Freitag, 2. Juni 2023

Sumarfrí 2023

Hallo,

ich wollte Euch schon mal Bescheid sagen, dass es nächste Woche ruhig wird hier - ich mache einfach mal frei und nehme mir "Sommerurlaub". 

Am Sonntag kommen Freunde zu Besuch, mit Kindern. Sie waren alle noch nie auf Island und wir wollen ihnen nächste Woche ein bisschen was von unserem Herzensland zeigen. 

Wir haben vor, mit unserem Besuch die Umgebung um uns herum zu erkunden, viel faszinierende Landschaft, Wasserfälle, vielleicht Baden im heißen Fluss, Reiten auf Island-Pferden... schauen wir mal! 


Vielleicht schaffe ich es ja auch, dabei zu Werbezwecken noch ein paar Fotos zu machen, wie hier mit unserem Weihnachts-Kochbuch am Hjálparfoss im April... 


...oder mit unserer Sonderausgabe von "Zauber des Nordens" beim Þjófafoss.


Ich melde mich dann in 10 Tagen wieder - und verabschiede mich solange in meine Sommerferien! 




Mittwoch, 31. Mai 2023

Rækjusalat

Krabbensalat


Es gibt zwar schon zwei Rezepte für Krabbensalat hier auf dem Blog (einmal eine Version mit Mayonnaise, Skyr, hartgekochten Eiern und Dill, und eine zweite Version süß-fruchtig mit Schlagsahne und Apfel), aber man kann schließlich nie genug Rezepte für Krabbensalat haben, oder? Zumal man Krabbensalat tatsächlich sehr oft in unterschiedlichsten Varianten auf Island bekommt. 

Hier also eine etwas schärfere Version - mit Gurke, roter Zwiebel und ordentlich Paprikapulver. Auch sehr lecker und eine tolle Vorspeise für Leute, die gerne Krabben essen. 


Zutaten für 2 Portionen

250 g Garnelen
1 Bio-Gurke
1 rote Zwiebel
200 g Hüttenkäse
150 g Joghurt
1 TL scharfes Paprikapulver
1 Prise frisch gemahlener Pfeffer
1 Prise grobes Meersalz
frische Petersilie


Zubereitung

Die Gurke waschen und stifteln. 

Die Zwiebel schälen und in kleine Würfel schneiden.


In einer Schüsseln den Hüttenkäse mit dem Joghurt und dem Paprikapulver, dem gemahlenen Pfeffer und dem Meersalz verrühren. 


Die Gemüsetücke und die Garnelen in die Schüssel hinzugeben und alles gründlich verrühren.


Noch die Petersilie waschen und zupfen und über den Salat geben. 


Den Salat kurz im Kühlschrank durchziehen lassen und dann frisch servieren. 


Guten Appetit! 





Sonntag, 28. Mai 2023

FRÍskápur

FREEdge Movement - Essen teilen


Ich bin letztens durch Zufall auf FRÍskápur aufmerksam geworden, auf die öffentlich zugänglichen Gemeinschaftskühlschränke, die es immer öfter auf Island gibt.

Das Wort "FRÍskápur" ist ein Wortspiel aus frí und ísskapur = freier Kühlschrank. In den USA und anderen Teilen der Welt nennt sich die Bewegung "FREEdge Movement".  

Dabei geht es darum, durch für alle frei zugängliche Kühl- und Vorratsschränke Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und gutes Essen miteinander zu teilen, um so auch die Gemeinschaft zu stärken. 

Im Juni 2021 wurde der erste öffentliche "Gemeinschaftskühlschrank" auf Island eröffnet, in 101 Reykjavík. Mittlerweile gibt es mindestens zehn dieser Einrichtungen auf der Insel.


FRÍskápurinn í Selfossi

Seit Anfang März 2023 gibt es auch in Selfoss einen solchen "FRÍskápur", direkt neben dem Nytjamarkaður (Second-Hand-Laden), der im Gewerbegebiet der Stadt von der Wohltätigkeitsorganisation der Pfingstgemeinde vor Ort betrieben wird. 

Es gibt eine private Initiative, die den öffentlichen Kühlschrank organisiert und betreut, und eine Facebook-Gruppe, über die wichtige Informationen zum öffentlichen Kühlschrank geteilt werden. Auch der kleine Holzverschlag, in dem der öffentliche Gemeinschaftskühlschrank steht, wurde durch Spenden und ehrenamtliches Engagement errichtet:

Der örtliche Baumarkt spendete die Baumaterialien. Ein Schreiner baute in ein paar Tagen den kleinen Raum für die beiden Schränke. Ein Elektriker schloss den Kühlschrank an. Der Strom kommt vom Second-Hand-Laden. Der Kühlschrank selbst und der Schrank für die haltbaren Lebensmittel wurden über Facebook gespendet und von einem Transportunternehmen an den Standort des FRÍskápur in Selfoss gebracht. 



Kostenlos Essen teilen für alle

Tatsächlich gibt es zwei Schränke - einen Vorratsschrank, in den haltbare Lebensmittel gestellt werden können, und einen Kühlschrank für verderbliche Lebensmittel. 

Sinn dieser öffentlichen Kühlschränke ist es, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und gutes Essen zu teilen. Wenn man nach einer Party z.B. mehr Reste hat, als man selbst verbrauchen kann - einfach abgepackt und beschriftet in den öffentlichen Kühlschrank stellen, ein anderer freut sich bestimmt über das leckere Essen. Wenn man vor dem Urlaub den eigenen Kühlschrank aufräumt, muss man nichts mehr wegwerfen, was noch gut ist, sondern kann das Essen in gute Hände geben. Auch Touristen müssen beim Verlassen des Ferienhauses ihre Essensreste nicht entsorgen, sondern können sie hier im Schrank deponieren und der nächste freut sich darüber.

Weniger wegschmeißen, mehr teilen und weitergeben - davon profitieren alle!


Ein Blick in die Schränke in Selfoss

In Selfoss scheint der "Gemeinschaftskühlschrank" bisher ganz gut zu funktionieren. 

Im Schrank für die haltbaren Lebensmittel standen, abgepackt in Gläsern und Plastikbeuteln, Mehl, Zucker, Linsen o.ä. 

Das Angebot im Kühlschrank war recht überschaubar - ein Glas Rotkohl, ein Glas Senf und eine Packung Ketchup. Allerdings steht ein langes Wochenende bevor, das große Kochen für Familie und Freunde und die gemeinsame Zeit im Sommerhaus kommt jetzt erst. Wahrscheinlich stellen nach dem langen Pfingstwochenende wieder mehr Leute ihre Reste in den öffentlichen Kühlschrank. 

Insgesamt sah es wesentlich sauberer aus als in den meisten Gemeinschaftskühlschränken, die ich  bisher in Büros oder Studentenwohnheimen gesehen habe.


Ich finde die Initiative auf jeden Fall sehr gut und drücke alle Daumen, dass auf diese Weise auch in Zukunft effektiv ein Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung geleistet und gemeinschaftlich Essen geteilt werden kann.



Wenn Ihr auch Essen in dem öffentlichen Kühlschrank teilen wollt, sind ein paar Regeln einzuhalten. Ich habe Euch mal einen Überblick zusammengestellt. Die Regeln im Einzelnen hängen am Kühlschrank aus, auf Isländisch und Englisch.