Freitag, 31. Juli 2026

Mein Juli 2026

Und, wie war Euer Juli 2026 so..?

Wir hatten eigentlich einen ziemlich guten Monat, mit ganz vielen Island-Momenten. 

Und in den zwei Wochen Urlaub mit Nachwuchs haben wir auch einiges unternommen: 

Wir waren in einem Naturkundemuseum, in einem Heimatmuseum und haben den ältesten noch existierenden Torf-Hof Islands besucht. Wir waren beim Food Festival in Reykjavík. Wir sind ein bisschen gelaufen / gewandert. Wir waren am See und am Meer. Wir waren bei der Brücke aus dem Film "Walter Mitty" und beim Wasserfall Þórufoss, der bei "Game of Thrones" in Staffel 4 Episode 6 Schauplatz war, als sich ein großer Drache auf eine kleine Ziegenherde stürzte. 

Außerdem haben wir mit Freunden gegrillt, wir hatten mehrfach lieben Besuch. Wir haben gegessen und gelacht und gelesen und gestrickt - eine neue Handtasche mit Bónus-Schwein ist auch fertig geworden. 


P.S.: 

Nein, keine Angst, dieses Hüpfen wird nicht mein neuer "Signature Move". Aber manchmal geht's mir einfach gut und ich freu mich!



Donnerstag, 30. Juli 2026

Versló

Vorbereitungen für das Kaufmanns-Wochenende


Jetzt am Wochenende ist "Verslunarmannahelgi", das isländische "Kaufmannswochenende" - kurz "Versló" genannt. Am 1. Montag im August ist hier auf Island Feiertag, und das lange Wochenende einschließlich dem Feiertag am Montag ist DAS große Reisewochenende der Isländer. 

Die Menschen fahren aufs Land, campen und feiern. Vielerorts gibt es besondere Festivals und Veranstaltungen. Das größte dieser Feste ist Þjóðhátið í Vestmannaeyjum, das große Volksfest im Herjólfsdalur auf den Westmännerinseln. Aber auch an vielen anderen Orten gibt es Feste und eigentlich sind überall die Campingplätze komplett voll.  


Beliebte Rezepte für dieses Kaufmannswochenende sind oft einfache und praktische Gerichte, die man gut vorbereiten, ggf. stapeln und gut transportieren kann und unterwegs und auf dem Campingplatz in der Kühltasche problemlos kühlhalten. Neben Salaten, Saucen und Desserts gehören dazu auch unkomplizierte, leckere Grillgerichte. 

Wichtig ist übrigens auch ein schicker, neuer Lopapeysa, den man an diesem Fest-Wochenende abends tragen kann. Wenn man bis spät in die Nacht draußen feiert, wird es im isländischen Sommer doch schnell frisch (letzte Nacht hatten wir stellenweise 4°, auch wenn für den Tag heute sommerliche 17° bis 18° angesagt sind). 


Ich habe hier mal eine Auswahl meiner liebsten Rezepte zusammen gestellt, für ein leckeres Grillen mit Familie und Freunden

Salate

Als erstes habe ich hier ein Rezept für einen Curry-Kartoffel-Salat (Karríkartöflusalat) für Euch. Currygewürz ist ein großes Thema in der nordischen Küche, egal, ob beim Fleisch-, Fisch- oder Gemüsegerichten. Bei kleinen Frühkartoffeln (wie es sie hier in Island oft gibt) muss man die Kartoffeln für den Salat nicht mal schälen, bei dicken großen Kartoffeln sollte man aber schon geschälte Kartoffeln benutzen. Durch das Currypulver und die Zwiebel ist der Salat schon ein bisschen scharf. 


Das hier ist ein Rezept für Rosa Gerstengraupen (Bygg rósa), mit Gerstengraupen, Lauch, frischen Pilzen und sonnengetrockneten Tomaten sowie etwas geriebenen Parmesan. Dieses Rezept habe ich auch schon als Beilage zu Familienfesten zubereitet und es kam wirklich gut an. Es lässt sich gut vorbereiten und schmeckt auch kalt. 


Grillsaucen

Das hier ist ein Rezept für eine Grillsauce (Grillsósa), die ich jetzt erst Anfang Juli zubereitet habe, die aber wirklich sehr lecker war und gut angekommen ist, auch zum Dippen mit Gemüse - mit Crème fraîche, Paprika, roter Zwiebel, ein bisschen Tomaten-Ketchup und Meersalz und Chili-Pfeffer. 


Und das hier ist eine einfache, schnelle Skyrsauce (Skyrsósa), perfekt als Beilage zum Grillen - mit Vanille-Skyr, Mayonnaise, etwas Paprikapulver, Koriander, Öl und Salz und Pfeffer. 


Grillgut

Bei dem Rezept für die Skyrsauce findet Ihr auch die Zubereitung für gegrilltes Lammfleisch (grillað lambakjöt) - Lammfleisch ohne Knochen, kurz mariniert mit Öl, Senf, Zitronensaft und Honig sowie frischem Thymian und Salz und Pfeffer. Für mich die perfekte Urlaubs- und Sommerküche! 


Für Fisch-und-Fleisch-Liebhaber hätte ich hier noch ein Rezept für Dorsch im Speckmantel (þorskhnakkar með beikoni). Dafür einfach die Dorschfilets in mundgerechte Stücke schneiden, mit dem Frühstücksspeck umwickeln und dann auf den Grill legen, bis der Speck schön kross geworden ist.


Und wer zur Abwechslung auch mal fleischfrei grillen möchte, für den hätte ich hier ein Rezept für Grillspieße mit Gemüse und Grillkäse (Grillspjót með grænmeti og grillosti), mit Grillkäse, Zucchini und roten Zwiebeln und, wenn man mag, noch mit Champignons. 


Desserts

Ich liebe Käsekuchen und ich liebe einfache, schnelle Gerichte, die absolut alltagstauglich sind. Da ist dieses Rezept für "Käsekuchen im Glas" ohne Backen (Ostakaka í glasi) für mich einfach perfekt - zumal es sich gut vorbereiten lässt, man die kleinen Gläser gut stapeln kann - und das Dessert auch noch optisch einen guten Eindruck macht. 
 

Und ganz klassisch für isländische Feste im Sommer ist natürlich alles mit Früchten in Island-Farben, blau-weiß-rot - wie hier z.B. für dieses Skyr-Dessert im Festtagsgewand (Skyrterta í hátiðárbúningi). Dafür bereitet man einen "Boden" vor mit zerkrümelten Haferkeksen und etwas geschmolzener Butter, darüber die Creme aus Vanille-Skyr, Schlagsahne, Vanille und Zucker sowie etwas Zitronenschale - und das Ganze dann schön dekoriert mit frischen Blaubeeren und Erdbeeren. Anschließend lässt man es noch ein paar Stunden im Kühlschrank oder eben in der Kühltasche durchziehen, dann schmeckt es am besten.


Ein neuer Lopapeysa

Und natürlich habe ich auch einen selbstgestrickten Lopapeysa, der rechtzeitig zum Sommer fertig geworden ist - dieses Mal ein dünner Pullover aus Fjallalopi-Wolle. Die Hauptfarbe heißt "Rhabarber", allein deshalb wollte ich diese Wolle unbedingt ausprobieren und verstricken und habe die Rhabarber-Farben dann beim Muster mit frischem Grün kombiniert. 


Ich wünsche Euch schon mal ein schönes, langes Kaufmannswochenende!



Dienstag, 28. Juli 2026

Dagsbirta í lok júlí

Tageslicht Ende Juli


Jetzt ist es schon wieder Ende Juli, der 28. Juli. Die Sommersonnenwende ist schon gut 5 Wochen her. Mittlerweile werden die Tage schon spürbar wieder kürzer (gerade an grauen, verregneten Tagen). 

Am längsten Tag des Jahres, am 21. Juni, war hier Sonnenaufgang um 2.56 Uhr und Sonnenuntergang um 23.54 Uhr, d.h. der Tag (= die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang) war rund 21 Stunden lang. 

Aktuell ist der Tag hier bei uns noch etwa 18,5 Stunden lang: 

Heute war hier Sonnenaufgang etwa um 4.20 Uhr, Sonnenuntergang ist ca. 22.40 Uhr

Das heißt allerdings nicht, dass es zwischen 22.40 Uhr und 4.20 Uhr im Moment hier schon wieder wirklich dunkel wäre. 

Gestern war schönes Wetter, da habe ich abends gegen halb 11 noch ein paar Fotos gemacht, unser Hausberg mit den Wolken, die von der untergehenden Sonne noch angeleuchtet wurden. Das Bild hier ist knapp 10 Minuten vor Sonnenuntergang entstanden und es wurde schon etwas dunkler, aber man konnte wirklich noch gut draußen rumlaufen. 


Gegen den leuchtenden Himmel wirkt es auf dem ersten Bild dunkler, als es eigentlich war - zum Vergleich also das zweite Bild, vom Gras auf der Wiese, um dieselbe Zeit entstanden, eine Minute später, um 22.33 Uhr, aber da erkennt man, wie hell es wirklich noch war. 

Dieses Bild hier habe ich heute Nacht gemacht, als ich mal kurz wach war, das Foto habe ich um 3.21 Uhr aufgenommen - also ziemlich genau eine Stunde VOR Sonnenaufgang


Noch kann ich jedenfalls die ganze Nacht problemlos im Haus herumlaufen, ohne dass ich Licht machen müsste. Noch zwei, drei Wochen, dann sieht das auch wieder anders aus... 


Sonntag, 26. Juli 2026

Loksins sumar!

So, heute gibt es keinen neuen Beitrag mit Inhalt - seit Freitag haben wir hier nämlich SOMMER! 

Freitag war es schon fast den ganzen Tag über trocken und irgendwann gegen 20 Uhr kam dann die Sonne heraus, es klarte komplett auf und wir konnten abends um 22 Uhr bei strahlend blauem Himmel im Hot Pot auf der Terrasse liegen. Herrlich! 

Samstag waren wir dann auch den Tag über unterwegs und abends haben wir das tolle Wetter genutzt und gegrillt und draußen gegessen, abends um 20 Uhr - wie oft kann man das hier..?!?

Jetzt wollen wir auch wieder los. Wochenend und Sonnenschein genießen!

Bis dann!


Samstag, 25. Juli 2026

Perlan - Wonders of Iceland

Besuch im Perlan-Museum in Reykjavík


Die Woche hatten wir das schlechte Wetter hier genutzt und sind mit unserem Nachwuchs einen Tag nach Reykjavík gefahren und in das Perlan-Museum gegangen. Perfektes Programm für einen Regentag! (Das haben sich aber wohl viele andere auch gedacht - es war so voll, dass wir fast nicht reingekommen wären..!)

Auf dem Hügel Öskjuhlíð befinden sich sechs große Warmwassertanks der Stadt Reykjavík mit einer Gesamtkapazität von 24 Millionen Warmwasser. Die Tanks wurden 1991 mit einer riesigen Glaskuppel verbunden wurden, der das Gebäude seinen Namen "Perlan" (= "die Perle") verdankt. 


Es werden nicht mehr alle Tanks für die Warmwasserversorgung der Stadt genutzt. Bis 2014 war in einem der Tanks das Saga Museum untergebracht, mittlerweile befindet sich in dem Gebäude das Naturkundemuseum "Perlan - Wonders of Iceland".


Das Museum ist ein interaktives Naturkundemuseum. Hier kann man gewissermaßen ganz Island an einem Ort entdecken - Feuer und Eis, Vulkanismus und Plattenverschiebung, Nordlichter und Wasserflöhe und erschossene Eisbären. 

Hinter dem Eingangsbereich geht es in der Ausstellung "Naturgewalten" um die Kraft der Natur, die man auf Island so unmittelbar erleben kann - mit Vulkanen, Erdbeben und Erdwärme. 

Foto vom Okt. 2019

Das hier ist eine Scheibe von einem Redwood-Baum, einem Mammut-Baum, der etwa 1.300 Jahre alt war - also entstanden ca. 200 Jahr VOR der Landnahme auf Island. Dieser Baum hat gelebt, als +/- 874 die Besiedlung Islands begann, bei der Parlamentsgründung 930, bei der Christianisierung im Jahr 1000... irgendwie unvorstellbar, diese Dimensionen - zumindest für mich..!  


Der Baum stammt aus Kalifornien und wurde 1984 gefällt. Die Baumscheibe wurde dann von Ronald Reagan an Island geschenkt, wenn ich das richtig im Hinterkopf behalten habe - wohl im Rahmen des Gipfeltreffens von Reagan und Gorbatschow 1986 in Reykjavík. 

Weiter in der Ausstellung ist die Klippe Látrabjarg nachgebaut, die größte Meeresklippe Islands (mit 14 km Länge und an der höchsten Stelle 441 m Höhe). Látrabjarg liegt in den Westfjorden und ist der westlichste Punkt Islands. Das Wort "látur" bedeutet "Liegeplatz für Robben und Wale" und "bjarg" ist "Felsen", also ist "Látrabjarg" quasi ein "Felsen der Liegeplätze" für diese Tiere. Heute ist Látrabjarg vor allem als Vogelfelsen bekannt, als "größte Seevogelklippe Europas". Hier brüten jedes Jahre Millionen Seevögel, vor allem Tordalke (Álka), Trottellummen (Langvía), Eissturmvögel (Fýll) und Papageitaucher (Lundi). 

Besonders realistisch finde ich übrigens bei dem Nachbau im Perlan den Polarfuchs, der sich oben auf dem Felsen an den Papageitaucher anpirscht... 


Und auch auf die Folgen des Klimawandels wird im Naturkundemuseum hingewiesen. Derzeit sind etwa 11% der Landfläche Islands von Gletschern bedeckt. Aber die Klimaerwärmung lässt auch die isländischen Gletscher immer schneller abschmelzen. 

Davon sind auch die Eisbären betroffen. Es kommt immer mal wieder vor, dass ein Eisbär auf einer Eisscholle von Grönland nach Nordisland oder in die Westfjorde kommt, über eine Strecke von mehr als 250 km. Die Situation ist für alle Beteiligten extrem gefährlich, zumal der Bär dann - verständlicherweise - meist ausgehungert ist. Es ist - von praktischen Schwierigkeiten beim Einfangen und Transport mal abgesehen - leider nicht möglich, den Eisbären dann nach Grönland zurückzubringen, da der Bär dort fremde Krankheiten einschleppen könnte. 

Im Perlan-Museum steht ein ausgestopfter Eisbär, der 2008 auf einer Scholle nach Island kam. Innerhalb von zwei Wochen kamen damals zwei Eisbären im Skagafjörður an Land. Der erste Bär wurde am Morgen des 3. Juni 2008 auf der Straße zwischen Sauðárkrókur und Skagastrand gesehen und noch am selben Tag getötet, da man Angst hatte, den Bären im Nebel aus den Augen zu verlieren. Der zweite Bär wurde am 16. Juni 2008 auf der Farm Hraun in Skagi gesichtet. Er kam beim Versuch, ihn einzufangen, ums Leben. 


Bei dem Eisbären bzw. dahinter ist auch der "Sammelplatz" für die Vulkan-Show und den Zugang zur Eishöhle. 

Die Vulkan-Show berichtet über den Ausbruch im Geldingadalir vom 19. März bis zum 18. September 2021. Erst gibt es einen kurzen Film über den Ausbruch - für mich ein ganz besonderes Erlebnis, weil das schließlich der erste Vulkanausbruch war, den ich auf Island persönlich miterlebt habe. Wir waren im April 2021 zwei Mal vor Ort - ein absolut beeindruckendes Erlebnis! 

Foto vom 9. April 2021

Foto von meinem Mann vom 12. April 2021

Into the Volcano 

Der eigentliche Highlight kam aber nach dem Film - die Fahrt in den Vulkan. Von dieser Fahrt hatten uns schon mein Schwager und meine Schwägerin absolut begeistert vorgeschwärmt, als sie letzten Herbst im Perlan waren, und ich muss sagen - sie hatten Recht. Zum Schluss sitzt man dann da, auf dem Hügel gegenüber der Ausbruchsstelle, und schaut auf die Krater, aus denen die Lava fliegt - ein Erlebnis, das wir auch genau so "in Echt" miterleben konnten und das ich deshalb ganz besonders genossen haben. Die Erinnerung an die Stimmung vor Ort, wenn die Menschen einfach nur glücklich da saßen und den Vulkanausbruch genossen haben - das war etwas wirklich ganz Besonderes!

Das Foto von der Fahrt in den Vulkan konnte man nach der Fahrt online mit QR-Code beim Perlan herunterladen. Wir sitzen irgendwo vorne rechts!

Foto: Kamera vom Perlan

Nach dem Feuer kam dann noch das Eis - es ging in die Eishöhle. Es ist eine künstlich erbaute Eishöhle aus echtem Schnee (Temperatur -15°, also warm anziehen!). Die Eishöhle im Perlan ist ca. 100 Meter lang und besteht aus mehr als 350 Tonnen Schnee. 


Die schwarzen Ablagerungen im Schnee sind übrigens Spuren vergangener Vulkanausbrüche... 


Zum Abschluss waren wir noch im Planetarium in der Nordlichter-Show Áróra

Ich muss zugeben, seit wir unser Haus hier auf Island haben, sind wir in Sachen Nordlichter sehr verwöhnt - aber wenn die Lichter so richtig wild über einem tanzen, kann ich immer noch nur noch da stehen und staunen und juchzen. Es ist so herrlich..!

Foto auf unserer Terrasse 
vom Februar 2025

Insgesamt waren wir 3,5 Stunden im Museum. Für uns hat es sich gelohnt, wir haben unseren Museums-Besuch definitiv genossen, auch unser Teenie-Kind. 

Mit gut 50 € Eintritt pro Person bzw. knapp 40 € für Kinder von 5 - 12 Jahren ist der Besuch im Museum allerdings relativ teuer: Für 2 Erwachsene und 2 Kinder zahlt man insgesamt rund 180 €. Für Erwachsene kostet der Eintritt vor Ort 7.490 ISK (aktuell gut 52 €), vorab online sind es 7.090 ISK (knapp 50 €), für Kinder von 5 - 12 Jahren kostet es vor Ort 5.390 ISK (aktuell ca. 38 €) bzw. vorab online 5.090 ISK (knapp 36 €). Für Kinder bis 4 Jahre ist der Eintritt frei. (Stand: Juli 2026)

Der letzte Eintritt ist 1,5 Stunden vor Ende der Öffnungszeiten.

Gerade bei schlechtem Wetter kann es sinnvoll sein, vorab Karten zu kaufen, weil es sonst sein kann, dass es so voll ist, dass man spontan keine Eintrittskarten mehr bekommt.




Mittwoch, 22. Juli 2026

Sérstaklega blautt

Besonders nass 


Die erste Juli-Hälfte 2026 hat hier in Island gleich mehrere Wetter-Rekorde gebrochen. 

Das Wetter war in dieser Zeit in den verschiedenen Landesteilen sehr unterschiedlich - während es im Osten des Landes besonders warm war, war es im Südwesten kühl und regnerisch

Sommerwetter im Osten

Im Osten gab es gutes Wetter - sonnig und warm

Bisher war die erste Juli-Hälfte in den Ostfjorden in diesem Jahrhundert noch nie wärmer als dieses Jahr. Auch wenn absolute Hitzerekord für die Ostfjorde (und übrigens auch für ganz Island) vom 22.06.1939 im Berufjörður von 30,5° nicht eingestellt wurde, gab es im Osten sommerliche Temperaturen von über 24°, in Neskaupstaður wurden am 14.7. aber immerhin 27° und in Seyðisfjörður am 15.7. sogar 28°. 

Auch jetzt sind es dort noch an die 20°.

Schlechtes Wetter im Hauptstadtgebiet

Dafür war es im Hauptstadtgebiet außergewöhnlich nass und kalt.

Hier gab es einen Niederschlagsrekord in der ersten Juli-Hälfte - mit 65,5 Millimeter fiel mehr als doppelt so viel Niederschlag wie im Durchschnitt. Es heißt, es war die nassteste erste Julihälfte, die je in Reykjavík aufgezeichnet wurde. Ähnlich nass war es wohl nur in den Jahren 1971, 1997 und 1998. 

Auch die Anzahl der Sonnenstunden in Reykjavík lag unter dem Durchschnitt. Dieses Jahr wurden in Reykjavík in der ersten Juli-Hälfte insgesamt 58,4 Sonnenstunden gemessen, im Durchschnitt sind es rund 85 Sonnenstunden. Allerdings gab es schon etliche Jahre, in denen in der ersten Juli-Hälfte noch deutlich weniger Sonnenstunden gemessen wurden als dieses Jahr 2026.

Wettervorhersage

Und das Wetter geht relativ unverändert weiter.

Heute sind insbesondere im nördlichen Teil von Snæfelssnes starke Südwinde mit Böen von bis zu 25 m/s vorhergesagt, d.h. 90 km/h - Windstärke 10 (= schwerer Sturm). Also kein Tag, um dort mit dem Wohnmobil oder einem Anhänger unterwegs zu sein. 

Im Südwesten des Landes werden für heute "zunehmender Wind und Regen" erwartet. Heute wird es laut Wetterbericht "nass" und morgen "ziemlich trüb". Am Freitag soll der Wind umschlagen und vielleicht haben wir Glück und es gibt am Samstag gutes Wetter und ein bisschen Sonnenschein in Reykjavík.

Und bei uns..?

Wir wohnen ja auch im Südwesten des Landes und gefühlt haben wir schon seit 2,5 Wochen trübes Wetter, mit viel Nebel, Nieselregen und Regen. Und die Welt verschwimmt im Nebel... 


Ach so, eigentlich sieht man hier einen Berg, ein paar Häuser und sogar einen ganzen Bauernhof, je nach Blickwinkel, aber aktuell ist davon nichts zu ahnen..!

Und auch der Blick aus unserer Terrassentür sieht derzeit oft so aus wie jetzt - nass und grau und neblig. Und es regnet gegen die Fenster, abwechselnd von Südwesten, Süden oder Südosten.

 
Hier mal der Blick vom Esstisch aus - aktuell ist meistens dicke Suppe, unsere "Hausberge" im Hintergrund haben wir schon mehrere Tage kaum noch zu sehen bekommen - einfach weg, vom Nebel verschluckt. 


Am Sonntag hatten wir Glück, da war hier (vergleichsweise) richtig gutes Wetter. Die Berge waren zu sehen, es war den Tag über trocken und es hat erst abends wieder geregnet (auch wenn es ein paar Kilometer weiter ganz anders aussah - auf der anderen Seite der Hvítá war es auch am Sonntag den ganzen Tag über feucht und immer wieder geregnet hat). Und wir konnten das gute Wetter nutzen, um ein bisschen was am Haus zu machen.

Seit Montag ist aber auch hier wieder ziemlich durchgehend grau und feucht und immer wieder Regen angesagt... 



Dienstag, 21. Juli 2026

Við vorum svolítið dugleg

Wir waren ein bisschen fleißig


Wir haben am Sonntag das (vergleichsweise) gute Wetter genutzt, um ein bisschen was am Haus zu machen. 

Wir haben ein Holzhaus mit Holz-Terrassen und natürlich blättert die Farbe im isländischen Wetter immer wieder ab. Also versuchen wir, jedes Jahr eins davon zu streichen, soweit es nötig ist, also entweder das Haus oder die Terrassen. 

Letztes Jahr haben wir nicht viel machen können, zum einen war ich nach meinem Terrassensturz einigermaßen ausgefallen, zum anderen war das Wetter nicht besonders gut und im Regen streichen ist auch nicht ideal, wenn die Regentropfen bloß bleibende Flecken bilden und nichts trocknen kann. Dieses Jahr schauten uns die "Wetterseiten" teilweise schon etwas traurig an. 

Also haben wir es ausgenutzt, dass - zumindest hier - am Sonntag vergleichsweise gutes Wetter war, und haben ein bisschen was am Haus gemacht. 

Bei uns hatte es den Tag über gar nicht geregnet (erst abends zum Schluss des Finales der Fußball-WM), und es war zwischenzeitlich sogar sonnig, bei angenehmen 14°. Von anderen habe ich gehört, dass es gar nicht weit weg, auf der anderen Seite der Hvítá, den ganzen Tag über feucht war und immer wieder richtig geregnet hat - da hatten wir hier also richtig Glück! 

Wir haben zuerst die abblätternden Stellen etwas abgeschliffen, ...


... und dann gestrichen.

Irgendwie verzweifeln wir regelmäßig an den isländischen Farbeimern. Keine Ahnung, ob es an uns liegt..? Aber irgendwie sind die Blechdeckel auf den großen Farbeimern so dünn, dass wir sie nicht unfallfrei öffnen können, ohne sie dabei ziemlich zu verbiegen, und nach dem Streichen können wir sie dann nicht mehr richtig schließen. Wir müssen die Farbe aus jedem Eimer also relativ zeitnah "verstreichen", weil sie sonst austrocknet. 


Ich habe die betroffenen Stellen an den beiden "Wetterwänden" abgeschliffen und mein Mann hat gestrichen. 


Hier sieht man so schön im direkten Vorher-Nachher-Vergleich, wo er schon gestrichen hatte und wo noch nicht.


Das Ergebnis ist auf jeden Fall ganz schön geworden, deutlich besser als vorher..!


An der Wetterseite auf der großen Terrasse waren wir auch noch dran, mit Schmirgeln und Streichen, soweit nötig.  


Jetzt sieht es wieder ordentlicher aus und die abblätternden Stellen schauen mich nicht mehr so vorwurfsvoll an. Ich bin zufrieden!


Klar, wir können noch weitermachen, das ist ja eigentlich immer so, wenn man ein eigenes Haus hat. Aber zumindest dieser Punkt auf unserer To-Do-Liste ist schon einmal erledigt für diesen Sommer..! 



 

Freitag, 17. Juli 2026

Appelsín og Appelsvín

Werbegag: Appelsvín


Hið eina sanna Appelsín, das einzig wahre Appelsín, ist die meistverkaufte Orangenlimonade auf Island. 

Egils Appelsín ist ein kohlensäurehaltiges Erfrischungsgetränk mit Orangengeschmack, das seit 1955 von der Brauerei Egill Skallagrímsson hergestellt wird - ein süßes, sprudelndes und vor allem leuchtend orangenes Getränk. Der Name kommt vom isländischen Wort "appelsína" für Apfelsine / Orange. 

Appelsín besteht aus kohlensäurehaltigem Wasser, Zucker, Aromen, Säuren und Farbstoff (E160e). Zuckerfreies Appelsín án sykurs enthält statt Zucker Süßstoffe.  


In den 1960er Jahren wurde es auf Island üblich, zu Weihnachten Appelsín und Malzbier zu mischen und das Ganze dann als "jólaöl" (= "Weihnachtsbier") zu genießen. Es heißt, zwischen Isländern sei es teilweise höchst umstritten, in welchem Verhältnis Malt und Appelsín für die perfekte Mischung für Jólaöl stehen sollen - 50/50 oder doch lieber 60% Malzbier und 40% Appelsín..? Natürlich gibt es "jólaöl" hier auf Island auch längst fertig gemischt zu kaufen.



Welche Firma steht hinter Appelsín?

Ölgerðin Egill Skallagrímsson, die Brauerei Egill Skallagrímsson, ist ein isländischer Getränkehersteller, die älteste noch aktive Brauerei Islands

Die Firma wurde am 17. April 1913 von Tómas Tómasson gegründet. Der Name "Egill Skallagrímsson" ist eine Hommage an Egill Skallagrímsson (ca. 910 - 990), den Held der Egils Saga und einen der berühmtesten Wikinger, Krieger, Dichter und frühen Siedler Islands. In einem Interview soll Tómas später erklärt haben, er habe sich für diesen Namen entschieden als Symbol für das kulturelle Erbe des Landes und das isländische Nationalbewusstsein - da der Sagen-Held Egill landesweit bekannt war als "mikið ölskáld og mikill drykkjumaður", also als "großer Bier-Poet und starker Trinker". 

Der Firmengründer Tómas Tómasson (1888 - 1978) stammte aus Miðhús in der Nähe des heutigen Ortes Hvolsvöllur (wobei der Ort tatsächlich erst ab 1930 um eine Genossenschaftsfiliale herum entstanden ist). Tómas begann zunächst mit dem Brauen von Malzbier in einem gemieteten Keller in Reykjavík an der Straße zwischen Parlament und Domkirche (Templararsund), zog aber schon bald in größere Räumlichkeiten am Lækjartorg um. Es heißt, im ersten Jahr verkaufte Ölgerðin etwa 38.000 Liter, hauptsächlich Malzextrakt und Hvítöl (isländisches Leichtbier) - wenn man bedenkt, dass Reykjavík zu dieser Zeit gerade mal rund 13.000 Einwohner hatte, war das eigentlich kein schlechter Start. 

Quelle: www.olgerdin.is
Im Jahr 1915 wurde in Island allerdings die Prohibition eingeführt, ein komplettes Alkoholverbot. Keine guten Zeiten für eine Brauerei, die sich in dieser Zeit auf alkoholfreies Malzbier und unterfermentiertes Leichtbier konzentrierte. Das strikte Alkoholverbot wurde jedoch im Laufe der Zeit wieder gelockert, so durfte ab 1934 wieder Leichtbier mit max. 2,25 % Alkohol hergestellt und verkauft werden. 

Als die Briten 1940 Island besetzen, beschwerten sich die Befehlshaber der britischen über den Biermangel, also reagierte die isländische Regierung schnell und verabschiedete ein Gesetz, dass die "richtige" Bierproduktion für die Armee erlaubte. Die Brauerei Egill Skallagrímsson begann, für diesen Markt "Polar Ale" / "Polar Beer" herzustellen. 

Erst am 1. März 1989 wurde nach 74 Jahren das Bierverbot in Island komplett aufgehoben - der Tag wird seitdem als "bjórdagurinn" (= "Tag des Bieres") gefeiert. 

Die Brauerei Egill Skallagrímsson stieg schon in frühen Jahren zunehmend in den Bereich Erfrischungsgetränke ein, kaufte z.B. 1934 Kaldá, die älteste Limonaden-Fabrik Islands (gegründet 1898) und produzierte zunehmend auch Softdrinks

Bereits seit 1930 gab es verschiedene Versuche von Ölgerðin, Orangen-Limonade herzustellen, aber keine davon reichte auch nur annähernd an die Beliebtheit der Orangen-Limonade des isländischen Erfrischungsgetränkeherstellers Sanitas heran.

Erst 1955 gelang Ölgerðin mit "Appelsín" der Durchbruch. Über Jahre hinweg experimentierte Sigurður Sveinsson im Auftrag von Ölgerðin an der Herstellung von Orangen-Limonade, aber 1955 entwickelte er dann die Mischung, die bei den Isländern sofort zum Verkaufsschlager wurde und heute noch "typisch isländisch" ist - Appelsín, "íslenski þjóðargosdrykkurinn", "die isländische National-Brause".

Quelle: olgerdin.is

Heute produziert die Firma Ölgerðin Egill Skallagrímsson im Jahr etwa 45 Mio. Liter Getränke, von Malzbier über alkoholfreie Erfrischungsgetränke bis zu zahlreichen Sorten alkoholfreiem Bier, Leichtbier und Bier. 

Werbegag im Sommer 2026: Appelsvín 

Ja, ich weiß, ein Werbegag, eine Kollaboration zwischen Ölgerðin Egill Skallagrímur und der Supermarkt-Kette Bónus

Appelsvín ist eine limitierte Edition vom klassischen zuckerfreien Appelsín, die seit dem 20. Mai 2026 in den Bónus-Geschäften verkauft wird, in pinken Dosen mit dem klassischen Bónus-Schwein darauf. Das Getränk ist genauso orange wie sonst, nur die Dose ist eben pink und das Bónus-Schwein zwinkert einem fröhlich zu. 

Der Name "Appelsvín" ist ein Wortspiel mit dem traditionellen "Appelsín" und dem Wort "svín" für Schwein, wie eben beim Bónus-Schwein. 

Natürlich musste ich mir so eine Dose Appelsvín kaufen! 


Bónusgrísinn - das Bónus-Schwein

Ich bin persönlich sowieso ein großer Fan vom Bónus-Schwein, ich finde, diese schielende Grinse-Schwein macht mir einfach direkt gute Laune! Und beamt mich gefühlt jederzeit zurück nach Island! Ich habe mir sogar schon im Freestyle zwei Taschen mit dem Grinse-Schwein gestrickt, einfach weil es mir so gut gefällt!


Mittlerweile habe ich gelernt, dass das Original grinsende Bónus-Schwein 1989 von der Grafikdesignerin Edith Randy Ásgeisdóttir entworfen wurde, bei der Eröffnung der ersten Filiale für die damaligen Gründer von Bónus. 

Edith Randy war im Laufe von knapp 20 Jahren immer wieder im Rahmen von verschiedenen Design- und Werbeprojekten für Bónus tätig. Mit den beiden Gründern Jóhannes Jónsson und seinem Sohn Jón Ásgeir Jóhannesson hatte die Grafikerin 1991 einen Vertrag abgeschlossen, wonach sie die Nutzungsrechte an dem Bild nur vorübergehend an die Besitzer von Bónus übertragen hatte und im Fall eines Eigentümerwechsels die Nutzung widerrufen konnte. Tatsächlich hatten die Eigentümer der Supermarkt-Kette seitdem schon mehrfach gewechselt, Edith Randy hatte auch noch mit den jetzigen Eigentümern, der Firma Hagar hf., bis 2007 zusammen gearbeitet. Das isländische Patentamt hatte bereits entschieden, dass Hagar die Rechte an dem Schwein besaß. Erst 9 Jahre später versuchte die Grafikerin, die Nutzungsrechte an dem Bónus-Schwein zu widerrufen.  

Im November 2014 entschied das Bezirksgericht Reykjavík, dass Edith Randy ihren Widerruf früher hätte geltend machen müssen und zu lange untätig geblieben sei, daher wurden ihre Ansprüche zurückgewiesen und die Nutzung des Bildes der Eigentümer-Firma zugesprochen. Auch im Berufungsverfahren wurden vom Obersten Gerichtshof in Reykjavík im Herbst 2015 die Rechte an dem Bónus-Schwein der Eigentümer-Firma Hagar zugesprochen. 

Im Jahr 2021 wurde das Bónus-Schwein ein wenig modifiziert - modernisiert, wie es heißt. Zuerst war ich von dem neuen Schwein gar nicht überzeugt - aber ich gebe zu, mittlerweile habe ich mich auch daran komplett gewöhnt... 

Altes Schwein - neues Schwein
Quelle: visir.is

Auf jeden Fall habe ich mich über den Werbe-Gag mit dem pinken Appelsvín gefreut!