Mittwoch, 7. Januar 2026

Þrettándigleði á Selfossi

Freude am Dreikönigstag in Selfoss


Gestern war der 6. Januar, Dreikönigstag - oder auf Isländisch: Þrettándinn. Der 13., der 13. Tag nach Weihnachten. Der Tag, an dem auch der letzte der 13 Weihnachtsmänner wieder zurück in die Berge geht. Der Tag, an dem den Menschen Weihnachten verabschieden. 

In Selfoss findet an diesem Tag zum Abschied von der Weihnachtszeit traditionell die Þrettándigleði statt - die "Freude zum 13. Tag". Es gibt einen großen Fackelumzug, bei dem alle 13 Weihnachtsgesellen noch einmal durch den Ort ziehen, jeder mit einer großen Fackel in der Hand, und begleitet von einem Wagen mit Trollen und lauter Musik. Der Umzug startet um 20 Uhr beim Kreisverkehr an der Tryggvaskáli und zieht dann zum Campingplatz am Gesthús, wo dann das große Þrettándabrenna entzündet wird, das große Feuer zum 6. Januar, und anschließend findet auf dem Hügel hinter dem Sportplatz noch das große Feuerwerk der Rettungskräfte statt. 

Der Umzug wird von der Ungmennafélag Selfoss (UMF Selfoss, der lokale Sportverein) in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Árborg veranstaltet, das Feuerwerk ist von der Björgunarfélag Árborgar, also den hiesigen Rettungsmannschaften

Es war zwar gestern einigermaßen windig (laut Schild am Ingólfsfjall 13m/s, in Böen 16 m/s (umgerechnet 47 km/h, in Böen 58 km/h, also Windstärke 6 bis 7). Aber in Selfoss war es nicht so schlimm, das Brenna musste also dieses Jahr nicht verschoben oder abgesagt werden. 

Mein Mann Markus und ich waren schon etwas früher nach Selfoss gefahren und haben noch gemütlich Pizza gegessen. 

Gegen halb 8 wollten wir schon mal zum Sportplatz fahren, um unser Auto dort zu parken, damit wir nach dem Þrettándigleði schnell wieder am Auto wären, uns auftauen könnten und nach Hause fahren. Es war schließlich einigermaßen frisch gestern, vielleicht -10°

Auf dem Weg zum Sportplatz, wir waren noch gar nicht weit gekommen, keine 500 Meter, da machte unser Auto plötzlich so ein komisches Geräusch. Oh nein, nicht schon wieder..?!? Nicht der dritte platte Reifen in nicht mal 365 Tagen..?!? Unser Jahr 2025 hatten doch auch schon mit einem platten Reifen angefangen - oder genau genommen: Mit einem geplatzten Reifen bei 80 km/h bei schlechtem Wetter auf der Reykjanesbraut auf dem Weg zum Flughafen. Im Vergleich waren wir dankbar...

Markus konnte gestern zum Glück direkt gleich von der Hauptstraße abbiegen und dann dort halten. Da war die Luft noch nicht komplett raus, aber natürlich hatten wir wieder einen platten Reifen. Es war wieder der Reifen vorne auf der Fahrerseite, den es erwischt hatte (wie schon letztes Mal im Oktober). Darüber, dass wir dann erst einmal noch verzweifelt den Autoschlüssel gesucht haben, der vor lauter Hektik minutenlang absolut nicht zu finden war und dann doch in irgendeiner Hosentasche steckte, schreibe ich jetzt nicht. 


Markus hat zumindest noch getestet, dass wir dieses Mal den richtigen Steckschlüsseleinsatz für unsere 22er Stecknüsse am Reifen beim Werkzeug dabei hatten - doch, hatten wir! Also haben wir beschlossen, wir gehen jetzt zum Umzug und zum Brenna, schließlich waren wir dafür doch hergekommen, und danach muss Markus dann den kaputten Reifen gegen das Reserverad aus dem Kofferraum austauschen. 

Allerdings waren wir wegen der Reifenpanne etwas spät dran - meine Uhr zeigte 3 Minuten nach 20 Uhr, als wir beim Kreisverkehr an der Tryggvaskáli ankamen. Vom Umzug war nichts zu sehen, keine Straßensperrung, der Verkehr rollte, auch keine Menschen, die auf den Zug warteten, und der Wagen mit den Trollen und den Weihnachtsmännern stand auch nicht auf dem Parkplatz beim Krónan. Wir waren verwirrt - hatte ich mir die falsche Uhrzeit gemerkt..? 

Aber dann merkten wir doch den leichten Rauchgeruch in der Luft und hörten aus der Ferne leise stampfende Musik - und dann sahen wir den Fackelumzug auch, schon ein ganzes Stück weit weg. Mist! So viel zu spät waren wir doch eigentlich gar nicht?!?

Wir sind dann mit hängender Zunge hinter dem Zug her und kurz nach dem Abbiegen in die Seitenstraße Reynirvellir konnten wir uns dem Umzug dann anschließen. 

Man merkte aber schon, dass es einigermaßen windig war - die Fackeln der Weihnachtsmänner sprühten teilweise ordentlich Funken und brannten schnell herunter. Man musste einigermaßen Abstand halten. Vor mir schüttelte eine Frau ihren Handschuh aus und die Funken stoben. Schließlich strömten die Menschenmassen, begleitet von der isländischen Musik, auf den Zeltplatz. 

Dieses Jahr wurden die Fackeln der Weihnachtsmänner nicht auf einem Gestell neben dem Brenna aufgesteckt, sondern die Fackeln wurden direkt in den großen Holzstapel gesteckt, um das Þrettándabrenna zu entzünden. Keine Ahnung, ob das an dem Wind lag, dass es ihnen zu gefährlich war, die Fackeln auf der trockenen Wiese aufzustellen, oder ob sie nach den Erfahrungen beim Silvesterfeuer letztens einfach nur sicherstellen wollten, dass das Brenna gut entzündet wurde. 

Gestern Nachmittag hatte es in Selfoss schon einen Flächenbrand in trockenem Gras gegeben. Anscheinend hatte die Glut von einem kleinen privates Feuerwerk zu dem Brand geführt, bei dem - vom Wind verstärkt - dann eine Fläche von ca. 2.000 m² brannte. 

Quelle: sunnlenska.is / Jóhanna Petersen

Die Feuerwehr hatte die Menschen aufgefordert, bei der trockenen Witterung und dem Wind der letzten Tage, der die Böden noch mehr ausgetrocknet habe, am Abend mit Feuerwerk und Feuern besonders vorsichtig zu sein. 

Soweit ich es gelesen habe, gab es gestern Abend noch 4 Einsätze für die Feuerwehr von Selfoss, u.a. haben sie wohl auch die Reste vom Þrettándabrenna gelöscht, weil das Risiko sonst zu hoch war, dass die Glut vom Feuer die umliegende Vegetation in Brand setzen könnte. Normalerweise lassen sie das Brenna unter Aufsicht kontrolliert runterbrennen, gestern wäre das aber wegen dem starken Wind und dem trockenen Boden zu riskant gewesen.


Nachdem das Brenna ordentlich brannte, verteilten sich die Weihnachtsmänner, mischten sich unter die Leute, die rund um das Brenna herum standen, und unterhielten sich mit den Kindern und trieben teilweise lautstark kleine Scherze.  


Ich finde es ja jedes Jahr wieder schön, wie liebevoll die 13 Weihnachtsgesellen ausgestattet sind, mit ihrem roten Outfit, dem wilden, wuschigen Haar und den weißen Bärten - und dazu die gestrickten Beinwärmer über den dicken Schuhen und vor allem die passenden Wollhandschuhe, extra mit zwei Daumen, damit man sie umdrehen kann, wenn z.B. die Innenseite durchnässt ist und dann zu rutschig wird. Eigentlich ganz praktisch! Und einfach so ein schönes Detail!


Es waren wirklich viele Menschen da, der Platz war ordentlich voll!


Und während des Brennas wurde auf dem Hügel dahinter dann von den Rettungsmannschaften das große Feuerwerk gezündet. 


Schon richtig schön - sogar mit Herz! 


Schließlich fand das Feuerwerk seinen krönenden Abschluss. Die Leute auf dem Platz rund um das Brenna klatschten laut und begeistert Beifall.


Als das Feuerwerk zu Ende war, sind wir direkt wieder los - wir mussten ja noch zu unserem Auto, das gut 1 km weit weg stand und traurig mit plattem Reifen auf uns wartete. Ach ja, bei -10° wünscht man sich doch, gemütlich im Dunkeln den Reifen zu wechseln... Bloß gut, dass Markus dabei schon Routine hat! 


Und Reifenwechsel mit Feuerwerk im Hintergrund - das hat doch eigentlich auch schon wieder was!


Leider hatte unser Reserve-Rad nicht mehr so richtig viel Luft. Also wollten wir auf dem Heimweg kurz an der Tankstelle hinter der Brücke anhalten, um den Reifen noch etwas aufzupumpen. Aber leider waren beide Kompressoren, mit denen man den Luftdruck im Reifen prüfen und anpassen kann, hier außer Betrieb, an beiden Maschinen klebte nur ein großes Schild: Biluð. Kaputt

Also zurück in den Ort, an der N1 haben sie auch so ein Gerät für Luftdruck. Eigentlich. Auch das war nur leider mit Klebeband verschnürt und auch hier hing ein Schild: Biluð. Kaputt. Shit! Was machen wir denn jetzt?!?

Nach Hause fahren und hoffen, dass der Reifen hält für die Strecke, hin und dann wieder zurück nach Selfoss zum Reifendienst..? Oder doch lieber die 10 km nach Hveragerði zur Tankstelle fahren und hoffen, dass das Luftdruck-Gerät dort an der N1 in Betrieb ist..? Aber unser Reserve-Reifen machte wirklich keinen richtig vollen Eindruck und die Geräusche beim Fahren klangen nur bedingt ermutigend. Markus traute dem Reifen definitiv nicht. 

Schließlich sind wir über die alte Straße langsam nach Hveragerði gefahren und hatten Glück. An der Tankstelle am Ortseingang war der Luftdruck-Kompressor in Betrieb und wir konnten unseren wirklich etwas luftleeren Reifen aufpumpen. Nicht perfekt, aber deutlich besser! Gegen halb 11 waren wir dann glücklich wieder zu Hause. 

Und für heute Nachmittag haben wir also wieder einen Termin beim Reifendienst in Selfoss, da waren wir ja schon mal...

3 Reifenpannen in nicht mal 365 Tagen

Update vom 08.01.2026

Unser Auto ist wieder einsatzbereit. Wir waren beim Reifendienst in Selfoss, dort konnten sie wieder keinen Schaden am Reifen selbst finden. Offenbar hatte er "einfach" nur wieder den Kontakt zur Felge verloren. Die Männer in der Werkstatt haben sich den Reifen gründlich angesehen und geprüft, sie haben die Felge gründlich geprüft und alles geschmiert, außerdem haben sie dieses Mal noch das Ventil gewechselt. Vielleicht war das ja nicht ganz dicht, deshalb könnte der Reifen dann Luft verloren haben und sich dadurch dann von der Felge gelöst. 

Und weil wir genau dieses Problem mit genau diesem Reifen vor knapp 3 Monaten schon mal hatten und sie es offensichtlich damals nicht langfristig gelöst hatten, war die Reparatur dieses Mal sogar kostenlos. Wir mussten nichts zahlen! Damit hatten wir nicht gerechnet und haben uns sehr darüber gefreut. 

Und jetzt hoffen wir mal, dass unser Reifen dieses Mal hält. 



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