Montag, 16. März 2026

Føroyskt salat við tun

Salat mit Thunfisch


Thunfisch kommt immer wieder in den Gewässern rund um die Färöer vor. 

Nach einer längeren Phase ohne Thunfisch wurden wohl um 2010 wieder erste Thunfisch-Schwärme in der Nähe der Inseln gesichtet, seit 2016 tritt der Thunfisch offenbar wieder vermehrt auf. Das färöische Fischerei-Ministerium erteilte probehalber 2022 wieder Fanggenehmigungen für vier färöische Schiffe. Die Lizenzen sind aber Ende 2025 ausgelaufen, es wurde von den Betreibern keine Verlängerung beantragt. Jetzt darf kein färöisches Schiff dort mehr Thunfisch fischen. Der Thunfisch-Fang hat sich als wirtschaftlich nicht interessant herausgestellt - das hat allerdings offenbar einen etwas komplizierten Hintergrund, soweit ich es in färöischen Quellen gefunden habe:

Der Schutz und der Fang von Thunfischen im Atlantischen Ozean wird von der Internationalen Kommission zur Erhaltung des Atlantischen Thunfischs (ICCAT) geregelt (wobei der Organisation von Umweltschützern immer wieder vorgeworfen wird, eher die kurzfristigen Interessen des kommerziellen Fischfangs im Blick zu haben als den langfristigen Artenschutz der Thunfische). Der Handel mit Thunfisch, der nicht mit Genehmigung der ICCAT gefangen wurde, ist grundsätzlich verboten. Innerhalb der Färöer könnte also mit färingischem Thunfisch gehandelt werden, aber nicht international. Die Färöer sind nicht Mitglied der ICCAT - und sie können dort auch kein eigenständiges Mitglied werden, da sie kein souveräner Staat sind. Das "Mutterland" Dänemark ist als EU-Mitglied im ICCAT, aber die Färöer sind eben nicht Teil der Union. Somit wäre es aktuell nicht möglich, in größerem Umfang kommerzielle Thunfisch-Fischerei rund um die Färöer zu betreiben. 

Der Thunfisch, der in der färöischen Küche verwendet wird, ist somit Import-Ware. Der einheimische Thunfisch (d.h. der Atlantische Blauflossen-Thunfisch, auch Roter Thun genannt) wird damit zufrieden sein.

Gerstenfeld in Vallanes (Island)
Ach so - dieser Salat hier wird eigentlich mit Gerstengraupen hergestellt. Heimische Gerstengraupen wurden jedoch seit Mitte des 20. Jahrhunderts in großem Umfang von importiertem Reis verdrängt, genau wie auf Island. Es gibt aber zahlreiche Bestrebungen in der "neuen nordischen Küche", die eine Rückbesinnung auf die alten, heimischen Zutaten fordert - ähnlich wie die "Mission Gerstengraupen" vom Bio-Hof Vallanes in Ostisland. Manche tun sich allerdings noch etwas schwer mit Gerstengraupen und bereiten diesen Thunfisch-Salat doch lieber mit Reis zu. Ich habe beim Einkaufen leider auch keine Gerstengraupen bekommen und habe ersatzweise "Dinkel wie Reis" als eine Art "Dinkelgraupen" verwendet. 


Zutaten 

300 g Gerstengraupen
600 ml Wasser

1 Dose Thunfisch
1 Bio-Gurke 
1 rote Zwiebel
1 Stange Sellerie
250 g TK-Erbsen
2 EL TK-Dill

3 EL Öl
5 EL Zitronensaft
1 TL Senf
1 EL Honig
Salz und Pfeffer 


Zubereitung

Die Gerstengraupen im Wasser kochen, quellen lassen (nach Packungsanleitung) und das restliche Wasser abgießen.

Die Tiefkühl-Erbsen und den gefrorenen Dill direkt in die heißen Graupen geben und ca. 10 Minuten zum Auftauen stehen lassen.


Die Zwiebel und die Sellerie-Stange schälen und kleinschneiden.



Die Gurke waschen und in Stücke schneiden.


Den Thunfisch leicht zerdrücken.

Für das Dressing in einem kleinen Glas o.ä. das Öl mit dem Zitronensaft, dem Senf, dem Honig sowie Salz und Pfeffer verrühren.


Alle kleingeschnittenen Zutaten inklusive Thunfisch zu den Gerstengraupen mit den Erbsen und dem Dill geben, ...


... den Salat mit dem Dressing begießen und gründlich verrühren.


Den Thunfisch-Salat ca. 1 bis 2 Stunden durchziehen lassen und anschließend mit Roggenbrot servieren.



Guten Appetit! Oder auf Färingisch / Färöisch (færøsk): Væl gagnist! 



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