Montag, 11. Dezember 2017

Jólasveinarnir - Die isländischen Weihnachtsmänner

Die 13 Jólasveinar 


In Island gibt es nicht nur einen Weihnachtsmann, sondern gleich 13.

Auf Isländisch heißen sie "jólasveinar":

Ein "sveinn" ist ein "Bursche" oder ein "Geselle", im Plural heißt "Burschen" dann "sveinar" bzw. "die Burschen" bedeutet "sveinarnir". "Weihnachten" heißt auf Isländisch "jól", also sind die "jólasveinar" die "Weihnachtsgesellen".

Die isländischen Weihnachtsgesellen sind, genau genommen, Trolle. Isländische Trolle sind meistens eher große, grobschlächtige Gesellen. Sie sind eher Einzelgänger, teilweise ein bisschen knurrig, teilweise ein bisschen reizbar, nicht immer die Hellsten oder die Fleißigsten, meist verfressen, aber oft haben sie doch das Herz am rechten Fleck.

Gemeinsam mit ihren Eltern, dem fiesen alten Trollweib Grýla und Leppalúði, ihrem dritten Ehemann, leben die 13 Jólasveinar das Jahr über in den Dimmoborgir, den "dunklen Städten" in der Nähe des Sees Mývatn ("Mückensee") wohnen. Die dunklen, bizarr geformten Lava-Formationen mit ihren Zinnen, Löchern und Höhen erinnern an verfallene Städte.


Außer Grýla, Leppalúði und ihren Söhnen lebt hier auch noch ihre große schwarze Katze, die "Jólakötturinn", also "die Weihnachtskatze". Sie ist wild und gefährlich und frisst gelegentlich Menschen, die stinkend faul sind, oder unartige Kinder.



In den 13 Nächten vor Weihnachten kommen die Jólasveinar und die Weihnachtskatze von Dimmuborgir herunter zu den Häusern und Höfen der Menschen, ein Bruder nach dem anderen steigt aus den Bergen herab und treibt dann bei den Menschen sein Unwesen und seinen Schabernack.



12. Dezember  

Am 12. Dezember kommt der erste der isländischen Weihnachtsgesellen aus den Bergen hinunter zu den Menschen - der Stekkjarstaur, der "Schafspferch-Pfosten". Er heißt so, weil er so lange, steife Beine hat, wie Pfosten bei einem Schafspferch. Am liebsten trinkt der Stekkjarstaur die Schafsmilch direkt aus den Eutern der Mutterschafe - wenn er denn mal ran kommt, mit seinen langen, steifen Beine....



13. Dezember 

Der Giljagaur ist der "Schluchtengeselle". Er ist der größte und stärkste der Jólasveinar. Er ist ziemlich menschenscheu und möchte nicht gern gesehen werden, deswegen kommt er am liebsten durch dunkle, tiefe Schluchten herabgestiegen und durch den Tiefschnee, durch den kein anderer mehr hindurchkommt.

Der Giljagaur nascht am liebsten den Schaum oben auf der frisch gemolkenen Kuhmilch.



14. Dezember

Stúfur, der "Knirps", ist der kleinste der 13 Weihnachtsgesellen. Er liebt es, die angebrannten Reste aus den Pfannen der Menschen zu schlecken.



15. Dezember

Am 15. Dezember kommt Þvörusleikir, der "Kochlöffel-Lecker". Wie sein Name schon sagt, liebt dieser Weihnachtsgeselle es, den Menschen heimlich die Kochlöffel abzuschlecken.



16. Dezember

Der nächste Weihnachtsgeselle ist der Pottaskefill, das ist der "Topf-Schaber", der heimlich die Töpfe der Menschen leert, wenn man nicht aufpasst. 




17. Dezember

Der nächste Bruder, der zu den Menschen kommt, ist der Askasleikir. Früher hatten die Menschen in Island jeder seinen hölzernen Essnapf, der "askur" hieß, man saß in der Stube auf den Betten und aß. Wenn jemand seinen Essnapf kurz unbeobachtet auf den Boden stellte, nutzte der Askasleikir die Gelegenheit und schleckte schnell den Napf aus. 




18. Dezember

Der nächste Bruder ist der Hurðaskellir, der "Türen-Knaller". Er liebt es, die Menschen zu erschrecken, in dem er im Dunkel durch das Haus schleicht und plötzlich, mit einem lauten Knall, eine Tür zuschlägt und alle durch das Scheppern aus dem Schlaf schreckt. 




19. Dezember

Am 19. Dezember kommt dann der Skyrgámur, der "Skyr-Container", der auf den Höfen am liebsten den Skyr aus den Fässern nascht. 



20. Dezember

Der nächste der Weihnachtsgesellen, der zu den Menschen kommt, ist der Bjúgnakrækir, der "Wurst-Angler". Der Bjúgnakrækir zwängte sich auf der Suche nach seiner Lieblingsspeise früher immer in die Rauchkamine der Häuser und klaute dort die geräucherten Würste. Heutzutage hat der kleine Kerl es etwas leichter, an seine Würstchen zu kommen. 



21. Dezember

Am 21. Dezember kommt dann der Gluggagægir, der "Fenster-Glupscher", der furchtbar neugierig ist und heimlich überall durch die erleuchteten Fenster in die Stuben der Menschen schaut und sie beobachtet, wenn sie es nicht merken. 



22. Dezember

Der Gáttaþefur ist der "Türschlitz-Schnüffler", der mit seiner riesigen, feinen Nase jedes Versteck erschnüffelt, in dem die Frau des Hauses versucht, ihr Essen vor den hungrigen Weihnachtsmännern und anderen hungrigen Mündern zu verbergen. 



23. Dezember

Als vorletzter Weihnachtsgeselle kommt der Ketkrókur am 23. Dezember hinunter zu den Menschen. Dieser "Keulen-Klauer" versucht, mit seinem langen Haken ("krókur") das Fleisch ("ket"), vor allem die Fleischkeulen ("hangikjöt"), die schon für Weihnachten in den Häusern der Menschen im Rauchfang hängen, aus dem Kamin zu klauen - er liebt diese Fleischkeulen einfach.



24. Dezember

Als letzter der 13 Weihnachtsgesellen kommt am Heiligen Abend der Kertasníkir, der "Kerzenklauer". Er liebt Kerzen - und am allerliebsten mag er richtige Talgkerzen, aus Schafsfett. Die leuchten nämlich nicht nur so schön, die schmecken ihm auch noch richtig lecker!




Ab dem 25. Dezember...

Vom 25. Dezember an gehen dann die Brüder, in derselben Reihenfolge, in der sie auch gekommen sind, wieder zurück in die Berge. Der letzte Weihnachtsgeselle, der Kertasníkir, geht am 6. Januar zurück. 



Am 6. Januar...

Am 6. Januar endet in Island die Weihnachtszeit - mit dem þrettándabrenna. Der "Þrettándinn" ist der 13. Tag, hier der 13. Tag der Weihnachtszeit - der 6. Januar, der Dreikönigstag. Mit diesem "brenna", dem Feuer am Dreikönigstag wird Weihnachten in Island traditionell mit Feuer und Feuerwerk verabschiedet. 


Bis zum nächsten Mal!



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