Freitag, 29. Juni 2018

Þrír Frakkar hjá Úlfari

"3 Mäntel bei Úlfar" 


Kann Spuren von Werbung enthalten.*

Am ersten Abend unseres Schlemmerwochenendes in Reykjavík hatten wir eine Einladung ins Þrír Frakkar. Das Restaurant befindet sich in der Baldursgata, keine 500 Meter von der Hallgrímskirkja entfernt. "Þrír Frakkar" bedeutet "3 Mäntel" - warum das Lokal so heißt, weiß ich allerdings leider nicht. Ich hätte fragen sollen...

Das Restaurant wird seit fast 30 Jahren vom Chefkoch Úlfar Eysteinsson und seiner Familie betrieben.

Mir war es erstmals in einer deutschen Fernsehsendung aufgefallen, als über das Lokal und das gute und typisch isländische Essen dort berichtete wurde, und als wir kurz danach eine Ferienwohnung zwei Straßen weiter hatten und am Þrír Frakkar vorbei kamen, habe ich es voller Freude wiedererkannt.


Als wir wie verabredet um 19 Uhr kamen, war der Gastraum noch recht leer, es wurde aber dann schnell voll. Später mussten auch Gäste vertröstet werden, weil es keine freien Plätze mehr gab, aber man versuchte wirklich, möglich zu machen, was irgend möglich war, und das Personal blieb auch im größten Trubel sehr nett und freundlich und engagiert. Insgesamt waren zwar viele Touristen, aber durchaus auch Einheimische dort.


Wir haben uns beim Essen von der sehr freundlichen, sehr fröhlichen Kellnerin beraten lassen, die im Prinzip zwar fast alles besonders lecker fand, uns aber schließlich zwei Fischgerichte empfahl.

Als Vorspeise gab es, wie sehr oft in Island, frisches Brot mit Butter.


Mein Mann entschied sich dann für "grillsteikt þorskflök á mildri sinnepssósu", also gegrilltes Dorschfilet in einer milden Senfsauce. Die Kellnerin empfahl uns das Gericht wegen der Senfsauce mit drei verschiedenen Senfarten (Weißer, Brauner und Schwarzer Senf). Und sie hatte recht - so eine gute Senfsauce haben wir wirklich noch nie gegessen, sie war absolut zum Reinlegen! Der Dorsch war auch sehr nett - aber die Sauce war wirklich genial.


Ich hatte mich für "pönnusteikt fersk skata með rjómalagaðri sítrónu dill sósu" entschieden, also in der Pfanne gebratenen frischen  Rochen in cremiger Zitronen-Dill-Sauce.

Normalerweise essen die Isländer ihren Rochen ja fermentiert zu Weihnachten als "kæst skata". Das ist fermentierter Gammelrochen mit ausgelassenem Knetfett, das man so lange raus hängt, bis es blaue Haare bekommt. Ein absolut intensives Geruchserlebnis, um es mal so zu formulieren.

Frischen Rochen habe ich wirklich das erste Mal im Þrír Frakkar auf der Speisekarte gesehen - und wollte ich dann unbedingt probieren. Und ich muss sagen - frisch schmeckt Rochen einfach unglaublich lecker. Die Sauce dazu war nett, aber vergleichsweise "harmlos", aber der Fisch war ein  echtes Gedicht und unbedingt empfehlenswert, finde ich.


Eigentlich waren wir ja schon nach dem Hauptgericht recht satt, aber die Dessertkarte lachte uns doch noch so an, dass wir uns eine Portion Skyr Brulée geteilt haben. Gerade mit den Fruchtsaucen dazu schmeckte es sehr lecker.


Anschließend waren wir aber wirklich auf sehr angenehme Weise sehr satt geworden.


Im Überblick:

Die Speisekarte ist wirklich "typisch isländisch", genau wie man es erwarten würde: Bei den Vorspeisen gibt es u.a. Hákarl, gegrilltes Walfleisch und geräucherte Papageitaucher. Bei den Hauptgerichten dominieren Fische und Meeresfrüchte (z.B. Saibling, Dorsch, Heilbutt oder Steinbeißer), es gibt aber auch Pferdefleisch, Alkenvögel, Walfleisch und Lamm.

Als wir dort waren, kostete eine Vorspeise im Schnitt etwa 2.350 ISK (knapp 19 €) und ein Hauptgericht im Schnitt etwa 5.100 ISK, umgerechnet etwa 40 € (Stand Juni 2018). Das Dessert kostete im Schnitt 1.380 ISK, also knapp 11 €.

Das Þrír Frakkar hat normalerweise unter der Woche mittags von 11:30 bis 14:20 Uhr geöffnet sowie abends von 18 bis 22 Uhr, am Wochenende hat das Restaurant nur abends von 18 bis 23 Uhr geöffnet.


* Rechtlicher Hinweis:

Es handelt sich hierbei formal gesehen um Werbung, da wir zum Essen eingeladen wurden. Wir waren aber nur in Restaurants und Lokalen, von denen wir vorher Gutes gehört hatten und die wir - aus den verschiedensten Gründen - spannend fanden. Insoweit waren wir auch ehrlich begeistert und wenn wir in Lobeshymnen ausbrechen, sind die wirklich ernst gemeint.



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