Das Gewächshaus - die Food Hall in Hveragerði
Hveragerði ist eine kleine Stadt im westlichen Teil der Region Árnessýsla. Hier kommt man an, wenn man von der Hauptstadt Reykjavík über die Passstraße Hellisheiði auf der Ringstraße nach Osten fährt.
Die Gegend ist bekannt für heiße Quellen und Hochtemperaturgebiete.
In der Beschreibung der Region, die der Verwaltungsbeamte und Landwirt Hálfdan Jónsson (1659 - 1707) im Jahr 1703 für den Gelehrten und Handschriftensammler Árni Magnússon (1663 - 1730) verfasst, finden sich Anhaltspunkte, dass die heißen Quellen bereits damals zum Baden, Kochen und Wäschewaschen genutzt wurden.
Bereits 1912 wurde hier am Fluss unterhalb des kleinen Wasserfalls eine Wollfabrik gegründet, deren Fundamente man heute noch beim Besuch vom Park von Hveragerði sehen kann (Abriss der Fabrik 1915). Später wurde die Mjólkurbú Ölfusinga, die Molkerei der Menschen aus Ölfus, gegründet (Insolvenz 1938). Um das Jahr 1930 entstand dann hier ein erster kleiner Ort. Nach 10 Jahren lebten hier immerhin schon rund 140 Menschen. Seit 1987 ist Hveragerði eine Stadt (bær), damals mit etwa 1.500 Einwohnern. Heute leben hier knapp 3.400 Einwohnern.
Der Ort ist auch bekannt für seine Gewächshäuser, die mit Erdwärme beheizt werden. Hier werden Obst und Gemüse, u.a. auch Bananen, und Blumen angebaut. Die Stadt wird daher auch "die Blumenstadt" ("blómabærinn") genannt und im August werden hier jedes Jahr die "blómstrandi dagar" veranstaltet, die "blühenden Tage" - ein Volks- und Familienfest.
Passend zur Blumen- und Gewächshausstadt ist die Food Hall von Hveragerði als "gróðurhús" gestaltet, als Gewächshaus. Von außen macht das Gebäude nicht unbedingt viel Eindruck, ...
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| Rückseite des Gebäudes im April 2026 (bei starkem Schneetreiben) |
.. aber das Innendesign des Hauses hat der isländische Bühnenbildner und Innenarchitekt Hálfdan Pedersen gestaltet. Es ist wirklich sehr schön, elegant und sehr gemütlich geworden!
Im Dezember 2021 wurde das Gróðurhús eröffnet.
Das Gebäude wird dabei zu mehreren Zwecken genutzt - in den oberen Stockwerken gibt es ein Hotel, die Rezeption befindet sich unten in der Halle. Außerdem gibt es in dieser Gebäudehälfte noch Shops, ein Café und eine Eisdiele (die allerdings geschlossen war, als wir jetzt im Schneesturm im April dort waren). In der anderen Gebäudehälfte unten finden sich die Food Hall, die Bar und der Lounge-Bereich. Mit dem Konzept sollen sowohl Isländer als auch ausländische Touristen angesprochen werden.
Wir waren im April 2026 hier - eigentlich wollten wir im Ort etwas spazieren gehen, aber es schneite so stark, dass wir uns in das Gróðurhús geflüchtet haben. Ich wollte mir die Food Hall sowieso unbedingt einmal anschauen!
Wir sind hier erst einmal in Richtung der Hotel-Rezeption, des Cafés und der Shops gelaufen.
Im "Farmers Market" von "Me & Mu" werden unter dem Motto "beint úr héraði" (= "direkt aus der Region") Gourmetprodukte von Bauern und Spitzenköchen aus Island und dem Ausland angeboten, insbesondere von kleineren Erzeugern und Unternehmen. Hier gibt es aber auch Hautpflegeprodukte, Seifen, Servietten etc.
Den geräucherten Hering in Öl fand ich ja sehr charmant und sehr süß verpackt, aber 2.290 ISK (knapp 16 €) fand ich für 120 g relativ viel - zumal ich persönlich doch gar keinen Räucherhering mag!
In die verschiedenen Sorten Lakritz-Kugeln habe ich mich sofort verliebt, es gab wahlweise Blaubeeren mit weißer Schokolade oder Salz-Karamell. Leider waren sie mit rund 30 € pro Dose auch doppelt so teuer wie die Kugeln von "Lakrids by Bülow", deshalb habe ich es mir dann schweren Herzens doch verkniffen, welche zu kaufen - schließlich habe ich ja auch noch leckere Lakritz-Schoko-Kugeln zu Hause.
Im Vordergrund sieht man hier die Bekleidung vom isländischen Outdoor-Ausstatter 66°North, im Hintergrund eine Auswahl vom Herrenausstatter Kormákur & Skjöldur.
Das hier ist der Bereich von epal, einem bekannten isländischen Design-Geschäft (gegründet 1975). Hier werden insbesondere Produkte isländischer Designer und aus den anderen nordischen Ländern angeboten.
In die Tassen habe ich mich verliebt, seit ich sie zum ersten Mal im Schaufenster der Galerie von Inga Elín auf der Skólavörðustígur gesehen habe. Leider fand mein Mann (ja, ich weiß, er hat da nicht ganz Unrecht!), ich hätte schon genug Tassen im Schrank. Aber mein Herz hing nun einmal so an diesen schönen Tassen..!
Im Januar 2024 habe ich mir dann, nachdem ich die erste Abrechnung über mein Autoren-Honorar für die Sonderausgabe von "Zauber des Nordens" bekommen hatte, endlich meinen Traum erfüllt und mir von einem Teil des Honorars für umgerechnet rund 40 € eine von diesen wunderschönen Tassen gekauft. Hach - schön!
Nach dem Epal-Shop kamen wir dann bei unserem Rundgang von den Geschäften zum Bereich der Food Hall auf der anderen Seite des Gebäudes.
Hier gibt es verschiedene gastronomische Angebote, von Wok-Gerichten über Burger, Fish & Chips, Steak oder Fischsuppe bis zu Nachos und Tacos und kleinen Gerichten wie Pommes oder gebratenem Gemüse. Geöffnet sind die Restaurants derzeit in der Regel von 11.30 Uhr bis 21 Uhr (Stand: April 2026).
Die Gäste sitzen hier gemütlich an kleinen Tischen oder langen Bänken, essen, trinken, unterhalten sich und genießen das Leben.
Z.B. im Taco Vagninn werden frische Tacos und Nachos mit mexikanischem Flair angeboten. Hier gibt es u.a. für gut 8 € hausgemachte Nachos-Chops mit spezieller Mayonnaise, Frühlingszwiebeln, Koriander, Chili und Nüssen, die Tacos kosten (je nach Portionsgröße) zwischen rund 15 € und 27 €, die Portion Pommes mit Mayo, Frühlingszwiebeln, Koriander, Chili, Nüssen, Speck und Parmesan liegt bei knapp 14 €. Sieht wirklich alles sehr lecker aus - und der Food Truck ist definitiv richtig cool gestaltet!
Im "Hipstur" stehen frische Speisen mit Fisch, Fleisch und Gemüse im Vordergrund - sowohl Gerichte, die fest auf der Speisekarte stehen, als auch wechselnde saisonale Gerichte. Z.B. kostet der "Fisch des Monats" aktuell rund 29 €, eine Portion Fish & Chips kostet rund 27 €, das Rippensteak mit Pommes liegt bei gut 45 € und die Fischsuppe kostet als Vorspeise rund 19 € oder als Hauptgericht rund 22 €.
Im "YUZU" gibt es saftige Burger mit Sauce und Pommes für Preise zwischen 21 und 24 €, dazu noch kleine Gerichte wie Nuggets, frittierte Hähnchenteile, Pommes, Süßkartoffel-Pommes oder eine Schale Kimchi für rund 7 bis 14 €.
Natürlich gibt es für die Gäste der Food Hall auch kostenlos Leitungswasser zum Trinken, wie in isländischen Restaurants üblich.
Das hier ist dann der Lounge-Bereich hinter der Bar. Es sieht richtig gemütlich aus, mit den weichen alten Sofas, den Sesseln, den niedrigen Tischen und den vielen Sofakissen!
Definitiv ein richtig gemütlicher Ort - nicht nur dann, wenn es draußen mal wieder stürmt und schneit!

























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