wohl bis zu 25 Menschen. Heute gibt es auf Stóra Dímun nur noch einen Bauernhof, der von einer Familie bewirtschaftet wird. Die Insel wird regelmäßig mit dem Hubschrauber angeflogen. 

Die zweitkleinste Insel der Färöer ist die Insel Koltur, die nur 2,3 km² groß ist. Hier gab es lange 4 Bauernhöfe, mit ca. 40 bis 50 Menschen. Schließlich blieben aber nur 2 Familien übrig (die allerdings nicht miteinander sprachen, warum auch immer). Um 1990 verließen beide Familien die Insel. Eine Zeitlang war Koltur komplett unbewohnt, bei der letzten Volkszählung zum 1.1.2020 lebten aber wieder 2 Menschen auf der Insel. 

75.000 Schafe auf den Färöern

Der Kernbestand an Zuchtschafen, die über den Winter gebracht werden, liegt stabil bei etwa 75.000 Tieren. 

Diese Zahl ist relativ konstant, allein schon durch die natürliche Begrenzung - für mehr Schafe reichen die Weiden auf den Inseln schlicht nicht.

Im Frühjahr werden dann jährlich etwa 50.000 Lämmer geboren, so dass es im Sommer über 120.000 Schafe auf den Färöern gibt - bevor rund 50.000 davon dann im Herbst für die Fleischproduktion geschlachtet werden. 

Allerdings reichen die 50.000 geschlachteten Tiere nicht für die rund 56.000 Menschen (und ihre Besucher) auf den Inseln. Unsere Reiseleiterin erzählte uns auf unserer Tour, dass die färöischen Schafe nur etwa 40% des Gesamtbedarfs an Schaf- und Lammfleisch auf den Färöern decken. 

Das einheimische färöische Schaf-Fleisch wird zum Großteil für die traditionelle Trocknung (ræst) verwendet. Frisches oder tiefgefrorenes Schaf-Fleisch stammt hauptsächlich aus dem Import. Ein Großteil des importierten Schaf-Fleischs stammt übrigens vom Nachbarland Island


Das hier ist übrigens ein klassisches "Symbolbild". Ich habe auf den Färöern tatsächlich keine Schafe fotografiert. Ich habe welche gesehen, das weiß ich, aber im Regen durch die Scheiben unseres Reisesbusses habe ich kein einziges Schaf geknipst. 

Aber dafür ist das hier ein sehr knuffiger Klo-Rollen-Halter (ich liebe ihn, auch wenn er nicht unbedingt praktisch ist, aber dafür so süß!) und selbstgestrickte Schafs-Topflappen - Schafe auf Weide. Und das sogar bei schönem Wetter!