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Dienstag, 20. Oktober 2026

Að forgangsraða

Prioritäten setzen


Ich glaube, manchmal bin ich doch furchtbar deutsch, nach dem Motto "erst die Arbeit, dann das Vergnügen". 

Aber Island lehrt mich immer wieder - das funktioniert hier nicht! Wenn die Sonne scheint, geh raus, wenn du kannst! Wenn du wartest, bis du Zeit hast - dann hat die Sonne garantiert keine Zeit mehr! 

Ich übe also, meine Prioritäten neu zu setzen. 

Heute früh fing der Tag (nach gefühlt vier Tagen Dauerregen, immer wieder fiesem Wind und Wetterwarnung am Sonntag) gewohnt nass, grau und dunkel an. Also habe ich versucht, brav und fleißig zu sein und für eine anstehende Verlosung am Blog (und - hat schon jemand Interesse an leckerer isländischer Schokolade?!?) einige Blog-Artikel mit Rezepten vorzubereiten. Während draußen immerhin der Regen nachließ...


Und dann wurde es mittags plötzlich so hell draußen, blauer Himmel, Sonnenschein..?!?

Ich  habe kurz mit mir gekämpft - und dann meine Prioritäten überdacht. Und dann bin ich einfach, mitten am Tag, mit einem netten Buch in den Hot Pot gegangen. Ich habe mich total dekadent gefühlt. Und es sehr genossen!


Und als ich danach wieder an meinem Rezept (übrigens Skyr-Creme mit meiner Lieblings-Lakritz-Schokolade Þistur) gesessen habe, schien zwar immer noch die Sonne, aber aus den dunklen Wolken, die aufgezogen waren, fing es ordentlich an zu hageln.


Kurze Zeit war unsere Terrasse und der Weg zum Haus tatsächlich weiß.


Anschließend ist der Hagel im Sonnenschein wieder geschmolzen, dann zogen wieder dunkle Wolken auf - und passend zum Sonnenuntergang setzte auch der Hagel wieder ein... 




Und ich freu mich, dass ich zumindest heute Mittag die Zeit im Hot Pot rundum genossen habe..! 


Ich wünsche Euch noch einen schönen Abend!
Ég býð ykkur gott kvöld!



Montag, 5. Oktober 2026

Haustlitir á Íslandi

Herbstfarben auf Island


Für mich ging es gestern mit Beginn der Schulferien mit dem jüngsten Nachwuchs wieder nach Island. 

Die letzte Zeit in Deutschland war bei uns sehr viel los, auch im Hauptberuf ist es gerade extrem stressig. 

Daher bin ich im Moment ziemlich platt - gestern Abend bin ich um 9 Uhr ins Bett gefallen und heute bin ich erst gegen halb 10 wieder aufgestanden. (Richtig ausgeschlafen bin ich trotzdem nicht.)

Morgen muss ich wieder arbeiten, aber heute ist einfach mal Ruhe und Gemütlichkeit angesagt. Ganz viel Nichtstun.

Also habe ich eben nur einen ganz kleinen "Spaziergang" gemacht, einmal ein bisschen übers Grundstück, und habe mich dabei an den wunderschönen Herbstfarben hier erfreut. 

Der Herbst auf Island ist geprägt von schnellen Veränderungen in der Natur, von prächtigen Farben, dem ersten Schnee auf den Bergen und immer kürzeren Tagen und immer längeren Nächten. 

Laut der Veðurstofa Íslands, dem Isländischen Wetterdienst, sind hier die vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter nicht jeweils 3 Monate lang, sondern Sommer und Winter umfassen jeweils 4 Monate, während Frühling und Herbst beide nur 2 Monate lang sind. Das entspricht aber auch wirklich der gefühlten Realität hier - es ist lange, lange Winter (Dezember bis März), dann ganz plötzlich Frühling (April und Mai) und gleich darauf schon richtig Sommer. Und auch der Sommer (Juni bis September) ist lang hier, dann ist - für kurze Zeit - Herbst (Oktober und November) und dann fängt schon wieder der lange, dunkle Winter an. Kein Wunder, dass die Wikinger hier früher überhaupt nur zwei Jahreszeiten kannten - Winter und Sommer! 

Besonders sonnig ist es heute gar nicht, aber die prächtigen Farben der Natur im kurzen isländischen Herbst leuchten trotzdem wunderschön! 

Egal, ob es die letzten roten Blätter dieser Pflanze hier im Kübel neben unserem Parkplatz sind, ...


... oder die knallgelb leuchtenden Bäume bei den Nachbarn. 




Wir haben übrigens gerade Straßenarbeiten, unser Weg wird im Auftrag der Eigentümergemeinschaft neu geschottert. Die Arbeiten schreiten aber zügig voran!


Na dann, also wieder ab ins Haus!


Da steht einer und winkt - ich werde schon erwartet!




Dienstag, 21. Juli 2026

Við vorum svolítið dugleg

Wir waren ein bisschen fleißig


Wir haben am Sonntag das (vergleichsweise) gute Wetter genutzt, um ein bisschen was am Haus zu machen. 

Wir haben ein Holzhaus mit Holz-Terrassen und natürlich blättert die Farbe im isländischen Wetter immer wieder ab. Also versuchen wir, jedes Jahr eins davon zu streichen, soweit es nötig ist, also entweder das Haus oder die Terrassen. 

Letztes Jahr haben wir nicht viel machen können, zum einen war ich nach meinem Terrassensturz einigermaßen ausgefallen, zum anderen war das Wetter nicht besonders gut und im Regen streichen ist auch nicht ideal, wenn die Regentropfen bloß bleibende Flecken bilden und nichts trocknen kann. Dieses Jahr schauten uns die "Wetterseiten" teilweise schon etwas traurig an. 

Also haben wir es ausgenutzt, dass - zumindest hier - am Sonntag vergleichsweise gutes Wetter war, und haben ein bisschen was am Haus gemacht. 

Bei uns hatte es den Tag über gar nicht geregnet (erst abends zum Schluss des Finales der Fußball-WM), und es war zwischenzeitlich sogar sonnig, bei angenehmen 14°. Von anderen habe ich gehört, dass es gar nicht weit weg, auf der anderen Seite der Hvítá, den ganzen Tag über feucht war und immer wieder richtig geregnet hat - da hatten wir hier also richtig Glück! 

Wir haben zuerst die abblätternden Stellen etwas abgeschliffen, ...


... und dann gestrichen.

Irgendwie verzweifeln wir regelmäßig an den isländischen Farbeimern. Keine Ahnung, ob es an uns liegt..? Aber irgendwie sind die Blechdeckel auf den großen Farbeimern so dünn, dass wir sie nicht unfallfrei öffnen können, ohne sie dabei ziemlich zu verbiegen, und nach dem Streichen können wir sie dann nicht mehr richtig schließen. Wir müssen die Farbe aus jedem Eimer also relativ zeitnah "verstreichen", weil sie sonst austrocknet. 


Ich habe die betroffenen Stellen an den beiden "Wetterwänden" abgeschliffen und mein Mann hat gestrichen. 


Hier sieht man so schön im direkten Vorher-Nachher-Vergleich, wo er schon gestrichen hatte und wo noch nicht.


Das Ergebnis ist auf jeden Fall ganz schön geworden, deutlich besser als vorher..!


An der Wetterseite auf der großen Terrasse waren wir auch noch dran, mit Schmirgeln und Streichen, soweit nötig.  


Jetzt sieht es wieder ordentlicher aus und die abblätternden Stellen schauen mich nicht mehr so vorwurfsvoll an. Ich bin zufrieden!


Klar, wir können noch weitermachen, das ist ja eigentlich immer so, wenn man ein eigenes Haus hat. Aber zumindest dieser Punkt auf unserer To-Do-Liste ist schon einmal erledigt für diesen Sommer..! 



 

Sonntag, 5. Juli 2026

Sumarfrí 2026

Sommerferien 2026


Für uns ging es gestern wieder nach Island. 

Dieses Mal sind wir nur zu zweit, mein Mann und ich, der Nachwuchs kommt später nach. Wir hatten wieder einen Direktflug mit Icelandair. 

Icelandair fliegt jetzt in Frankfurt nicht mehr von Terminal 2 ab, sondern vom neuen Terminal 3. 

Das neue Terminal 3 am Frankfurter Flughafen wurde nach 10 Jahren Bauzeit im April 2026 offiziell eröffnet, der reguläre Flugbetrieb startete am 23. April 2026. 

Das neue Terminal hat eine Nutzfläche von mehr als 400.000 m², die mehrstöckige Abflughalle ist 18 Meter hoch und ist für knapp 20 Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt, die hier von den neuen Flugsteigen G, H und J starten können. 

Oberstes Stockwert der neuen Abflughalle

Als wir gestern gegen halb 6 am Morgen hier ankamen, war es erstaunlich leer, noch nicht viel Betrieb, trotz Sommerferien in bereits 7 Bundesländern. Unser Sohn konnte gemütlich vorfahren, uns aussteigen lassen - alles erst einmal ganz entspannt, keine Platznot. Herrlich!

Auch innen war alles schön und neu. Vorne in der Abflughalle gibt es (noch?) nicht viele Geschäfte, dafür sind aber noch Ladenlokale direkt an den Flugsteigen, das finde ich definitiv besser als vorher an Terminal 2. (Auch wenn die Preise gewohnt hoch sind, knapp 10 € für ein belegtes Baguette oder an die 4,50 € für eine kleine Flasche Softdrink...)

Als ganz besonderen Luxus empfinde ich die modernen CT-Scanner an allen Sicherheitskontrollen im neuen Terminal! Laptops, Smartphones und andere elektronische Geräte können einfach im Handgepäck bleiben, und sogar Flüssigkeiten müssen nicht mehr aufwendig in kleine Zipp-Beutel mit Reißverschluss verpackt werden und separat gescannt, jetzt kann man sogar bis zu 2 Liter Flüssigkeit einfach im Handgepäck mitnehmen. Ohne das ganze Aus- und Einpacken ging die Kontrolle herrlich schnell und unkompliziert!


Wir haben das neue, moderne Terminal auf jeden Fall genossen und auch den ungewohnten Blick auf Frankfurt.


Kurz nach 9 Uhr morgens sind wir dann gut in Island gelandet. 

Es dauerte nur ein bisschen, bis wir das Flugzeug verlassen konnten, es gab wohl Probleme mit der Gangway. Irgendwann schalteten sie sogar extra noch einmal das Entertainment-Programm auf den Bildschirmen an, kam die Durchsage, allerdings lief bei uns dann ausschließlich die Werbung... Aber dann ging es wohl doch schneller als befürchtet. Kurz vor 10 Uhr waren wir unterwegs nach Reykjavík.

Unterwegs haben wir noch ein paar frische Lebensmittel eingekauft und mittags waren wir dann erfolgreich zu Hause. Sogar die Lupinen stehen hier noch in voller Blüte, obwohl es doch schon Anfang Juli ist. 



Und das Wetter war wirklich herrlich - der perfekte isländische Sommer! 

Strahlend blauer Himmel, bis zu 18°. Wir haben es gleich ausgenutzt, erst für ein Eis auf der Terrasse und abends kam noch spontan Besuch zum Grillen vorbei. Schließlich gibt es nicht so oft so gutes Wetter hier, dass man abends in strahlendem Sonnenschein draußen sitzen und grillen und essen kann - da muss man jede Gelegenheit spontan nutzen!


Schöner kann es doch gar nicht losgehen, hier auf Island! 


Ég er mjög ánægð með að vera hér aftur. 
Ich bin sehr froh, wieder hier zu sein.



Montag, 15. Juni 2026

Rotþrær

Klärgruben


Hier mal wieder etwas aus der Kategorie "Mehr Realität im Island-Traum" - wisst Ihr, was Ihr hier auf dem Bild seht..? 

Oder wisst Ihr, was "rotþró" (im Plural: "rótþrær") auf Deutsch heißt..?

Das Foto hier ist von Anfang Juni 2026 und zeigt einen Tanklastwagen, der bei uns vor unserem Island-Haus steht und mit einem Schlauch abpumpt. Und, was wird da wohl abgepumpt..?

Toiletten auf Island 

Die Toilette heißt auf Isländisch "klósettið" oder auch "salernið", früher sprach man auch vom "náðhús" (wörtlich übersetzt das "Gnadenhaus"). 

Das Wort "klósett" ist wohl ein Lehnwort aus dem Dänischen ("kloset") und kommt ursprünglich aus dem Englischen ("water closet"). Woher das Wort "salerni" kommt, ist offenbar umstritten, vielfach wird es auf das Wort "salur" (= Haus, großer Raum) und das altnordische Suffix "-erni" (das sich vielleicht mit "-schaft" oder "-heit" übersetzen lässt) zurückgeführt, also wäre das "salerni" möglicherweise die "Räumlichkeit" - die eben für einen speziellen Zweck bestimmt ist. 

Selbst auf Island haben nicht alle Toiletten eine so herrliche Aussicht wie hier auf dem Foto von den Westfjorden, sondern sind eher in kleinen, dunklen Räumen untergebracht.  


Und vor allem ist nicht jede Toilette auf Island an die Kanalisation angeschlossen - hier kommt dann wieder das Wort "rotþró" ins Spiel. Im Wörterbuch wird "rotþró" mit "Sickergrube" oder eigentlich eher mit "Fäkalientank" übersetzt. 

Das hier ist ein Bild der Umhverfisstofnun, der isländischen Umwelt- und Naturschutzbehörde, auf der man sehr schön den Aufbau einer Klärgrube erkennen kann:

Quelle: www.ust.is

Eine Klärgrube besteht hier aus einem Tank (oft auch aus drei Tanks). Von der einen Seite fließt der Inhalt der Toilette in den Tank (inntak frá húsi), dann setzen sich die "Feststoffe" unten im Tank ab (botnlag), man spricht hier von seyra (= Klärschlamm). Fett und andere leichte Stoffe bilden eine Schicht oben, die auf dem Abwasser schwimmt (flotlag), während das Abwasser (skólpvatn) abfließt (durch den "útrás"). 

Oben auf dem Bild seht Ihr auch das Belüftungsrohr, durch das die bei der Zersetzung entstehenden Gase (wie Methan, Ammoniak und Schwefelwasserstofft) aufsteigen und entweichen. 

In kalten Klimazonen, wie in Island, braucht der Zersetzungsprozess mehr Zeit, die organischen Materialien zerfallen langsamer und die Schlammansammlung ist deshalb größer. Daher sind auf Island Dreikammer-Klärgruben notwendig. Die schwersten Partikel fallen auf den Boden der ersten Kamer, die feineren und leichteren Partikel setzten sich dann in der zweiten und dritten Kammer ab und aus der dritten Kammer fließt dann das weitgehend geklärte Wasser ab.

Eine Klärgrube darf nicht zu oft geleert werden, weil die organischen Stoffe am Boden der Klärgrube von Mikroorganismen unter anaeroben Bedingungen zersetzt und abgebaut werden und das benötigt eine gewisse Zeit. Im Schnitt dauert es wohl drei bis fünf Jahre, bis die Abfallstoffe in einer Klärgrube vollständig zersetzt sind. 

Der Klärschlamm muss dann in regelmäßigen Abständen von einem Fachbetrieb abgesaugt werden. 

Wie groß ist so ein Tank?

Die Größe eines solchen "Fäkalientanks" richtet sich nach der Größe und der Nutzung des Hauses, bei Häusern, die dauerhaft bewohnt werden, sollte der Tank lt. der isländischen Umweltbehörde ein Fassungsvermögen von mindestens 3.000 Litern haben - dabei geht die Behörde bei ihren Berechnungen von 5 Personen aus, die dort ganzjährig leben und eine Waschmaschine nutzen. In Häusern, die nicht ganzjährig bewohnt werden, beträgt die Mindestgröße für den Tank demnach 2.200 Liter. 

Dieses Foto hier habe ich bei unserer ersten Hausbesichtigung im Februar 2020 aufgenommen, unter diesen drei grünen Rohren befindet sich unsere Klärgrube. Unser Haus ist nämlich nicht an ein Abwassersystem angeschlossen, wie viele Häuser in Island, insbesondere auf dem Land. 



Entsorgung des Klärschlamms

Für das Abpumpen und Entleeren des Klärschlamms ist bei uns die Gemeinde zuständig. Für die reguläre Leerung muss man auch nicht extra zahlen, das ist in der Gebühr bei der Grundsteuer inklusive. 


Allerdings gibt es bei uns Ärger - unsere Gemeinde hat bisher alle 3 Jahre die Klärgruben geleert, seit einer Satzungsänderung werden die Gruben jetzt aber nur noch alle 5 Jahre geleert. 

Das gefällt den Anwohnern natürlich nicht. Zumal die Grundsteuer, d.h. die Zahlung an die Gemeinde, jedes Jahr steigt (in Abhängigkeit zu den Verkehrswerten und den Immobilienpreisen). In den 6 Jahren, die wir unser Haus jetzt haben, hat sich der Verkehrswert unseres Hauses durch die Preissteigerungen auf dem Immobilienmarkt bereits verdoppelt! Entsprechend müssen wir auch deutlich mehr an die Gemeinde zahlen. Aber trotz höherer Zahlung wird die Leistung reduziert... das sorgt eben doch immer wieder für Unmut. 

Wenn die Grube voll ist...

Wenn eine Klärgrube voll ist, macht sich das wohl meist durch Rückstau, schlechte Gerüche und schlecht ablaufendes Wasser im Haus bemerkbar, dann muss die Grube umgehend durch einen Fachbetrieb geleert werden.

Es soll übrigens ein typisches erstes Warnsignal sein, dass die Grube voll ist (oder ggf. einen Riss oder eine Beschädigung hat), wenn das Gras über der Klärgrube plötzlich besonders grün und kräftig wird... 

Hoffen wir mal, dass wir diese Erfahrung bitte nicht machen müssen! 



 

Dienstag, 7. April 2026

Rafmagnsleysi

Stromausfall


Manchmal erlebt man etwas, ohne etwas zu erleben. 

Wir hatten jetzt im Winter so eine Situation: 

Ich war friedlich am Samstagnachmittag auf der Toilette, als ich schlagartig im Dunkeln stand. Das war ziemlich unpraktisch, denn unser WC hat nur ein winziges Fenster und es ist selbst im Sommer eigentlich immer dunkel. Und nachmittags im Winter ist es dann wirklich stockfinster. 

Toilette auf Island - Symbolbild

Mein Mann dachte zuerst, die Neonröhre auf der Toilette wäre kaputt. Wir hatten aber natürlich keinen Ersatz mehr im Schuppen und es war schon zu spät, als dass wir noch zum Baumarkt nach Selfoss hätten fahren konnten. 

Dann merkten wir - es war nicht nur das Licht auf der Toilette, auch im Arbeitszimmer und im Zimmer von unserem Jüngsten war der Strom ausgefallen, ebenso im Flur, wo unser großer Kühlschrank mit Tiefkühlfächern steht (Vorratshaltung ist schließlich wichtig hier auf dem isländischen Land!). Ein kompletter Stromausfall war es aber nicht, in den anderen Räumen hatten wir noch Strom. Mein Mann stellte dann am Sicherungskasten bzw. beim Stromkasten fest, dass tatsächlich eine von drei Leitungen zum Haus ausgefallen war. 

Auf der Seite vom Stromanbieter war noch keine Meldung zu Stromausfällen o.ä. hier in der Region. Wir haben dann dem Stromanbieter gemailt. Und mein Mann hat den Kühlschrank mit einer Verlängerungsschnur an eine andere Sicherung gehängt, die Strom hatte, so dass die Lebensmittel weiterhin gut gekühlt wurden. (Zumindest dieses Problem war also erstmal gelöst.)

Etwa 20 Minuten später kam die Meldung eines teilweisen Stromausfalls hier in der Gegend - sehr konkret begrenzt auf unser Wohngebiet und das Nachbargebiet, ca. 1 km weiter. Seit 16.30 Uhr gebe es hier wegen einem Defekt Stromausfälle, die Reparaturarbeiten seien aber im Gange, spätestens bis 18.50 Uhr sollte der Schaden hoffentlich wieder behoben sein. Die Information kam auch noch per E-Mail. 

Wir hatten dann wieder Strom auf allen Leitungen, so dass ich gegen 19 Uhr problemlos das Abendessen kochen konnte. 

Um 20.30 Uhr kann dann noch eine Mail, dass die Stromversorgung grundsätzlich wiederhergestellt sei, sie seien aber noch auf Fehlersuche und es könne währenddessen immer wieder zu kurzfristigen Stromausfällen kommen. Was es dann auch tat - ich war froh, dass ich da schon fertig gekocht hatte. 

Aber wir saßen auch immer nur kurz im Dunkeln. Dafür konnten wir den Abend über beobachten, wie die Techniker des Stromanbieters hier die Straßen entlangfuhren und die Stromkästen kontrollierten - erst alle Stromkästen, dann weniger, dann nur noch zwei, immer abwechselnd, aber immer wieder. Da es stockdunkel war, konnten wir die Hin- und Herfahrten des Autos gut erkennen... 

Am nächsten Werktag kam morgens um 8.20 Uhr wieder eine Mail, wegen weiterer Arbeiten könne es an dem Tag zwischen 10 und 15 Uhr immer wieder zu kurzfristigen Stromausfällen kommen. Gegen 11 Uhr waren die Techniker dann wieder an den besagten zwei Stromkästen im Einsatz. 

Offenbar waren die Arbeiten aber erfolgreich - wir sind seitdem wieder stabil mit Strom versorgt. 


Tatsächlich sind Stromausfälle auf Island gar nicht so selten, wenn auch wohl seltener als früher, wie unsere Nachbarn erzählt haben. 

Die Überland-Stromleitungen verlaufen hier normalerweise oberirdisch, bei schlechtem Wetter wie z.B. starkem Sturm oder Schneefall können die Oberleitungen beschädigt werden oder zusammenbrechen. Es gibt aber effiziente Notfallpläne, so dass die Versorgung meist innerhalb weniger Stunden selbst am Wochenende wiederhergestellt werden kann.

Erst gestern kam es wieder, wohl wegen einem Blitzeinschlag, zu Stromausfällen auf der Búrfellslína 1, einer der drei Stromleitungen vom Kraftwerk Írafoss am Fluss Sog, was weitreichende Folgen hatte. So war z.B. der Flughafen Keflavík ohne Stromversorgung, wurde aber mit "Reservestrom" versorgt, so dass es hier nicht zu Flugausfällen etc. kam. Nördlich von Reykjavík kam es zu Ausfällen der Mobilfunknetze, in Mosfellsbær fiel der Strom aus, und auch die Westmänner-Inseln waren von dem Stromausfall auf der Linie betroffen und hatten zeitweise keinen Strom bzw. kein Heißwasser. Der Stromausfall dauerte rund 2 Stunden, bis die meisten Haushalte wieder versorgt werden konnten.



Montag, 30. März 2026

Páskafrí 2026

Osterurlaub 2026


Für uns ging es am Wochenende wieder nach Island. 

Abflug in Frankfurt war am Samstag.

Wir hatten schon am, Vorabend eine Nachricht von Icelandair bekommen, aufgrund der Wetterbedingungen könnte es kurzfristig zur Flugausfällen oder Verspätungen an dem Tag kommen.

Die letzte Zeit waren hier in Island mehrere Tiefdruckgebiete unterwegs. Es gab etliche Wetterwarnungen, Straßensperren und Flugausfälle. Erst am Donnerstag wurden fast alle Flüge abgesagt oder verschoben. Die Rettungskräfte waren im Großeinsatz, um allen zu Hilfe zu kommen, die im Schneesturm steckengeblieben, von der Straße abgekommen oder sonst wie in Schwierigkeiten gekommen waren. 

Wir hatten dieses Mal (aus Kostengründen) bei SAS gebucht, mit Umsteigen in Kopenhagen und Weiterflug mit Icelandair (zumal die Abflugszeiten für den Rückflug deutlich besser waren). Bei dem Tarif war auch Gepäck dabei. Normalerweise reisen wir nur mit Handgepäck, wir haben ja alles, was wir brauchen, hier im Haus. Aber wenn schon ein Koffer dabei war... also hatten wir noch ein paar Sachen eingepackt, einen großen neuen Wasserschlauch für unseren Hot Pot, einen Ersatz-Router, nachdem unserer wegen Stromschwankungen Probleme hat, Wolle für mein nächstes Strickprojekt... was man halt so braucht! 

Wir waren rechtzeitig in Frankfurt am Flughafen. Trotz Schulferienbeginn und Osterferien war noch furchtbar viel Betrieb. Es gab zwar am Terminal 2 Probleme, weil die Automaten am Terminal zwar die Bordkarten ausgedruckt haben, aber nicht oder nur unter sehr erschwerten Bedingungen auch die Gepäckanhänger. Es dauerte also etwas, bis wir unseren großen Koffer los waren, aber eine Stunde nach Ankunft am Flughafen saßen wir schon gutgelaunt und mit einem großen Cappuccino am Gate. 


In Kopenhagen hätten wir eigentlich 50 Minuten zum Umsteigen gehabt, um 12.55 Uhr sollte der Weiterflug starten. Aber als wir ankamen, stand am Nachbar-Gate schon ein Icelandair-Flugzeug bereit - allerdings nicht unseres, das wartete aber schon zwei, drei Gates weiter auf uns. Als wir hinkamen, begann gerade schon das allgemeine Boarding. Wir konnten also direkt rein.  

Abflug von Kopenhagen

Wir kamen zwar mit rund 15 Minuten Verspätung, aber problemlos und gut in Keflavík an. 

Was allerdings nicht ankam, war unser Koffer - der war beim Umsteigen in Kopenhagen nicht mitgekommen. Allerdings konnte uns die sehr nette Dame am Schalter direkt sagen, dass unser Kofer noch in Kopenhagen war. Sie hoffte, er käme mit dem nächsten Flieger aus Kopenhagen mit, käme dann gegen Mitternacht in Island an und würde uns dann, wenn alles gut ginge, am nächsten Mittag zur Haustür geliefert. Falls wir irgendwelchen Ersatz bräuchten, könnten wir Unterhosen und Socken kaufen und die Rechnungen dann online bei Icelandair einreichen... Link war direkt dabei, alles absolut problemlos und sehr nett!

Tatsächlich hatten wir Glück, dass wir noch rechtzeitig gelandet sind. Das nächste Tiefdruckgebiet war schon im Anmarsch. Ab 17 Uhr galt im Hauptstadtgebiet die nächste Wetterwarnung. 

Alle Flüge, die ab etwa 16.30 Uhr an diesem Nachmittag landen sollten, wurden entweder abgesagt oder auf den Abend nach 21 Uhr verschoben. (Das traf dann auch die nächsten beiden Flüge aus Kopenhagen, die an dem Abend noch landen sollten - einer wurde abgesagt, der andere landete schließlich mit gut 3,5 Stunden Verspätung - aber mit unserem Koffer an Bord!) 

Für die Straßen im Hauptstadtgebiet galt ab 16 Uhr die óvissustig, die "Ungewissheitsstufe". Es war mit sehr schlechten Verkehrsverhältnissen und kurzfristigen Straßensperrungen zu rechnen. Für die Hellisheiði, die Ringstraße von Reykjavík über den Pass nach Südosten, war mit einer Straßensperrung zu rechnen, die Strecke über Þrengsli war zwischenzeitlich schon gesperrt, nachdem es dort wegen der Wetterverhältnisse einen Unfall gegeben hatte. Eine Sperrung der Straße zum Flughafen wurde nicht ausgeschlossen. 

Die Fahrt von Keflavík über die Reykjanesbraut nach Reykjavík war schon nicht so angenehm. Schließlich fuhren wir in einer Kolonne mit 60 km/h langsam, vorsichtig und mit reichlich Abstand durch den Schneesturm.


Je näher wir der Hauptstadt kamen, desto schlechter wurden die Bedingungen. 


Es gab immer wieder kurze Momente, wo vor lauter Sturm und Schnee die Straße vor uns wirklich gar nicht mehr zu sehen war, alles nur weiß... 


Unser wirklich sehr lieber Freund hat uns dann über Nacht in Reykjavík bei sich aufgenommen. Das war toll! Wir waren noch zusammen Burger essen, bei der Tankstelle, waren noch kurz beim Bónus einkaufen... 


...und sind dann ziemlich früh ziemlich erschöpft ins Bett gefallen. 

Es war ein Glück, dass wir bei unserem Freund unterkommen konnten! Der Schneesturm war wirklich ordentlich. Es wurde dringend von nicht unbedingt notwendigen Fahrten abgeraten. Absolut kein Wetter, wo man ohne Not irgendwo im Nirgendwo im Schnee feststecken will, so dass dann auch noch die Rettungskräfte ausrücken müssten, die so schon genug im Einsatz waren.  

Die Ringstraße über die Hellisheiði wurde zwar gegen Mitternacht wieder geöffnet. Aber im Dunkeln und übermüdet bei solchen Bedingungen loszufahren, das wäre auch absolut keine gute Idee gewesen..!


So konnten wir noch mit unserem Freund gemütlich frühstücken und gegen 8 Uhr bei schönen Sonnenschein und gut geräumter Hauptstraße starten. 


Über den Pass verschlechterten sich die Bedingungen zwar etwas, es setzte wieder Schneefall ein, aber der Wind war harmlos und wir kamen wirklich gut durch. 

Allerdings sind wir unterwegs an zwei Autos vorbei gekommen, die offensichtlich am Vortag bei dem Schneesturm von der Straße gefegt worden waren... 


Viertel vor neun waren wir in Selfoss. Unterwegs hatten wir schon eine Nachricht von Icelandair bekommen, dass unser Koffer zwischen 9.30 Uhr und 11 Uhr geliefert würde. Wir mussten uns also mit dem Einkauf im Ort beeilen. Am liebsten kaufe ich meist beim Bónus ein, der macht aber erst um 10 Uhr auf, beim Krónan sind wir auch öfter, der öffnet um 9 Uhr. Wir waren dann schnell beim neuen Nettó im Eyrarvegur, der - eigentlich sehr untypisch für Island - schon ab 7.30 Uhr geöffnet hat. Kurz noch ein paar frische Lebensmittel für die nächsten Tage eingekauft und dann ab nach Hause..!

Unser Koffer wurde uns von Icelandair bis vor die Haustür geliefert. Etwa 20 Minuten nach uns kam der Koffer an. Wir hätten also im Grunde noch nicht einmal Zeit gehabt, ihn zu vermissen. Also alles wunderbar geklappt!


Jetzt sind wir sehr glücklich wieder zu Hause!