Mittwoch, 5. Juni 2024

Viðvaranir

Wetterwarnungen 


Wir haben aktuell Wetterwarnung auf Island. Bei uns in der Ecke, hier im Süden, ist es nur eine gelbe Wetterwarnung (1. Warnstufe), ebenso wie rund um Reykjavík, in allen anderen Landesteilen gilt eine orange Wetterwarnung (2. Stufe). Die Wetterwarnungen gelten von Dienstag früh bis Donnerstag früh. Es gibt Sturm, teilweise orkanartige Böen bzw. wirklich Orkan, außerdem insbesondere im Norden und Osten massiven Niederschlag, vielfach als Schneefall

Ein absolut untypisches Wetter in dieser Jahreszeit, selbst für Island.

Ich weiß, man sieht es hier auf dem Bild nicht, sieht doch schön und sonnig aus... Deswegen haben wir zum Schal gegriffen, um es ein bisschen anschaulicher zu machen, dass es wirklich windig war, heftig windig. 

Bei uns war es gestern, am Dienstag, wirklich heftig und extrem stürmisch. Zudem kam der Wind direkt von Norden, auch eher untypisch hier bei uns. Teilweise hatten wir Hagel oder Regen, aber die meiste Zeit eigentlich ziemlich strahlend blauen Himmel. Aber halt wirklich heftigen Wind, richtig laut, und das ganze Haus hat gewackelt. 

Wir hatten hier gestern Windstärken von mehr 30 m/s, also umgerechnet über 110 km/h. Das ist Windstärke 11 bis 12, also "orkanartiger Sturm" bis "Orkan". Das fegt dann wirklich Autos von der Straße... 

Viel Schaden hat der Wind bei uns aber zum Glück nicht angerichtet. Wir hatten zwar phasenweise wirklich Angst um unseren Zaun um die Terrasse und um die Terrassentüren und haben da zusätzlich versucht zu sichern, was ging, aber bisher hat alles gehalten. 

Und heute, am Mittwoch, bin ich aufgewacht und es war schon wieder still. Also nicht wirklich "windstill", aber kein Getöse mehr, so wie gestern.

Bei uns hat der Wind nur ein Vogelhäuschen sukzessive zerlegt. Das Vogelhäuschen hatten wir vor 4 Jahren mit dem Haus übernommen, im letzten Frühjahr 2023 hatte mein Mann es aber "überholt" und "renoviert", es war also nicht alt und morsch oder so. 

Aber der Wind war heftig - und aus ungewohnter Richtung. 

Zuerst hatten wir zwei Holzteile auf der Terrasse liegen, da dachte ich schon, jetzt zerlegt es unsere große Sitzbank - aber nein, das waren nur die beiden Dachteile vom Vogelhaus. 

Und das Haus wackelte weiter im Sturm, irgendwann flog dann die Vorderseite davon und landete neben dem Hot Pot. Und irgendwann erwischt der Sturm auch die Rückseite, das Häuschen baumelte nur noch traurig in Resten von seinem Pfosten.

Mein Mann hat sich dann rausgetraut und die letzten Reste von der Rückseite und der Bodenplatte runtergeholt, war aber auch nicht einfach, zumal er sich ja auch nicht einfach auf eine Leiter stellen und mit beiden Händen zugreifen konnte - er musste sich ja festhalten, bei dem Wind.

Aber er hat es geschafft, alle Bauteile des Vogelhäuschens sind geboren und in Sicherheit - und wir werden das Vogelhaus wieder aufbauen können. Vielleicht mit etwas längeren Nägeln. Wobei - da hat das Häuschen allen Winterstürmen tapfer getrotzt - und jetzt erlegt es dieser "Sommersturm". 

Spuren in der Nachbarschaft

Auch in der Nachbarschaft hat der Sturm gestern Spuren hinterlassen. In einer Einfahrt liegt ein großer Gasgrill, der sich offensichtlich selbständig gemacht hat, eine umgestrützte Mülltonne, den großen Deko-Brunnen nebenan hat der Wind auch erwischt und ein paar Häuser weiter ein Trampolin durch den Garten gefegt. 

Ernsthafte Schäden waren aber zum Glück nicht zu sehen. Woher die Dachpappe kam, die gestern mal vorbei flog, weiß ich allerdings nicht... 


"Kein Reisewetter. Und für alle, die trotzdem fahren wollen, sind die Straßen gesperrt."

Das war die Schlagzeile bei Iceland Review - Deutsch am 03. Juni 2024. Und ich finde diese Schlagzeile perfekt und komplett berechtigt. 

Quelle: Dagmar Trodler, www.icelandreview.com

Viele Strecken wurden bereits Montagabend zwischen 20 und 22 Uhr geschlossen, wegen der Wetterwarnung. Betroffen sind hiervon natürlich auch viele Reisende, die jetzt "im Sommer" einmal rund um die Insel fahren wollen, mit dem Auto oder mit dem Fahrrad - ebenso wie die Reisenden, die am Mittwochabend eigentlich die Fähre in Seyðisfjörður erreichen wollen.

Quelle: mbl.is vom 05.06.2024

Heute am Mittwochmorgen ab 10 Uhr wurde die Strecke von Egilsstaðir nach Seyðisfjörður geräumt und für den Verkehr erst einmal wieder geöffnet. Allerdings ist dort immer noch Frost, Windgeschwindigkeiten von aktuell noch 65 km/h und Schneematsch auf der Straße. Es kann also auch nicht ausgeschlossen werden, dass es kurzfristig wieder zu einer Sperrung der Straßen kommen könnte.

Von Akureyri oder Mývatn kommt man seit Montagabend nicht mehr bis Egilsstaðir, aufgrund der wetterbedingten Sperrungen und des schlechten Wetters. 

Im Süden ist die Ringstraße zwischen Höfn und Djúpivogur auch seit Montagabend gesperrt, aktuell (Mittwochmittag) ist dort lt. Website der Straßenbehörde Sturm, und zwar wirklich Sturm - Windgeschwindigkeiten in Böen von 46 m/s, d.h. 165 km/h. Also wirklich unpassierbar. 

Ich habe gerade gelesen, dass die Fähre wohl erst am Donnerstagmorgen in Seyðisfjörður angelegt, nicht wie geplant am Mittwochabend. 

Schauen wir mal, wie sich das Wetter weiter entwickelt... 



Montag, 3. Juni 2024

Sjómannadagurinn

Der Seemänner-Tag


Island ist traditionell eine Fischernation. Auch wenn heute nur noch rund 12% der Arbeitnehmer direkt im Fischfang bzw. in der Fischverarbeitung arbeiten, machen Fischprodukte immer noch über 40% der isländischen Exporte aus. Seeleute sind hier die "Helden des Meeres" (= "hetjur hafsins"). Insofern verwundert es nicht, dass es für die Seeleute und Fischer einen besonderen Feiertag auf Island gibt.

Der Seemänner-Tag findet grundsätzlich jedes Jahr am ersten Sonntag im Juni statt. 

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts war es üblich, in den Kirchen Islands eine besondere Messe für die Fischer zu feiern, bevor die Schiffe nach der Liegezeit im Winter wieder auf Fischfang ausfuhren. Das war normalerweise Mitte bis Ende Februar. 

Erstmals gefeiert am 6. Juni 1938

Im Jahr 1938 wurde dann das erste Mal offiziell der Seemänner-Tag gefeiert, und zwar in Reykjavík und Ísafjörður am 06. Juni, dem Pfingstmontag. 

Schiffe im Hafen von Reykjavík 1928
(Foto von Magnus Ólafsson an einem Denkmal dort an der Tryggvagata)

Der Tag diente dazu, die Menschen an die Bedeutung der Arbeit der Seemänner und Fischer zu erinnern und deren Einsatz zu würdigen - und gleichzeitig den Seeleuten einen freien Tag zu verschaffen. 

Früher war für Seeleute und Fischer nur Heiligabend ein festgeschriebener Feiertag, später auch noch der Þorláksdagur (= 23. Dezember). Man wollte daher mit dem Sjómannadagur einen Tag schaffen, an dem auch die Seeleute frei hatten und alle Menschen zusammen mit ihren Familien feiern konnten.

Gesetz zum Tag der Seeleute vom März 1987 

Seit dem 26. März 1987 ist im Gesetz zum Tag der Seeleute (lög um sjómannadag) festgeschrieben, dass der Seemänner-Tag jedes Jahr am ersten Sonntag im Juni stattfindet , es sei denn, der erste Sonntag im Juni fällt auf Pfingsten, dann verschiebt sich der Seemänner-Tag um eine Woche. 

Feiertag für alle Seeleute und Fischer

In dem Gesetz ist auch festgeschrieben, dass der Seemänner-Tag ein Feiertag für alle Seeleute und Fischer ist. Die meisten Schiffe (darunter auch Forschungsschiffe und Schiffe in der Fischerei) müssen an diesem Tag grundsätzlich im Hafen bleiben, d.h. sie müssen am Samstag vorher bis 12 Uhr anlegen und dürfen erst am Montag ab 12 Uhr mittags wieder auslaufen. Es gibt allerdings Ausnahmen z.B. für Fährschiffe und der Feiertag gilt auch nicht für Schiffe der isländischen Küstenwache, sofern dringende Aufgaben zu erfüllen sind. Verstöße von Schiffseignern und Kapitänen gegen diese Regelungen werden mit Geldstrafen geahndet. 

Offizieller Flaggentag

Am Sjómannadagur wird offiziell geflaggt, das ist auch im Präsidialdekret zur Beflaggung in Island vom Januar 1991 festgeschrieben.

Der Seemänner-Tag heute

Der Sjómannadagur wird heute mit festlichen Gottesdiensten und Kranzniederlegungen an vielen Küstenorten Islands gefeiert. 

Es gibt vielerorts Familienfeste, die Rettungswache zeigt ihre Arbeit, lokale Vereine servieren Kaffee und Kuchen oder Hot Dogs etc. und es gibt Fahrten am Hafen mit Rettungsbooten oder anderen Schiffen und spezielle Angebote für Kinder, von der Hüpfburg bis zu Bastelangeboten und dem Bau von kleinen Holzschiffen. Auch in Reykjavík, rund um den alten Hafen in Grandi, wird den Besuchern viel geboten.

Wir sind am Sonntag, anlässlich des Seemänner-Tages, ans Meer gefahren und waren in Eyrarbakki und Stokkseyri unterwegs. 


Eyrarbakki war in der Vergangenheit ein wichtiger Handelsplatz

Heute ist Eyrarbakki (wörtlich übersetzt: Ufer an der Sandbank) ein kleines Fischerdorf an der Südküste Islands in der Gemeinde Árborg mit knapp 600 Einwohnern. Ab 1700 war der beschauliche Ort von heute aber rund 100 Jahre lang einer der wichtigsten Handelsplätze Islands, möglicherweise sogar der wichtigste und größte Handelsplatz der Landes. 

Seit Anfang des 17. Jahrhunderts, nach Einführung des dänischen Handelsmonopols auf Island, nahmen die dänischen Kaufleute zunehmend einen festen Wohnsitz das ganze Jahr über auf Island, da sie seitdem ganzjährig hier Handel treiben durften (während die Isländer selbst nicht mehr anderen Kaufleuten oder Schiffen handeln durften). Damals wuchs der Ort Eyrarbakki, besonders ab 1700 lebten viele Menschen hier und es war ein großes Handelszentrum. 

Das ältestes Haus, das heute noch in Eyrabakki steht, ist "das Haus" ("húsið"), ein schwarz geteertes Holzhaus mit Wellblech-Dach. Das Haus ist eines der ältesten Holzhäuser Islands. Heute ist hier ein Heimatmuseum untergebracht. Auch dieses Haus geht auf die dänischen Kaufleute am Ort zurück. 

Húsið in Eyrarbakki

"Das Haus" wurde 1765 im Auftrag des dänischen Kaufmanns Jens Lassen errichtet. als Wohnhaus für sich und seine Bediensteten. Die Wände des Hauses bestehen aus dicken Holzstämmen, es heißt, das Haus wurde in Dänemark gebaut und dann per Schiff nach Island gebracht. 

Aus dieser Zeit des dänischen Handelsmonopols stammen auch die Grundmauern der Häuser, die man derzeit  rund um das Fischerdenkmal in Eyrarbakki im Rahmen von archäologischen Ausgrabungen erforscht. 


Das Denkmal, das an die ertrunkenen Fischer aus Eyrarbakki erinnert, wurde 1985 errichtet und am Seemänner-Tag offiziell eingeweiht.


Jedes Jahr am Tag der Seemänner findet hier in der Gemeinde eine feierliche Kranzniederlegung statt (wie hier gestern auch im Nachbarort Stokkseyri am Denkmal für die ertrunkenen Fischer des Ortes), im Anschluss an den Gottesdienst mit musikalischer Begleitung des Kirchenchors.





Sonntag, 2. Juni 2024

Island hat gewählt

Halla Tómasdóttir wird neue Präsidentin Islands´


Am 01. Juni fand die Wahl des 7. Präsidenten der Republik Island statt. 

Es gibt 6 Wahlbezirke auf Island. 

Die Wahllokale vor Ort waren meist von 9 Uhr bis 22 Uhr geöffnet. Insgesamt waren 266.935 Isländer und Isländerinnen aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Gewählt haben dann tatsächlich 215.635 Menschen. Die Wahlbeteiligung lag damit bei 80,8%.

Hier mal ein Eindruck vom Wahlkampfbüro von Katrín Jakobsdóttir in Selfoss am Wahltag. Das war übrigens das einzige "Wahlplakat", das wir hier gesehen haben.


Als bisherige Premierministerin galt Katrín Jakobsdóttir als wahrscheinliche Gewinnerin der Wahl. Allerdings hat sie stark polarisiert, als Links-Grüne, die aus taktischen Gründen eine Regierung führte mit der liberal-konservativen Unabhängigkeitspartei unter Bjarni Benediktsson und der Fortschrittspartei, der europakritischen isländischen Bauernpartei, unter Sigurður Ingi Jóhannesson.

Viele Isländer haben Katrín diese Zusammenarbeit übelgenommen, besonders die Zusammenarbeit mit Bjarni Benediktsson, der immer wieder als der unbeliebteste Politiker Islands gilt, weil er im Zentrum diverser Skandale steht rund um Filz und Vetternwirtschaft. Viele fanden, Katrín habe sich zur Marionette von Bjarni gemacht und Positionen weit jenseits von Links-Grün mitgetragen, nur um ihren Posten zu behalten. Das nahmen ihr viele Menschen hier übel und haben dann "taktisch" gewählt, um unbedingt zu verhindern, dass Katrín die nächste Präsidentin wird.

Trotzdem führte Katrín lange in den Umfragen und es wurde, mehr oder weniger, allgemein erwartet, dass sie die Wahl schon gewinnen würde. Insoweit ist es eine gewisse Überraschung, dass es für Katrín doch nicht gereicht hat und sie landesweit nur auf dem 2. Platz gelandet ist bzw. in einem Wahlbezirk sogar nur auf dem 3. Platz. 


Die ersten Wahlergebnisse

Eigentlich waren die ersten vorläufigen Ergebnisse aus den Stimmbezirken, nach den Erfahrungen der letzten Wahlen, bereits zwischen 22.15 Uhr und 22.30 Uhr erwartet wurden. Die Wahlbeteiligung lag allerdings deutliche höher als bei den letzten Wahlen, so dauerte es gestern Abend bis 23 Uhr, bis die ersten Zahlen vorlagen, von rund 12.000 der fast 267.000 Wahlberechtigten - also noch nicht einmal 5%. Wir saßen auch bis halb 12 vor dem Fernseher und warteten auf die Ergebnisse. 

Blick aus dem Fenster um 23.30 Uhr 

Nach den ersten Ergebnissen führte überraschend Halla Tómasdóttir mit 37% vor Katrín Jakobsdóttir mit 21%. 

Quelle: visir.is

Letztlich konnte Halla Tómasdóttir diesen deutlichen Vorsprung zwar nicht ganz halten, gewann aber doch eindeutig mit 34% vor Katrín mit 25% und Halla Hrund mit 15%. 



Umfragewerte

Auf Island wird Präsident, wer die Wahl mit einfacher Mehrheit gewinnt. Es gibt keine Stichwahl. Dadurch wählen viele Isländer taktisch, d.h. sie orientieren sich stark an den jeweiligen Umfragewerten und wählen dann, um einen bestimmten Kandidaten zu verhindern, eher einen Kandidaten, den sie für aussichtsreicher halten, als ihren "eigentlichen" Kandidaten. 

Dabei muss man berücksichtigen, dass die Umfragen nicht repräsentativ sind. Zwischen der letzten Umfrage und den tatsächlichen Ergebnissen liegen oft über 10% Unterschied. 

Hier habe ich mal die Umfragewerte vom Wochenende vor der Wahl mit den vorläufigen Wahlergebnissen verglichen:

Vor einer Woche führte Katrín Jakobsdóttir noch mit 27%, während Baldur Þórhallsson mit 18% auf Plartz 3 lag und Halla Tómasdóttir mit nur 17% auf Platz 4. 

Bei den letzten Umfragen vor der Wahl lagen Katrín Jaboksdóttir, Halla Hrund Logadóttir und Halla Tómasdóttir alle drei bei rund 20%, ohne signifikante Unterschiede. Dafür war Baldur Þórhallsson auf Platz 4 zurückgefallen. 

Bei den vorläufigen Wahlergebnissen hat Halla Tómasdóttir jetzt eindeutig gewonnen, übrigens in allen 6 Wahlbezirken des Landes



Hver er Halla? Wer ist Halla?

Halla Tómasdóttir wurde 1968 in Reykjavík geboren und wuchs in Kópavogur auf. Sie ist Wirtschaftswissenschaftlerin, CEO, Dozentin und Referentin. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder, die aktuell beide in den USA studieren. 

Halla machte 1986 ihren Abschluss an der Handelsschule, studierte BWL mit Schwerpunkt Internationale Beziehungen und Sprachen in Island und den USA und promovierte in Großbritannien. Zunächst arbeitete sie 10 Jahre in den USA bei Mars und Pepsi Cola, bevor sie nach Island zurückkehrte. Hier engagierte sie sich an der Open Universtity, war Präsidentin der isländischen Handelskammer und gründete 2007 zusammen mit einer weiteren Frau, das Finanzdienstleistungsunternehmen Auður Capital, das sich im Besitz von Gründern und Mitarbeitern befand und als Wertpapierhaus zugelassen war. 

Halla setzt sich insbesondere für Projekte für Stärkung von Frauen ein, insbesondere für Frauen in Führungspositionen und eine stärkere Vernetzung von Frauen - für echte Fortschritte bei der Gleichstellung der Geschlechter. Dabei geht es ihr um Transparenz in der Wirtschaft, insbesondere in den Bereichen Geschäftsethik, Nachhaltigkeit und Gleichberechtigung

Zum Thema der Verfassungsreform erklärt Halla Tómasdóttir im Interview, dass die Verfassung von 1944 geändert werden muss. Es wurden seitdem zwar einige wichtige Änderungen vorgenommen, insbesondere in Bezug auf die Menschenrechte. Es bleibe aber noch viel zu tun. Einige Vorschriften der Verfassung seien "archaisch und fast unverständlich". Sie bedauere, dass der bemerkenswerte demokratische Prozess für eine gründliche Überarbeitung der Verfassung 2010 zum Stillstand gekommen sei. 

Halla kandidierte bereits 2016 für das Amt des isländischen Präsidenten. Sie bekam damals 27,9 % der Stimmen und landete damit auf dem zweiten Platz hinter dem amtierenden Präsidenten Guðni Jóhannesson.

Halla wird zum 01. August 2024 das Amt des isländischen Präsidenten übernehmen.