Meine Fahrt mit der Crime Cruise im November 2025
Diese Reise war das Weihnachtsgeschenk von meinem Mann für mich 2024 - ich hatte mir schon so lange gewünscht, einmal mit der Fähre nach Island zu fahren, die Fahrt auch einmal mitzuerleben, von der mir schon so viele Island-Fans erzählt hatten. Aber im Alltag ist Fliegen einfach schneller und praktischer. Trotzdem - einmal wollte ich mit der Fähre anreisen. Und dabei bitte auch noch einen kurzen Zwischenstopp auf den Färöern machen, um zumindest mal einen kleinen ersten Eindruck von diesen Inseln zu bekommen. Allein mit dem Auto wollte ich die Färöer allerdings doch nicht erkunden, lieber mal ganz entspannt mit geführten Ausflügen...
Und so entstand schließlich die Idee, mit der Crime Cruise nach Island zu fahren.
Es gibt genau eine Fährverbindung nach Island, und zwar mit der Norröna von Hirtshals in Dänemark über die Färöer. Gut 20 Jahre lang fuhr die Fähre das ganze Jahr über bis nach Island, seit Ende 2020 fährt die Norröna von Mitte November bis Mitte März nicht mehr nach Island, sondern pendelt im Winter nur noch zwischen Dänemark und den Färöern.
Für die letzten Fahrten im Herbst bzw. die ersten Fahrten im Frühjahr gibt es teilweise Sonderangebote, weil die Fähre in dieser Zeit nicht voll ausgebucht ist. Außerdem findet seit 2019 Anfang November zuerst die Crime Cruise, die Krimi-Kreuzfahrt, statt, seit 2021 anschließend noch die Board Game Cruise, eine Brettspiel-Reise für Spiele-Experten und -Erfinder und begeisterte Spieler. Und im März gibt es seit 2024 auch eine Kreuzfahrt unter dem Motto "Stricken und Meer".
Für mich wurde es also im November 2025 die Crime Cruise.
Meine Crime Cruise 2025
Hier die Übersicht über die Reise - den ausführlichen Bericht für den Tag findet Ihr, wenn Ihr auf das jeweilige Datum klickt.
Anreisetag - für mich ging es mit dem Zug nach Hamburg. Am nächsten Morgen startete der Zubringerbus nach Hirtshals, um von dort mit der Nörrona nach Island zu fahren und wieder zurück, mit meiner "Krimi-Kreuzfahrt".
Mein Hotelbett war bequem, aber ich habe trotzdem nicht so richtig gut geschlafen - ich war einfach zu aufgeregt!
Am Sonntag stand ich morgens um 5 Uhr mit meinem Gepäck vor dem Hamburger Hauptbahnhof und wartete mit anderen Reisenden auf unseren Bus, der uns nach Hirtshals bringen sollte. Wer erst einmal nicht kam, war der Bus. Aber kurz nach 6 Uhr konnten wir mit leichter Verspätung Richtung Dänemark starten.
Um 8 Uhr ging es über die Grenze nach Dänemark und zwei Raststätten-Stopps und insgesamt gut 500 km später kamen wir erfolgreich gegen 13 Uhr am Fähr-Terminal an. Ich fand es einen tollen Moment - das erste Mal die Island-Fähre Norröna persönlich, live und in Farbe vor mir zu sehen!
Gegen 14 Uhr konnte ich meine Kabine, mein Quartier für die nächsten 7 Tage, in Augenschein nehmen. Später saß ich dann mit anderen Mitreisenden in der Bar auf dem obersten Deck und wir schauten zu, wie die Norröna gegen 15 Uhr ablegte.
Nach dem Abendessen mit der Gruppe gab es noch den Willkommensabend, das Team der Crime Cruise stellte sich vor - danach bin ich sehr müde in mein schwankendes Bett gefallen.
Nach einer unruhigen Nacht startete unser Tages-Programm mit einem Live-Tatort: Ein armer Finanzbeamter lag tot in seinem Blut. Ein pensionierter Kriminalist führte die Ermittlungen. Dabei war er vollauf in seinem Element und mit Leidenschaft bei der Sache!
Später gab es dann noch einen Film über die Färöer, eine Lesung aus dem Krimi "Mord auf den Färöern" und nach dem wieder sehr leckeren Abendessen ein Gespräch / Lesung mit einem Thriller-Autoren.
Danach ging es dann für mich schnell ins Bett, denn am nächsten Morgen sollte um 7.30 Uhr unser Bus-Ausflug in Tórshavn starten.
Aber das Wetter spielte nicht mit und so konnte die Norröna nicht am Fähr-Terminal anlegen, sondern musste weiter weg am Hafen vor Anker gehen. Die Gangway nach Tórhavn blieb geschlossen und die Reisenden mussten alle nacheinander über das Autodeck von Bord gehen. Mit gut einer Stunde Verspätung waren wir am Hafen.
So blieb nicht viel Zeit, aber für einen kleinen Ausflug nach Tjørnuvík im äußersten Norden der Hauptinsel Streymoy reichte die Zeit und für eine Fahrt durch den Tunnel - inklusive dem wunderschön beleuchteten Kreisverkehr unter dem Meer.
Gegen Viertel vor 12 waren wir wieder zurück auf dem Schiff.
Wegen dringender Wartungsarbeiten an der Maschine verzögerte sich allerdings unser Ablegen und während unseres weiteren Programms schaukelte die Norröna immer mehr. (Meine Erkenntnis des Tages: Ich vertrage Fotos von Leichenteilen bei starkem Seegang nicht besonders gut.)
Für mich eigentlich der schönste Moment der ganzen Reise - morgens fahren wir in den Hafen von Seyðisfjörður ein. Über dem Meer geht in traumhaften Farben die Sonne auf. Über dem Land geht der Vollmond unter.
Endlich liegt Island vor uns!
Die Norröna lag über Nacht im Hafen von Seyðisfjörður, wir hatten also zwei Tage für Ausflüge auf Island.
Am ersten Tag ging es über den eisigen Pass nach Egilsstaðir, wir konnten bei traumhaftem Wetter drei kleinere Wasserfälle erwandern und waren beim Besucher-Zentrum des Nationalparks. Aber den legendären Lagarfljótsormur haben wir im See nicht gesehen.
Nach der Mittagspause ging es noch zum Eskifjörður, mit Foto-Stopps an der Aussichtsplattform Grænafell, im Naturschutzgebiet Hólmanes und schließlich auf der Halbinsel Mjóeyri hinter Eskifjörður.
Ein wunderschöner Tag in wunderschöner Natur!
Nachdem wir über Nacht im Hafen von Seyðisfjörður gelegen hatten, gab es am zweiten Tag noch einen Ausflug in Island.
Zuerst besichtigten wir Grassoden-Häuser beim Hof Hjarðarhagi, anschließend stoppten wir beim Wasserfall Rjúkandi. Hier war der Weg allerdings so vereist, dass ich dem Wasserfall lieber nicht besonders nahe gekommen bin.
Bei der Schlucht Stuðlagil waren die Bedingungen zum Glück besser, die Metalltreppe und die Wege zwischen den Aussichtsplattformen ließen sich wirklich gut und rutschfrei laufen!
Nach einer kurzen Mittagspause in Egilsstaðir waren wir gemütlich im Thermalbad Vök baden, für mich ein besonderes Highlight der Tour.
Abends ging es über die mittlerweile doch ziemlich verschneite Straße zurück nach Egilsstaðir.
Gegen 19 Uhr legte die Norröna wieder ab Richtung Färöer und Dänemark.
Allerdings war die Überfahrt recht stürmisch, bei Gästen mit Außenkabinen hatten die Wellen in der Nacht ordentlich gegen die Fenster geklatscht und beim Frühstück war auffallend wenig Betrieb.
Ich habe mich ganz gut gehalten, allerdings habe ich mich vorsichtshalber nur mit einem Mocktail in die Bar gesetzt, statt mir den Vortrag des pensionierten Kriminalisten anzuhören. Technische Details über Leichen vertrage ich bei starkem Seegang einfach nicht.
Um 16 Uhr landeten wir wieder in Tórshavn und wir unternahmen noch einen kurzen geführten Spaziergang durch den Ort bei zunehmender Dämmerung, inklusive einer Verkostung typisch-färingischer Spezialitäten. Geschmacklich toll - geruchlich teilweise schon intensiv.
Gegen 18 Uhr waren wir wieder auf dem Schiff.
Am Samstag waren wir den ganzen Tag auf See.
Wir hatten im Rahmen unserer Crime Cruise Programm an Bord, so erzählte der ehemalige Kapitän der Cap Anamur von der Rettung von Flüchtlingen aus Seenot im Mittelmeer, für die er in Italien vor Gericht gestellt und freigesprochen wurde.
Wer wollte, konnte noch lernen, wie man Fingerabdrücke nimmt, und die Teilnehmer vom Schreibworkshop präsentierten ihre Ergebnisse ihrer Arbeit. Abends gab es die große Verabschiedung des Crime-Cruise-Teams.
Mein ganz persönliches Highlight des Tages war aber unser Bad im Hot Pot. Auf der Norröna gibt es drei Hot Tubs, die man an der Rezeption buchen und dann eine Stunde das Bad im herrlich heißen Wasser mit auf dem Nordatlantik genießen kann. Von den Hot Pots hatte ich schon so oft in Büchern gelesen, die auf der Fähre nach Island spielen... Alleine hätte ich mich ja nicht aufgerafft, aber dank unserer tollen Truppe hatten wir einfach nur einen Riesenspaß!
Am Sonntag sind wir wieder in Hirtshals gelandet. Wir konnten auf gepackten Koffern im Undirhús warten, bis wir von Bord gehen konnten. Unsere Schiffsreise war zu Ende.
Gegen 11 Uhr saßen wir im Terminal, um Viertel vor eins ging es mit dem Reisebus weiter. Für die gut 500 km bis Hamburg haben wir dank Baustellen, Tempolimits und Pause allerdings deutlich länger gebraucht als der Routerplaner dachte...
Um 19.50 Uhr war ich in Hamburg am Bahnhof - und mit viel Glück und hängender Zunge habe ich noch den letzten durchgehende Zug um 20.01 Uhr nach Frankfurt erwischt. Um Viertel nach 12 konnte mein Mann mich dann am Bahnsteig wieder in Empfang nehmen - juchhu!
Den ausführlichen Reise-Bericht zu den einzelnen Tagen findet Ihr hier:




















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