Sonntag, 28. Juni 2026

Buchtipp: Sommerhausküche

Rezepte für die schönste Zeit im Norden 


Heute habe ich wieder einen Buchtipp für Euch, und zwar für die nordische Sommerhausküche. 

In ihrem neuen Kochbuch "Sommerhausküche - Rezepte für die schönste Zeit im Norden" hat Michaela Fuchs ihre Lieblingsrezepte für den Sommer aus Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark zusammen gestellt. 

So wie meine große Liebe Island und der isländischen Küche gilt, so gilt Michaelas große Liebe Finnland. Seit Jahren lebt sie teilweise in München, teilweise in ihrem Mökki, ihrem typisch finnischen Ferienhaus, rund 120 km nördlich vom Polarkreis. Seit 2014 bloggt sie auf ihrem Blog Mahtava über finnische und skandinavische Küche. 

Was als persönliche Rezeptsammlung begann, ist längst ein großer Blog geworden, und Michaela hat erfolgreich schon mehrere tolle Kochbücher verfasst: 

Ihr erstes Buch "Eine kulinarische Reise durch Skandinavien" ist im Oktober 2024 erschienen, ihr zweites Buch "Finnland. Das Kochbuch: Wohlfühlrezepte aus dem glücklichsten Land der Welt" erschien im April 2025. 

Jetzt im April 2026 ist ihr neues Kochbuch erschienen - die "Sommerhausküche". Die Hardcover-Ausgabe vom Christian Verlag mit 208 Seiten kostet im Buchhandel 29,99 € - eine persönliche Liebeserklärung von Michaela an den Sommer im Norden - und an seine Gerichte.

Als Michaela mich gefragt hatte, ob ich wieder ein Rezensionsexemplar möchte, habe ich natürlich auch wieder ganz begeistert "Ja!" gesagt. 


Was ist eigentlich "Sommerhausküche"?

Die Begriffe fürs Sommerhaus sind in allen nordischen Ländern verschieden - ob es jetzt das Mökki in Finnland ist, die Stuga in Schweden, die norwegische Hytte (oder eben das isländische sumarhús / sumarbústaður). 

Aber das Gefühl ist überall gleich - wenn der Sommer beginnt, die langen, hellen Nächte, zieht es alle hinaus aufs Land. Wochenlang wird das Sommerhaus zum Lebensmittelpunkt. Hier ticken die Uhren langsamer, das Leben ist auf das Wesentliche reduziert

Viele dieser Sommerhäuser sind schlicht, alte Holzhäuser, manche sind seit Jahrzehnten im Familienbesitz. Es gibt dort teilweise keinen Strom oder kein fließend Wasser, auch die Küchen sind oft nur mit dem Nötigsten ausgestattet. Und neben den alten Häusern stehen mittlerweile auch moderne, luxuriöse Ferienhäuser - aber der Grundgedanke ist doch derselbe: Leben im Rhythmus des Sommers, in seinem ganz eigenen Takt. 

Und auch das Kochen im Sommerhaus bedeutet dabei oft Improvisieren, sowohl beim Equipment als auch bei den Zutaten. Man kocht spontan zwischen Grill, einer Kochplatte oder einem Gaskocher, einem alten Herd oder vielleicht auch einem kleinen Backofen. Und zum Essen gibt es eine spontane Mischung aus frischen, regionalen Zutaten und dem, was sich noch im Vorrat findet. Der nächste Lebensmittelladen ist schließlich nicht unbedingt um die Ecke!

In ihrem Buch über die Sommerhaus-Küche hat Michaela ihre Lieblingsrezepte aus Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark für den Sommer zusammengestellt. Dabei hat sie bei vielen Rezepten auch markiert, was man dazu braucht - Feuer, Herd oder Backofen - perfekt für die einfache, kreative Sommerküche. Und die vielen schönen Bilder machen mir erst recht Lust auf den kulinarischen Sommer im Norden!

Bild aus dem Buch -
Pfannkuchentorte mit Himbeeren

Diese Woche hatte unser Nachwuchs den letzten Schultag für dieses Schuljahr, jetzt geht es auch für uns bald wieder für die nächsten Wochen in unser Sommerhaus auf Island - also die perfekte Zeit, Michaelas "Sommerhausküche" auszuprobieren!



Was hat mich angelacht? Eine kleine Auswahl ausgewählter Rezepte

Ich habe dieses Mal wirklich einfach nur das Kochbuch durchgeblättert und ein paar der Rezepte ausprobiert, die mich da angelacht haben - von den Speckpfannkuchen mit Blaubeeren und dem French Toast mit Brombeerkompott über die Knäckebrotpizza und den Brotsalat bis zu den Tunnbröd-Wraps. Und alles, was ich ausprobiert habe, hat uns wirklich richtig gut geschmeckt!

Speckpfannkuchen mit Blaubeeren

Pfannkuchen am Morgen - was gibt es Schöneres in den Ferien?!? Und diese Pfannkuchen mit ausgelassenem Speck, Blaubeeren und Ahornsirup sind wirklich eine schöne, interessante Mischung aus süß und salzig, knusprig und weich. 


Auch wenn sie gut 40 Minuten brauchen, bis sie fertig sind - für ein gemütliches, spätes Frühstück lohnt sich das für uns auf jeden Fall! 

French Toast mit Brombeer-Kompott

Ob man diese Scheiben von altbackenem Brot, eingeweicht in eine Mischung als Milch, Eiern, Vanille und Zucker und dann in Fett gebraten, jetzt als "French Toast", "Arme Ritter", "Grenki" o.ä. bezeichnet - lecker ist dieser international beliebte Frühstücksklassiker von Kanada über Deutschland bis Russland und von Spanien bis Dänemark eigentlich immer. 

Und diese dänische Version mit Brombeer-Kompott, Schmand und Ahornsirup hat uns ausgesprochen gut geschmeckt, der warme, gebratene Toast, der kalte, leicht säuerliche Schmand, dazu das frische Kompott und der süße Sirup - doch, so kann ich einen gemütlichen Sonntag gerne beginnen! 

Dickmilchdrink mit Blaubeeren

Michaela meinte, fast hätte es dieses Rezept gar nicht in ihr Buch geschafft - zu schlicht, hatte sie gedacht. Aber auf der anderen Seite ist es doch genau das, was die nordische Sommerhausküche ausmacht - schlicht und gut. 

Eine Handvoll frische Beeren, ein Glas Dickmilch (oder Schwedenmilch, Kefir, Trinkjoghurt, isländische AB-Mjólk etc. nach Geschmack) und ein bisschen Honig oder Ahornsirup, mehr braucht es doch gar nicht für ein leckeres, schnelles Frühstück! Für mich die perfekte Alltagsküche im Sommer, immer wieder in verschiedenen Variationen!


Knäckebrot-Pizza

Pizza geht bei uns eigentlich immer, auch unser Nachwuchs ist immer für Pizza zu haben - aber mit frischem Hefeteig mache ich das eben doch nicht so oft "einfach mal so" zum Abendessen. Diese Knäckebrot-Pizza ist dagegen die perfekte schnelle Alternative - dauert alles in allem vielleicht 20 Minuten, man braucht im Grunde nur Knäckebrot, Frischkäse, ein paar Käsescheiben sowie Tomate, Zwiebel, Rucola und ein bisschen Olivenöl und schon hat man im Handumdrehen einen richtig nettes Abendessen auf dem Tisch stehen. 

Eigentlich gehören noch Oliven dazu, aber da ich eigentlich keine Oliven mag, habe ich alternativ Kapern verwendet. Und nächstes Mal probiere ich noch kleingeschnittene Datteln aus!

Dem Sohn hat es sehr gut geschmeckt und der Mann hat sich gefreut, leckere Pizza und kein schlechtes Gewissen beim Gedanken an allzu viele Kohlenhydrate...

Kartoffel-Pizza

Das hier war tatsächlich das erste Rezept, das ich aus dem Kochbuch ausprobiert habe. Ich habe nämlich sehr gute Erinnerungen an eine leckere Kartoffel-Pizza, die wir uns zu mehreren auf der Schiffsfahrt auf der Fähre Norröna im November 2025 bei der Überfahrt auf die Färöer und nach Island geteilt haben. 

Kartoffel-Pizza auf der Fähre

Daher habe ich mich sehr gefreut, als ich gesehen habe, dass in der "Sommerhausküche" auch ein Rezept für Kartoffel-Pizza dabei war. Ein bisschen unterschiedlich waren die Rezepte ja, aber ganz dünn gehobelte Kartoffelscheiben, Schmand, Meersalz und Käse war in beiden Fällen beteiligt - und beide haben ausgesprochen gut und interessant geschmeckt! 

Michaelas Kartoffel-Pizza wird zusätzlich noch mit Bärlauch-Pesto und Burrata zubereitet, definitiv sehr lecker und herrlich sommerlich, diese Mischung aus der warmen Pizza und dem kalten Pesto und der Burrata!


Gurken-Dill-Brotsalat

Für mich persönlich bedeutet Sommerküche ja  ganz viel Salat - daher habe ich ganz begeistert diesen Gurken-Dill-Brotsalat ausprobiert, mit geröstetem Brot, frischen Zwiebeln, viel Dill, Kapern und einem leckeren Honig-Senf-Dressing. Kurz vor dem Servieren werden die warmen, gerösteten Brotwürfel über den kalten Salat gegeben - und dann direkt genossen! 

Ideal, sowohl für ein leichtes Mittagessen im Sommerhaus oder auch als Beilage abends zum Grillen!


Tunnbröd-Wraps

Perfekt für ein Picknick im Grünen - genau dafür sind diese Wraps gemacht! 

Eigentlich werden sie mit Tunnbröd zubereitet, einem dünnen, weichen Fladenbrot aus Norrland, dem nördlichen Teil Schwedens, das überwiegend aus Weizenmehl hergestellt wird. Wer kein Tunnbröd hat, kann aber auch einfach Tortillas verwenden, empfiehlt Michaela, und genau das habe ich getan.

Und auch wenn wir nur im eigenen Garten gepicknickt haben - schön frisch und lecker war es definitiv! 

Für meinen Mann und mich habe ich die Wraps mit der Räucherlachs-Ei-Füllung zubereitet, für den Nachwuchs gab es Schinken-Füllung. Eigentlich hätte es laut Rezept Rentier-Schinken sein sollen, aber den gibt es hier nicht, und anderer Räucherschinken tut es auch! 

Und in Island probiere ich die Wraps dann noch mal mit Hangikjöt aus, der typischen, über Schafsdung geräucherten Lammkeule.


Mein Fazit

Als ich jetzt die Fotos von den Gerichten aus Michaelas "Sommerhausküche"-Kochbuch zusammen gestellt habe, schaute mir mein jüngster Sohn dabei angelegentlich über die Schulter, betrachtete die Essensfotos und fragte immer wieder ganz überrascht: Ach, das war auch aus dem Buch..? Das war so lecker! 

Und diese leckeren Gerichte wie z.B. die Tunnbröd-Wraps, die Knäckenbrot-Pizza oder den French Toast mit Kompott gibt es auch in unserem isländischen Sommerhaus auf jeden Fall noch öfter!




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