Samstag, 24. Januar 2026

Fyrsti sófapúðinn minn er tilbúinn!

Mein erstes Sofakissen ist fertig!


Ich habe mir ja dieses Jahr vorgenommen, meine Woll-Vorräte nach Möglichkeit etwas zu reduzieren. Mein Mann findet eh schon, ich hätte viel zu viel Wolle hier liegen... Also hatte ich den Neujahrvorsatz gefasst, erst einmal die Wolle, die ich hier habe, als Topflappen und Sofakissen zu verstricken. 

Drei Paar Topfenlappen habe ich seit Jahresanfang schon gestrickt, jetzt habe ich - für etwas mehr Island-Feeling für unser deutsches Wohnzimmer - mein erstes selbstgestricktes Sofakissen fertig. 

Für mein erstes Sofakissen habe ich mir ein ganz besonderes Motiv ausgedacht: 

Der ehemalige isländische Präsident Guðni Th. Jóhannnesson (geb. 1968), der 2024 nicht erneut zur Wahl angetreten war, hat bei offiziellen Anlässen manchmal einen sehr schönen Lopapeysa getragen, oder genau genommen keinen Island-Pullover, sondern eine Strickjacke, in den isländischen Nationalfarben. 

Auf den Bildern hier trägt er die präsidiale Strickjacke z.B. bei einer Ansprache (Quelle: mbl.is), beim Wandern mit dem damaligen norwegischen Kronprinzen Hákon im Oktober 2022 im Gebiet des Vulkanausbruchs am Fagradalsfjall (Foto: mbl.is/ Kristinn Magnússon) oder beim offiziellen Foto des Präsidenten-Amts für den Tag der offenen Tür 2024 mit seiner Frau Eliza Reid


Als wir den Präsidenten im August 2022 bei der Menningarnótt, der Kulturnacht in Reykjavík, am Tag der offenen Tür in seinem Amtssitz in Bessastaðir getroffen haben, trug Guðni auch seine präsidiale Strickjacke. 


Ich finde diese Jacke einfach toll! Und SEHR isländisch!

Also habe ich mir das Muster dieser Jacke als Vorbild genommen für mein Sofakissen und mich beim Stricken an diesem Muster zumindest orientiert. Ich finde, man erkennt es ganz gut - jetzt haben wir für mehr Island-Feeling gewissenmaßen den isländischen Ex-Präsidenten dauerhaft hier auf dem Sofa sitzen. 


Ich bin mit meinem ersten selbstgestrickten Sofakissen auf jeden Fall sehr zufrieden! Mal schauen, welches Muster der nächste gestrickte Kissen-Bezug bekommt... 



Mittwoch, 21. Januar 2026

Íslensk klósett

Isländische Toiletten 


Findet Ihr eigentlich auch manchmal so seltsame Bilder auf Euren Foto-Karten..?

Ich war jetzt für einen anderen Blog-Artikel bei meinen Bildern auf der Suche nach einem Symbol-Foto zum Thema "Toilette". Und habe dabei sehr verwundert festgestellt, wie viel Toiletten-Fotos ich tatsächlich gemacht (wieso eigentlich?!?) und auch noch bei meinen Fotos gespeichert habe.

Das hier sind also alles spezielle Toiletten, die ich auf Island fotografiert habe, vom Weihnachtshaus bei Akureyri bis zur Toilette in meiner Kabine auf der Norröna, mit der wir in Seyðisfjörður im Hafen lagen. 

Habt Ihr auch so seltsame Fotos gespeichert..?


Montag, 19. Januar 2026

Ískaffi með skyri

Eiskaffee mit Skyr


Im Moment ist es mir gerade auf allen Ebenen etwas viel. Bei der Arbeit ist viel zu viel zu tun, wir sind beide gestresst und dazu läuft es mit meiner Schulter und meinem Zahnproblem immer noch nicht, also auch noch zusätzliche Termine. Und die aktuelle Weltlage macht die Gesamtsituation gerade gefühlt nicht besser. 

Da möchte ich mich manchmal am liebsten mit einem leckeren Getränke in die Sofaecke verziehen und so schnell nicht mehr auftauchen... in diesem Fall mit eiskalten Eiskaffee.


Zutaten

300 ml kalter Kaffee
10 - 12 Eiswürfel
180 g Vanille-Skyr
100 ml Milch
120 g gefrorene Mango
2 EL Honig 


Zubereitung

Im Mixer den Vanille-Skyr mit der Milch, den gefrorenen Mango-Stücken und dem Honig zu einer geschmeidigen Masse pürieren.


Anschließend den Eiskaffee in zwei Gläsern anrichten:


Die Eiswürfel gleichmäßig in zwei Gläser geben und jeweils zur Hälfte mit dem kalten Kaffee übergießen.


Die Skyr-Masse gleichmäßig auf den kalten Kaffee geben, unbedingt sehr gründlich verrühren und dann direkt genießen.


Guten Appetit!



Samstag, 17. Januar 2026

Kardimommukaka

Kardamom-Kuchen 


Das hier ist ein sehr schönes, sehr einfaches Rezept für einen leckeren Kardamom-Kuchen. Es braucht nur wenige Zutaten und Eier, Zucker, Milch, Butter, Mehl und Backpulver habe ich eigentlich immer im Haus - und gemahlenen Kardamom tatsächlich auch. 

Kardamom (auf Isländisch: kardimomma) ist nämlich auch ein fester Bestandteil der isländischen Küche, insbesondere was Gebäck und Desserts betrifft, und gibt den Gerichten noch einmal eine ganz besondere, interessante Note!


Zutaten

2 große Eier 
270 g Zucker
300 ml Milch
480 g Mehl
200 g geschmolzene Butter
4 TL Backpulver
1 - 2 TL gemahlener Kardamom


Zubereitung

Den Backofen auf 160° Umluft vorheizen.

In einer großen Schüssel Eier und Zucker schaumig rühren.


Anschließend Milch, Mehl, geschmolzene Butter, Backpulver und Kardamom hinzugeben...


... und alles zu einem glatten Teig verrühren.


Den Teig in eine eingefettete Napfkuchen-Form geben.


Im vorgeheizten Backofen bei 160° Umluft ca. 40 bis 50 Minuten lang backen (Stäbchenprobe!).


Den Kuchen auskühlen lassen und dann vorsichtig aus der Form lösen.


Den Kuchen anschließend in Scheiben schneiden und servieren.

Guten Appetit!




Mittwoch, 14. Januar 2026

Áramótaheit

Neujahrsvorsätze


Habt Ihr eigentlich gute Vorsätze fürs neue Jahr..? 

Ich habe dieses Jahr tatsächlich einen guten Vorsatz: Ich will meine Woll-Vorräte reduzieren.

Ich stricke jetzt seit knapp 6 Jahren wieder voller Begeisterung, und mittlerweile habe ich - ehrlich gesagt - ziemlich viel Wolle zu Hause. 

Für ein Strick-Projekt kaufe ich immer lieber zu viel Wolle als zu wenig, bevor ich kurz vor Ende dasitze und die farblich passende Wolle aufgebraucht ist. Manchmal habe ich auch ein Strick-Projekt im Kopf und kaufe schon mal die entsprechende Wolle, aber dann kommt mir eine neue Idee dazwischen und ich setze das Projekt doch nicht um. Ich habe auch schon wunderschöne Wolle geschenkt bekommen. 

Für dieses Jahr habe ich mir daher vorgenommen, erst einmal meine Woll-Vorräte zu reduzieren, bevor ich ein neues größeres Projekt mit neuer Wolle plane. Ich möchte Topflappen stricken - das geht schnell und sieht ganz nett aus, finde ich. Macht sich bestimmt auch gut auf zukünftigen Food Fotos! Und bestimmt kann ich das eine oder andere paar Topflappen auch verschenken, vielleicht freut sich ja jemand darüber. 

Ich bin mir ja noch nicht ganz sicher, ob die Topflappen wirklich praktisch sind oder ob man sie doch eher als Untersetzer oder als Deko nimmt... aber hübsch finde ich sie auf jeden Fall!

Für eine Freundin hier auf Island hatte ich Silvester 2024 einen Lopapeysa gestrickt und eine Mütze mit Bommeln - da habe ich ihr jetzt aus den Resten der Wolle in den beiden Hauptfarben zwei Topflappen gestrickt. 


Das hier ist dann mein zweites Paar Topflappen - ganz puristisch in Schwarz und Weiß.


Aktuell bin ich beim dritten Paar Topflappen aus Wollresten - dieses Mal richtig bunt und farbenfroh für eine große Portion gute Laune!


Außerdem will ich noch Sofakissen stricken - ich fand letzten Sommer die Sofakissen im Kaffi Schwarzwald in Helluland (Nordisland, ca. 8 km von Sauðárkrókur entfernt) so schön, so etwas in der Art will ich auch versuchen!


Und wenn ich ganz viele Topflappen und Sofakissen gestrickt haben werde, stricke ich mir aus der Rest-Wolle, die dann immer noch übrig ist, vielleicht noch eine ganz bunte Strickjacke. Letztes Jahr hatte ich mir aus Resten schon einen schön warmen, bunten Pullover gestrickt, in die Richtung mache ich dann wohl noch einmal - dann aber richtig wild bunt..!  


Dann mal schauen, wie weit ich mit meinem Neujahrs-Vorsatz komme..!



Freitag, 9. Januar 2026

Norðurljós - Nordlichter

Wir hatten jetzt 10 Tage wirklich traumhaftes Wetter hier. Es war kalt, teilweise bis zu -15°, aber klar. Tagsüber strahlend blauer Himmel, nachts sternenklar. 

Erst die letzten zwei Nächte sind abends dann Wolken aufgezogen, gestern war es den ganzen Tag über grau und verdeckt und die Temperaturen näherten sich dem Gefrierpunkt. Mittlerweile wird es aber schon wieder kälter.

Auf jeden Fall hatten wir richtig Glück mit Nordlichtern - bei sternenklarem Himmel hatten wir gefühlt jede zweite Nacht Nordlichter. Teilweise waren die Nordlichter zwar kaum zu erkennen, aber schon eindeutig.


Und in zwei Nächten haben sie wirklich traumhaft schön über uns getanzt. 


Wenn man dann im warmen Haus aus dem Fenster schaut oder sogar gemütlich im 40° heißen Hot Pot auf der Terrasse sitzt und über einem tanzen die Nordlichter - das finde ich auch nach über 5 Jahren hier immer noch einfach nur toll!


Und wenn einen Abend mal keine Nordlichter zu sehen waren, hatten wir zumindest einen wunderbaren Sternenhimmel! 


Von der richtigen Position aus konnte man mit bloßem Auge ein Stück der Milchstraße sehen. 

Wir haben sogar Sternschnuppen gesehen. 

Mein Mann meint, laut Internet müssten es wohl Quadrantiden gewesen sein. Dieser Meteorstrom wurde erstmals 1825 in Italien bzw. 1835 in der Schweiz beobachtet. Nach neueren Forschungen ist der "Mutterkörper" der Quadrantiden wohl der Asteroid 2003 EH1, der inaktive Rest eines Kometenkerns, der auseinandergefallen ist.

Die Sternschnuppen waren auf jeden Fall gut zu sehen, sogar für mich - und ich bin bei sowas eigentlich nicht besonders gut. 

Auf jeden Fall haben wir es so genossen..! 
 


Donnerstag, 8. Januar 2026

Rjúpusúpa

Schneehuhn-Suppe


Schneehuhn (auf Isländisch: "rjúpa") ist ein fester Bestandteil der isländischen Weihnachtsküche. Allerdings ist die Schneehuhn-Jagd hier auf Island aus Naturschutzgründen streng reglementiert und der Verkauf von isländischen Schneehühnern ist nicht erlaubt. Im Laden kann man nur schottische Schneehühner kaufen. 

Schneehuhn auf unserer Terrasse - nicht zum Essen!

Als wir vor Silvester im Supermarkt einkaufen waren, hatten sie dort in der Tiefkühl-Truhe noch genau eine Packung mit Schneehuhn-Brüsten (4 Brüste mit insgesamt knapp 300 Gramm). Also habe ich beschlossen, für Silvester Schneehuhn-Suppe für uns zu kochen.

Das hier ist eines der Rezepte, das sich beim Kochen sehr "dynamisch" verhalten hat:. 

Ich hatte mir verschiedene isländische Rezepte für Rjúpusúpa herausgesucht, von sehr exakten Rezepten bis zu Beiträgen in isländischen Koch-Gruppen auf FB, wo es dann nur heißt, meine Großmutter hat es immer gekocht mit den und den Zutaten, ohne Mengenangaben, ohne Zubereitungsschritte etc. Daraus hatte ich dann ein Rezept "gebastelt", das ich umsetzen wollte. Beim Kochen habe ich aber gemerkt, dass ich manches doch lieber anders machen wollte. 

So ist es keine klare Brühe geworden, die ich dann mit Mehl abgebunden habe, sondern ich habe mich dafür entschieden, dass gekochte Gemüse zu pürieren und dadurch eine gewisse Sämigkeit zu bekommen. Dazu dann noch Sahne und Blauschimmel-Käse - das hat so für mich perfekt gepasst! 


Zutaten für 2 Portionen

3 Karotten
1 rote Zwiebel
1/2 TL Kreuzkümmel
4 Schneehuhn-Brüste (insg. ca. 300 g) 
1 - 2 EL Butter
1 TL Gemüse-Brühe (Pulver)
500 ml Wasser
150 g Blauschimmel-Käse
100 ml Kochsahne
2 - 4 EL frische Blaubeeren


Zubereitung

Die Karotten und die Zwiebel putzen und kleinschneiden.



In einem großen Topf die Butter erhitzen, das kleingeschnittene Gemüse hinzugeben und mit dem Kreuzkümmel kurz anbraten.


Die Schneehuhn-Brüste mit in den Topf geben und ebenfalls noch kurz anbraten. 


Danach 500 ml Wasser hinzugießen, das Suppen-Pulver dazu geben und das Ganze mindestens eine Stunde köcheln lassen. 


Danach die gekochten Schneehuhn-Brüste aus der Suppe heben und das Gemüse sorgfältig pürieren, so dass eine etwas dickflüssige Suppe entsteht. 

Den Blauschimmel-Käse kleinschneiden und zusammen mit der Sahne in die Suppe geben und gut verrühren. 


Das Fleisch auf den Tellern vorschneiden, mit der heißen Suppen übergießen und die frischen Blaubeeren hinzufügen. Nach Geschmack noch mit Salz und Pfeffer würzen.




Mittwoch, 7. Januar 2026

Þrettándigleði á Selfossi

Freude am Dreikönigstag in Selfoss


Gestern war der 6. Januar, Dreikönigstag - oder auf Isländisch: Þrettándinn. Der 13., der 13. Tag nach Weihnachten. Der Tag, an dem auch der letzte der 13 Weihnachtsmänner wieder zurück in die Berge geht. Der Tag, an dem den Menschen Weihnachten verabschieden. 

In Selfoss findet an diesem Tag zum Abschied von der Weihnachtszeit traditionell die Þrettándigleði statt - die "Freude zum 13. Tag". Es gibt einen großen Fackelumzug, bei dem alle 13 Weihnachtsgesellen noch einmal durch den Ort ziehen, jeder mit einer großen Fackel in der Hand, und begleitet von einem Wagen mit Trollen und lauter Musik. Der Umzug startet um 20 Uhr beim Kreisverkehr an der Tryggvaskáli und zieht dann zum Campingplatz am Gesthús, wo dann das große Þrettándabrenna entzündet wird, das große Feuer zum 6. Januar, und anschließend findet auf dem Hügel hinter dem Sportplatz noch das große Feuerwerk der Rettungskräfte statt. 

Der Umzug wird von der Ungmennafélag Selfoss (UMF Selfoss, der lokale Sportverein) in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Árborg veranstaltet, das Feuerwerk ist von der Björgunarfélag Árborgar, also den hiesigen Rettungsmannschaften

Es war zwar gestern einigermaßen windig (laut Schild am Ingólfsfjall 13m/s, in Böen 16 m/s (umgerechnet 47 km/h, in Böen 58 km/h, also Windstärke 6 bis 7). Aber in Selfoss war es nicht so schlimm, das Brenna musste also dieses Jahr nicht verschoben oder abgesagt werden. 

Mein Mann Markus und ich waren schon etwas früher nach Selfoss gefahren und haben noch gemütlich Pizza gegessen. 

Gegen halb 8 wollten wir schon mal zum Sportplatz fahren, um unser Auto dort zu parken, damit wir nach dem Þrettándigleði schnell wieder am Auto wären, uns auftauen könnten und nach Hause fahren. Es war schließlich einigermaßen frisch gestern, vielleicht -10°

Auf dem Weg zum Sportplatz, wir waren noch gar nicht weit gekommen, keine 500 Meter, da machte unser Auto plötzlich so ein komisches Geräusch. Oh nein, nicht schon wieder..?!? Nicht der dritte platte Reifen in nicht mal 365 Tagen..?!? Unser Jahr 2025 hatten doch auch schon mit einem platten Reifen angefangen - oder genau genommen: Mit einem geplatzten Reifen bei 80 km/h bei schlechtem Wetter auf der Reykjanesbraut auf dem Weg zum Flughafen. Im Vergleich waren wir dankbar...

Markus konnte gestern zum Glück direkt gleich von der Hauptstraße abbiegen und dann dort halten. Da war die Luft noch nicht komplett raus, aber natürlich hatten wir wieder einen platten Reifen. Es war wieder der Reifen vorne auf der Fahrerseite, den es erwischt hatte (wie schon letztes Mal im Oktober). Darüber, dass wir dann erst einmal noch verzweifelt den Autoschlüssel gesucht haben, der vor lauter Hektik minutenlang absolut nicht zu finden war und dann doch in irgendeiner Hosentasche steckte, schreibe ich jetzt nicht. 


Markus hat zumindest noch getestet, dass wir dieses Mal den richtigen Steckschlüsseleinsatz für unsere 22er Stecknüsse am Reifen beim Werkzeug dabei hatten - doch, hatten wir! Also haben wir beschlossen, wir gehen jetzt zum Umzug und zum Brenna, schließlich waren wir dafür doch hergekommen, und danach muss Markus dann den kaputten Reifen gegen das Reserverad aus dem Kofferraum austauschen. 

Allerdings waren wir wegen der Reifenpanne etwas spät dran - meine Uhr zeigte 3 Minuten nach 20 Uhr, als wir beim Kreisverkehr an der Tryggvaskáli ankamen. Vom Umzug war nichts zu sehen, keine Straßensperrung, der Verkehr rollte, auch keine Menschen, die auf den Zug warteten, und der Wagen mit den Trollen und den Weihnachtsmännern stand auch nicht auf dem Parkplatz beim Krónan. Wir waren verwirrt - hatte ich mir die falsche Uhrzeit gemerkt..? 

Aber dann merkten wir doch den leichten Rauchgeruch in der Luft und hörten aus der Ferne leise stampfende Musik - und dann sahen wir den Fackelumzug auch, schon ein ganzes Stück weit weg. Mist! So viel zu spät waren wir doch eigentlich gar nicht?!?

Wir sind dann mit hängender Zunge hinter dem Zug her und kurz nach dem Abbiegen in die Seitenstraße Reynirvellir konnten wir uns dem Umzug dann anschließen. 

Man merkte aber schon, dass es einigermaßen windig war - die Fackeln der Weihnachtsmänner sprühten teilweise ordentlich Funken und brannten schnell herunter. Man musste einigermaßen Abstand halten. Vor mir schüttelte eine Frau ihren Handschuh aus und die Funken stoben. Schließlich strömten die Menschenmassen, begleitet von der isländischen Musik, auf den Zeltplatz. 

Dieses Jahr wurden die Fackeln der Weihnachtsmänner nicht auf einem Gestell neben dem Brenna aufgesteckt, sondern die Fackeln wurden direkt in den großen Holzstapel gesteckt, um das Þrettándabrenna zu entzünden. Keine Ahnung, ob das an dem Wind lag, dass es ihnen zu gefährlich war, die Fackeln auf der trockenen Wiese aufzustellen, oder ob sie nach den Erfahrungen beim Silvesterfeuer letztens einfach nur sicherstellen wollten, dass das Brenna gut entzündet wurde. 

Gestern Nachmittag hatte es in Selfoss schon einen Flächenbrand in trockenem Gras gegeben. Anscheinend hatte die Glut von einem kleinen privates Feuerwerk zu dem Brand geführt, bei dem - vom Wind verstärkt - dann eine Fläche von ca. 2.000 m² brannte. 

Quelle: sunnlenska.is / Jóhanna Petersen

Die Feuerwehr hatte die Menschen aufgefordert, bei der trockenen Witterung und dem Wind der letzten Tage, der die Böden noch mehr ausgetrocknet habe, am Abend mit Feuerwerk und Feuern besonders vorsichtig zu sein. 

Soweit ich es gelesen habe, gab es gestern Abend noch 4 Einsätze für die Feuerwehr von Selfoss, u.a. haben sie wohl auch die Reste vom Þrettándabrenna gelöscht, weil das Risiko sonst zu hoch war, dass die Glut vom Feuer die umliegende Vegetation in Brand setzen könnte. Normalerweise lassen sie das Brenna unter Aufsicht kontrolliert runterbrennen, gestern wäre das aber wegen dem starken Wind und dem trockenen Boden zu riskant gewesen.


Nachdem das Brenna ordentlich brannte, verteilten sich die Weihnachtsmänner, mischten sich unter die Leute, die rund um das Brenna herum standen, und unterhielten sich mit den Kindern und trieben teilweise lautstark kleine Scherze.  


Ich finde es ja jedes Jahr wieder schön, wie liebevoll die 13 Weihnachtsgesellen ausgestattet sind, mit ihrem roten Outfit, dem wilden, wuschigen Haar und den weißen Bärten - und dazu die gestrickten Beinwärmer über den dicken Schuhen und vor allem die passenden Wollhandschuhe, extra mit zwei Daumen, damit man sie umdrehen kann, wenn z.B. die Innenseite durchnässt ist und dann zu rutschig wird. Eigentlich ganz praktisch! Und einfach so ein schönes Detail!


Es waren wirklich viele Menschen da, der Platz war ordentlich voll!


Und während des Brennas wurde auf dem Hügel dahinter dann von den Rettungsmannschaften das große Feuerwerk gezündet. 


Schon richtig schön - sogar mit Herz! 


Schließlich fand das Feuerwerk seinen krönenden Abschluss. Die Leute auf dem Platz rund um das Brenna klatschten laut und begeistert Beifall.


Als das Feuerwerk zu Ende war, sind wir direkt wieder los - wir mussten ja noch zu unserem Auto, das gut 1 km weit weg stand und traurig mit plattem Reifen auf uns wartete. Ach ja, bei -10° wünscht man sich doch, gemütlich im Dunkeln den Reifen zu wechseln... Bloß gut, dass Markus dabei schon Routine hat! 


Und Reifenwechsel mit Feuerwerk im Hintergrund - das hat doch eigentlich auch schon wieder was!


Leider hatte unser Reserve-Rad nicht mehr so richtig viel Luft. Also wollten wir auf dem Heimweg kurz an der Tankstelle hinter der Brücke anhalten, um den Reifen noch etwas aufzupumpen. Aber leider waren beide Kompressoren, mit denen man den Luftdruck im Reifen prüfen und anpassen kann, hier außer Betrieb, an beiden Maschinen klebte nur ein großes Schild: Lokuð. Geschlossen

Also zurück in den Ort, an der N1 haben sie auch so ein Gerät für Luftdruck. Eigentlich. Auch das war nur leider mit Klebeband verschnürt und auch hier hing ein Schild: Biluð. Kaputt. Shit! Was machen wir denn jetzt?!?

Nach Hause fahren und hoffen, dass der Reifen hält für die Strecke, hin und dann wieder zurück nach Selfoss zum Reifendienst..? Oder doch lieber die 10 km nach Hveragerði zur Tankstelle fahren und hoffen, dass das Luftdruck-Gerät dort an der N1 in Betrieb ist..? Aber unser Reserve-Reifen machte wirklich keinen richtig vollen Eindruck und die Geräusche beim Fahren klangen nur bedingt ermutigend. Markus traute dem Reifen definitiv nicht. 

Schließlich sind wir über die alte Straße langsam nach Hveragerði gefahren und hatten Glück. An der Tankstelle am Ortseingang war der Luftdruck-Kompressor in Betrieb und wir konnten unseren wirklich etwas luftleeren Reifen aufpumpen. Nicht perfekt, aber deutlich besser! Gegen halb 11 waren wir dann glücklich wieder zu Hause. 

Und für heute Nachmittag haben wir also wieder einen Termin beim Reifendienst in Selfoss, da waren wir ja schon mal...

3 Reifenpannen in nicht mal 365 Tagen

Update vom 08.01.2026

Unser Auto ist wieder einsatzbereit. Wir waren beim Reifendienst in Selfoss, dort konnten sie wieder keinen Schaden am Reifen selbst finden. Offenbar hatte er "einfach" nur wieder den Kontakt zur Felge verloren. Die Männer in der Werkstatt haben sich den Reifen gründlich angesehen und geprüft, sie haben die Felge gründlich geprüft und alles geschmiert, außerdem haben sie dieses Mal noch das Ventil gewechselt. Vielleicht war das ja nicht ganz dicht, deshalb könnte der Reifen dann Luft verloren haben und sich dadurch dann von der Felge gelöst. 

Und weil wir genau dieses Problem mit genau diesem Reifen vor knapp 3 Monaten schon mal hatten und sie es offensichtlich damals nicht langfristig gelöst hatten, war die Reparatur dieses Mal sogar kostenlos. Wir mussten nichts zahlen! Damit hatten wir nicht gerechnet und haben uns sehr darüber gefreut. 

Und jetzt hoffen wir mal, dass unser Reifen dieses Mal hält.