Samstag, 25. Juli 2026

Perlan - Wonders of Iceland

Besuch im Perlan-Museum in Reykjavík


Die Woche hatten wir das schlechte Wetter hier genutzt und sind mit unserem Nachwuchs einen Tag nach Reykjavík gefahren und in das Perlan-Museum gegangen. Perfektes Programm für einen Regentag! (Das haben sich aber wohl viele andere auch gedacht - es war so voll, dass wir fast nicht reingekommen wären..!)

Auf dem Hügel Öskjuhlíð befinden sich sechs große Warmwassertanks der Stadt Reykjavík mit einer Gesamtkapazität von 24 Millionen Warmwasser. Die Tanks wurden 1991 mit einer riesigen Glaskuppel verbunden wurden, der das Gebäude seinen Namen "Perlan" (= "die Perle") verdankt. 


Es werden nicht mehr alle Tanks für die Warmwasserversorgung der Stadt genutzt. Bis 2014 war in einem der Tanks das Saga Museum untergebracht, mittlerweile befindet sich in dem Gebäude das Naturkundemuseum "Perlan - Wonders of Iceland".


Das Museum ist ein interaktives Naturkundemuseum. Hier kann man gewissermaßen ganz Island an einem Ort entdecken - Feuer und Eis, Vulkanismus und Plattenverschiebung, Nordlichter und Wasserflöhe und erschossene Eisbären. 

Hinter dem Eingangsbereich geht es in der Ausstellung "Naturgewalten" um die Kraft der Natur, die man auf Island so unmittelbar erleben kann - mit Vulkanen, Erdbeben und Erdwärme. 

Foto vom Okt. 2019

Das hier ist eine Scheibe von einem Redwood-Baum, einem Mammut-Baum, der etwa 1.300 Jahre alt war - also entstanden ca. 200 Jahr VOR der Landnahme auf Island. Dieser Baum hat gelebt, als +/- 874 die Besiedlung Islands begann, bei der Parlamentsgründung 930, bei der Christianisierung im Jahr 1000... irgendwie unvorstellbar, diese Dimensionen - zumindest für mich..!  


Der Baum stammt aus Kalifornien und wurde 1984 gefällt. Die Baumscheibe wurde dann von Ronald Reagan an Island geschenkt, wenn ich das richtig im Hinterkopf behalten habe - wohl im Rahmen des Gipfeltreffens von Reagan und Gorbatschow 1986 in Reykjavík. 

Weiter in der Ausstellung ist die Klippe Látrabjarg nachgebaut, die größte Meeresklippe Islands (mit 14 km Länge und an der höchsten Stelle 441 m Höhe). Látrabjarg liegt in den Westfjorden und ist der westlichste Punkt Islands. Das Wort "látur" bedeutet "Liegeplatz für Robben und Wale" und "bjarg" ist "Felsen", also ist "Látrabjarg" quasi ein "Felsen der Liegeplätze" für diese Tiere. Heute ist Látrabjarg vor allem als Vogelfelsen bekannt, als "größte Seevogelklippe Europas". Hier brüten jedes Jahre Millionen Seevögel, vor allem Tordalke (Álka), Trottellummen (Langvía), Eissturmvögel (Fýll) und Papageitaucher (Lundi). 

Besonders realistisch finde ich übrigens bei dem Nachbau im Perlan den Polarfuchs, der sich oben auf dem Felsen an den Papageitaucher anpirscht... 


Und auch auf die Folgen des Klimawandels wird im Naturkundemuseum hingewiesen. Derzeit sind etwa 11% der Landfläche Islands von Gletschern bedeckt. Aber die Klimaerwärmung lässt auch die isländischen Gletscher immer schneller abschmelzen. 

Davon sind auch die Eisbären betroffen. Es kommt immer mal wieder vor, dass ein Eisbär auf einer Eisscholle von Grönland nach Nordisland oder in die Westfjorde kommt, über eine Strecke von mehr als 250 km. Die Situation ist für alle Beteiligten extrem gefährlich, zumal der Bär dann - verständlicherweise - meist ausgehungert ist. Es ist - von praktischen Schwierigkeiten beim Einfangen und Transport mal abgesehen - leider nicht möglich, den Eisbären dann nach Grönland zurückzubringen, da der Bär dort fremde Krankheiten einschleppen könnte. 

Im Perlan-Museum steht ein ausgestopfter Eisbär, der 2008 auf einer Scholle nach Island kam. Innerhalb von zwei Wochen kamen damals zwei Eisbären im Skagafjörður an Land. Der erste Bär wurde am Morgen des 3. Juni 2008 auf der Straße zwischen Sauðárkrókur und Skagastrand gesehen und noch am selben Tag getötet, da man Angst hatte, den Bären im Nebel aus den Augen zu verlieren. Der zweite Bär wurde am 16. Juni 2008 auf der Farm Hraun in Skagi gesichtet. Er kam beim Versuch, ihn einzufangen, ums Leben. 


Bei dem Eisbären bzw. dahinter ist auch der "Sammelplatz" für die Vulkan-Show und den Zugang zur Eishöhle. 

Die Vulkan-Show berichtet über den Ausbruch im Geldingadalir vom 19. März bis zum 18. September 2021. Erst gibt es einen kurzen Film über den Ausbruch - für mich ein ganz besonderes Erlebnis, weil das schließlich der erste Vulkanausbruch war, den ich auf Island persönlich miterlebt habe. Wir waren im April 2021 zwei Mal vor Ort - ein absolut beeindruckendes Erlebnis! 

Foto vom 9. April 2021

Foto von meinem Mann vom 12. April 2021

Into the Volcano 

Der eigentliche Highlight kam aber nach dem Film - die Fahrt in den Vulkan. Von dieser Fahrt hatten uns schon mein Schwager und meine Schwägerin absolut begeistert vorgeschwärmt, als sie letzten Herbst im Perlan waren, und ich muss sagen - sie hatten Recht. Zum Schluss sitzt man dann da, auf dem Hügel gegenüber der Ausbruchsstelle, und schaut auf die Krater, aus denen die Lava fliegt - ein Erlebnis, das wir auch genau so "in Echt" miterleben konnten und das ich deshalb ganz besonders genossen haben. Die Erinnerung an die Stimmung vor Ort, wenn die Menschen einfach nur glücklich da saßen und den Vulkanausbruch genossen haben - das war etwas wirklich ganz Besonderes!

Foto: Kamera vom Perlan

Nach dem Feuer kam dann noch das Eis - es ging in die Eishöhle. Es ist eine künstlich erbaute Eishöhle aus echtem Schnee (Temperatur -15°, also warm anziehen!). Die Eishöhle im Perlan ist ca. 100 Meter lang und besteht aus mehr als 350 Tonnen Schnee. 


Die schwarzen Ablagerungen im Schnee sind übrigens Spuren vergangener Vulkanausbrüche... 


Zum Abschluss waren wir noch im Planetarium in der Nordlichter-Show Áróra

Ich muss zugeben, seit wir unser Haus hier auf Island haben, sind wir in Sachen Nordlichter sehr verwöhnt - aber wenn die Lichter so richtig wild über einem tanzen, kann ich immer noch nur noch da stehen und staunen und juchzen. Es ist so herrlich..!

Foto auf unserer Terrasse 
vom Februar 2025

Insgesamt waren wir 3,5 Stunden im Museum. Für uns hat es sich gelohnt, wir haben unseren Museums-Besuch definitiv genossen, auch unser Teenie-Kind. 

Mit gut 50 € Eintritt pro Person bzw. knapp 40 € für Kinder von 5 - 12 Jahren ist der Besuch im Museum allerdings relativ teuer: Für 2 Erwachsene und 2 Kinder zahlt man insgesamt rund 180 €. Für Erwachsene kostet der Eintritt vor Ort 7.490 ISK (aktuell gut 52 €), vorab online sind es 7.090 ISK (knapp 50 €), für Kinder von 5 - 12 Jahren kostet es vor Ort 5.390 ISK (aktuell ca. 38 €) bzw. vorab online 5.090 ISK (knapp 36 €). Für Kinder bis 4 Jahre ist der Eintritt frei. (Stand: Juli 2026)

Der letzte Eintritt ist 1,5 Stunden vor Ende der Öffnungszeiten.

Gerade bei schlechtem Wetter kann es sinnvoll sein, vorab Karten zu kaufen, weil es sonst sein kann, dass es so voll ist, dass man spontan keine Eintrittskarten mehr bekommt.




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