Montag, 25. Juni 2018

þjóðhátíðardagurinn

17. Juni - der isländische Nationalfeiertag


In den Wirren des 2. Weltkriegs nutzte Island die Gelegenheit und erklärte sich am 17. Juni 1944 für unabhängig, nachdem es vorher erst zu Norwegen und dann seit dem 14. Jahrhundert zu Dänemark gehört hatte. Wir hatten am 17. Juni 2018 die Gelegenheit, die Feierlichkeiten in Reykjavík mitzuerleben:

Unser Tag begann um kurz vor 10 Uhr als Zaungäste beim Gottesdienst im Dom.

Ankunft der Ministerpräsidentin Katrín Jakobsdóttir

Ankunft des Präsidenten Guðni Th. Jóhannesson

Nach dem Gottesdienst folgte dann um 11 Uhr der offizielle Staatsakt auf dem Austurvöllur, dem Platz vor dem Parlament und der Domkirche.


Einzug der Pfadfinder mit den isländischen Fahnen
Einzug der Leute in isländischer Tracht
Auch die Presse war vor Ort - alle 8

Einzug der Würdenträger und der ausländischen Botschafter in Island

Einzug Präsident und Ministerpräsidentin
bei der Kranzniederlegung
am Denkmal von Jón Sigurðsson


Nach der Rede der Ministerpräsidentin trug noch traditionell die "Fjallkonan", die "Bergfrau" (= die weibliche nationale Personifikation Islands) in entsprechender Tracht ein Gedicht vor.




Neben dem offiziellen Staatsakt gab es auch verschiedene politische Protestaktionen. So demonstrierten vor dem Amtssitz der Ministerpräsidentin eine Gruppe und forderten die Ratifizierung der neuen isländischen Verfassung, die bereits 2011 von einer überwältigenden Mehrheit der Isländer in einer Volksabstimmung befürwortet wurde. Dabei sollten unter dem Eindruck der Finanzkrise 2008 mehr Transparenz in der Verwaltung und der Regierung erreicht werden und die Politiker stärker kontrolliert. Die Regierung einigte sich jedoch mit der Opposition, die neue Verfassung nicht einzusetzen.


Jede Menge schöne Oldtimer am Tjörnin

Nach dem offiziellen Teil ging es mit einem lauten, bunten, fröhlichen Umzug aus der Innenstadt zum Hljómskálagarðurinn, dem Park hinter dem Tjörnin.




In dem Park fand, wie jedes Jahr am 17. Juni, auch der Wettbewerb zum "stärksten Mann Islands" statt, lauter "Kraftmaschinen" (= "Kraftvélar") treten in verschiedenen Disziplinen gegeneinander an.


Und wie jedes Jahr war auch Hafþor Júlíus Björnsson wieder dabei, der aktuelle "World's Strongest Man" und als Schauspieler in "Game of Thrones" weltbekannt geworden ("Der Berg"). Er gewann den Wettbewerb zum Stärksten Mann Islands übrigens auch 2018 wieder (wie jedes Jahr seit seiner zweiten Teilnahme 2011).


Hinterher waren wir noch an der Bühne - hier spielte die Musik.

Auftritt der beliebten isländischen Rockband Stuðmenn - 
die Leute sangen die Texte begeistert mit

Der isländische Journalist und Umweltaktivist Ómar Ragnarsson
trat dabei auch für die Einführung der neuen Verfassung ein

Auf den Auftritt der Pop-Bank Heimilistónar hatte ich mich besonders gefreut - 
die Band war 2018 mit ihrem Lied "kúst og fæjo" (= "Besen und Feudel") 
beim nationalen Vorentscheid zum ESC angetreten


Ab und zu dröhnten über die Festwiese die Flugzeuge der "Flugfélag Íslands" auf dem Anflug zum nationalen Flughafen in Reykjavík - unten an der Maschine stand tatsächlich zu Ehren der laufenden Fußball-WM mit der ersten Teilnahme Islands groß und deutlich "HÚH". Wie knuffig!

Wir waren dann aber so komplett durchgeregnet, dass wir von der Festwiese geflüchtet sind ins Café.

Nass, aber glücklich nach diesem Tag







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