Sonntag, 13. April 2025

Brauðterta með reyktum laxi og eggjum

Brot-Torte mit Räucherlachs und Eiern


Was den Schweden ihre "smörgåstårta", ist den Isländern ihre "brauðterta". Auf Island findet man solche deftigen Brot-Torten mit Mayonnaise, viel Mayonnaise und noch mehr Mayonnaise traditionell zwischen süßem Gebäck auf vielen Büffets, von Feiern mit Freunden und Familienfesten über Beerdigungen bis zu Firmen-Events. 

Das Weißbrot / Toastbrot für die typisch isländische Brauðterta kauft man hier in 650-g-Packungen tiefgefrorenen im Supermarkt, lässt es über Nacht im Kühlschrank auftauen und bereitet dann am nächsten Tag die Torte zu. 


Zutaten

1/2 Brauðterta (ca. 300 g)

400 g Räucherlachs
4 hartgekochte Eier

200 g Mayonnaise (79% Fett)
200 g Miracle Whip
200 g Sauerrahm (18% Fett)

1 Bund frischer Dill
1 Bund frischer Schnittlauch

1 - 2 TL Kaviar 


Zubereitung

Den Räucherlachs in kleine Würfel schneiden.


Drei hartgekochte Eier pellen und würfeln. 


In einer großen Schüssel die Mayonnaise mit dem Miracle Whip und dem Sauerrahm verrühren. Die Hälfte davon für die Verkleidung der Brauðterta im Kühlschrank kalt stellen und etwas fest werden lassen.


Die andere Hälfte mit dem kleingeschnittenen Lachs und den gehackten Eiern verrühren. 


Die Hälfte vom Dill zupfen und zusammen mit der Hälfte vom Schnittlauch kleinhacken, die Kräuter ebenfalls in die Lachs-Ei-Mischung geben und verrühren.


Den Rand der Brotscheiben vorsichtig mit einem scharfen Messer abschneiden.

Dann die erste Scheibe Brot auf ein Schneidebrett legen, mit ca. 1 cm von der Lachs-Ei-Mischung glatt bestreichen, die nächste Scheibe auflegen und ebenfalls mit ca. 1 cm Lachs-Ei-Creme bestreichen. Fortfahren und zum Schluss mit einer Scheibe Toastbrot abschließen.


Die geschichtete Brot-Torte dann in Alu- oder Frischhaltefolie einwickeln und im Kühlschrank etwas fest werden lassen. 

Nach ca. 2 Stunden die Torte dann mit der restlichen Sauerrahm-Mayonnaise-Mischung bestreichen und nach Herzenslust mit den restlichen Kräutern, dem vierten hartgekochten Ei und dem Kaviar dekorieren.


Die Brauðterta dann servieren.


Und hier noch mal ein Foto vom "Anschnitt" der Brot-Torte. 


Guten Appetit!



Freitag, 11. April 2025

Island-Freunde-Treffen im Saarland 2025

Ende März waren wir zum Treffen einer Facebook-Gruppe zum Thema "Reisen in Island". 

Das Treffen fand im Keltenpark Otzenhausen statt, eine der Administratorinnen der Gruppe ist dort engagiert und daher ergab sich die Möglichkeit, den großen Tagungsraum dort nutzen zu können. Ein wirklich schöner, großer Raum, mit heller Fensterfront und Türen ins Freie - ideal für solch eine Veranstaltung.  

Mehrere Mitglieder der Gruppe hielten Vorträge zu verschieden Aspekten rund um das gemeinsame Thema "Reisen in Island". 

Insgesamt waren es neun Vorträge. Das Programm war von 13 Uhr bis 21 Uhr angesetzt, mit Kaffeepause und gemeinsamem Abendessen. 


Die Vorträge hatten alle ganz unterschiedliche Schwerpunkte; über alle zu berichten, würde hier den Rahmen sprengen. Ich beschränke mich daher exemplarisch auf drei Vorträge, auf die ich mich aus unterschiedlichen Grünen schon im Vorfeld besonders gefreut habe:

Besonders neugierig war ich auf den Vortrag über die Färöer, die schließlich auf dem halben Weg nach Island liegen, wenn man mit der Fähre, der Norröna, anreist. Die Vorstellung, mal mit der Fähre nach Island zu reisen, lockt mich schon länger, und wenn alles klappt, bin ich im November 2025 mit einer Krimi-Kreuzfahrt auf der Norröna unterwegs, mit zwei Ausflügen auf den Färöern. Insofern habe ich mich über die Impressionen von dieser kleinen Inselgruppe im mitten im Nordatlantik wirklich gefreut!

Gespannt war ich auch sehr auf den Vortrag über Lopapeysa, diese typischen Island-Pullover. Begleitet wurde der Vortrag auch von viel Anschauungs- und Anfühlmaterial, von fertigen Pullovern über Flies, Wolle und diverse ungesponnene und gesponnene Wolle, wie hier z.B. das Hulduband, ein 2-lagiges Garn von der Uppspuni Mini Mill in Hella. Da ich leidenschaftlich gern stricke - genau mein Thema!


Auch den Vortrag über die Textílmiðstöð Íslands, die Textil Art Residency in Blönduós in Nordisland, fand ich persönlich sehr interessant. Hier können sich Künstler aus aller Welt bewerben, die dann einen Monat oder länger kostenpflichtig in der Einrichtung wohnen und hier arbeiten, teilweise mit gemeinsamen Aktionen und Ausflügen, Kontakte knüpfen und zum Abschluss nach Möglichkeit mit einer Ausstellung. Ich bin kein künstlerischer Mensch, von daher war das etwas, was komplett außerhalb meines persönlichen Horizonts liegt - und genau deshalb ganz besonders spannend!

Aber eigentlich konnte ich von allen Vorträgen etwas mitnehmen, ob es nun wirklich gute Tipps und fachliche Informationen zu Nordlichtern und Nordlicht-Fotografie waren, besondere Momente von speziellen Island-Reisen oder einfach geniale Fotos über Vögel auf Island. 


Das Café Keltenpark hatte die Versorgung übernommen. Den Tag über konnte man sich dort Kaffee, Kuchen und Torte kaufen, abends gab es dann für alle zusammen Büffet, mit viel Salat und Gemüse, Pommes und Schnitzel sowie vegetarischer Lasagne. Ich fand das Essen durchaus lecker, sogar die Schnitzel waren weder trocken noch matschig, was bei Büffet oft nicht so einfach ist. 

Es war auch einfach toll, mit anderen Island-Fans reden und sich austauschen zu können, Freunde wieder zu treffen und Leute, die wir bisher nur online "kannten", endlich auch mal persönlich kennen zu lernen!

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P.S.: 


Für mich war das Treffen mit der FB-Gruppe im Keltenpark unerwartet emotional, aus ganz persönlichen Gründen: 

Am Eingang zum Gebäude steht eine Kopie vom Keltenfürsten vom Glauberg

Es handelt sich bei dem Original um eine fast komplette vollplastische Sandsteinstatue eines keltischen Kriegers mit einer sog. Blattkrone, deren Ausstattung der des Toten in einem der Grabhügel verblüffend ähnelt. 

Die lebensgroße Statue datiert etwa von 400 v. Chr. und lag rund 2.400 Jahre unentdeckt im Boden beim Glauberg in der Gemeinde Glauburg in der Wetterau, knapp 40 km nordöstlich von Frankfurt am Main. Die Statue und die Gräber von drei Kriegern der keltischen Elite wurden in den Jahre 1994 bis 1997 vom hessischen Landesamt für Denkmalpflege ausgegraben. 

Mein Vater war als Archäologe bis zur Rente Ende 2002 beim Landesamt beschäftigt, von daher verbinde ich viele Erinnerungen an meinen 2015 verstorbenen Vater mit diesem Keltenfürsten. 

Ich weiß noch, wie mein Vater mir das erste Mal ganz aufgeregt am Telefon von der Ausgrabung erzählte, als ich - wie jeden Mittwoch - einmal in der Woche von der öffentlichen Telefonzelle an meinem Studienort zu Hause anrief. Ich erinnere mich, wie sie die Tür vom Biebricher Schloss aushängen mussten, um die "Holzkiste", die sie um das Grab gebaut hatten, in die Werkstatt bringen konnten, um es dort sorgfältig und in Ruhe, geschützt vor äußeren Einflüssen, ausgraben und bergen zu können. Ich weiß noch, wie ich den Fürsten mit seinem charakteristischen Halsschmuck das erste Mal dort in der Werkstatt gesehen habe, noch halb in der Erde. Ein Jahr hat eine Kollegin dann für alle den Keltenfürsten ganz liebevoll und detaillreich "nachgebacken". Die Figur hing bei meinen Eltern neben der Küchentür. Im Laufe der Zeit hatte der Keks allerdings etwas gelitten, musste schließlich auf einer Pappe zusammen geklebt werden, hing aber bis zum Schluss dort. Als wir die Wohnung dann 2019 ausgeräumt haben, habe ich noch ein letztes Bild vom Keltenfürsten auf dem Küchentisch gemacht... 

Später kamen dann die große Events, z.B. am Tag des offenen Denkmals. Bei einem solchen Event, am Glauberg selbst, habe ich dann meinen damaligen Freund quasi "offiziell" meinen Eltern vorgestellt (und in ein paar Tagen haben wir jetzt unseren 22. Hochzeitstag). 

Auch auf dem Grabstein meiner Eltern hat der Steinmetz, auf unseren Wunsch hin, die Figur des Keltenfürsten "verewigt". 

Auch wenn der Ringwall in Otzenhausen am "Keltenpark" wohl gut 300 Jahre jünger ist als der Keltenfürst vom Glauberg und knapp 200 km entfernt - ja, vielleicht hätte ich in einem "Keltenpark" damit rechnen müssen. Hatte ich aber nicht... 

Von daher - als ich da so unerwartet dem Keltenfürsten gegenüber stand, kamen bei mir Erinnerungen hoch. Ich vermisse meinen Vater auch nach all den Jahren noch... 



 

Mittwoch, 9. April 2025

Góðgerðarpizza 2025 (7. - 10.4.2025)

Die Spenden-Pizza für einen guten Zweck bei Domino's


Seit 2013 gibt es bei der Pizza-Kette Domino's auf Island einmal im Jahr eine besondere Spenden-Aktion. Dabei kreiert eine isländische Star-Köchin jedes Jahr einen ganz besonderen Pizza-Belag für diese Spenden-Pizza. 

Laut Domino's gehen bei der Aktion alle Einnahmen aus dem Verkauf der Spenden-Pizza (d.h. die Einnahmen, nicht nur der Gewinn) an eine gemeinnützige Organisation. 

Góðgerðarpizza 2025

Die Spenden-Pizza 2025 ist belegt mit Salami, Mortadella, Burrata-Käse und, also besonderes Extra, auch noch mit Pistazien.
 

Der Aktionszeitraum dieses Jahr ist vom 7. bis 10. April 2025 (Montag bis Donnerstag). 

Wegen der großen Nachfrage waren die Zutaten für den besonderen Belag der Góðgerðarpizza bereits am Dienstagabend aufgebraucht und mussten erst wieder besorgt werden, so dass die Pizza teilweise nicht verfügbar war. Am Mittwochabend waren die Zutaten dann endgültig aufgebraucht, die Góðgerðarpizza war ausverkauft. Die Aktion musste vorzeitig beendet werden, weil sie so ein durchschlagender Erfolg war. Laut Domino's kam bei der Aktion dieses Jahr eine Spendensumme von 12.033.777 ISK zusammen, umgerechnet also etwas mehr als 83.000 Euro. 

Zum Gedenken an Bryndís Klara 

Dieses Jahr 2025 gehen die kompletten Einnahmen aus dem Verkauf der Spendenpizza an den Minningarsjóður Bryndísar Klöru, d.h. an den Gedenk-Fonds für Bryndís Klara. 

Der Fonds wurde dem Gedenken an Bryndís Klara Birgisdóttir gewidmet. Sie war ein 17-jähriges Mädchen und wurde im August 2024 bei der Menningarnótt (= Kulturnacht) in Reykjavík bei einem Messerangriff so schwer verletzt, dass sie einige Tage später am 30. August 2024 im Krankenhaus starb. Der Täter war ein 16-jähriger isländischer Jugendlicher, offenbar der Ex-Freund einer Freundin von Bryndís Klara.

Ziel und Zweck des Fonds ist die Unterstützung gemeinnütziger Projekte, bei denen es darum geht, das Wohl und die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen in der isländischen Gesellschaft zu verbessern und so eine Gesellschaft zu stärken, in der Solidarität und Zusammenhalt ("samkennd og samvinna") im Vordergrund stehen - damit anderen Kindern und ihren Familie so ein Leid erspart bleibt. 

Die Spenden-Pizza gibt es dieses Jahr vom 7. bis 10. April 2025


Góðgerðarpizza seit 2013

Die Aktion mit der Spenden-Pizza gibt es seit 2013, sie findet dieses Jahr zum 12. Mal statt. Bisher wurden knapp 65 Mio. Kronen gespendet (umgerechnet fast 450.000 €), im Schnitt jedes Mal rund 5,8 Mio. Kronen (knapp 40.000 €). 

In den vergangenen Jahren gingen die Spenden aus der jährlichen Aktion an verschiedene gemeinnützige Organisationen, an eine Organisation für Schlaganfall-Patienten, eine Wohltätigkeitsorganisation für Kinder und Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern und deren Familien, eine Organisation zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit seltenen Erkrankungen, die Notunterkunft für obdachlose Frauen in Reykjavík, eine Organisation für Menschen mit psychischen Problemen sowie Angehörige und Mitarbeiter im Gesundheits- und Sozialbereich, einen Verein zur Unterstützung von Grundschulkindern in Island und eine Organisation zur Unterstützung von Kindern, die Mobbing-Opfer wurden. 

Die Spendenaktion 2014 war für den Fond zum Gedenken an Loftur Gunnarsson, der Verein setzt sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Randgruppen ein. Loftur Gunnarsson war am 20. Januar 2012 im Alter von nur 32 Jahren im Landsspítali in Reykjavík gestorben, wohl an einem zu lange nicht behandelten Magengeschwür. Loftur war seit Jahren obdachlos. 

Der bisher größte Beitrag von knapp 9,7 Mio. Kronen ging 2020 an Píeta. Die Organisation wurde 2016 auf Island gegründet und betreibt Suizidprävention, ist jeder Zeit als Ansprechpartner, auch in Akutsituationen, erreichbar und kümmert sich auch um Angehörige und Freunde, die einen geliebten Menschen durch Selbstmord verloren haben. Die Unterstützung für selbstmordgefährdete Personen ab 18 Jahren ist kostenlos. 

Bisherige Spenden-Pizzas

Die Spenden-Pizza bei Domino's wird seit 2013 jedes Jahr ehrenamtlich von Hrefna Rósa Sætran entworfen, einer isländischen Star-Köchin, die mehrere Restaurants betreibt und auch als TV-Köchin und Kochbuch-Autorin bekannt ist. Hrefna Sætran ist Jahrgang 1980 und seit sie 19 Jahre alt ist, hat sie ihre Leidenschaft für das Kochen zum Beruf gemacht.  

Beim Entwurf der jährlichen Góðgerðarpizza für Domino's hat Hrefna freie Hand. Die Pizza enthält meistens Zutaten, die Domino's sonst nicht anbietet. 

Das hier sind die bisherigen Pizza-Beläge für die Spenden-Pizzas, die ich spontan im Netz gefunden habe:

Die Pizza vom April 2024 war von der griechischen Küche inspiriert, belegt mit Salami, roten Zwiebeln, Salat, gegrillter Paprika und Oregano. Die Góðgerðarpizza 2023 bestand z.B. aus Knoblauchsauce, Salami, Speck, Spinat, grünen Äpfeln, Honig und Trüffeln. Die Pizza vom März 2022 enthielt klassische Salami, scharfe Salami, Honig, rote Zwiebeln, Pilze, Thymian, Öl und Knoblauchsauce. Im Dezember 2020 bestand die Pizza aus Salami, Paprika, Salatkäse, roten Zwiebeln, getrockneten Tomaten und Basilikum-Pesto. Bei der Aktion im Oktober 2017 war die Pizza mit Teriyaki-Hühnchen, Yuzu-Jalapeno-Sauce, Zwiebeln, Spinat und Pilzen belegt. Bei der Pizza vom Oktober 2015 bestand der Belag aus Hackfleisch, Cheddar-Käse, roten Zwiebeln, Lauch, Pilzen und Oregano, dazu als Topping Chili-Béarnaise-Sauce. 

Unser Fazit zur Pizza 2025

Unsere Pizza dieses Jahr mit Salami, Mortadella, Burrata-Käse und Pistazien war auf jeden Fall durchaus lecker - würde ich tatsächlich auch gerne noch mal wieder essen. 

Die Idee, Pistazien auf die Pizza zu legen, finde ich großartig, geschmacklich ist es relativ neutral, aber die Konsistenz (kleine festere Stückchen, die beim Kauen leicht mehlig sind) macht die Struktur der Pizza auch beim Essen zu einer besonderen, guten Erfahrung!