Montag, 6. Juli 2026

Sunnudagsganga

Sonntagsspaziergang


Ich finde es immer wieder faszinierend - neben den bekannten, berühmten Plätzen, Touristen-Hot-Spots und Sehenswürdigkeiten gibt es auf Island auch immer noch kleine, unbekannte Orte, die nicht im Reiseführer stehen, keine Internet-Geheimtipps sind, und die vielleicht auch nicht ganz so spektakulär sind - aber trotzdem wunderschön. Und wo man dann auch immer noch ganz alleine ist. 

Den Krater Kerið mit seinem roten Gestein und dem Kratersee kennt fast jeder Island-Reisende, der den Golden Circle hier im Süden Islands besucht hat. Etwa 600.000 Menschen haben wohl im letzten Jahr den Kerið besucht, so die Angaben von Arctic Adventures, seit 2023 Eigentümer des Landes - damit besuchen knapp 30% aller Island-Besucher diesen Krater. 

Aber der Kerið ist nicht der einzige Krater mit einem See in der Mitte, den es hier gibt. Aber andere Krater sind nicht touristisch erschlossen, es gibt keine Schilder, keinen großen, befestigten Parkplatz, kein Toilettenhäuschen und keinen Food Truck und auch kein Eintrittsgeld, das man bezahlen müsste, es gibt noch nicht einmal eine richtige Straße. 


Trotzdem kann man auf einem offiziellen, gut markierten Wanderweg hier zu diesem Krater laufen. 


Der angelegte Wanderweg führt durch die moosbewachsene Lava-Landschaft und ist gut an den gelben Pflöcken mit den blauen Markierungen zu erkennen. An dieser Stelle hier findet sich auch noch eine alte Wegmarke, nehme ich an.


Die Lava hier ist noch nicht besonders alt, erst wenige tausend Jahre. Aber sie ist dicht bewachsen, ich schätze, mit Lavamoos bzw. genauer Zackenmützenmoos - der Pflanze, die sich nach einem Ausbruch typischerweise als erstes auf dem erkalteten Gestein ansiedelt. 


Auf der anderen Seite des Weges, gegenüber der Lava-Landschaft, liegt der grüne, mit Gras und kleinen Bäumen bewachsene Krater mit seinem kleinen, blauen Kratersee voller Wasserpflanzen.


Hier noch der Blick von der anderen Seite über den Kraterrand auf die Lava-Landschaft.


Schon beachtlich grün, für isländische Verhältnisse, finde ich! 


Mit einem letzten Blick in die Weite der Landschaft ging es dann für uns wieder zurück.


Das war definitiv ein netter Sonntagsspaziergang. Wir haben einen schönen Krater mit Kratersee kennen gelernt, von dem wir bis vor ein paar Tagen noch nicht einmal Bilder gesehen hatten. Und wir waren ganz alleine hier, kein anderer Mensch weit und breit. So schön!



Sonntag, 5. Juli 2026

Sumarfrí 2026

Sommerferien 2026


Für uns ging es gestern wieder nach Island. 

Dieses Mal sind wir nur zu zweit, mein Mann und ich, der Nachwuchs kommt später nach. Wir hatten wieder einen Direktflug mit Icelandair. 

Icelandair fliegt jetzt in Frankfurt nicht mehr von Terminal 2 ab, sondern vom neuen Terminal 3

Das neue Terminal 3 am Frankfurter Flughafen wurde nach 10 Jahren Bauzeit im April 2026 offiziell eröffnet, der reguläre Flugbetrieb startete am 23. April 2026

Das neue Terminal hat eine Nutzfläche von mehr als 400.000 m², die mehrstöckige Abflughalle ist 18 Meter hoch und ist für knapp 20 Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt, die hier von den neuen Flugsteigen G, H und J starten können. 

Oberstes Stockwert der neuen Abflughalle

Als wir gestern gegen halb 6 am Morgen hier ankamen, war es erstaunlich leer, noch nicht viel Betrieb, trotz Sommerferien in bereits 7 Bundesländern. Unser Sohn konnte gemütlich vorfahren, uns aussteigen lassen - alles erst einmal ganz entspannt, keine Platznot. Herrlich!

Auch innen war alles schön und neu. Vorne in der Abflughalle gibt es (noch?) nicht viele Geschäfte, dafür sind aber noch Ladenlokale direkt an den Flugsteigen, das finde ich definitiv besser als vorher an Terminal 2. (Auch wenn die Preise gewohnt hoch sind, knapp 10 € für ein belegtes Baguette oder an die 4,50 € für eine kleine Flasche Softdrink...)

Als ganz besonderen Luxus empfinde ich die modernen CT-Scanner an allen Sicherheitskontrollen im neuen Terminal! Laptops, Smartphones und andere elektronische Geräte können einfach im Handgepäck bleiben, und sogar Flüssigkeiten müssen nicht mehr aufwendig in kleine Zipp-Beutel mit Reißverschluss verpackt werden und separat gescannt, jetzt kann man sogar bis zu 2 Liter Flüssigkeit einfach im Handgepäck mitnehmen. Ohne das ganze Aus- und Einpacken ging die Kontrolle herrlich schnell und unkompliziert!


Wir haben das neue, moderne Terminal auf jeden Fall genossen und auch den ungewohnten Blick auf Frankfurt.


Kurz nach 9 Uhr morgens sind wir dann gut in Island gelandet. 

Es dauerte nur ein bisschen, bis wir das Flugzeug verlassen konnten, es gab wohl Probleme mit der Gangway. Irgendwann schalteten sie sogar extra noch einmal das Entertainment-Programm auf den Bildschirmen an, kam die Durchsage, allerdings lief bei uns dann ausschließlich die Werbung... Aber dann ging es wohl doch schneller als befürchtet. Kurz vor 10 Uhr waren wir unterwegs nach Reykjavík.

Unterwegs haben wir noch ein paar frische Lebensmittel eingekauft und mittags waren wir dann erfolgreich zu Hause. Sogar die Lupinen stehen hier noch in voller Blüte, obwohl es doch schon Anfang Juli ist. 



Und das Wetter war wirklich herrlich - der perfekte isländische Sommer! 

Strahlend blauer Himmel, bis zu 18°. Wir haben es gleich ausgenutzt, erst für ein Eis auf der Terrasse und abends kam noch spontan Besuch zum Grillen vorbei. Schließlich gibt es nicht so oft so gutes Wetter hier, dass man abends in strahlendem Sonnenschein draußen sitzen und grillen und essen kann - da muss man jede Gelegenheit spontan nutzen!


Schöner kann es doch gar nicht losgehen, hier auf Island! 


Ég er mjög ánægð með að vera hér aftur. 
Ich bin sehr froh, wieder hier zu sein.



Freitag, 3. Juli 2026

Ískalt kaffiskyr

Eiskaltes Kaffee-Skyr-Getränk


Diese Woche war irgendwie extrem stressig, fand ich, und dazu noch die große Hitze in Deutschland... Heute gab es dann nur schnell noch einen "Eiskaffee" für alle, bevor wir wieder los mussten, um den Nachwuchs zum Bus zu bringen. 

Eigentlich ist im isländischen Original-Rezept vorgesehen, dass man Kaffeskyr verwendet, mit Karamell, aber da es so viele Skyr-Sorten in Deutschland gar nicht gibt, habe ich mir mit Vanille-Skyr beholfen und noch Kaffee-Extrakt und Schokoladen-Sauce dazu gegeben, um es geschmacklich ein bisschen abzurunden. Dann einmal kräftig durchrühren - perfekt!

Wir waren mit dem Ergebnis alle sehr zufrieden, schön eiskalt, frisch und lecker!


Zutaten für 3 Getränke

400 ml Vanille-Skyr
200 ml Milch
1 EL Kaffee-Extrakt
2 EL Schoko-Sauce
90 ml kalter Kaffee
6 - 9 Eiswürfel


Zubereitung

Den Vanille-Skyr mit der Milch, dem Kaffee-Extrakt und die Schoko-Sauce im Mixer vermischen.

In jedes Glas 2 - 3 Eiswürfel geben und jeweils 30 ml kalten Kaffee darüber geben.

Anschließend die Skyr-Milch-Masse gleichmäßig auf die Gläser verteilen.

Nach Belieben verrühren und eiskalt genießen!


Guten Appetit!



Sonntag, 28. Juni 2026

Buchtipp: Sommerhausküche

Rezepte für die schönste Zeit im Norden 


Heute habe ich wieder einen Buchtipp für Euch, und zwar für die nordische Sommerhausküche. 

In ihrem neuen Kochbuch "Sommerhausküche - Rezepte für die schönste Zeit im Norden" hat Michaela Fuchs ihre Lieblingsrezepte für den Sommer aus Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark zusammen gestellt. 

So wie meine große Liebe Island und der isländischen Küche gilt, so gilt Michaelas große Liebe Finnland. Seit Jahren lebt sie teilweise in München, teilweise in ihrem Mökki, ihrem typisch finnischen Ferienhaus, rund 120 km nördlich vom Polarkreis. Seit 2014 bloggt sie auf ihrem Blog Mahtava über finnische und skandinavische Küche. 

Was als persönliche Rezeptsammlung begann, ist längst ein großer Blog geworden, und Michaela hat erfolgreich schon mehrere tolle Kochbücher verfasst: 

Ihr erstes Buch "Eine kulinarische Reise durch Skandinavien" ist im Oktober 2024 erschienen, ihr zweites Buch "Finnland. Das Kochbuch: Wohlfühlrezepte aus dem glücklichsten Land der Welt" erschien im April 2025. 

Jetzt im April 2026 ist ihr neues Kochbuch erschienen - die "Sommerhausküche". Die Hardcover-Ausgabe vom Christian Verlag mit 208 Seiten kostet im Buchhandel 29,99 € - eine persönliche Liebeserklärung von Michaela an den Sommer im Norden - und an seine Gerichte.

Als Michaela mich gefragt hatte, ob ich wieder ein Rezensionsexemplar möchte, habe ich natürlich auch wieder ganz begeistert "Ja!" gesagt. 


Was ist eigentlich "Sommerhausküche"?

Die Begriffe fürs Sommerhaus sind in allen nordischen Ländern verschieden - ob es jetzt das Mökki in Finnland ist, die Stuga in Schweden, die norwegische Hytte (oder eben das isländische sumarhús / sumarbústaður). 

Aber das Gefühl ist überall gleich - wenn der Sommer beginnt, die langen, hellen Nächte, zieht es alle hinaus aufs Land. Wochenlang wird das Sommerhaus zum Lebensmittelpunkt. Hier ticken die Uhren langsamer, das Leben ist auf das Wesentliche reduziert

Viele dieser Sommerhäuser sind schlicht, alte Holzhäuser, manche sind seit Jahrzehnten im Familienbesitz. Es gibt dort teilweise keinen Strom oder kein fließend Wasser, auch die Küchen sind oft nur mit dem Nötigsten ausgestattet. Und neben den alten Häusern stehen mittlerweile auch moderne, luxuriöse Ferienhäuser - aber der Grundgedanke ist doch derselbe: Leben im Rhythmus des Sommers, in seinem ganz eigenen Takt. 

Und auch das Kochen im Sommerhaus bedeutet dabei oft Improvisieren, sowohl beim Equipment als auch bei den Zutaten. Man kocht spontan zwischen Grill, einer Kochplatte oder einem Gaskocher, einem alten Herd oder vielleicht auch einem kleinen Backofen. Und zum Essen gibt es eine spontane Mischung aus frischen, regionalen Zutaten und dem, was sich noch im Vorrat findet. Der nächste Lebensmittelladen ist schließlich nicht unbedingt um die Ecke!

In ihrem Buch über die Sommerhaus-Küche hat Michaela ihre Lieblingsrezepte aus Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark für den Sommer zusammengestellt. Dabei hat sie bei vielen Rezepten auch markiert, was man dazu braucht - Feuer, Herd oder Backofen - perfekt für die einfache, kreative Sommerküche. Und die vielen schönen Bilder machen mir erst recht Lust auf den kulinarischen Sommer im Norden!

Bild aus dem Buch -
Pfannkuchentorte mit Himbeeren

Diese Woche hatte unser Nachwuchs den letzten Schultag für dieses Schuljahr, jetzt geht es auch für uns bald wieder für die nächsten Wochen in unser Sommerhaus auf Island - also die perfekte Zeit, Michaelas "Sommerhausküche" auszuprobieren!



Was hat mich angelacht? Eine kleine Auswahl ausgewählter Rezepte

Ich habe dieses Mal wirklich einfach nur das Kochbuch durchgeblättert und ein paar der Rezepte ausprobiert, die mich da angelacht haben - von den Speckpfannkuchen mit Blaubeeren und dem French Toast mit Brombeerkompott über die Knäckebrotpizza und den Brotsalat bis zu den Tunnbröd-Wraps. Und alles, was ich ausprobiert habe, hat uns wirklich richtig gut geschmeckt!

Speckpfannkuchen mit Blaubeeren

Pfannkuchen am Morgen - was gibt es Schöneres in den Ferien?!? Und diese Pfannkuchen mit ausgelassenem Speck, Blaubeeren und Ahornsirup sind wirklich eine schöne, interessante Mischung aus süß und salzig, knusprig und weich. 


Auch wenn sie gut 40 Minuten brauchen, bis sie fertig sind - für ein gemütliches, spätes Frühstück lohnt sich das für uns auf jeden Fall! 

French Toast mit Brombeer-Kompott

Ob man diese Scheiben von altbackenem Brot, eingeweicht in eine Mischung als Milch, Eiern, Vanille und Zucker und dann in Fett gebraten, jetzt als "French Toast", "Arme Ritter", "Grenki" o.ä. bezeichnet - lecker ist dieser international beliebte Frühstücksklassiker von Kanada über Deutschland bis Russland und von Spanien bis Dänemark eigentlich immer. 

Und diese dänische Version mit Brombeer-Kompott, Schmand und Ahornsirup hat uns ausgesprochen gut geschmeckt, der warme, gebratene Toast, der kalte, leicht säuerliche Schmand, dazu das frische Kompott und der süße Sirup - doch, so kann ich einen gemütlichen Sonntag gerne beginnen! 

Dickmilchdrink mit Blaubeeren

Michaela meinte, fast hätte es dieses Rezept gar nicht in ihr Buch geschafft - zu schlicht, hatte sie gedacht. Aber auf der anderen Seite ist es doch genau das, was die nordische Sommerhausküche ausmacht - schlicht und gut. 

Eine Handvoll frische Beeren, ein Glas Dickmilch (oder Schwedenmilch, Kefir, Trinkjoghurt, isländische AB-Mjólk etc. nach Geschmack) und ein bisschen Honig oder Ahornsirup, mehr braucht es doch gar nicht für ein leckeres, schnelles Frühstück! Für mich die perfekte Alltagsküche im Sommer, immer wieder in verschiedenen Variationen!


Knäckebrot-Pizza

Pizza geht bei uns eigentlich immer, auch unser Nachwuchs ist immer für Pizza zu haben - aber mit frischem Hefeteig mache ich das eben doch nicht so oft "einfach mal so" zum Abendessen. Diese Knäckebrot-Pizza ist dagegen die perfekte schnelle Alternative - dauert alles in allem vielleicht 20 Minuten, man braucht im Grunde nur Knäckebrot, Frischkäse, ein paar Käsescheiben sowie Tomate, Zwiebel, Rucola und ein bisschen Olivenöl und schon hat man im Handumdrehen einen richtig nettes Abendessen auf dem Tisch stehen. 

Eigentlich gehören noch Oliven dazu, aber da ich eigentlich keine Oliven mag, habe ich alternativ Kapern verwendet. Und nächstes Mal probiere ich noch kleingeschnittene Datteln aus!

Dem Sohn hat es sehr gut geschmeckt und der Mann hat sich gefreut, leckere Pizza und kein schlechtes Gewissen beim Gedanken an allzu viele Kohlenhydrate...

Kartoffel-Pizza

Das hier war tatsächlich das erste Rezept, das ich aus dem Kochbuch ausprobiert habe. Ich habe nämlich sehr gute Erinnerungen an eine leckere Kartoffel-Pizza, die wir uns zu mehreren auf der Schiffsfahrt auf der Fähre Norröna im November 2025 bei der Überfahrt auf die Färöer und nach Island geteilt haben. 

Kartoffel-Pizza auf der Fähre

Daher habe ich mich sehr gefreut, als ich gesehen habe, dass in der "Sommerhausküche" auch ein Rezept für Kartoffel-Pizza dabei war. Ein bisschen unterschiedlich waren die Rezepte ja, aber ganz dünn gehobelte Kartoffelscheiben, Schmand, Meersalz und Käse war in beiden Fällen beteiligt - und beide haben ausgesprochen gut und interessant geschmeckt! 

Michaelas Kartoffel-Pizza wird zusätzlich noch mit Bärlauch-Pesto und Burrata zubereitet, definitiv sehr lecker und herrlich sommerlich, diese Mischung aus der warmen Pizza und dem kalten Pesto und der Burrata!


Gurken-Dill-Brotsalat

Für mich persönlich bedeutet Sommerküche ja  ganz viel Salat - daher habe ich ganz begeistert diesen Gurken-Dill-Brotsalat ausprobiert, mit geröstetem Brot, frischen Zwiebeln, viel Dill, Kapern und einem leckeren Honig-Senf-Dressing. Kurz vor dem Servieren werden die warmen, gerösteten Brotwürfel über den kalten Salat gegeben - und dann direkt genossen! 

Ideal, sowohl für ein leichtes Mittagessen im Sommerhaus oder auch als Beilage abends zum Grillen!


Tunnbröd-Wraps

Perfekt für ein Picknick im Grünen - genau dafür sind diese Wraps gemacht! 

Eigentlich werden sie mit Tunnbröd zubereitet, einem dünnen, weichen Fladenbrot aus Norrland, dem nördlichen Teil Schwedens, das überwiegend aus Weizenmehl hergestellt wird. Wer kein Tunnbröd hat, kann aber auch einfach Tortillas verwenden, empfiehlt Michaela, und genau das habe ich getan.

Und auch wenn wir nur im eigenen Garten gepicknickt haben - schön frisch und lecker war es definitiv! 

Für meinen Mann und mich habe ich die Wraps mit der Räucherlachs-Ei-Füllung zubereitet, für den Nachwuchs gab es Schinken-Füllung. Eigentlich hätte es laut Rezept Rentier-Schinken sein sollen, aber den gibt es hier nicht, und anderer Räucherschinken tut es auch! 

Und in Island probiere ich die Wraps dann noch mal mit Hangikjöt aus, der typischen, über Schafsdung geräucherten Lammkeule.


Mein Fazit

Als ich jetzt die Fotos von den Gerichten aus Michaelas "Sommerhausküche"-Kochbuch zusammen gestellt habe, schaute mir mein jüngster Sohn dabei angelegentlich über die Schulter, betrachtete die Essensfotos und fragte immer wieder ganz überrascht: Ach, das war auch aus dem Buch..? Das war so lecker! 

Und diese leckeren Gerichte wie z.B. die Tunnbröd-Wraps, die Knäckenbrot-Pizza oder den French Toast mit Kompott gibt es auch in unserem isländischen Sommerhaus auf jeden Fall noch öfter!




Samstag, 27. Juni 2026

Zauber des Nordens - das Nordmeer Magazin: Ausgabe 2026.2

Vestfjarðaleiðin - Der Weg durch die Westfjorde


Diese Woche hatten wir unser Autoren-Exemplar von der aktuellen Ausgabe von "Zauber des Nordens" im Briefkasten. 

Thema der Ausgabe im Juni 2026 sind wieder die Westfjorde. Dabei orientiert sich die Redaktion am Vestfjarðaleið, einer Route, die auf einer Länge von ca. 950 Kilometern einmal um die isländischen Westfjorde herum führt.

Die Straße 60, der Vestfjarðavegur, zweigt nördlich von Bifröst von der Ringstraße ab und führt über eine Strecke von 305 km zunächst entlang der Südküste der Westfjorde, dann nach Norden am Dynjandi vorbei bis nach Ísafjörður. Anschließend geht es dann von Bolungarvík (13 km nordwestlich von Ísafjörður) über den Djúpvegur, die Straße 61, wieder an der anderen Küste entlang nach Süden, u.a. durch Súðavík und Hólmavík

Und wenn man genug Zeit hat, kann man im Süden noch ein paar Abstecher von der Straße 60 machen, u.a. nach Rauðasandur, zum Vogelfelsen Látrabjarg, nach Patreksfjörður oder Hrafnseyri

Mein Lieblingsbild von Hrafnseyri
 (Foto vom Herbst 2016)

Die meisten Island-Touristen kommen gar nicht bis in die Westfjorde, den nordöstlichen Teil der Insel. Diese Ecke Islands ist noch mal ein ganz besonderes Fleckchen Erde - einsam, schroff, abgelegen - und dabei wunderschön! 

Die Westfjorde sind dünn besiedelt, hier leben nur gut 7.300 Menschen, auf einer Fläche, die etwa 3,5 Mal so groß ist wie das Saarland (und im Saarland leben immerhin mehr als 1 Mio. Einwohner). 

Vor gut 100 Jahren, zwischen 1910 und 1920, lebten in den Westfjorden noch rund 13.400 Menschen, das entsprach etwa 15% aller Menschen in Island. Heute leben nicht einmal mehr 2% der Gesamtbevölkerung in den Westfjorden. Landflucht ist hier ein großes Thema, bedingt durch den Wegfall vieler Arbeitsplätze in der Fischerei, die extreme Isolation in den z.T. unwirtlichen Fjorden (im Winter sind Orte teilweise über Tage auf dem Landweg gar nicht erreichbar) und Lawinenunglücke in der Vergangenheit). Besonders junge Leute sind, auf der Suche nach Bildung und Arbeitsplätzen, aus den Westfjorden weggezogen. Allerdings hat die Bevölkerung seit 2020 wieder leicht zugenommen (von ca. 6.900 auf jetzt rd. 7.300 Menschen).

Wer es ganz einsam liebt, den zieht es im Sommer vielleicht sogar in das gänzlich unbewohnte Naturreservat Hornstrandir, an der äußersten nördlichen Spitze der Westfjorde. Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die letzten Höfe hier aufgegeben, auch wenn manche der alten Häuser im Sommer noch genutzt werden. Hornstrandir kann ausschließlich über den Seeweg erreicht werden, und auch das grundsätzlich nur von Mitte Juni bis Ende August. Wer die Einsamkeit sucht, sollte sie hier in den Westfjorden erleben können!


In der aktuellen Ausgaben von "Zauber des Nordens" findet Ihr also jede Menge Tipps entlang dem "Westfjords Way", mit detaillierten Karten und ausführlichen Informationen zu den sehenswerten Orten und Plätzen. Ideal, falls Ihr plant, demnächst in die Westfjorde zu reisen..! 

Übrigens auch für uns praktisch - so oft waren wir auch noch nicht in den Westfjorden und aktuell überlegt mein Mann, ob er nicht im September mit einem Freund eine Woche Urlaub hier verbringt. Auch wenn September für die Westfjorde schon spät im Jahr ist - lohnenswert ist diese Ecke auf jeden Fall, landschaftlich und geschichtlich interessant! Und im Zweifelsfall muss man eben ein bisschen flexibel sein, bei schlechtem Wetter abwarten und zeitlich nicht zu knapp planen... 

Zusätzlich findet Ihr auch einen ausführlichen Artikel über das seit 1.1.2026 geltende Kilometergeld (kílómetragjald), eine Doppelseite mit Reise-Tipps für Kinder, zwei Seiten isländische Lyrik und natürlich auch wieder ein Rezept von mir (für gezuckerte Forelle mit Gurkensalat). 


Gewinnspiel im Kooperation mit Isi4Fun

Dieses Mal gibt es außerdem, in Kooperation mit Isi4Fun, ein Island-Kreuzworträtsel, bei dem unter allen Teilnehmenden, die das richtige Lösungswort eingesandt haben, fünf Süßwarenpakete mit diversen isländischen Süßigkeiten im Wert von ca. 40 € verlost werden. Einsendeschluss ist übrigens lt. Magazin der 18.12.2026.

Quelle: Zauber des Nordens

Und ich verziehe mich dann mal mit einem eiskalten Eiskaffee in den Schatten, um mich in der aktuellen deutschen Hitzewelle mit meiner Ausgabe des aktuellen Magazins zumindest gedanklich ein bisschen abzukühlen.

Temperatur aktuell in Deutschland

Zum Vergleich - in den Westfjorden sind aktuell gerade Temperaturen zwischen 8 und 10°. Klingt das nicht herrlich?!? 



Donnerstag, 25. Juni 2026

Kotasæluís með jarðarberjum

Hüttenkäse-Eis mit Erdbeeren


So ein Hüttenkäse-Eis war offenbar vor 3 Jahren ein absoluter Trend auf TikTok, schließlich ist das Eis fettarm und proteinreich. Der Trend ist aber an mir komplett vorbei gegangen - ich habe das Rezept erst jetzt auf der Seite einer isländischen Molkerei getroffen; die Firma stellt schließlich auch Hüttenkäse (kotasæla) her. Und leckere Erdbeeren wachsen auf Island auch! 

Angesichts der aktuellen Hitzewelle in Deutschland mit Temperaturen von bis zu 40° wollte ich das Eis-Rezept aber unbedingt ausprobieren!

Mein Fazit..? Geschmacklich definitiv gut, aber in der Tiefkühl-Truhe wird das Eis aufgrund des geringen Fettgehalts ziemlich schnell ziemlich fest, man muss es also vor dem Essen wieder etwas antauen lassen.


Zutaten für eine Familienpackung Eis

700 g Hüttenkäse
500 g gefrorene Erdbeeren
40 ml flüssiger Honig
3 - 4 EL Zitronen-Saft


Zubereitung

Alle Zutaten für das Eis in einen großen Mixer geben und wirklich gründlich pürieren.


Die Masse dann in eine geeignete Form geben, glattstreichen und im Tiefkühl-Schrank festwerden lassen. Dabei regelmäßig umrühren, damit es nicht zu schnell zu fest wird.


Anschließend nach Geschmack genießen, z.B. so wie wir hier mit frischen Erdbeeren, Schokoladen-Sauce und frischen Basilikum-Blättern.


Eine frische Abkühlung..! 



Montag, 22. Juni 2026

Mjólkurhristingur með kaffi og súkkulaði

Milchshake mit Kaffee und Schokolade


Das Thermometer von unserem Island-Haus meldet aktuell sonnige 15°, nur leider sind wir derzeit noch in Deutschland - und ich zerfließe hier bei über 30° tagsüber. Und die ganz große Hitze mit an die 40° tagsüber und mindestens 28° nachts kommt erst noch am Wochenende... 

Eindeutig die falschen Temperaturen für mich, ich fühl mich bei so einer Hitze nicht wohl, ich will dringend nach Island!

Um mich wenigstens ein bisschen runter zu kühlen, habe ich mir nachmittags einen Kaffee-Milchshake gemacht, gewissermaßen einen Kaffee-Shake - oder auf Isländisch: einen kaffisjeik.  


Zutaten für 1 Portion

150 ml Vanille-Eis
100 ml kalter Kaffee
1 - 2 EL frische Milch
1 EL Schokoladensauce

Schlagsahne
Schokoladensauce
ggf. Kaffeegewürz


Zubereitung

Das Vanille-Eis, den kalten Kaffee, die Milch und 1 EL Schokoladensauce zusammen in einen kleinen Mixer geben... 


.... und kräftig mixen.


Zu Deko-Zwecken etwas Schokoladensauce an die Seitenwände vom Glas geben.


Die Eiskaffee-Milch-Mischung ins Glas gießen, mit der Schlagsahne und noch ein bisschen Schokoladensauce anrichten, ggf. noch ein bisschen Kaffeegewürz o.ä. darauf geben und dann direkt genießen.


Guten Appetit!