Freitag, 17. Januar 2020

Súkkulaði brownie

Schokoladen-Brownies


Ich habe von meinem Mann zu Weihnachten eine Küchenmaschine geschenkt bekommt, die habe ich letzte Woche das erste Mal ausprobiert, als ich Schokoladenkuchen gebacken habe. Ohne Mehl, dafür mit gemahlenen Mandeln und Skyr und viel Schokolade - ist herrlich fluffig und fast cremig geworden, ich bin sehr zufrieden!

Wir waren uns übrigens in der Familie einig - gut gekühlt schmeckt dieser Kuchen am allerbesten!


Zutaten

180 g dunkle Schokolade
60 g Margarine
200 g brauner Zucker
4 Eier
350 g Vanilleskyr
2 EL Cappuccino-Pulver
1 TL gemahlene Vanille
200 g gemahlene Mandeln
50 g Back-Kakao
1 Prise grobes Meersalz

200 g dunkle Schokolade
175 g Sahne


Zubereitung 

Den Backofen auf 180° Ober-Unter-Hitze vorheizen.

Für den Teig die Schokolade und die Margarine zusammen im Wasserbad schmelzen.


In einer Schüssel den Zucker mit den Eiern schaumig rühren.


Vanilleskyr, Cappuccino-Pulver und gemahlene Vanille hinzugeben und verrühren.


Die gemahlenen Mandeln, den Backkakao und das Meersalz unterrühren.


Zum Schluss noch die geschmolzene Schoko-Mischungen hinzugeben und verrühren.


Eine Backform (ca. 25 x 25 cm) mit Backpapier auslegen und den Teig hineingeben.


Im vorgeheizten Backofen bei 180° Ober-Unter-Hitze...


... ca. 40 Minuten im Ofen backen (Stäbchenprobe!).


Wenn man den Kuchen aus dem Ofen nimmt, direkt die Glasur vorbereiten:

In einem Topf die Sahne erhitzen.

Die Schokolade zerkleinern, in eine Schüssel geben und mit der heißen Sahne unter ständigem Rühren schmelzen lassen.


Die Glasur dann direkt auf den Kuchen gießen, wenn man ihn aus dem Ofen holt, und dann gut auskühlen lassen.


Den Kuchen ganz vorsichtig aus der Form heben, in kleine Stücke schneiden und servieren.





Skotthúfan mín

Meine neue Quastenmütze


Als "upphlutur" oder "þjóðbúning" bezeichnet man die isländische Nationaltracht, die Frauen seit Beginn des 20. Jahrhunderts trugen. Ursprünglich trug man dieses Gewand als Unterkleid unter einem Pullover bzw. einer Jacke, ab 1900 entwickelte es sich jedoch als eigenständige Bekleidung.

Die Tracht besteht aus Bluse, Rocke, Schürze und Weste, alles im traditionellen Stil - und dazu eine "skotthúfa" auf dem Kopf, die typisch-isländische Kopfbedeckung für Frauen.

Ursprünglich wurde diese Mütze aus schwarzer Wolle gestrickt und man zog sie sich über die Ohren, ab 1860 wurde die Mütze jedoch immer flacher und aus Samt gefertigt und man steckte sie sich dann mit Nadeln in den Haaren fest. Die Mütze hatte einen "Schwanz" ("skott"), und zwischen Mütze und Schwanz war eine kleine "Röhre" aus Gold- oder Silberdraht.

Hier beim Gruppenfoto mit der "Bergfrau" (der Personifikation Islands) im Parlamentsgarten am Nationalfeiertag, dem 17. Juni, kann man wunderschön viele traditionelle isländische Kleidung bewundern, schön mit skotthúfa auf dem Kopf der Damen. Nur die Bergfrau trägt die "große Tracht" mit der sogenannten skautfaldur auf dem Haupt.


Im Heimatmuseum von Árbær hatte ich extra schon mal ausgiebig die Schautafeln über die Entwicklung der isländischen Tracht im Lauge der Zeit - und mir ein Foto davon gemacht, damit ich mir endlich den Namen dieser schönen Mütze ("skotthúfa") endlich mal merken konnte!


Jetzt habe ich, nachdem ich bestimmt 5 Jahre lang schon nach einer isländischen Mütze in diesem Stil gesucht habe, zufällig in einem Shop am Flughafen solche gestrickten Wollmützen mit Quaste getroffen, es gab sowohl schwarze Mützen mit rotem Bommel als auch rote Mützen mit schwarzem Bommel zur Auswahl. Ich habe mich dann für die rote Variante entschieden, auch, weil das Metallstück um die Quaste hier filigraner gestaltet war. 

Hach ja - endlich habe ich meine skotthúfa gefunden! 



Dienstag, 14. Januar 2020

Heimferð með hindrunum

Heimfahrt mit Hindernissen


Im Moment ist es ja nicht so einfach, von und nach Island zu reisen, eine Wetterwarnung jagt die nächste und immer wieder müssen Fliege abgesagt oder verschoben werden. Aktuell werden ja auch wieder heftige Stürme auf Island erwartet, insbesondere in den Westfjorden und Nordisland, und auch der Süden versinkt derzeit wohl im Schnee. (Von den Schneelawinenabgängen in Flateyri und Suðureyri ganz zu schweigen, die wohl zum Glück und dank der Lawinenschutzwälle noch glimpflich abgelaufen sind.)

Wenn man im Winter auf Island unterwegs ist, muss man einfach damit rechnen, dass einem das Wetter einen Strich durch jede Planung machen kann, und sich flexibel auf Änderungen einstellen. Da ist es existenziell, vor jeder Fahrt auf vedur.is nach den aktuellen Wetterdaten zu schauen, Wetterwarnungen unbedingt ernst zu nehmen und sich auf road.is über den Zustand der Straßen und mögliche Straßensperrungen zu informieren!

Wir sind letzte Woche auch in die Turbulenzen im isländischen Flugverkehr geraten - eigentlich sollte unser Rückflug letzten Dienstag gegen 15 Uhr starten. Um kurz nach 8 Uhr kam aber schon eine SMS, dass unser Flug um 24 Stunden verschoben würde.

Erst hat mein Mann noch versucht, telefonisch irgendwelche Infos zu bekommen - etwas schwierig, weil weder in der SMS noch in den Buchungsunterlagen eine Telefonnummer oder ein Ansprechpartner angegeben war. Zwischenzeitlich sah es so aus, als ob wir eventuell noch auf einen früheren Flug über London umgebucht werden könnten, was aber doch nicht klappte, dann war kurzzeitig von Bahntickets die Rede (nein, in Island sind Bahntickets nicht hilfreich!), schließlich fuhren wir dann zur geplanten Abflugszeit an den Flughafen.


Dort hatten wir Glück - unser Flug war der erste, der von der Schließung des Flugverkehrs betroffen war, wir waren früh dran, konnten direkt an den Schalter, ohne Wartezeiten, und uns wurde auch direkt geholfen.


Wir bekamen Gutscheine für ein Hotel in Keflavík mit Frühstück, Mittag und Abendessen, außerdem Gutscheine fürs Taxi zum Hotel und am nächsten Tag wieder zurück zum Flughafen. Die Servicemitarbeiterin der Fluglinie und ich waren uns einig, dass wir hofften, dass der Flug am nächsten Tag mit 24 Stunden Verspätung doch noch starten könnte.

Wir hatten dann quasi noch einen zusätzlichen kostenlosen Urlaubstag in Keflavík.

Wir waren sehr gut im Hotel untergebracht, die Zimmer waren schön groß, die Kinder freuten sich wieder über deutsches Fernsehen und das Essen im Restaurant war auch ausgesprochen lecker.

 
Mein Mann und ich sind noch einmal kurz durch den Ort gelaufen, es war wirklich fast menschenleer, die Leute waren vernünftiger Weise zu Hause geblieben. Der Sturm war ordentlich, mein Mann konnte sich hier richtig in den Wind legen.


Wir sind dann aber recht schnell wieder zurück ins Hotel gegangen, es war wirklich stürmisch und ungemütlich draußen!  


Insgesamt war der Flughafen in Keflavík rund 24 Stunden wegen des heftigen Sturms zwischen Island und den Färöern faktisch außer Betrieb, über 40 An- und Abflüge fanden nicht statt. Laut Zeitungsberichte sollen insgesamt rund 8.000 Menschen in Keflavík gestrandet sein.

Am nächsten Tag ging es dann für uns, schön ausgeschlafen und gut gefrühstückt, mittags mit einem Sammeltaxi vom Hotel wieder an den Flughafen. So langsam lief der Betrieb hier wieder an, auch wenn es erst noch sehr ruhig war, bis auch die ersten Flüge wieder landeten.

So sind wir dann mit gut 24 Stunden Verspätung doch noch wohlbehalten nach Hause gekommen. 

Aber der nächste Island-Aufenthalt kommt bestimmt!