Sonntag, 21. März 2021

Eldgos er hafið

Der Vulkanausbruch auf Reykjanes hat begonnen


Es ist soweit - auf Reykjanes hat sich zum ersten Mal seit 800 Jahren wieder die Erde geöffnet und aus Spalten fließt hier glühende Lava an die Oberfläche. 

Nachdem es in der Region rund um den Fagradalsfjall schon seit gut 3 Wochen ordentlich gebebt hat und man bereits am 03. März nachmittags "innerhalb der nächsten Stunden" mit einem Ausbruch rechnete, schien sich doch alles wieder soweit beruhigt zu haben. Am 19.03. erschien abends gegen halb 8 noch ein Interview mit einem Geologen auf visir.is, dass in der nächsten Zeit nicht mit einem Vulkanausbruch gerechnet werden müsste.

Keilir im Januar 2021
Tja, und ungefähr eine Stunde später, gegen 20.45 Uhr, ging es dann los - im Tal Geldingadalur in der Nähe des Berges Fagradalsfjall, knapp 8 km vom Keilir entfernt. Es öffnete sich eine ca. 200 m lange Spalte, aus der die glühende Lava nach Südwesten und Westen in das Wallach-Tal fließt. (In diesem Tal wuchs das Gras besonders saftig, es heißt, einer der frühen Siedler, Ísolfur, habe hier seine Wallache hingebracht, und nach seinem Tod auch hier begraben werden wollen. Die Stelle, an der sein Grab vermutet wird, wurde allerdings in den letzten Stunden von der Lava 'überflutet', auch wenn die Archäologen versuchten, noch möglichst viele Befunde zu sichern.)

Da die Spaltenruption in diesem abgelegenen Tal stattfindet, dauerte es offenbar rund eine Stunde, bis der Ausbruch tatsächlich bemerkt wurde. 

Hier mal Bilder der Webcam von RUV, die ich auf mbl.is gefunden habe, auf denen man gut die Ausbreitung der Lava am 20.03. im Verlauf des Tages erkennen kann:


Aktuell ist es nicht verboten, sich der Ausbruchsstelle zu nähern, allerdings sind die Straßen in der Umgebung geschlossen, insbesondere der Krísuvíkurvegur, und der Suðurstrandarvegur zwischen Grindavík und Þorlákshöfn war bereits am Tag vor dem Ausbruch geschlossen worden, nachdem es durch ein größeres Erdbeben zu Straßenschäden gekommen war. 

Die Menschen werden jedoch gewarnt - in der Nähe der Eruptionsspalte können sich ohne Vorankündigung neue Risse öffnen, die Fließgeschwindigkeit und Fließrichtung der Lava kann sich jederzeit ändern, außerdem treten lebensgefährliche Gase auf. 

Trotzdem sollen letzte Nacht gegen Mitternacht rund 100 Schaulustige an der Ausbruchsstelle unterwegs gewesen sein, in den sozialen Medien finden sich viele entsprechende Bilder. 







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