Donnerstag, 5. März 2026

Føroyar - Färöer, die Schafs-Inseln

Schafe auf den Färöern


Der Name "Färöer" bedeutet wörtlich übersetzt wahrscheinlich "Schafs-Insel". 

Noch heute leben mehr Schafe als Menschen auf den Inseln. Allerdings können die Färöer nur rund 40% ihres Schaf-Fleisch-Verbrauchs durch einheimische Erzeugung decken. Die 50.000 Schafe, die im Schnitt jährlich geschlachtet werden, reichen nicht für die rund 56.000 menschlichen Einwohner (und ihre Besucher). 

Der Großteil des importierten Schaf-Fleisches kommt übrigens aus dem Nachbarland Island. 

Der Name "Färöer" bedeutet "Schafsinseln"

Der heutige färöische / färingische Name der Inselgruppe der Färöer ist "Føroyar". 

Der erste Teil des Namens leitet sich vermutlich von dem altnordischen Wort "fár" oder "før" ab, was "Schaf" bedeutet. 

Das heute im Färingischen gebräuchliche Wort für "Schafe" ist wohl "seyður". 

Die Wörter kann man aber auch im Isländischen sehr schön nachvollziehen: Hier bedeutet "fé" oder "sauðfé" übersetzt "Schafe", wobei "fé" auch allgemein "Vieh" und auch "Geld" oder "Kapital" bedeuten kann. (Und von "sauðfé" oder auch "sauð" käme man dann wieder zum färingischen "seyður", nehme ich an.)

Der zweite Teil des Namen ist "oyar", der alte Plural von "eyja", also "Inseln". Im modernen Färöisch heißt "Insel" heute "oyggi" (Plural: "oyggjar"), wurde mir gesagt. 

Übersetzt bedeutet "Føroyar" also vermutlich "Schafs-Inseln"

56.000 Menschen auf den Färöern 

Die Färöer sind eine Inselgruppe im Nordatlantik, etwa 300 km von den Shetland-Insel und rund 500 km von Island entfernt. Es sind insgesamt 18 Inseln. Auf den Inseln leben etwas mehr als 56.000 Menschen (Stand Oktober 2025). 

Die Hauptinsel Streymoy ist die größte der Inseln, mit einer Fläche von gut 370 km². Hier befindet sich auch die Hauptstadt Tórshavn. Die Gemeinde Tórshavn hat insgesamt etwa 23.500 Einwohner. Im Dunkeln in Tórshavn (hier von Bord der Fähre Norröna aus gesehen) ein riesiges Lichtermeer. 


Die Inseln der Färöer sind aber alle dauerhaft bewohnt, bis auf Lítla Dímun.

Lítla Dímun ist die kleinste Insel der Färöer, nur etwa 0,8 km² groß. Klein-Dímun liegt zwischen Suðuroy und Stóra-Dímun (also relativ im Süden der Inselgruppe). Als einzige der Inseln war sie dauerhaft unbewohnt

Auf Lítla Dímun gab es übrigens eine spezielle Schafrasse. Die Tiere waren schwarz und kurzhaarig und kleiner als andere färöische Schafe. Die Schafe galten als besonders widerspenstig und schwer zu treiben. Etwa um 1860 wurden diese Schafe ausgerottet - sie wurden zusammengetrieben und geschlachtet. Diejenigen, die nicht eingefangen werden konnten, wurden aus der Entfernung erschossen. Die letzten Exemplare dieser 1860 erschossenen Schafe sind ausgestopft im Museum von Hoyvík ausgestellt, im Historischen Museum der Färöer (nördlich der Hauptstadt Tórshavn).

Die Nachbarinsel Stóra Dímun (Groß-Dimun) ist etwa 2,7 km² groß, immerhin die drittkleinste Insel der Färöer. Früher lebten hier zeitweise wohl bis zu 25 Menschen. Heute gibt es auf Stóra Dímun nur noch einen Bauernhof, der von einer Familie bewirtschaftet wird. Die Insel wird regelmäßig mit dem Hubschrauber angeflogen. 

Die zweitkleinste Insel der Färöer ist die Insel Koltur, die nur 2,3 km² groß ist. Hier gab es lange 4 Bauernhöfe, mit ca. 40 bis 50 Menschen. Schließlich blieben aber nur 2 Familien übrig (die allerdings nicht miteinander sprachen, warum auch immer). Um 1990 verließen beide Familien die Insel. Eine Zeitlang war Koltur komplett unbewohnt, bei der letzten Volkszählung zum 1.1.2020 lebten aber wieder 2 Menschen auf der Insel. 

75.000 Schafe auf den Färöern

Der Kernbestand an Zuchtschafen, die über den Winter gebracht werden, liegt stabil bei etwa 75.000 Tieren. 

Diese Zahl ist relativ konstant, allein schon durch die natürliche Begrenzung - für mehr Schafe reichen die Weiden auf den Inseln schlicht nicht.

Im Frühjahr werden dann jährlich etwa 50.000 Lämmer geboren, so dass es im Sommer über 120.000 Schafe auf den Färöern gibt - bevor rund 50.000 davon dann im Herbst für die Fleischproduktion geschlachtet werden. 

Allerdings reichen die 50.000 geschlachteten Tiere nicht für die rund 56.000 Menschen (und ihre Besucher) auf den Inseln. Unsere Reiseleiterin erzählte uns auf unserer Tour, dass die färöischen Schafe nur etwa 40% des Gesamtbedarfs an Schaf- und Lammfleisch auf den Färöern decken. 

Das einheimische färöische Schaf-Fleisch wird zum Großteil für die traditionelle Trocknung (ræst) verwendet. Frisches oder tiefgefrorenes Schaf-Fleisch stammt hauptsächlich aus dem Import. Ein Großteil des importierten Schaf-Fleischs stammt übrigens vom Nachbarland Island


Das hier ist übrigens ein klassisches "Symbolbild". Ich habe auf den Färöern tatsächlich keine Schafe fotografiert. Ich habe welche gesehen, das weiß ich, aber im Regen durch die Scheiben unseres Reisesbusses habe ich kein einziges Schaf geknipst. 

Aber dafür ist das hier ein sehr knuffiger Klo-Rollen-Halter (ich liebe ihn, auch wenn er nicht unbedingt praktisch ist, aber dafür so süß!) und selbstgestrickte Schafs-Topflappen - Schafe auf Weide. Und das sogar bei schönem Wetter!


Montag, 2. März 2026

Føroyskir sniglar

Färingische Schnecken


Ich liebe Zimtschnecken, so ziemlich in jeder Lebenslage und fast jede Art Zimtschnecken, also war dieses Rezept für "Sniglar" das erste Rezept von den Färöern, das ich ausprobiert habe. 

Durch das Bestreichen mit Milch sind diese Schnecken außen herrlich knackig und innen wunderbar weich und saftig - und halten sich auch mehrere Tage sehr gut. Die Konsistenz (sowohl knackig als auch weich) war für mich erst ein bisschen ungewohnt, aber das Ergebnis hat mich absolut überzeugt! 

Ungewohnt war für mich übrigens auch die Menge an Backpulver, die in das Rezept kommt - 5 TL Backpulver auf 500 g Mehl finde ich ungewohnt viel, in isländischen Zimtschnecken-Rezepten kommt auf 500 g Mehl in der Regel nur 2 TL Backpulver. Mittlerweile habe ich aber festgestellt, dass in färingischen Back-Rezepte oft relativ viel Backpulver verwendet wird und das Ergebnis (schön leicht und fluffig und eine ganz leicht salzige Note) gefällt mir eigentlich! 

Backpulver - bakipulvur - lyftiduft

"Backpulver" heißt übrigens auf Isländisch "lyftiduft" (wörtlich so viel wie "Hebe-Pulver"), auf Färöisch ist es aber "bakipulvur". Aber wenn im Rezept steht "5 tesk. av bakipulvuri" (= 5 Teelöffel von Backpulver), dann kann ich das schon verstehen. 

Diese Rezept hat bei mir ca. 36 Zimtschnecken ergeben (= 3 Bleche mit jeweils 12 Schnecken).

Sniglar - sniglar - snúðar 

Interessant fand ich übrigens, dass es auf Färingisch "sniglar" sind, also eine "snigil", eine "Schnecke". Auf Isländisch gibt es auch das Wort "snigill" (Plural: "sniglar"), damit sind dann aber wirklich tierische Schnecken gemeint, auf Isländisch sind Gebäck-Schnecken ausschließlich "snúður", im Plural "snúðar".  



Zutaten

100 g Margarine 
150 g Zucker
2 Eier
150 ml Milch
500 g Mehl
5 TL Backpulver

Für die Füllung

1 EL Zimt
4 EL Zucker

1 - 2 EL Milch


Zubereitung

In einer großen Schüssel Margarine und Zucker schaumig rühren.


Die Eier hinzugeben und verrühren.


Mehl, Milch und Backpulver zum Teig geben und alles gründlich verrühren.


Den Teig in zwei Teilen teilen und jeweils dünn ausrollen, zu einem Rechteck von ca. 30 x 25 cm.

In einer kleinen Schüssel Zimt und Zucker verrühren. 


Von der Zucker-Zimt-Mischung jeweils 1,5 EL auf jedem Teigstück verteilen.


Den Teig jeweils aufrollen und in ca. 2 cm dicke Scheiben schneiden.


Mit genügend Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. 

Den Schnecken noch mit etwas Milch bestreichen und mit dem restlichen Zucker-Zimt bestreuen. 


Im vorgeheizten Backofen auf der mittleren Einschubleiste bei 180° Ober-Unter-Hitze ca. 20 Minuten lang backen.


Die Schnecken etwas abkühlen lassen und vorsichtig vom Blech lösen.


Guten Appetit! Oder auf Färingisch / Färöisch (færøsk): Vælgagnist! 



Sonntag, 1. März 2026

Føroyskur matur - Essen auf den Färöern

Färöer-Spezial 


Nachdem ich letztes Jahr zum ersten Mal auf der Reise mit der Fähre nach Island einen Zwischen-Stopp auf den Färöern gemacht habe, habe ich mir vorgenommen, Euch hier im Blog diesen Monat in einem Färöer-Spezial ein bisschen was über diese Inseln im Nordatlantik zu erzählen. 

Und da ich mich als Food Blogger natürlich ganz besonders für das Essen dort interessiere, will ich auch vor allem etwas über føroyskur matur (= färöisches Essen) und føroysk matgerð (= färöische Küche) erzählen und Euch ein paar färöische Rezepte vorstellen, die ich bisher ausprobiert habe. 

Na, wie klingt das..?

Die Färöer sind eine Inselgruppe im Nordatlantik, zwischen Schottland und Island. Die Inseln sind autonomer Bestandteil des Königreichs Dänemark. Allerdings gehören die Färöer, anders als Dänemark, nicht der EU an und sind auch nicht Teil des Schengen-Raums

Wenn man mit dem Schiff nach Island fährt, legt man kurz in Tórshavn an, der Hauptstadt der Färöer. Im Sommer reicht die Zeit meist nicht zum Aussteigen, wenn man gleich weiter nach Island will, aber in der Vor- und Nach-Saison bleiben einem zumindest ein paar Stunden, um einen ersten Eindruck von den Inseln zu bekommen. 


Ich bin schon oft nach Island gereist, aber bisher immer mit dem Flugzeug, noch nie mit dem Schiff. Geschichten über die Überfahrt mit der Fähre und einen Aufenthalt auf den Färöer kannte ich immer nur von anderen Island-Reisenden. 

Letztes Jahr im November 2025 bin ich dann selbst zum ersten Mal mit der Fähre Norröna von Hirtshals nach Island und wieder zurück gereist, in einer Woche. Auf den Färöern war ich dabei auf dem Hin- und Rückweg jeweils nur ein paar Stunden, auf organisierten Ausflügen vom Schiff aus. 


Einmal haben uns Busse am Hafen abgeholt und über die Inseln gefahren, das andere Mal gab es einen kurzen Spaziergang durch die Hauptstadt Tórshavn - mit einem kleinen Imbiss mit typisch färingischen Spezialitäten in der Rooftop-Bar eines Hotels. 



Aber zumindest blieb mir noch ein bisschen Zeit, um in einer Buchhandlung in Tórshavn die Kochbuch-Abteilung zu durchstöbern und dort einzukaufen. Ich liebe es einfach, in Kochbüchern zu stöbern - selbst wenn sie in einer Sprache geschrieben sind, die ich überhaupt nicht kann.

Wobei ich festgestellt habe, mit meinen bisherigen Isländisch-Kenntnissen habe ich echt eine Chance, vor allem Back-Rezepte einigermaßen lesen und verstehen zu können. Das macht direkt Spaß!


Also habe ich mir vorgenommen, Euch in einem Färöer-Spezial ein bisschen was über diese Inseln zu erzählen, natürlich vor allem über føroyskur matur (= färöisches Essen) und føroysk matgerð (= färöische Küche) und Euch ein paar Rezepte von den Färöern vorzustellen, die ich schon ausprobiert habe. 



Sonntag, 22. Februar 2026

Í sex ár

Seit sechs Jahren


Das obere Foto hier ist heute vor genau 6 Jahren entstanden, am 22. Februar 2020. Das erste Foto von meinem Mann und mir und unserem Island-Haus. Das untere Foto von uns dreien ist relativ aktuell, von Silvester 2025. 

Schon 6 Jahre Island-Haus für uns..!

Der 22. Februar 2020 war ein Samstag. Nachdem wir mehrere Häuser besichtigt hatten und uns viele Gedanken gemacht hatten, welches davon "das Richtige" für uns wäre, waren wir am Freitagabend bei der Maklerin und gaben ein Gebot für "unser Haus" ab. Das Gebot war bindend bis Samstagmittag um 14 Uhr. 

Um kurz vor 12 kam dann der Anruf der Maklerin - die Verkäufer waren einverstanden, sie hatten unterschrieben! Wir hatten den Zuschlag!

Am Samstag waren wir danach, nach Rücksprache mit der Maklerin und den Vorbesitzern, noch einmal in "unserem Haus". Haben es noch mal im Detail ausgemessen, für anstehende Anschaffungen, und waren einfach nur restlos glücklich, dass unser Traum vom eigenen Häuschen auf Island in Erfüllung gegangen ist! 


Heute ist dieser Tag genau 6 Jahre her und unser Traum vom eigenen Häuschen auf Island ist immer noch Realität. Ein wichtiger Teil unseres Lebens. Ob es uns leid tut, dass wir unser Haus gekauft haben..? Nein, kein bisschen!!! 

Ob wir es gekauft hätten, wenn wir damals gewusst hätten, was alles auf uns zu kommen würde und was so ein Häuschen auf Island bedeutet..? Ehrlich gesagt, ich bin nicht ganz sicher. Aber ich glaube schon!

Am 22.02.2020, an dem Tag, als wir die Zusage für unser Haus bekamen, wurden in Italien die ersten beiden Corona-Toten in Europa gemeldet. Mitte März 2020 kam dann der Lockdown. Auch in Island. Reisen war nicht mehr möglich. Es gab keine Flugverbindungen mehr. Die Post nach Island, um Dokumente für den Hauskauf vorzulegen, dauerte 3 Wochen. Alles dauerte. 

Am 20. Juni 2020 flog dann mein Mann mit einem der ersten Flieger, die wieder nach Island gingen, nach Keflavík, um unser Haus zu übernehmen - den endgültigen Übergabevertrag unterschreiben, die Kaufpreiszahlung überweisen, einziehen. Auch das wurde noch mal aufregend, aber letztlich ging doch alles gut - seit Dienstag, den 23. Juni 2020, sind wir überglückliche Besitzer eines Sommerhauses auf Island. Unser Stückchen Island, unser Paradies!


In der ersten Zeit war regelmäßig der Klempner da, bis schließlich alles heil war und richtig funktionierte, kaltes Wasser, Heißwasser, Leitungen, Armaturen, Hot Pot... Aber dank unseres engagierten Klempners ließ sich das alles lösen! 


Eine unserer ersten "Amtshandlungen" im neuen Haus war ein kleines Make-Over für die Küche. Die Unterschränke waren teilweise nicht mehr so ganz fit, da haben wir dann gespachtelt und schwarz gestrichen. An den Oberschränken haben wir einheitlich neue Knöpfe angebracht, Holzknöpfe, die wir ebenfalls schwarz angemalt haben - die Auswahl an Knöpfen und Griffen bei Ikea oder im Baumarkt war überschaubar. 


Und natürlich steht ständig etwas an, was zu tun ist, Arbeiten am Haus.

Normalerweise streichen wir jedes Jahr im Sommer entweder das Haus oder die Terrassendielen. Es stehen immer wieder irgendwelche Reparatur-Arbeiten an. Auf Empfehlung mehrerer Nachbarn haben wir auch eine Wärmepumpe einbauen lassen - und dadurch schon ordentlich Strom gespart. 


Letzten Sommer hatten wir auch eine größere Renovierungs-Aktion - wir haben im Wohnzimmer neun Fenster ausgetauscht. Mann und Sohn haben das Projekt souverän gestemmt und jetzt haben wir wieder wunderschönen Ausblick! 


Im ersten Sommer hatte mein Mann, für unseren ersten größeren Familien-Besuch, schon das "svefnloft" überarbeitet, also den "Schlafboden" oben im Haus. Jetzt können wir dort auch schöne Schlafplätze bieten - ideal besonders für kleine Besucher. 


Im Herbst 2022 hatten wir unvermutet einen Fenstersturz. Eines Abends, als mein Mann das Fenster im Arbeitszimmer öffnete, um das Nordlicht draußen besser fotografieren zu können, verabschiedete sich plötzlich das Fenster. Es schwang nach draußen auf - und verschwand lautlos in der Dunkelheit. Das Scharnier war ausgebrochen. Wir sind dann mit der Taschenlampe rausgestürmt - und fanden das Fenster, verkehrt herum an die Hauswand gelehnt, als ob es einer da hingestellt hätte. Sogar die Scheibe hatte den Sturz überstanden! 

Mein Mann konnte dann das Fenster nehmen, es wieder in den Rahmen klemmen und 
es provisorisch sichern. Ein Glück - bei -15° Außentemperatur. Am nächsten Tag war dann mal wieder ein Besuch im Baumarkt fällig. 


Auch sonst stellt der Winter in Island uns immer wieder vor Herausforderungen.


So mussten wir uns bei der Ankunft bei unserem Häuschen schon durch meterhohen Schnee bis zur Haustür durchgraben. 

Und wir haben es auch regelmäßig, dass wir im Haus eingeschneit sind und mit dem Auto nicht wegfahren konnten. Manchmal konnten wir uns durchschaufeln, manchmal nicht, blieben wir eben ein, zwei Tage zu Hause. Was nicht geht, geht halt nicht. 


Bei großem Frost friert uns auch öfter mal die Wasserleitung zum Haus ein (obwohl wir eigentlich einen Heizdraht um die Leitung haben, aber auch der kommt offenbar an Grenzen). Ich habe schon Schnee gekocht, damit wir zumindest unsere Toilette nutzen konnten. Aber mittlerweile sind wir routiniert und haben immer mehrere große Wasserflaschen im Haus stehen. Und wir wissen auch, wie wir das vereiste Schloss an der Schuppentür mit Fön und Verlängerungsschnur auftauen können und die Wasserleistung mit umgewickelten Wärmekissen langsam wieder auftauen - zumindest bisher hat das zum Glück immer wieder geklappt und spätestens bei 8 - 10 Stunden hatten wir dann wieder Wasser. 

Wir hatten es auch schon mal, dass es im Haus so kalt war, dass sich die Wasserleitungen gelöst hatten und das Wasser überall spritzte, als wir das Wasser angestellt haben. Aber die Leitungen ließen sich zum Glück problemlos wieder ineinander stecken und halten seitdem dicht.

Und natürlich haben wir es auch schon geschafft, im Winter auf dem Weg zum Haus mit dem Auto im Graben zu landen. Und wieder hatten wir riesiges Glück, wir hatten sofort Helfer, weitere Nachbarn kamen auch noch zu Hilfe - und letztlich hat uns der Bauer von nebenan souverän wieder rausgezogen. 


Auch mit Reifenpannen haben wir im letzten Jahr Erfahrungen gesammelt... aber bisher ist alles gut ausgegangen!


Mit Strom-Problemen haben wir mittlerweile auch Erfahrung. Bei Tauwetter und starkem Wind aus der falschen Richtung ist regelmäßig die Sicherung rausgeflogen. Aber zum Glück ist der Freund von unserem Freund gelernter Elektriker und konnte erste Hilfe leisten. Die meisten Probleme haben sich lösen oder zumindest umgehen lassen. Manchmal ist unser Haus immer noch plötzlich "offline", da ist dann immer die Frage - ist nur der Router ausgefallen oder der Strom im Haus..? (Heute war es zum Glück nur der Router, nicht der Strom - Heizung und Kühl- und Gefrierschrank liefen weiter.)

Und dankenswerter Weise haben wir liebe Menschen in Island gefunden, die einspringen und helfen, wenn es mal wieder Schwierigkeiten gibt! 

Bei meinem Terrassensturz letzten Sommer hatte ich letztlich auch sehr viel Glück im Unglück. 

Ich wollte mit dem Einkauf schwer beladen schnell ins Haus, dabei brach ein Brett unter mir durch und ich fiel. Ich steckte dann mit einem Bein in der Terrasse fest, war mit dem Kopf vornüber gekippt, hatte mir die Brille zerbrochen, blutete kräftig über dem Auge und hatte mir beim Aufprall auch noch die Schulter ausgekugelt. Es hat ein bisschen gedauert, bis Mann und Kind mich zumindest erst einmal in eine sitzende Position bringen konnten. Und irgendwann haben wir es mit vereinten Kräften auch noch geschafft, mein Bein wieder frei zu bekommen. 

Aber auch hier hatte ich Glück: Die große, blutende Stelle an der Stirn war letztlich nur eine kleine Verletzung. Der Optiker in Selfoss konnte meine zerbrochene Brille wieder kleben. Mein Bein macht keinerlei Probleme mehr. Nur mit der Schulter habe ich immer noch Probleme. Das könnte durchaus bis zu 1,5 Jahren dauern, bis sich das wieder normalisiert, meint der Therapeut. Na ja, ein halbes Jahr habe ich ja schon geschafft... 


Natürlich gibt es auch immer wieder restlos schöne Momente in unserem geliebten Island-Haus!



Von rausgefallenen Fenstern, eingefrorenen Wasserleitungen, herumspritzendem Wasser, gebrochenen Terrassendielen, immer wieder Stromausfällen, anstehenden Renovierungsarbeiten ... - unser Haus auf Island stellt uns immer wieder vor Herausforderungen. 


Und so blicken wir heute auf 6 wundervolle, spannende, aufregende Jahre in unserem Haus auf Island zurück und können im Brustton der Überzeugung sagen: Es tut uns kein bisschen leid, dass wir unser Haus gekauft haben und mittlerweile ein Teilzeit-Leben auf Island haben! Danke! 



Dienstag, 17. Februar 2026

Touristen-Programm im Winter

Tagesausflug am Golden Circle


Habt Ihr Lust auf ein paar Schnappschüsse von Island im Winter..?

Im Januar hatten wir tagelang wirklich richtig gutes Wetter. Zwar ordentlich kalt, kein Schnee, aber dafür strahlend blauer Himmel, traumhaftes Licht und wunderschöne Sonnenuntergänge und nachts tanzten die Nordlichter am Himmel über uns.

Einen Tag haben wir uns dann einfach mal frei genommen und sind mit dem Auto los, Touristen-Programm. 

Der große Touristen-Ansturm vor und nach Silvester war schon durch und so konnten wir ohne Menschenmassen unsere Lieblings-Hot-Spots rund um den Golden Circle besuchen. 

Früh aufstehen mussten wir auch nicht, Sonnenaufgang war schließlich erst gegen 11 Uhr. So konnten wir in Ruhe aufstehen und frühstücken, bevor wir aufgebrochen sind. Schon beim Losfahren hatten wir traumhaftes Licht - und der Vollmond kullerte als große, leuchtende Kugel die Berge hinunter. 


Den ersten Stopp haben wir beim Geysir im Haukadalur gemacht. 

Keine Ahnung, wie oft wir schon beim Geysir waren, vor allem seit wir im Februar 2020 das Gebot für unser Island-Haus abgegeben und im Juni 2020 das Haus tatsächlich übernehmen konnten. Jetzt wohnen wir gar nicht so weit weg vom Geysir. Aber ich fahre wirklich immer noch jedes Mal so gerne wieder hin und stehe glücklich am Geysir Strokkur und bestaune die Ausbrüche. 

Und es sieht doch jedes Mal wieder anders aus, die Aktivität wechselt... 

Immer wieder schön - und bei so traumhaften Wetter und herrlichem Licht ganz besonders!  


Ich finde es auch immer wieder so schön, wenn die Sonne im isländischen Winter so tief steht, dass das Licht Schatten unter dem Auto hindurch wirft und man sogar die Räder richtig gut erkennen kann, wenn der Schatten unseres Autos neben uns herfährt. 


Der nächsten Stopp war bei der Úthlíðarkirkja, nahe an der Straße 37 auf dem Weg vom Geysir nach Laugarvatn. 

Wir sind schon oft hier vorbeigefahren und haben uns über die Architektur der kleinen Kirche gewundert, jetzt haben wir endlich einmal angehalten, als das Kirchlein uns so herrlich im rotgoldenen Sonnenlicht anstrahlte.  


Den letzten Stopp haben wir am Brúarfoss gemacht. 

Für mich ist dieser Wasserfall definitiv einer meiner Lieblings-Wasserfälle auf ganz Island. Ich finde das türkis-weiße Wasser, das sich hier in Kaskaden strudelnd in die Tiefe stürzt, einfach nur wunder-, wunderschön! 


Nachmittags konnten wir dann immer wieder traumhafte Sonnenuntergänge genießen. Das Foto hier von der Kirche in Selfoss habe ich gegen 16.30 Uhr beim Vorbeifahren von der Brücke gemacht (natürlich als Beifahrer!). 


Und nachts tanzten immer wieder die Nordlichter über uns. Auch davon werde ich nie genug bekommen können!