Mittwoch, 11. Juli 2018

Gulrótarkaka

Karottenkuchen (als Kastenkuchen)


Der klassische isländische Karottenkuchen wird meistens in einer Springform gebacken und hat oft auch noch eine Füllung darin. Das hier ist eine etwas schlichtere Version für einen Kastenkuchen, der aber auch ausgesprochen saftig und lecker ist!


Zutaten

500 g Mehl
300 g brauner Zucker
2 TL Backpulver
1/2 TL Natron
2 TL Zimt
1 TL Ingwer
4 Eier
200 ml Rapsöl
350 g geriebene Karotten
1/2 Dose Pfirsiche

300 g Frischkäse
150 g Puderzucker
1 EL geriebene Zitronenschale


Zubereitung

Den Backofen auf 180° Ober-Unter-Hitze vorheizen.

In einer großen Schüssel das Mehl mit dem Zucker, dem Backpulver, dem Natron und dem Zimt und dem Ingwer vermischen.


Die Eier und das Öl hinzugeben und alles gründlich verrühren.


Die Pfirsich-Stücke aus der Dose nehmen und gut abtropfen lassen. Anschließend vorsichtig in kleine Stücke schneiden.

Die geriebenen Karotten und die kleingeschnittenen Pfirsiche zu den übrigen Zutaten geben...


...und alles einem glatten Teig verarbeiten.


Den Teig in eine mit Backpapier ausgelegte Kastenform füllen...


...und im vorgeheizten Backofen bei 180° Ober-Unter-Hitze ca. 45 Minuten lang backen, ggf. auch etwas mehr, bis der Teig innen nicht mehr klebrig ist (Stäbchen-Probe!).


Anschließend den Kuchen aus dem Ofen holen und gut auskühlen lassen, danach vorsichtig aus der Form bzw. vom Backpapier lösen.

Den Frischkäse mit dem Puderzucken und der geriebenen Zitronenschale zu einer dicken Creme verrühren...


...und anschließend auf dem Karottenkuchen verteilen.


Den fertigen Kuchen noch ca. 2 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen und dann gut gekühlt servieren.

Guten Appetit!






Harðfisksúpa

Trockenfisch-Suppe


Habt Ihr schon mal von Harðfisksúpa gehört? Nein?  Ich auch nicht - aber als sie mir jetzt bei einem Wettbewerb über typisch-isländische Gerichte über den Weg lief, stand sofort fest: Die muss ich ausprobieren!

Beim Einkaufen im isländischen Lebensmittelladen waren wir zuerst etwas geschockt: Isländisch Moos ist ziemlich teuer. Nach längerem Suchen fanden wir schließlich - vergleichsweise günstig - eine Packung mit 50 g Isländisch Moos für gut 1.000 ISK (etwa 8 €). Die 200-g-Packung Harðfiskur fanden wir - nach intensivem Preisvergleich - für gut 1.200 ISK (knapp 10 €). Die gemahlenen Algen kosten etwa 1.000 ISK für 50 g, aber davon braucht man ja nur einen halben Teelöffel voll... Die Krabben kostet im Laden auch etwa 1.000 ISK. Dazu kommt doch noch die Gemüsebrühe. Lasse ich die Gemüsebrühe mal außer Ansatz und rechne die übrigen Zutaten auf 1 Portion runter, komme ich auf etwa 700 ISK, also etwa 5,60 € für die Zutaten. Das klingt dann doch wieder recht zivil.

Eine Portion hat übrigens ca. 145 kcal, etwa 1 g Fett, 10 g Kohlenhydrate und 30 g Eiweiß. Ich hatte Probleme, meine Portion zu schaffen, und war hinterher absolut pappsatt. Das Essen roch zwar ein bisschen nach "Spaziergang am Meer", hat aber tatsächlich richtig nett geschmeckt!




Zutaten für 4 Portionen

750 ml Gemüsebrühe
100 g Trockenfisch
50 g Isländisch Moos
100 g Krabben
1/2 TL Algensalz


Zubereitung

Das Isländisch Moos sorgfältig zerkleinern und klein mahlen.


Auch den Trockenfisch gründlich fein mahlen.


Die Gemüsebrühe in einem großen Topf erwärmen, das gemahlene Moos und den gemahlenen in die Gemüsebrühe geben und ein paar Minuten köcheln lassen.


Verrühren noch die Krabben hinzugeben...


...und eine Minute lang aufkochen lassen.

Mit den Algen (als Salz-Ersatz) abschmecken...


...und dann direkt servieren!








Plokkpylsur

Vorlage: Klassische Pylsur von der Hot-Dog-Bude

Plokkfiskur im Hot-Dog-Brötchen


Isländer lieben ja "Pylsur", also ganz klassisch die Hot-Dog-Brötchen mit Lammwürstchen, Ketchup, dem süßlichen Psylsur-Senf, den frischen und gerösteten Zwiebeln an der Hot-Dog-Bude. Das ist geradezu schon ein "þjóðaréttur íslendinga", also ein "Nationalgricht der Isländer".

Ein anderes "Nationalgericht" ist Plokkfiskur, also gestampfter Fisch mit gestampften Kartoffeln in einer schönen dicken Mehlschwitze.

Bei einem Wettbewerb über typisch isländische Gerichte berichtete letztens eine Isländerin, dass sie gerne beide Gerichte "miteinander verheiratet" hatte. Die Idee fand ich sehr spannend und habe es natürlich gleich ausprobiert. Das Rezept für den Plokkfiskur ist dabei ein bisschen modifiziert, so sind keine Kartoffeln dran, weil "Kartoffelpampe im Brötchen" doch etwas zu viel des Guten sein könnte. Und den Geschmack des Fischs habe ich noch mit etwas Blauschimmelkäse intensiviert.

Auch wenn die Isländer eigentlich beim Plokkfiskur keinen Spaß verstehen und ihn am liebsten genau so mögen, wie ihre Oma ihn zu ihrer Kinderzeit auf den Tisch gebracht hat - diese "Plokkpylsur" mit den selbstgebackenen Hot-Dog-Brötchen waren schon richtig lecker!


Zutaten für 4 Personen

4 Hot-Dog-Brötchen

200 g Kabeljau
200 g Heilbutt
1 TL Salz
1 Zwiebel
2 EL Butter oder Margarine
2 EL Mehl
250 ml Milch
100 g Blauschimmel-Käse
1 Prise grobes Meersalz
1 Prise frisch gemahlener Pfeffer
1 Prise Muskat


Zubereitung 

Den Fisch waschen und säubern und in mundgerechte Stücke schneiden.

Den Fisch dann in einen großen Topf mit kaltem Wasser und Salz geben, erhitzen und gut 5 Minuten kocheln lassen. Anschließend aus dem Wasser heben und gut abtropfen lassen.


Die Zwiebel schälen und klein schneiden.


Die Butter in einem zweiten großen Topf  zum Schmelzen bringen und die kleingeschnittenen Zwiebeln ca. 5 Minuten lang erhitzen, bis sie glasig sind.


Anschließend das Mehl hinzugeben, …


...alles verrühren, und dann die Milch dazu gießen...


... und unter ständigem Rühren kurz aufkochen lassen, bis sich eine einigermaßen dickflüssige Masse gebildet hat. Die Hitze dann reduzieren.

Den Blauschimmelkäse würfeln, ..


...in die Sauce geben und gründlich verrühren.


Den gekochten Fisch mit einer Gabel o.ä, grob zerkleinern und in die Sauce geben.


Alles gründlich verrühren und mit Salz, Pfeffer und Muskat nach Geschmack würzen.


Für die "Pokkpylsur" die Hot-Dog-Brötchen (Rezept findet Ihr z.B. hier im Blog) aufschneiden, mit dem Plokkfiskur füllen und dann direkt genießen.