Donnerstag, 13. Dezember 2018

Die Jólasveinar - Isländische Weihnachtsgesellen

Hej, hej - hæ, hæ!




Dieses Jahr bin ich beim Skandinavischen Adventskalender von Henrike Thielks Blog EinfachSchweden dabei und darf ein Türchen zu Henrikes Adventskalender beitragen - und zwar das Türchen zum 14. Dezember. (Ach so, ja - es handelt sich um Werbung wegen Blog-Nennung bzw. -Verlinkung.)

Auf jeden Fall möchte ich aus diesem Anlass wieder über die isländischen Weihnachtsmänner erzählen, die sind schließlich etwas ganz Besonderes in der skandinavischen Weihnacht! 

So den typischen Isländer stellt man sich ja (zumindest nach dem ersten Island-Urlaub!) gerne groß, haarig und struppig vor, ein bisschen wortkarg und ziemlich sonderbar, aber eigentlich doch ganz gutmütig. Also kein Wunder, dass auch die isländischen Weihnachtsmänner alle ziemlich spezielle Gesellen sind! 

Hú - wer ist denn das?!?

Die isländischen Weihnachtsmänner (13 an der Zahl) sind eigentlich Trollbrüder, die gemeinsam mit ihren Eltern Grýla und Leppalúði und ihrer gefräßigen schwarzen Katze in den Lavabergen von Dimmoborgir, in der Nähe des Mückensees Mývatn, wohnen. 


Das ganze Jahr über lassen sich die Weihnachtsgesellen nicht bei den Menschen blicken, sondern leben für sich in ihren Höhlen. (Und wenn ihre Mutter Grýla kocht, bricht irgendwo ein Vulkan aus.) 

Einmal im Jahr, immer am Samstag, ca. 2 Wochen vor Weihnachten, wagen sie sich dann aus ihren Bergen und nehmen ein Bad - im Naturbad am See Mývatn, direkt vor ihrer Haustür. Und wenn sie dann gewaschen sind und nicht mehr ganz so streng riechen und nicht mehr ganz so zerrupft aussehen, dann kommen sie - einer nach dem anderen - ab dem 12. Dezember hinunter gestiegen zu den Menschen und treiben hier ihr Unwesen. 


Jeder Weihnachtsgeselle hat so seine ganz besondere Eigenart - der eine schleckt immer die Töpfe aus, der andere schleckt die angebrannten Reste aus den Pfanne, der nächste trinkt die Schafe im Stall heimlich leer, so dass sie keine Milch mehr haben, wenn die Menschen sie morgens melken wollen. Der eine stibitzt den Menschen ihre gefüllten Teller, wenn sie mal einen Moment nicht hinschauen, der nächste klaut das Fleisch aus dem Rauchfang und der andere die Würste, noch ein anderer liebt es, jedes Essensversteck zu erschnüffeln und zu plündern. 


Und manche treiben einfach nur Schabernack. Erschrecken die Menschen, wenn sie nachts im stillen Haus mit den Türen knallen oder den Leuten durch die beleuchteten Fenster von außen in die Stube schauen und heimlich alles beobachten. Der letzte, der Kertasníkir, der "Kerzenklauer", sammelt schließlich alle Kerzen, deren er habhaft werden kann. Am liebsten mag er Talgkerzen, die leuchten nämlich nicht nur so schön, die schmecken ihm auch gut! So hat jeder Weihnachtsgesellen seinen eigenen Namen, nach seiner besonderen Eigenart oder Vorliebe. 

Man könnte den Gluggagægir, den "Fenstergucker", 
mit Fug und Recht auch als "Spanner" bezeichnen

Zu Weihnachten legen die isländischen Weihnachtsgesellen den Kindern kleine Geschenke in die Schuhe oder auf die Fensterbank - oder schimmelige, stinkende Kartoffeln, wenn die Kinder nicht brav gewesen sind.

Vor der Weihnachtskatze, der Jólakötturinn, muss man sich in Acht nehmen - sie ist ein schreckliches, riesiges Monster, groß und schwarz und mit feurig glimmenden, tellergroßen Augen. Am liebsten frisst sie faule Menschen und unartige Kinder. Also - alle schön fleißig sein, dann passiert Euch vielleicht nichts!


Wenn Ihr mehr über die einzelnen Jólasveinar erfahren wollt - hier habe ich sie letzte Weihnachten schon mal einzelnen vorgestellt, die isländischen Weihnachtsgesellen. 










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