Sonntag, 28. Juni 2026

Buchtipp: Sommerhausküche

Rezepte für die schönste Zeit im Norden 


Heute habe ich wieder einen Buchtipp für Euch, und zwar für die nordische Sommerhausküche. 

In ihrem neuen Kochbuch "Sommerhausküche - Rezepte für die schönste Zeit im Norden" hat Michaela Fuchs ihre Lieblingsrezepte für den Sommer aus Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark zusammen gestellt. 

So wie meine große Liebe Island und der isländischen Küche gilt, so gilt Michaelas große Liebe Finnland. Seit Jahren lebt sie teilweise in München, teilweise in ihrem Mökki, ihrem typisch finnischen Ferienhaus, rund 120 km nördlich vom Polarkreis. Seit 2014 bloggt sie auf ihrem Blog Mahtava über finnische und skandinavische Küche. 

Was als persönliche Rezeptsammlung begann, ist längst ein großer Blog geworden, und Michaela hat erfolgreich schon mehrere tolle Kochbücher verfasst: 

Ihr erstes Buch "Eine kulinarische Reise durch Skandinavien" ist im Oktober 2024 erschienen, ihr zweites Buch "Finnland. Das Kochbuch: Wohlfühlrezepte aus dem glücklichsten Land der Welt" erschien im April 2025. 

Jetzt im April 2026 ist ihr neues Kochbuch erschienen - die "Sommerhausküche". Die Hardcover-Ausgabe vom Christian Verlag mit 208 Seiten kostet im Buchhandel 29,99 € - eine persönliche Liebeserklärung von Michaela an den Sommer im Norden - und an seine Gerichte.

Als Michaela mich gefragt hatte, ob ich wieder ein Rezensionsexemplar möchte, habe ich natürlich auch wieder ganz begeistert "Ja!" gesagt. 


Was ist eigentlich "Sommerhausküche"?

Die Begriffe fürs Sommerhaus sind in allen nordischen Ländern verschieden - ob es jetzt das Mökki in Finnland ist, die Stuga in Schweden, die norwegische Hytte (oder eben das isländische sumarhús / sumarbústaður). 

Aber das Gefühl ist überall gleich - wenn der Sommer beginnt, die langen, hellen Nächte, zieht es alle hinaus aufs Land. Wochenlang wird das Sommerhaus zum Lebensmittelpunkt. Hier ticken die Uhren langsamer, das Leben ist auf das Wesentliche reduziert

Viele dieser Sommerhäuser sind schlicht, alte Holzhäuser, manche sind seit Jahrzehnten im Familienbesitz. Es gibt dort teilweise keinen Strom oder kein fließend Wasser, auch die Küchen sind oft nur mit dem Nötigsten ausgestattet. Und neben den alten Häusern stehen mittlerweile auch moderne, luxuriöse Ferienhäuser - aber der Grundgedanke ist doch derselbe: Leben im Rhythmus des Sommers, in seinem ganz eigenen Takt. 

Und auch das Kochen im Sommerhaus bedeutet dabei oft Improvisieren, sowohl beim Equipment als auch bei den Zutaten. Man kocht spontan zwischen Grill, einer Kochplatte oder einem Gaskocher, einem alten Herd oder vielleicht auch einem kleinen Backofen. Und zum Essen gibt es eine spontane Mischung aus frischen, regionalen Zutaten und dem, was sich noch im Vorrat findet. Der nächste Lebensmittelladen ist schließlich nicht unbedingt um die Ecke!

In ihrem Buch über die Sommerhaus-Küche hat Michaela ihre Lieblingsrezepte aus Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark für den Sommer zusammengestellt. Dabei hat sie bei vielen Rezepten auch markiert, was man dazu braucht - Feuer, Herd oder Backofen - perfekt für die einfache, kreative Sommerküche. Und die vielen schönen Bilder machen mir erst recht Lust auf den kulinarischen Sommer im Norden!

Bild aus dem Buch -
Pfannkuchentorte mit Himbeeren

Diese Woche hatte unser Nachwuchs den letzten Schultag für dieses Schuljahr, jetzt geht es auch für uns bald wieder für die nächsten Wochen in unser Sommerhaus auf Island - also die perfekte Zeit, Michaelas "Sommerhausküche" auszuprobieren!



Was hat mich angelacht? Eine kleine Auswahl ausgewählter Rezepte

Ich habe dieses Mal wirklich einfach nur das Kochbuch durchgeblättert und ein paar der Rezepte ausprobiert, die mich da angelacht haben - von den Speckpfannkuchen mit Blaubeeren und dem French Toast mit Brombeerkompott über die Knäckebrotpizza und den Brotsalat bis zu den Tunnbröd-Wraps. Und alles, was ich ausprobiert habe, hat uns wirklich richtig gut geschmeckt!

Speckpfannkuchen mit Blaubeeren

Pfannkuchen am Morgen - was gibt es Schöneres in den Ferien?!? Und diese Pfannkuchen mit ausgelassenem Speck, Blaubeeren und Ahornsirup sind wirklich eine schöne, interessante Mischung aus süß und salzig, knusprig und weich. 


Auch wenn sie gut 40 Minuten brauchen, bis sie fertig sind - für ein gemütliches, spätes Frühstück lohnt sich das für uns auf jeden Fall! 

French Toast mit Brombeer-Kompott

Ob man diese Scheiben von altbackenem Brot, eingeweicht in eine Mischung als Milch, Eiern, Vanille und Zucker und dann in Fett gebraten, jetzt als "French Toast", "Arme Ritter", "Grenki" o.ä. bezeichnet - lecker ist dieser international beliebte Frühstücksklassiker von Kanada über Deutschland bis Russland und von Spanien bis Dänemark eigentlich immer. 

Und diese dänische Version mit Brombeer-Kompott, Schmand und Ahornsirup hat uns ausgesprochen gut geschmeckt, der warme, gebratene Toast, der kalte, leicht säuerliche Schmand, dazu das frische Kompott und der süße Sirup - doch, so kann ich einen gemütlichen Sonntag gerne beginnen! 

Dickmilchdrink mit Blaubeeren

Michaela meinte, fast hätte es dieses Rezept gar nicht in ihr Buch geschafft - zu schlicht, hatte sie gedacht. Aber auf der anderen Seite ist es doch genau das, was die nordische Sommerhausküche ausmacht - schlicht und gut. 

Eine Handvoll frische Beeren, ein Glas Dickmilch (oder Schwedenmilch, Kefir, Trinkjoghurt, isländische AB-Mjólk etc. nach Geschmack) und ein bisschen Honig oder Ahornsirup, mehr braucht es doch gar nicht für ein leckeres, schnelles Frühstück! Für mich die perfekte Alltagsküche im Sommer, immer wieder in verschiedenen Variationen!


Knäckebrot-Pizza

Pizza geht bei uns eigentlich immer, auch unser Nachwuchs ist immer für Pizza zu haben - aber mit frischem Hefeteig mache ich das eben doch nicht so oft "einfach mal so" zum Abendessen. Diese Knäckebrot-Pizza ist dagegen die perfekte schnelle Alternative - dauert alles in allem vielleicht 20 Minuten, man braucht im Grunde nur Knäckebrot, Frischkäse, ein paar Käsescheiben sowie Tomate, Zwiebel, Rucola und ein bisschen Olivenöl und schon hat man im Handumdrehen einen richtig nettes Abendessen auf dem Tisch stehen. 

Eigentlich gehören noch Oliven dazu, aber da ich eigentlich keine Oliven mag, habe ich alternativ Kapern verwendet. Und nächstes Mal probiere ich noch kleingeschnittene Datteln aus!

Dem Sohn hat es sehr gut geschmeckt und der Mann hat sich gefreut, leckere Pizza und kein schlechtes Gewissen beim Gedanken an allzu viele Kohlenhydrate...

Kartoffel-Pizza

Das hier war tatsächlich das erste Rezept, das ich aus dem Kochbuch ausprobiert habe. Ich habe nämlich sehr gute Erinnerungen an eine leckere Kartoffel-Pizza, die wir uns zu mehreren auf der Schiffsfahrt auf der Fähre Norröna im November 2025 bei der Überfahrt auf die Färöer und nach Island geteilt haben. 

Kartoffel-Pizza auf der Fähre

Daher habe ich mich sehr gefreut, als ich gesehen habe, dass in der "Sommerhausküche" auch ein Rezept für Kartoffel-Pizza dabei war. Ein bisschen unterschiedlich waren die Rezepte ja, aber ganz dünn gehobelte Kartoffelscheiben, Schmand, Meersalz und Käse war in beiden Fällen beteiligt - und beide haben ausgesprochen gut und interessant geschmeckt! 

Michaelas Kartoffel-Pizza wird zusätzlich noch mit Bärlauch-Pesto und Burrata zubereitet, definitiv sehr lecker und herrlich sommerlich, diese Mischung aus der warmen Pizza und dem kalten Pesto und der Burrata!


Gurken-Dill-Brotsalat

Für mich persönlich bedeutet Sommerküche ja  ganz viel Salat - daher habe ich ganz begeistert diesen Gurken-Dill-Brotsalat ausprobiert, mit geröstetem Brot, frischen Zwiebeln, viel Dill, Kapern und einem leckeren Honig-Senf-Dressing. Kurz vor dem Servieren werden die warmen, gerösteten Brotwürfel über den kalten Salat gegeben - und dann direkt genossen! 

Ideal, sowohl für ein leichtes Mittagessen im Sommerhaus oder auch als Beilage abends zum Grillen!


Tunnbröd-Wraps

Perfekt für ein Picknick im Grünen - genau dafür sind diese Wraps gemacht! 

Eigentlich werden sie mit Tunnbröd zubereitet, einem dünnen, weichen Fladenbrot aus Norrland, dem nördlichen Teil Schwedens, das überwiegend aus Weizenmehl hergestellt wird. Wer kein Tunnbröd hat, kann aber auch einfach Tortillas verwenden, empfiehlt Michaela, und genau das habe ich getan.

Und auch wenn wir nur im eigenen Garten gepicknickt haben - schön frisch und lecker war es definitiv! 

Für meinen Mann und mich habe ich die Wraps mit der Räucherlachs-Ei-Füllung zubereitet, für den Nachwuchs gab es Schinken-Füllung. Eigentlich hätte es laut Rezept Rentier-Schinken sein sollen, aber den gibt es hier nicht, und anderer Räucherschinken tut es auch! 

Und in Island probiere ich die Wraps dann noch mal mit Hangikjöt aus, der typischen, über Schafsdung geräucherten Lammkeule.


Mein Fazit

Als ich jetzt die Fotos von den Gerichten aus Michaelas "Sommerhausküche"-Kochbuch zusammen gestellt habe, schaute mir mein jüngster Sohn dabei angelegentlich über die Schulter, betrachtete die Essensfotos und fragte immer wieder ganz überrascht: Ach, das war auch aus dem Buch..? Das war so lecker! 

Und diese leckeren Gerichte wie z.B. die Tunnbröd-Wraps, die Knäckenbrot-Pizza oder den French Toast mit Kompott gibt es auch in unserem isländischen Sommerhaus auf jeden Fall noch öfter!




Samstag, 27. Juni 2026

Zauber des Nordens - das Nordmeer Magazin: Ausgabe 2026.2

Vestfjarðaleiðin - Der Weg durch die Westfjorde


Diese Woche hatten wir unser Autoren-Exemplar von der aktuellen Ausgabe von "Zauber des Nordens" im Briefkasten. 

Thema der Ausgabe im Juni 2026 sind wieder die Westfjorde. Dabei orientiert sich die Redaktion am Vestfjarðaleið, einer Route, die auf einer Länge von ca. 950 Kilometern einmal um die isländischen Westfjorde herum führt.

Die Straße 60, der Vestfjarðavegur, zweigt nördlich von Bifröst von der Ringstraße ab und führt über eine Strecke von 305 km zunächst entlang der Südküste der Westfjorde, dann nach Norden am Dynjandi vorbei bis nach Ísafjörður. Anschließend geht es dann von Bolungarvík (13 km nordwestlich von Ísafjörður) über den Djúpvegur, die Straße 61, wieder an der anderen Küste entlang nach Süden, u.a. durch Súðavík und Hólmavík

Und wenn man genug Zeit hat, kann man im Süden noch ein paar Abstecher von der Straße 60 machen, u.a. nach Rauðasandur, zum Vogelfelsen Látrabjarg, nach Patreksfjörður oder Hrafnseyri

Mein Lieblingsbild von Hrafnseyri
 (Foto vom Herbst 2016)

Die meisten Island-Touristen kommen gar nicht bis in die Westfjorde, den nordöstlichen Teil der Insel. Diese Ecke Islands ist noch mal ein ganz besonderes Fleckchen Erde - einsam, schroff, abgelegen - und dabei wunderschön! 

Die Westfjorde sind dünn besiedelt, hier leben nur gut 7.300 Menschen, auf einer Fläche, die etwa 3,5 Mal so groß ist wie das Saarland (und im Saarland leben immerhin mehr als 1 Mio. Einwohner). 

Vor gut 100 Jahren, zwischen 1910 und 1920, lebten in den Westfjorden noch rund 13.400 Menschen, das entsprach etwa 15% aller Menschen in Island. Heute leben nicht einmal mehr 2% der Gesamtbevölkerung in den Westfjorden. Landflucht ist hier ein großes Thema, bedingt durch den Wegfall vieler Arbeitsplätze in der Fischerei, die extreme Isolation in den z.T. unwirtlichen Fjorden (im Winter sind Orte teilweise über Tage auf dem Landweg gar nicht erreichbar) und Lawinenunglücke in der Vergangenheit). Besonders junge Leute sind, auf der Suche nach Bildung und Arbeitsplätzen, aus den Westfjorden weggezogen. Allerdings hat die Bevölkerung seit 2020 wieder leicht zugenommen (von ca. 6.900 auf jetzt rd. 7.300 Menschen).

Wer es ganz einsam liebt, den zieht es im Sommer vielleicht sogar in das gänzlich unbewohnte Naturreservat Hornstrandir, an der äußersten nördlichen Spitze der Westfjorde. Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die letzten Höfe hier aufgegeben, auch wenn manche der alten Häuser im Sommer noch genutzt werden. Hornstrandir kann ausschließlich über den Seeweg erreicht werden, und auch das grundsätzlich nur von Mitte Juni bis Ende August. Wer die Einsamkeit sucht, sollte sie hier in den Westfjorden erleben können!


In der aktuellen Ausgaben von "Zauber des Nordens" findet Ihr also jede Menge Tipps entlang dem "Westfjords Way", mit detaillierten Karten und ausführlichen Informationen zu den sehenswerten Orten und Plätzen. Ideal, falls Ihr plant, demnächst in die Westfjorde zu reisen..! 

Übrigens auch für uns praktisch - so oft waren wir auch noch nicht in den Westfjorden und aktuell überlegt mein Mann, ob er nicht im September mit einem Freund eine Woche Urlaub hier verbringt. Auch wenn September für die Westfjorde schon spät im Jahr ist - lohnenswert ist diese Ecke auf jeden Fall, landschaftlich und geschichtlich interessant! Und im Zweifelsfall muss man eben ein bisschen flexibel sein, bei schlechtem Wetter abwarten und zeitlich nicht zu knapp planen... 

Zusätzlich findet Ihr auch einen ausführlichen Artikel über das seit 1.1.2026 geltende Kilometergeld (kílómetragjald), eine Doppelseite mit Reise-Tipps für Kinder, zwei Seiten isländische Lyrik und natürlich auch wieder ein Rezept von mir (für gezuckerte Forelle mit Gurkensalat). 


Gewinnspiel im Kooperation mit Isi4Fun

Dieses Mal gibt es außerdem, in Kooperation mit Isi4Fun, ein Island-Kreuzworträtsel, bei dem unter allen Teilnehmenden, die das richtige Lösungswort eingesandt haben, fünf Süßwarenpakete mit diversen isländischen Süßigkeiten im Wert von ca. 40 € verlost werden. Einsendeschluss ist übrigens lt. Magazin der 18.12.2026.

Quelle: Zauber des Nordens

Und ich verziehe mich dann mal mit einem eiskalten Eiskaffee in den Schatten, um mich in der aktuellen deutschen Hitzewelle mit meiner Ausgabe des aktuellen Magazins zumindest gedanklich ein bisschen abzukühlen.

Temperatur aktuell in Deutschland

Zum Vergleich - in den Westfjorden sind aktuell gerade Temperaturen zwischen 8 und 10°. Klingt das nicht herrlich?!? 



Donnerstag, 25. Juni 2026

Kotasæluís með jarðarberjum

Hüttenkäse-Eis mit Erdbeeren


So ein Hüttenkäse-Eis war offenbar vor 3 Jahren ein absoluter Trend auf TikTok, schließlich ist das Eis fettarm und proteinreich. Der Trend ist aber an mir komplett vorbei gegangen - ich habe das Rezept erst jetzt auf der Seite einer isländischen Molkerei getroffen; die Firma stellt schließlich auch Hüttenkäse (kotasæla) her. Und leckere Erdbeeren wachsen auf Island auch! 

Angesichts der aktuellen Hitzewelle in Deutschland mit Temperaturen von bis zu 40° wollte ich das Eis-Rezept aber unbedingt ausprobieren!

Mein Fazit..? Geschmacklich definitiv gut, aber in der Tiefkühl-Truhe wird das Eis aufgrund des geringen Fettgehalts ziemlich schnell ziemlich fest, man muss es also vor dem Essen wieder etwas antauen lassen.


Zutaten für eine Familienpackung Eis

700 g Hüttenkäse
500 g gefrorene Erdbeeren
40 ml flüssiger Honig
3 - 4 EL Zitronen-Saft


Zubereitung

Alle Zutaten für das Eis in einen großen Mixer geben und wirklich gründlich pürieren.


Die Masse dann in eine geeignete Form geben, glattstreichen und im Tiefkühl-Schrank festwerden lassen. Dabei regelmäßig umrühren, damit es nicht zu schnell zu fest wird.


Anschließend nach Geschmack genießen, z.B. so wie wir hier mit frischen Erdbeeren, Schokoladen-Sauce und frischen Basilikum-Blättern.


Eine frische Abkühlung..! 



Montag, 22. Juni 2026

Mjólkurhristingur með kaffi og súkkulaði

Milchshake mit Kaffee und Schokolade


Das Thermometer von unserem Island-Haus meldet aktuell sonnige 15°, nur leider sind wir derzeit noch in Deutschland - und ich zerfließe hier bei über 30° tagsüber. Und die ganz große Hitze mit an die 40° tagsüber und mindestens 28° nachts kommt erst noch am Wochenende... 

Eindeutig die falschen Temperaturen für mich, ich fühl mich bei so einer Hitze nicht wohl, ich will dringend nach Island!

Um mich wenigstens ein bisschen runter zu kühlen, habe ich mir nachmittags einen Kaffee-Milchshake gemacht, gewissermaßen einen Kaffee-Shake - oder auf Isländisch: einen kaffisjeik.  


Zutaten für 1 Portion

150 ml Vanille-Eis
100 ml kalter Kaffee
1 - 2 EL frische Milch
1 EL Schokoladensauce

Schlagsahne
Schokoladensauce
ggf. Kaffeegewürz


Zubereitung

Das Vanille-Eis, den kalten Kaffee, die Milch und 1 EL Schokoladensauce zusammen in einen kleinen Mixer geben... 


.... und kräftig mixen.


Zu Deko-Zwecken etwas Schokoladensauce an die Seitenwände vom Glas geben.


Die Eiskaffee-Milch-Mischung ins Glas gießen, mit der Schlagsahne und noch ein bisschen Schokoladensauce anrichten, ggf. noch ein bisschen Kaffeegewürz o.ä. darauf geben und dann direkt genießen.


Guten Appetit!



Sonntag, 21. Juni 2026

Sommerfest bei unserem Isländisch-Lehrer

Wir waren dieses Wochenende unterwegs - unser Isländisch-Lehrer hatte zum Isländischen Sommerfest für seine Schüler eingeladen und wir wollten doch unbedingt mal dabei sein!   

Wir lernen jetzt seit September 2017 bei ihm online Isländisch, waren aber tatsächlich noch nie bei einem Schüler-Fest bei ihm dabei, schließlich wohnen wir doch ein gutes Stück entfernt. Aber dieses Mal hat es gepasst und wir konnten kommen!

Am Freitagvormittag habe ich zum Mitbringen dann noch vegane Zimtschnecken gebacken, zum einen sind die wirklich lecker, zum anderen vertragen sie Hitze im Auto ganz gut. 


Mein Mann konnte am Freitag einigermaßen früh Feierabend machen, danach haben wir zusammengepackt und sind gestartet - und haben uns bei brütender Hitze auf die Autobahn gestellt. Zuerst zeigte das Autothermometer 43° an, auf der Fahrt pendelte die Temperatur sich dann bei "nur" 38° ein. Für mich eindeutig zu viel! Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass unser Auto schon älter ist und die Klimaanlage nicht mehr wirklich funktioniert..?


Weil wir nicht wussten, wann wir am Freitag loskommen würden, und über 500 km dann nicht mehr an einem Stück durchfahren wollten, hatten wir eine Zwischenübernachtung bei Weimar gebucht, nach gut der Hälfte der Strecke (ca. 265 km). 

Den Abend haben wir zu zweit in Weimar verbracht, sind gemütlich durch die Stadt geschlendert und haben schließlich sehr lecker draußen bei einem Thai-Restaurant gegessen. Richtig schön!


Übernachtet haben wir in einem Hotel in der Nähe - ein klassisches Autofahrer-Hotel, würde ich sagen. Für die Buchung war der Preis ausschlaggebend, aber die Leute waren nett. Das Zimmer selber war sehr zweckmäßig. Aber wir wollten ja auch nur eine günstige Zwischen-Übernachtung, keine romantische Nacht zu zweit, da hat es schon gepasst.


Nach dem Frühstück sind wir wieder auf die Autobahn. Am Morgen hatte es etwas geregnet und gewittert und es war zumindest nicht mehr ganz so heiß, als wir uns für die zweite Etappe mit rund 250 km auf den Weg gemacht haben. 

Gegen Mittag kamen wir an. Erst waren wir am Ortseingang noch im Supermarkt (herrlich klimatisiert!), um uns noch mit mehr Getränken zu versorgen, dann haben wir unser Zimmer in einer Pension vor Ort bezogen. Kein Hotel, wie die Pensionswirtin betonte, aber ein schön großes Zimmer im Untergeschoss, angenehm kühl, und auch im Badezimmer war alles da, was man braucht.


Gegen 13 Uhr waren wir dann glücklich bei unserem Isländisch-Lehrer zum Sommerfest. 

@islaendisch-lernen

Es hat wirklich Spaß gemacht, ein richtig schönes Fest mit so vielen anderen Menschen, die alle begeistert die isländische Sprache lernen. So ein gemeines Interesse, eine gemeinsame Liebe ist eine herrliche Verbindung! Da hat man wirklich mit jedem herrlich viel zu erzählen.

Außerdem gab es beim Sommerfest viel und leckeres Essen - vom Küchenbüffet bis zum Abendbüffet zum Grillen. Ein perfektes Sommerfest - sogar mit großem Pool zum Abkühlen! 

Wir haben viele nette neue Leute kennengelernt, Online-Bekannte endlich mal persönlich kennengelernt und liebe Leute wieder getroffen. 


Für mich persönlich war es ein bisschen herausfordernd - unser Isländisch-Lehrer hat einen Hund und ich habe leider Angst vor Hunden (völlig irrational, ja, ich weiß). Trotzdem tut es mir kein bisschen leid, dass wir gekommen sind!


Am Sonntagmorgen haben wir noch mit lieben Menschen in unserer Pension gemütlich gefrühstückt, anschließend standen uns dann gut 500 km heiße Autobahn bevor. Gegen 16 Uhr waren wir dann, reichlich platt, wieder zu Hause. 

Ist es verrückt, an einem Wochenende über 1.000 km auf der Autobahn bei 30° - 38° zu fahren, um mit anderen Isländisch-Schülern am Sommerfest unseres Isländisch-Lehrers teilzunehmen..? Ja, vermutlich. 

Hat es sich gelohnt..? Ja, unbedingt!!!



Montag, 15. Juni 2026

Rotþrær

Klärgruben


Hier mal wieder etwas aus der Kategorie "Mehr Realität im Island-Traum" - wisst Ihr, was Ihr hier auf dem Bild seht..? 

Oder wisst Ihr, was "rotþró" (im Plural: "rótþrær") auf Deutsch heißt..?

Das Foto hier ist von Anfang Juni 2026 und zeigt einen Tanklastwagen, der bei uns vor unserem Island-Haus steht und mit einem Schlauch abpumpt. Und, was wird da wohl abgepumpt..?

Toiletten auf Island 

Die Toilette heißt auf Isländisch "klósettið" oder auch "salernið", früher sprach man auch vom "náðhús" (wörtlich übersetzt das "Gnadenhaus"). 

Das Wort "klósett" ist wohl ein Lehnwort aus dem Dänischen ("kloset") und kommt ursprünglich aus dem Englischen ("water closet"). Woher das Wort "salerni" kommt, ist offenbar umstritten, vielfach wird es auf das Wort "salur" (= Haus, großer Raum) und das altnordische Suffix "-erni" (das sich vielleicht mit "-schaft" oder "-heit" übersetzen lässt) zurückgeführt, also wäre das "salerni" möglicherweise die "Räumlichkeit" - die eben für einen speziellen Zweck bestimmt ist. 

Selbst auf Island haben nicht alle Toiletten eine so herrliche Aussicht wie hier auf dem Foto von den Westfjorden, sondern sind eher in kleinen, dunklen Räumen untergebracht.  


Und vor allem ist nicht jede Toilette auf Island an die Kanalisation angeschlossen - hier kommt dann wieder das Wort "rotþró" ins Spiel. Im Wörterbuch wird "rotþró" mit "Sickergrube" oder eigentlich eher mit "Fäkalientank" übersetzt. 

Das hier ist ein Bild der Umhverfisstofnun, der isländischen Umwelt- und Naturschutzbehörde, auf der man sehr schön den Aufbau einer Klärgrube erkennen kann:

Quelle: www.ust.is

Eine Klärgrube besteht hier aus einem Tank (oft auch aus drei Tanks). Von der einen Seite fließt der Inhalt der Toilette in den Tank (inntak frá húsi), dann setzen sich die "Feststoffe" unten im Tank ab (botnlag), man spricht hier von seyra (= Klärschlamm). Fett und andere leichte Stoffe bilden eine Schicht oben, die auf dem Abwasser schwimmt (flotlag), während das Abwasser (skólpvatn) abfließt (durch den "útrás"). 

Oben auf dem Bild seht Ihr auch das Belüftungsrohr, durch das die bei der Zersetzung entstehenden Gase (wie Methan, Ammoniak und Schwefelwasserstofft) aufsteigen und entweichen. 

In kalten Klimazonen, wie in Island, braucht der Zersetzungsprozess mehr Zeit, die organischen Materialien zerfallen langsamer und die Schlammansammlung ist deshalb größer. Daher sind auf Island Dreikammer-Klärgruben notwendig. Die schwersten Partikel fallen auf den Boden der ersten Kamer, die feineren und leichteren Partikel setzten sich dann in der zweiten und dritten Kammer ab und aus der dritten Kammer fließt dann das weitgehend geklärte Wasser ab.

Eine Klärgrube darf nicht zu oft geleert werden, weil die organischen Stoffe am Boden der Klärgrube von Mikroorganismen unter anaeroben Bedingungen zersetzt und abgebaut werden und das benötigt eine gewisse Zeit. Im Schnitt dauert es wohl drei bis fünf Jahre, bis die Abfallstoffe in einer Klärgrube vollständig zersetzt sind. 

Der Klärschlamm muss dann in regelmäßigen Abständen von einem Fachbetrieb abgesaugt werden. 

Wie groß ist so ein Tank?

Die Größe eines solchen "Fäkalientanks" richtet sich nach der Größe und der Nutzung des Hauses, bei Häusern, die dauerhaft bewohnt werden, sollte der Tank lt. der isländischen Umweltbehörde ein Fassungsvermögen von mindestens 3.000 Litern haben - dabei geht die Behörde bei ihren Berechnungen von 5 Personen aus, die dort ganzjährig leben und eine Waschmaschine nutzen. In Häusern, die nicht ganzjährig bewohnt werden, beträgt die Mindestgröße für den Tank demnach 2.200 Liter

Dieses Foto hier habe ich bei unserer ersten Hausbesichtigung im Februar 2020 aufgenommen, unter diesen drei grünen Rohren befindet sich unsere Klärgrube. Unser Haus ist nämlich nicht an ein Abwassersystem angeschlossen, wie viele Häuser in Island, insbesondere auf dem Land. 



Entsorgung des Klärschlamms

Für das Abpumpen und Entleeren des Klärschlamms ist bei uns die Gemeinde zuständig. Für die reguläre Leerung muss man auch nicht extra zahlen, das ist in der Gebühr bei der Grundsteuer inklusive. 


Allerdings gibt es bei uns Ärger - unsere Gemeinde hat bisher alle 3 Jahre die Klärgruben geleert, seit einer Satzungsänderung werden die Gruben jetzt aber nur noch alle 5 Jahre geleert. 

Das gefällt den Anwohnern natürlich nicht. Zumal die Grundsteuer, d.h. die Zahlung an die Gemeinde, jedes Jahr steigt (in Abhängigkeit zu den Verkehrswerten und den Immobilienpreisen). In den 6 Jahren, die wir unser Haus jetzt haben, hat sich der Verkehrswert unseres Hauses durch die Preissteigerungen auf dem Immobilienmarkt bereits verdoppelt! Entsprechend müssen wir auch deutlich mehr an die Gemeinde zahlen. Aber trotz höherer Zahlung wird die Leistung reduziert... das sorgt eben doch immer wieder für Unmut. 

Wenn die Grube voll ist...

Wenn eine Klärgrube voll ist, macht sich das wohl meist durch Rückstau, schlechte Gerüche und schlecht ablaufendes Wasser im Haus bemerkbar, dann muss die Grube umgehend durch einen Fachbetrieb geleert werden.

Es soll übrigens ein typisches erstes Warnsignal sein, dass die Grube voll ist (oder ggf. einen Riss oder eine Beschädigung hat), wenn das Gras über der Klärgrube plötzlich besonders grün und kräftig wird... 

Hoffen wir mal, dass wir diese Erfahrung bitte nicht machen müssen!