Sonntag, 8. Februar 2026

Was ist was - Erste Begegnung mit Island

Was ist Was - Vulkane


Letztes Jahr hatte meine Schwiegermutter ihren 90. Geburtstag gefeiert und wir waren zur Feier ins Sauerland gefahren. Mein Mann Markus ist dort aufgewachsen und seine Mutter und seine Geschwister leben weiterhin dort. 

Bei dem Aufenthalt hat Markus dann das Buch herausgesucht, in dem er das erste Mal in seinem Leben bewusst Island begegnet ist: 

Das "Was ist Was"-Buch zum Thema "Vulkane" von 1975.

Markus meint, er muss etwa 8 oder 9 Jahre alt gewesen sein, vielleicht sogar schon 10 Jahre, als er damals in diesem Buch den Abschnitt über die Vulkanausbrüche auf Surtsey (1963 - 65) und auf Heimaey (1973) gelesen hat. 

Der kleine Markus

Dem kleinen Markus imponierte es damals sehr, von einem Berg zu lesen, der jünger war als er selbst. Und so war es für den großen Markus nur wenige Jahrzehnte später ein besonderes Erlebnis, selbst auf genau diesen Berg zu steigen.

Foto vom Sommer 2010

Vom Ort Heimaey aus hat man hier einen schönen Blick auf die beiden Berge. 


Der rechte Berg ist der Helgafell, ein rund 220 Meter hoher Berg bzw. Krater. Man nimmt an, dass der Helgafell etwa 5.000 bis 6.000 Jahre alt ist.

Der Name "Helgafell" (= "Berg des Helgi") erinnert an den irischen Sklaven Helgi, der mit Ingólfur Arnarsons Schwager Hjörleifur Hróðmarsson um 870 n.Chr. nach Island gekommen sein soll. Es heißt, Helgi habe, zusammen mit einem weiteren irischen Sklaven, Hjörleifur und seine Männer ermordet und sei dann mit den Frauen des Hofes mit dem Boot auf die Insel vor der Küste geflohen. Ingólfur verfolgte die Sklaven, brachte die Frauen zurück - und tötete auf dem Berg Helgi. Da die Bewohner der Britischen Inseln von den Nordmännern damals meist als "Westmänner" bezeichnet hatten wurden, geht der Name "Westmänner-Inseln" auf diese entflohenen und hier getöteten irischen Sklaven zurück. 

Links, keinen Kilometer vom Berg Helgafell entfernt, steht der Berg Eldfell. Der Eldfell (= "Feuerberg") ist etwa 200 Meter hoch, der Schlackenkegel ist im Jahr 1973 entstanden - mittlerweile gut 50 Jahre alt. Also drei Jahre jünger als mein Mann, aber knapp zwei Jahre älter als ich. 


Also gut 20 Meter Höhenunterschied, aber knapp 6.000 Jahre Altersunterschied - irgendwie schon krass, finde ich!

Aber es gab noch mehr in dem "Was-ist-Was"-Buch, was wir später auf Heimaey gesehen haben: Auch eine der Wasserpumpen, von denen der kleine Markus damals in seinem Vulkane-Buch gelesen hatte, konnte der große Markus übrigens rund 40 Jahre später auf der Insel besichtigen.


Bereits Anfang Februar 1973, gerade mal 2 Wochen nach Beginn des Ausbruchs, hatte die Feuerwehr damals begonnen, den Lavastrom aufzuhalten, um den Hafen der Insel zu retten, in dem sie mit Pumpen kaltes Meerwasser auf die fließende Lava spritzten. Bis zu 75 Menschen waren dabei im Einsatz, teilweise unter Lebensgefahr, wenn die Leitungen nahe an der glühend heißen Lava verlegen mussten. Der Einsatz war ein großer Erfolg - am 26. März 1972 kam der Lavastrom zum Halten, nur rund 200 Meter von der Felswand auf der anderen Seite des Hafens entfernt. 

Überreste dieser Pumpen kann man noch heute am Berg oberhalb des Ortes sehen.

Der letzte Satz des Artikels in dem Buch von 1975 lautet: "Heute ist fast nichts mehr von den Folgen des Ausbruchs zu sehen." 


Ich persönlich bezweifele das allerdings. Ich finde, selbst heute, über 50 Jahre nach dem Ausbruch, sind die Spuren auf Heimaey noch an vielen Stellen gegenwärtig und das nicht nur - aber auch - im Museum Eldheimar (Feuerwelten). Ein Besuch auf der Insel lohnt sich auf jeden Fall - nicht nur für den kleinen Markus!




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