Dienstag, 10. Juli 2018

Mat Bar, Reykjavík

Trendige Tapas-Bar auf Isländisch


Kann Spuren von Werbung enthalten.*

In der Mat Bar gibt es eine sehr moderne, u.a. von asiatischen Einflüssen inspirierte isländische Küche - eine absolut spannende und faszinierende Mischung, finde ich! Technisch gesehen spricht man von "Fusionsküche", also die Kombination unterschiedlicher Esskulturen und die Mischung von klassischen einheimischen Zutaten mit exotischen Zutaten aus völlig anderen Regionen der Welt. In dieser isländischen Tapas-Bar gibt es kleine Gerichte, "Häppchen", aber davon schön viele verschiedene.

Leider hatte es bei uns terminlich nicht anders geklappt, deshalb musste mein Mann am letzten Tag seines Wanderurlaubs in Island alleine zur Mat Bar, während ich schon vorher nach Deutschland zurückgeflogen war - was mir wirklich sehr leid tat. Ich wäre so gerne mitgegangen!



Mein Mann hatte sich, auf Empfehlung des Hauses, für das "Matbarsmáltið", also das Matbar-Menü für 6.940 ISK pro Person entschieden.

Das Menü gibt es nur abends ab 17 Uhr. Es besteht aus 7 kleinen Gängen, wobei die Gerichte je nach Saison wechseln und sie jeweils die frischesten Zutaten nutzen, die sie gerade haben. (Es ist übrigens auch möglich, das Menu als vegetarische Version zu bestellen oder ohne Fleisch, aber mit Fisch.)

Ich stelle Euch mal vor, was das Menü Ende Juni 2018 umfasste, als mein Mann dort zum Essen eingeladen war:

Zuerst wurden die ersten beiden Gänge serviert - und zu jedem Teller, der auf den Tisch gestellt wurde, wurde liebevoll erklärt, was es da zu bestaunen und zu probieren gab.

Es gab Seehasen-Rogen und geschlagenem Ricotta-Käse, dazu eine fermentierte Chili-Sauce und reichlich Schnittlauch, dazu gab es das typisch-isländsche Flatbrauð. Mein Mann war begeistert, dabei kann man ihn sonst nicht unbedingt mit Rogen locken. Er fand, das war ja gerade das Tolle, dass der typisch isländische Seehasen-Rogen durch das Chili so schön scharf wurde und es hat ihm einfach nur genial geschmeckt. Und auch das Fladenbrot war richtig lecker - "am besten an den ganz dunklen Stellen", sagt mein Mann.


Das hier sind Lamm-Herzen, mit asiatischer Xo-Sauce (die auf der Basis von getrockneten Muscheln und Schinken hergestellt wird und Gerichten eine ganz besondere Würze verleiht), dazu Buttermilch und Himbeersaft.


Als dritten Gang kam dann Þorskkinnar, Dorsch-Bäckchen mit Zitronen-Kosho, einer scharfen asiatischen Sauce, eingelegten roten Zwiebeln, getoasteten Semmelbröseln und Sauerampfer.


Als vierten Gang gab es rote Bete, mit Balsamico glasiert, dazu Sellerie- und Meerrettich-Püree, geriebene Walnüsse mit Chili und Kerbel.


Der fünfte und sechste Gang war dann gewissermaßen das Hauptgericht:

Es gab ein ordentliches Stück Lammbauch, dazu rote Zwiebeln, Fenchel-Kraut-Salat und das vorne ist tatsächlich Senfsauce.


Und hier gegrillter Grünkohl mit eingelegten Zwiebeln, eingelegtem Chili, Kürbiskernen und Lappentang.


Als Dessert gab es schließlich Mandel-Granita (eine Art körnige, sorbet-artige gefrorene Limonade) mit isländischen Erdbeeren, karamellisierter weißer Schokolade und dazu süßes Balsamico-Dressing und scharfe Chilis.


"Geschafft. Ich bin ja sowas von voll!" - das war dann die letzte Nachricht von meinem Mann an diesem Abend aus der Mat Bar. Er klang sehr zufrieden und war völlig begeistert. Da müssen wir unbedingt noch mal zusammen hin, war sein Fazit.

Jetzt muss ich, Ursulas Ehemann, mich aber auch einmal zu Wort melden. Das Essen in der Mat Bar hat mich regelrecht umgehauen. Jeder Gang war schon für sich so eine tolle Kombination aus verschiedenen Geschmackswelten. Grundlage war immer etwas Isländisches, was dann aber mit einem ganz anderen Geschmack kombiniert wurde: Rogen mit Chili-Sauce, Lammherzen mit fruchtigem Himbeersaft, ... Und bei sieben Gänge folgte so ein Geschmackserlebnis auf das andere. Bei den ersten Gängen fragte der Kellner noch nach, wie es geschmeckt habe, und ich kam dann ins Schwärmen. Später strahlte ich ihn nur noch an, so dass er gar nicht mehr nachfragen musste. Man sah mir meine Begeisterung offensichtlich an!


Im Überblick:

Die kleinen Snacks wie z.B. Räuchermandeln mit Oliven oder Flatbrauð mit Grünkohl-Pesto kosten im Schnitt knapp 1.000 ISK (Stand Juni 2018), die Gemüsegerichten liegen bei rd. 1.500 ISK (z.B. für gegrillten Grünkohl, gegrillten Spargel oder Fenchel), die Fischgerichte sind im Schnitt bei 1.850 ISK (z.B. für den Seehasen-Rogen oder gegrillten Tintenfisch), der "Fisch des Tages" kostet 2.850 ISK. Ein Fleischgericht liegt etwa bei 2.400 ISK. Das große Mat-Bar-Menü kostet aktuell 6.940 ISK.

Die Mat Bar hat dienstags bis samstags von 15 bis 24 Uhr geöffnet, die Küche schließt unter der Woche um 22 Uhr und am Wochenende um 23 Uhr.

Es ist grundsätzlich sinnvoll, für ein Essen in der Mat Bar einen Tisch zu reservieren, je nach Uhrzeit wird es dort sehr voll.



* Rechtlicher Hinweis:

Es handelt sich hierbei formal gesehen um Werbung, da wir zum Essen eingeladen wurden. Wir waren aber nur in Restaurants und Lokalen, von denen wir vorher Gutes gehört hatten und die wir - aus den verschiedensten Gründen - spannend fanden. Insoweit waren wir auch ehrlich begeistert und wenn wir in Lobeshymnen ausbrechen, sind die wirklich ernst gemeint.


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