Montag, 20. Juli 2020

Laugarvatn Fontana

Schwimmbad-Besuch am Wochenende


Nachdem wir am Freitag und Samstag eher bescheidenes Wetter hatten, erst Regen und dann ordentlich Wind, war es gestern am Sonntag wieder trocken und fast windstill, also haben wir das gute Wetter genutzt, um den Tag gemütlich im Schwimmbad zu verbringen - in diesem Fall im Fontana in Laugarvatn, direkt am See Laugarvatn gelegen.

Christianisierung Islands - Taufe im warmen Wasser

Als im Jahr 1000 (auf Druck des norwegischen Königs Ólafur Tryggvason) auf dem Alþing in Þingvellir auf den Rat des Gesetzesspreches Þorgeir Þorkelsson die Christianisierung Islands beschlossen wurde und die Häuptlinge des Landes getauft werden mussten, war ihnen das Wasser in Þingvellir viel zu kalt, also ritten die hohen Herren die rund 25 km zum Laugarvatn, um sich hier in der warmen Quelle Vigðalaug am Ufer des Sees bei angenehmeren Temperaturen taufen zu lassen.

Lögberg, Þingvellir

Laugarvatn - heiße Quellen am See

Am Ufer des Sees Laugarvatn befinden sich nebeneinander drei heiße Quellen. Die kälteste Quelle ist Vigðalaug, in der sich die Häuptlinge der Wikinger taufen ließen, die mittlere Quellen wird für das Schwimmbad des Ortes Laugarvatn am Ufer des gleichnamigen Sees genutzt. Die dritte und heißeste Quelle wird von der Gemeinde Blaskogabyggd für die Heizung der öffentlichen und privaten Gebäude in der Gemeinde genutzt.


Schwimmbad in Laugarvatn

Die heißen Quellen und Dämpfe hier am See werden also schon lange von den Bewohnern Islands genutzt. Beim Ort Laugarvatn wurden 1929 Bäderanlagen gebaut, die bis 2007 in Betrieb waren.

Das heutige Schwimmbad wurde 2011 eröffnet.


Es gibt drei verschiedene Becken und einen heißen Pott (hier rechts im Bild) mit einer Temperatur von etwa 39° mit einem schönen Blick über den See und auf die Vulkane und Gletscher dahinter. 

Das Schwimmbad ist übrigens sehr stolz darauf, dass die Dampfbäder hier durch Gitter im Fußboden direkt mit den Dämpfen der aus der Tiefe strömenden Erdwärme betrieben werden können. Es gibt drei Dampfbäder mit unterschiedlichen Temperaturen, außerdem noch eine kleine Sauna. 

Zugang zum See

Ein besonderer Reiz des Schwimmbades liegt für mich darin, dass es einen Zugang zum See gibt. An Warmschildern vorbei führen hier zwei Holzstege in den See Laugarvatn und man kann (auf eigene Gefahr) direkt in den See und hier schwimmen. 


So schön wie es ist - trotz der heißen Quellen am Ufer fand ich den See hier eiskalt!


Mein Mann war mutiger als ich und ist ein Stückchen im See geschwommen. Wer ernsthaft im See schwimmen wollte, kam allerdings im Neoprenanzug!


Sumartilboð - Sommer-Sonderangebot wegen Corona

Nach der Corona-bedingten Schließung aller Schwimmbäder in Island hat das Fontana Laugarvatn jetzt seit 28.05.2020 wieder geöffnet. Und es gibt (derzeit befristet bis zum 31.08.2020) ein Sommer-Sonderangebot.

Statt 3.950 ISK (rund 25 €) kostet der Eintritt für einen Erwachsenen diesen Sommer nur 2.000 ISK (ca. 12,50 €). Jugendliche von 13 bis 16 Jahren zahlen statt 2.000 ISK aktuell nur 1.500 ISK. Kinder unter 13 Jahren in Begleitung Erwachsener sind kostenlos. 

Mahlzeit!

Nach dem Schwimmbad waren wir mit unserem Jüngsten noch in der Krambúð in Laugarvatn, direkt bei der Tankstelle, und haben uns das "Familienangebot" mit Burgern, Pommes und eine 2-Liter-Flasche Cola einverleibt. 




Samstag, 18. Juli 2020

Klassísk hjónabandssæla

Klassisches Eheglück


Rezepte für gutes Eheglück kann man nie genug haben, finde ich. Also habe ich hier mal wieder ein ganz klassisches Rezept für diesen beliebten isländischen Streuselkuchen mit Haferflocken und Rhabarbermarmelade ausprobiert, als wir am Wochenende Besuch bekommen haben.


Zutaten

200 g weiche Butter
100 g brauner Rohrzucker
2 Eier
150 g Mehl
200 g Haferflocken
1 TL Backpulver
1/2 TL Hirschhornsalz
1/2 TL Zimt
300 g Rhabarber-Marmelade
2 EL Haferflocken


Zubereitung

Den Backofen auf 200° Ober-Unter-Hitze vorheizen.

Eine Auflaufform (ca. 20 x 30 cm) mit Butterbrotpapier auslegen, dabei das Papier gut einfalten, damit es möglichst glatt aufliegt. Alternativ kann man natürlich auch Backpapier nehmen.


In einer großen Schüssel zunächst Butter und Zucker schaumig rühren.


Danach die Eier hinzufügen und verrühren.

Jetzt Mehl, Haferflocken, Backpulver, Hirschhornsalz und Zimt hinzugeben und es zu einem schönen Teig vermischen.



Dann ca. 3/4 des Teigs in die Form geben und vorsichtig andrücken, so dass alle Ecken ausgefüllt sind und der Teig auch gleichmäßig dick ist.

Jetzt die Marmelade über dem Teig verstreichen.


Noch 2 EL Haferflocken zu dem restlichen Teig hinzugeben, grob verkneten und das Ganze dann als Streusel über der Marmelade verteilen.


Den Kuchen dann im Ofen bei 200° Ober-Unter-Hitze ca. 25 Minuten lang backen, bis er schön gold-braun geworden ist.


Das Eheglück dann auskühlen lassen, vorsichtig aus der Form nehmen und in Stücke geschnitten servieren.




Nochmal Haukadalur und Gullfoss


Familienausflug zum Golden Circle


Als ich Anfang Juli jetzt nach Island gekommen bin, wollte ich unbedingt auch noch mal "die bekannten Sehenswürdigkeiten" hier auf der Insel "so leer wie sonst nie" erleben.

Also haben wir am ersten Wochenende noch mal eine kleine "Golden Circle Tour" gemacht, waren am Sonntag im Haukadalur, beim Geysir Strokkur und am Gullfoss.

Allerdings sind wir erst am späten Vormittag hier losgefahren, ganz leer war es also nicht, als wir am Geysir ankamen. Voll war es aber auch nicht, wir haben problemlos vorne einen Parkplatz für unseren Mietwagen bekommen.

Vor allem isländische Familien waren hier am Strokkur unterwegs, Eltern und Großeltern mit Kindern, oft auch mit Hunden. Ab und zu hörte man auch andere Sprachen, aber die Isländer waren hier definitiv in der Mehrheit.


Das Abstand-Halten in Zeiten von Corona war hier jedenfalls kein Problem.


Auf dem Bild hier bekommt man eigentlich einen ganz guten Eindruck von dem Betrieb an einer der Hauptsehenswürdigkeiten der Insel kurz nach Öffnung der Grenzen.


Wir haben dann noch einen kleinen Spaziergang gemacht, durch ein kleines Wäldchen...


...hoch auf die Aussichtsplattform auf dem Berg hier.


Von dort hatten wir eine tolle Aussicht über das Tal. Als wir kamen, waren ein paar Leute dort oben, danach waren wir allein. Als wir gingen, kam dann wieder eine Familie hoch, aber alles in allem war es wirklich einsam dort oben - gerade mal ein paar Schritte oberhalb von Geysir und Strokkur.


Kleiner Tipp - wenn das Wasser am Weg dampft und daneben ein Warnschild steht, dass die Temperatur bei 80° bis 100° liegt, sollte man das bitte ernst nehmen, wenn man sich nicht beinahe die Finger verbrennen will!


Nach unserem Spaziergang zur Aussichtsplattform haben wir uns am Geysir Center noch ein Eis gegönnt - besonders das Lakritz-Eis vorne im Bild war ausgesprochen lecker!


Vom Geysir haben wir dann noch einen kleinen Abstecher zum Gullfoss gemacht. Richtig viel Betrieb war hier auch nicht, wie man sieht.


Aber ein paar Menschen waren schon hier, auch wenn man gemütlich den Weg runter auf die Plattform über dem Wasserfall laufen konnte - und von der Gischt auch nur fast gar nicht nass wurde. Der Wind stand günstig. Dafür war der Regenbogen über dem Gullfoss trotz strahlenden Sonnenscheins kaum zu erkennen.


Von der zweiten Stufe des Gullfoss stürzt das Wasser der Hvítá hier im rechten Winkel in eine ca. 2,5 km lange und rund 70 Meter tiefe Schlucht. .


Der Besuch am Gullfoss hat sich auf jeden Fall gelohnt, auch wenn der Weg oberhalb des Wasserfalls aktuell in Bau ist und man sich den Wassermassen nur über den unteren Parkplatz nähern kann.