Samstag, 14. September 2019

Brúnkálssúpa

Gebräunte Kohlsuppe


Ja, ich weiß - das hier ist Kohlsuppe. Das klingt schon nicht sexy, das riecht beim Kochen, das sieht nicht besonders gut aus und es weckt bei mir automatisch Assoziationen an "Kohlsuppen-Diät". Aber, ganz im Ernst - es schmeckt verdammt gut!

Ich hatte die Suppe (wirklich ganz klassische isländische Hausmannskost, das Rezept stammt aus einem etwa 80 Jahre alten isländischen Kochbuch!) zum Abendessen meiner gesammelten Familie vorgesetzt - der Kleine ist eh leidenschaftlicher Suppen-Fan, aber auch der Große, der sich vorsichtig der Suppe annäherte, hat große Augen gemacht und sie ausdrücklich für "so richtig lecker" befunden. Hach ja, das freut einen dann doch!


Zutaten für 4 Portionen

1 Kopf Weißkohl
3 EL Margarine
1 EL Zucker
1 l heiße Fleischbrühe
2 Karotten
Salz und Pfeffer nach Geschmack
ggf. 1 - 2 EL Räucherschinken


Zubereitung

Den Kopf putzen und klein hacken.


Die Margarine und den Zucker in einen großen Topf geben und langsam bräunen.

Den klein gehackten Kohl hinzugeben und anbraten, bis er leicht gebräunt ist.


Die Karotten putzen, schälen und kleinschneiden. Die Karotten zu dem Kohl geben.


Dann die heiße Fleischbrühe darüber gießen und alles ca. 45 Minuten lang köcheln lassen.


Anschließend noch nach Geschmack mit Salz und Pfeffer würzen, ggf. auch noch 1- 2 Esslöffel kleingeschnittenen Räucherschinken hinzugeben.


Na dann - genieße das Essen! Njóttu matarins! 




GeoSea - Schwimmen in Húsvavík

Nachlese vom Sommer 2019


Wir waren jetzt im Sommer ein paar Tage in Húsavík - der Ort an der Skjálfandi-Bucht ist (für isländische Verhältnisse) mit knapp 2.400 Einwohnern schon ein größerer Ort. Húsavík besitzt einen Hafen und ist das Versorgungszentrum für die Menschen der Umgebung.

Mit den Whalewatching-Touren und dem Wal-Museum ist der Ort auch ein echter Touristenmagnet im Norden Islands. Auch die Kreuzfahrtschiffe kommen teilweise hier vorbei, dann wird es allerdings voll und fast ein bisschen hektisch auf den Straßen, in den Geschäften und den Restaurants.


Die Erdwärme nördlich der Stadt ist seit Jahrhunderten bekannt und wurde früher schon zum Waschen und Baden genutzt. Mitte der 20. Jahrhunderts wurden Bohrungen durchgeführt - dabei stellte man allerdings fest, dass es sich bei dem Wasser um heißes Meerwasser handelte - zu mineralstoffreich, als dass man es durch Heizungsrohre hätte jagen können.

Allerdings nutzte man das heiße Wasser von der Landspitze, um in einem alten Käsefass eine Bademöglichkeit für die Einwohner einzurichten - das Wasser soll gegen Hauterkrankungen gut geholfen haben. Heute ist Ostakarið (etwas außerhalb des Ortes auf einer Anhöhe gelegen) allerdings leider geschlossen, es gibt einen hohen Maschendrahtzaun und alles ist mit Verbotsschildern verbarrikadiert.

Ende August 2018 hat hier in der Nähe des alten "Käsefasses" ein neues Schwimmbad eröffnet, das das heiße Wasser nun nutzt, ein Geothermalbad mit traumhaftem Blick über das Meer.

Ich fand die Bilder vom GeoSea, die ich bisher gesehen hatte, so traumhaft, dass ich dort unbedingt hinwollte, als wir jetzt im Sommer in Húsavík waren. Der Eintritt ist zwar nicht ganz billig (aktuell 4.300 ISK für Erwachsene, 2.700 ISK für Senioren und Studenten, Kinder 1.800 ISK - also gut 30 €, ermäßigt knapp 20 €, Kinder knapp 13 €), verglichen mit anderen ähnlichen Bädern wie z.B. Vök bei Egilsstaðir sind die Preise aber völlig im üblichen Rahmen. (Für Bäder wie Mývatn Nature Bath oder erst recht die bekannte Blaue Lagune muss man wesentlich mehr zahlen.)

Eingang zum Schwimmbad

Wir hatten vorsichtshalber unsere Karten vorbestellt, aber nötig wäre es nicht gewesen, es war zwar Betrieb, aber voll war es bei unserem Besuch wirklich nicht. 

Das Bad wurde übrigens (unserem Eindruck nach) von Einheimischen und Touristen gleichermaßen genutzt, wir konnten um uns herum viel Isländisch hören und z.B. diese Gruppe von Eltern mit ihren Kleinkindern, die sich offenbar regelmäßig hier trifft, hatte eindeutig ihren Spaß im warmen Wasser. 


Mit seinen drei ineinander übergehenden Becken mit heißem Wasser (etwa 38 - 39°) ist das Bad neben dem Leuchtturm traumhaft gelegen. Man kann zwar nicht wirklich schwimmen und auch für Kinder wird es irgendwann doch langweilig, aber man kann herrlich im warmen Wasser liegen, die grandiose Aussicht genießen und sich im hintersten Becken an der Bar Getränke holen (das lokale Bier kostet gut 8,50 €, ein Glas Wein etwa 10 €, Tee, Kaffee, Saft, Softdrinks und Fertig-Kakao kosten gut 2,50 € - Stand Sommer 2019). 


Wir hatten noch dazu das Glück, dass wir traumhaftes Wetter hatten und einen grandiosen Blick über den Fjord. Das kleine weiße Etwas, das hier im Hintergrund auf dem Meer kreuzt, ist übrigens ein Walbeobachtungsschiff. Es waren mehrere Walbeobachtungsschiffe in der Bucht unterwegs, denen man vom Bad aus wunderbar zuschauen konnte. Manche Besucher hatten auch Ferngläser dabei, um selbst Wale zu beobachten. Mit bloßem Auge konnten wir aber leider keine Tiere erkennen... 


Im Restaurant-Bereich bieten sie belegte Brote, Tagessuppe und frischgebackenes Brot an, allerdings haben wir es nicht ausprobiert. 


Von der Straße aus verschwindet das Schwimmbad völlig unter einem Grashügel, auch vom Parkplatz aus sieht man fast nichts. Es liegt aber schön idyllisch neben einem alten Leuchtturm und auch der Leuchtturm ist schön leuchtend gelb herausgeputzt und gut in Schuss, sogar mit einem ordentlichen, gepflegten Holzzaun um den Turm herum. Vom Platz vor dem Turm hat man dann ein bisschen Blick auf das Bad.


Ich habe mal nachgeschaut - von Mai bis September hat das Schwimmbad aktuell täglich von 10 - 24 Uhr geöffnet, von Oktober bis April dann täglich von 12 - 22 Uhr (letzter Einlass jeweils eine halbe Stunde vor Schließung).


Ich habe unseren Vormittag hier im Bad jedenfalls genossen und fand es traumhaft... 







Sonntag, 8. September 2019

Heimagert skyr

Hausgemachter Skyr


Auch wenn man seit ein paar Jahren Skyr von verschiedenen Firmen auch hier in Deutschland kaufen kann - selbstgemacht schmeckt es doch immer noch ein bisschen besser! Also habe ich mal wieder Skyr angesetzt... auch wenn ich jetzt, im Vergleich zu meinem alten Rezept von 2014, fertigen Skyr zum "Impfen" nehmen konnte.

Bei diesem Rezept hier entstehen aus 4 Litern Milch und 1 Liter Sauerrahm zum Schluss ungefähr 1 Liter Skyr. (Und die entstandene Molke habe ich danach zu ungefähr 200 g Molkenkäse eingekocht...)


Zutaten 

4 l Milch (keine H-Milch)
1 l Sauerrahm
1 EL Skyr
1 Lab-Tablette
1 EL lauwarmes Wasser


Zubereitung

Die Milch in einem großen Topf aufkochen lassen und dann wieder auf knapp 40° abkühlen lassen.

Den Sauerrahm und den Esslöffel Skyr unter die gekochten, wieder etwas ausgekühlte Milch rühren.

Die Lab-Tablette mit einem Esslöffel lauwarmem Wasser in einem Glas auflösen und  auch noch unterrühren.


Den Topf anschließend zugedeckt bei Raumtemperatur ca. 24 Stunden unberührt stehen lassen.


Danach haben sich dann Skyr-Masse und Molke gut abgesetzt.


Am nächsten Tag ein dünnes, frisch gekochtes Leinentuch über einen großen Topf spannen und die Masse portionsweise auf das Leinentuch schütten und die Molke ca. 6 Stunden lang langsam abtropfen lassen, bis der verbleibende Skyr in etwa die Konsistenz von dickem Quark angenommen hat (je länger man es abtropfen lässt, desto fester wird der Skyr).


Den abgetropften Skyr dann mit einem Schneebesen glattrühren und in frisch abgekochte, gut verschließbare Marmeladengläser o.ä. füllen.

Der fertige Skyr braucht noch ca. 1 Tag, bis sich der säuerliche Geschmack richtig entfaltet.

Im Kühlschrank ist der Skyr bis zu einer Woche lang haltbar.



Anmerkung:

Es ist wichtig, dass verwendete Geschirr wirklich sauber und möglichst keimfrei zu bekommen, da der Skyr sonst zu schnell schlecht wird. Also am besten alles bei höchster Temperatur im Geschirrspüler waschen und anschließend direkt verwenden.